Harley Davidson Evo Ölwechsel Anleitung

Wir alle haben ja die eine oder andere Obsession in der Garage oder unter der Laterne stehen, wir alle können Lieder von fröhlich verbrachten Nachmittagen mit dem Werkzeugkoffer singen. Na, am Samstag dachte ich mir, daß es mal wieder an der Zeit wäre ein wenig Arbeit ins Mopped zu stecken, putzen könnte man es ja auch mal wieder (selbst die Kinder drehen nicht mal mehr den Kopf nach diesem Drecksberg (von den Frauen mal ganz zu schweigen), kurz und gut, es hatte es mal wieder nötig.

Die Kette rasselte wie bei einem alten Schloßgespenst und außerdem liegt ja auch schon seit drei Monaten so ein neuer Ölfilter im Regal, der könnte auch mal den alten ersetzen. Dieser war schon 3500 km drin, also weit über der geforderten Toleranzgrenze und wir wissen ja alle, wie sensibel Motorräder amerikanischer Machart auf Ölverunreinigungen reagieren. Gut, es war also Samstag, früh am Morgen (so gegen 10 Uhr), und da ich um 15 Uhr Olaf an der Burg treffen wollte, machte ich mich geruhsam an die Arbeit.

Auch wenn es kleinere Änderungen an der Sportster über die Jahre gab, ist die Vorgehensweise für das Ölwechseln gleich geblieben. Achte stets darauf, dass dein Arbeitsplatz sauber ist und du genug Platz hast, um sicher arbeiten zu können. Es ist sinnvoll, den Motor zu starten und einige Minuten laufen zu lassen. Überprüfe die Ölwanne und den Ölfilter auf Undichtigkeiten.

Wo befindet sich der Öltank?

Erst mal müssen sich uneingeweihte erzählen lassen, wo denn der Öltank am meinem Mopped sitzt. Das Ding hängt unter der Sitzbank, ist einigen vielleicht schon mal aufgefallen, hat das Aussehen von dem Beauty-Case der liebsten und auch fast soviel Inhalt. Die Ölablaßschraube sitzt auf der linken Seite (in Fahrtrichtung) hinten in der Ecke. Gut zu sehen, gut zu erreichen.

Das einzige Problem ist halt das Auspuffrohr, welches direkt darunter langläuft. Abstand ca. 20mm. Würde man die Schraube entfernen, liefe die ganze Suppe über Auspuff und Kupplungsgehäuse (die dicke Beule auf der linken Seite) in die Kanalisation. Also halt der schlaue Schrauber ein Gefäß darunter.

Gut, denke ich mir, Du hast nicht umsonst ein paar Praktikumsmonate in der Schlosserei zugebracht: Hammer her, Stück Blech, dengeln wir uns ne kleine Schiene, auf der wir das Öl geschickt in den auf dem Boden stehenden Eimer leiten. Gesagt getan. Neues Problem: So geschickt ich auch versuche, das Ding darein zu pressen, irgendwo fehlen ein paar Millimeter, um die Schraube ganz herauszudrehen.

Ablassen des Öls

Entferne den Ölfilter. Wenn du keinen speziellen Ölauffänger hast, wird das Öl den Rahmen herunter und an einige andere Teile des Motorrads laufen. Stelle die Ölauffangwanne wieder unter das Ölablassrohr. Diesmal wird mehr Öl aufgefangen werden.

4) Remove cham case drain plug (except 1983 and earlier FXB/FXSB/FXDG) located under the clutch cover (die Beule) on the bottom of the cham case. - Diese Schraube muß erst mal gefunden werden. Man robbt dazu Zentimeter für Zentimeter die linke Seite der Maschine lang, erwischt dabei alle vorher übersehenen und nicht weggeputzen Oelflecken, um dann unter dicker Kettenfettkruste eine schraubenkopfähnliches Etwas zu ertasten.

Wie jeder weiß, verzichtet Harley auf überflüssigen Ballast, deshalb steht die Kiste immer auf einem langen Seitenständer, weit nach links geneigt. Also muß eine sehr flache Einfrierdose aus Mutters Vorrat drunter und in Achtelumdrehungen die Schraube gebest werden. Klugerweise hat das Ding nen Magneten dran, damit man schon frühzeitig auf Sedimentablagerungen im Motorraum hingewiesen wird und das Bankkonto schon mal wieder durchgeht.

Es flossen noch sage und schreibe ca. - Das ist ein Spaß, dem ich wirklich auch ein eigenes Kapitel widmen will. Lesen wir nachher unten weiter (Oil Filter - 1982 and Earlier). 6) Replace the oil tank drain plug and pour one quart of kerosene into the oil tank and agitate by rocking the motorcycle from side to side. Remove plug and allow tank to drain completely before replacing the plug.

Also das mit dem "Kerosin" kann ich ja noch fast verstehen, um den alten Schnodder auszuspülen, aber wie man als Durchschnittseuropäer so einen 350 kg Koloß leicht hin- und herschütteln soll, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Natürlich kann man auch Überlegungen darüber anstellen, warum die meisten Harley-Fahrer Arme haben, als hätte der liebe Gott in den Korb mit den Oberschenkeln gegriffen.

Nach ein paar vorsichtigen Schaukelversuchen (ja nicht zu weit auf eine Seite neigen!) Gülle ablaufen lassen, Schraube wieder rein und fertig. Ich weiß zwar nicht was 10 "Fuß-Pfund" sind, kann aber aus Erfahrung sagen, mächtig viel.

Ölfilter wechseln

Öffne eine Dose mit einem Liter Öl. Drehe den neuen Ölfilter vorsichtig im Uhrzeigersinn ein. Überdrehe ihn dabei nicht.

The oil tank is equipped with an oil filter attached to the oil tank cap. - Schade, daß ich keine Explosionszeichnung beifügen kann. - Kurzer Satz. Nette Aktion. Das Ding saß so fest, daß ich die gute alte Wasserpumpenzange bemühen mußte. 2) Remove the clip (1) and washer (2). - Unter dem Clip muß man sich einen kleinen halbkreisförmig gebogenen Federstahl vorstellen, welcher den washer (Unterlegscheibe) fixiert.

Allerdings nur so lange, wie es auch an Ort und Stelle ist. Ist es einmal entfernt, lösen sich auch automatisch Unterlegscheibe, Filterelement, Feder und diverse Dichtungen. Und da alle Teile im Kosmos das Bestreben haben auseinanderzugehen, durfte ich die Teile in der Garage und der Wasserrinne suchen. 3) Insert a new oil filter. - Ölfilter war schon gekauft (erstaunlich preiswert: DM 5,80), wurde eingeführt, Unterlegscheibe kam oben drauf und der Federstahl wurde in die dafür vorgesehenen Löcher gefriemelt.

Ölstand prüfen und Öl nachfüllen

- Wie bereits angekündigt, mußten nun ca. 3,8 Liter von dem guten Valvoline 20W50 in das Beauty-Case unter dem Sitz. Mit ner langen Nase (an der Ölkanne natürlich) ist das auch (fast) kein Problem. Nur der hochgeklappte Sitz stört ein wenig. Dieser Sitz hat eine Federkonstruktion, die sich die Maschinenbauer unter uns mal anschauen sollten, sie würden grün vor Neid, wie viele Hebel, Schrauben und Federn sich auf so wenig Platz unterbringen lassen.

- Das einzig interessante an diesem Satz sind die Worte "... around drain plug." Wollte man nämlich nach allen Öl-Leckagen suchen, wäre man Wochen beschäftigt. Aber wieder erwarten war alles dicht. 9) Check oil level in tank and if necessary add oil to bring level to one inch from top of tank. Do not fill tank above this level.

- Klappte auch ganz toll, wenn man mal davon absieht, daß man zum Messen das Mopped in die Waagerechte bringen muß. Auch das ist kein Problem, verfügt doch der richtige Harley-Mann über 2 bis 3 zusätzliche Arme mit entsprechender Anzahl an Greifwerkzeugen am Ende.

Prüfe den Ölstand mit dem Öldeckel/Messstab. (Stelle das Motorrad gerade, wenn du es vorher auf den Seitenständer abgestellt hast). Der Ölstand muss sich zwischen den beiden Markierungen auf dem Messerand befinden.

Wichtige Hinweise zur Ölverwendung

Sportster-Modelle verfügen über einen gemeinsamen Tank für Getriebe- und Primäröl, während alle anderen Modelle separate Tanks für Getriebe- und Primäröl besitzen. Die empfohlene Viskosität lautet in folgender Reihenfolge: 20W50, 15W40, 10W40. Beachte, dass alle Angaben modell- und baujahrspezifisch sind. Wir übernehmen keine Gewähr für die oben genannten Informationen.

Achte darauf, dass das Öl, das du verwendest, für Nasskupplungen zugelassen ist. Viele Fahrzeugöle sind nicht dafür zugelassen, also empfehlen wir Öl zu kaufen, auf dem explizit draufsteht, dass es für den Gebrauch in Motorradgetrieben geeignet ist. 75w90 Getriebeöl wird hier oft durch 20w50 Motoröl ersetzt.

Der empfohlene Viskositätsgrad für alle Temperaturbedingungen ist SAE 20W50 Harley- Davidson® Motorradöl. SAE 50 H-D® Motorradöl ist bei Umgebungstemperaturen von 60‑80 °F einsetzbar, SAE 60 H-D Motorradöl über 80 °F.

Es gibt da schon Unterschiede. Merkt man beim Schalten teilweise deutlich. Nach dem Kaltstart vorm Gangeinlegen 20 - 30 Sekunden die Kupplung gezogen halten oder mit eingelegtem Gang neu starten. An der Ampel wenige Sekunden vorm Gangeinlegen bereits die Kupplung ziehen. Butterweich, da hört man nichts.

Empfohlene Ölwechselintervalle

Das Motoröl und der Ölfilter sollten beim ersten Wartungsintervall nach 1000 Meilen gewechselt werden. Danach ist es empfehlenswert, das Motoröl und den Ölfilter bei jedem Wartungsintervall von 5000 Meilen zu wechseln, um die optimale Leistung und Lebensdauer des Motors zu gewährleisten.

Unter bestimmten Bedingungen kann ein häufigerer Ölwechsel erforderlich sein. Dazu gehören:

  • Intensive Nutzung: Wenn du dein Motorrad stark beanspruchst, beispielsweise durch sportliches Fahren oder lange Strecken bei hohen Geschwindigkeiten, erhöht sich die Belastung des Motors. In solchen Fällen kann ein häufigerer Ölwechsel notwendig sein, um den Motor optimal zu schützen.
  • Staubige Umgebungen: Wenn du oft in sehr staubigen oder schmutzigen Umgebungen fährst, kann sich Schmutz schneller im Motoröl ansammeln. Dies beeinträchtigt die Schmierfähigkeit und kann den Motor beschädigen. Daher ist es ratsam, das Motoröl und den Filter häufiger zu wechseln, um Verunreinigungen zu entfernen.
  • Kalte Witterungsbedingungen: Ständiges Fahren bei kalten Temperaturen kann die Viskosität des Motoröls beeinflussen und die Schmierung erschweren. Häufigere Ölwechsel helfen, den Motor unter diesen Bedingungen besser zu schützen.

Zusätzlich solltest du das Motoröl und den Ölfilter immer vor der Wintereinlagerung oder vor jeder längeren Standzeit wechseln. Dies stellt sicher, dass das Motoröl während dieser Ruhephase sauber und frei von Rückständen bleibt, die den Motor bei erneutem Gebrauch schädigen könnten.

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