Harley-Davidson Bauanleitung: Ein detaillierter Überblick

Nachdem meine "Wasa" schon fast wieder Geschichte ist, braucht es ein neues Projekt auf meinem Arbeitsplatz. Es soll mal wieder ein Motorrad werden und zwar eine Harley-Davidson Model 7 (1911). Und da der Sohn meiner Freundin ein netter Kerl, sowie begeisterter Harley-Fahrer ist, soll er das Modell zum 55. bekommen.

Die Vorbereitung

Die Bauanleitung hab ich mir ins Deutsche übersetzt, was allein schon eine Fleißarbeit war. Dann wurden die Teile-Bögen gedruckt und ich machte mich mit dem Vorhaben vertraut. Da waren etliche dieser kleinen Röhrchen z.B. für den Rahmen zu bauen.

Der Rahmen

Rahmen Teil 1

Nun wurden die Teile des "vorderen" Rahmens ausgeschnitten und über einem festen Gummi gerollt. Dazu drücke/falte ich die Klebelasche vorher um Materialstärke herab, sodass eine Kante entsteht. Diese kann, je nach Durchmesser, auch noch eingekürzt werden.

Nach dem Rollen und Verkleben zu einem Röhrchen, wurde der Bogenförmige untere Teil mit Schlitzen versehen und anschließend über der Zeichnung (aus der Anleitung) fixiert und verklebt. Erst die eine Seite, dann nach dem Trocknen die andere Seite.

Rahmen Teil 2

Nun wurden die Endstücke verklebt und alles lose zusammengelegt. Dann ging's mit dem rückwärtigen Teilen des Rahmens weiter. Hier müssen 4 lange Rohre mit verschiedenen Winkeln gefertigt werden. Sie wurden wie zuvor gerollt und dann, wie schon beim Bogen, mit einer Rasierklinge V-förmig eingeschnitten. Zum Verkleben hab ich sie wieder auf der Zeichnung fixiert. Hernach kamen die Endstücke unters Messer.

Alle spitzen Enden bekamen Endkappen, aus zwei zu einem Winkel geformten Endstücken.

Rahmen Teil 3

Jetzt, nachdem auch die Kette gefertigt war, konnte ich mich an den Zusammenbau des Rahmens wagen. Zuerst wurden die beiden oberen Streben an das Teil 39 (hinter dem Sattelstutzen) geklebt. Für den richtigen Winkel hab ich sie auf die Zeichnung gelegt. Dann gut trocknen lassen. In der Zwischenzeit ermittelte ich die Lage der Radaufnahme, Teile 37 und 47. Zu Schluß wurden noch das Lenkerlager und die dazugehörigen Knotenbleche mit dem Rahmen verklebt. Damit ist der Rahmen zunächst einmal fertig.

Die Kette

Eigentlich wollte ich nun die rückwärtigen Teile des Rahmens (Radaufhängung) mit dem vorderen Teil verbinden. Ein Blick in die Montageanleitung wies mich aber darauf hin, dass zuerst die Kette montiert werden müsse. Also dann.

Sie besteht im Grunde aus zwei Teilen, die gegeneinander geklebt werden. Der Bogen sieht das durch klappen über die Mittellinie von Teil 72 vor. Da hatte ich so meine Zweifel und schnitt sie lieber einzeln aus.

Um die Sache zu verfeinern wurde nun die Kette (ohne Zahnräder) noch einmal ausgeschnitten und darüber geklebt. Daraufhin fragte meine Freundin im Scherz, ob man die Kettenglieder nicht auch einzeln ausschneiden könne? Mit der Idee hatte ich auch schon geliebäugelt, sie aber zunächstmal verworfen.

Aber nun, "zwei Doofe, ein Gedanke" ließ ich mir das noch mal durch den Kopf gehen. Heraus kam eine neue Kette, die unseren Vorstellungen schon eher entsprach.

Der Tank

Weiter geht's mit dem Tank. Hier waren die beiden äußeren Laschen das Problem. Wie werden die gefaltet? Schließlich kam die Erleuchtung, sie werden jeweils nach innen geklappt, so dass eine Nut entsteht.

Zum guten Schluß und weil ich gerad so in Übung mit Kleinteilen war, wurden noch die restlichen Teile für den Tank gefertigt. Die müssen allerdings noch (ich denke in Silber - oder in Grau?) lackiert werden.

Der Motor

Der Motor...

Die nächste Baugruppe beschäftigt sich mit dem Motor. Gleich vorweg mit dem Zylinderkopf. Reichlich Kleinteile und entsprechend fusselig. Alle Teile davon wurden vorher mit Silber gestrichen, ich find das kommt der Sache näher und schadet dem Modell auch nicht.

Der Konstrukteur schreibt in seiner Anleitung, dass man die Maße dieser Baugruppe der Zeichnung anpassen soll, aber auf keinen Fall zu hoch werden darf. Daraufhin hab ich die Teile in Corel gezeichnet um so die einzelnen Papierstärken der Rippen besser festlegen zu können. Darüber hinaus hab ich sie mit einem Zentrumsloch versehen um die Lage zu garantieren.

Dann wurden sie mit sehr wenig und dazu verdünntem Leim übereinander geklebt. Heraus kam ein Kühlrippenpaket, welches nur geringfügig niedriger war als wie berechnet. Dann wurden die Kopfrippen, sowie diverse weitere Kleinteile produziert. Diese konnten nun gemäß der Zeichnung bzw. Tja und so schaut er aus. Ich bin recht zufrieden mit meiner Arbeit und hoffe Ihr auch.

Der Motor Teil 2...

Nun wurde das Unterteil gefertigt. Bild 2 zeigt den Zündkabelstecker 124 und 125 aus der nächsten Baugruppe. Den hatte ich angefangen, weil ich mit dem Teil 87 nicht zurecht kam. Es war deutlich zu groß, um es auf die Rückseite von 86 zu kleben.

Dann der Gedankenblitz, den überstehenden Rand nach dem Kleben einfach abzuschneiden. Das war wohl auch so gedacht, denn nun ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Abdeckung des Magnetantriebs 96 hatte ich vorher an den vier gezeichneten Dellen etwas herausgedrückt. Der Zusammenbau dieser Baugruppe ging dann gut von der Hand.

Im nächsten Schritt wurden dann das Motor-Unterteil mit dem Zylinder verbunden, sowie die Muttern für die Halterung angebracht. Und nun geht es an die Kleinteile mit denen der Motor bestückt wird.

Die Kleinteile

Hier wollte ich mit dem Vergaser beginnen, hatte die ersten Teile schon geschnitten und gerollt und kam dann nicht weiter. Die englischsprachige Anleitung, die ich zunächst in ein editierbares Format umwandeln mußte, um es dann online übersetzen zu lassen, brachte mich schier um den Verstand. Auch eiskalte Logik schien mich nicht weiterzubringen, weil der Verstand bereits ausgesetzt hatte. So nahm ich erstmal das nächste Bauteil in Angriff.

Das Magnetgehäuse

Das Magnetgehäuse für die Magnetzündung. Da es mir unmöglich war die zwei auf 1mm verstärkten äußeren und mittleren Teile 134 und 135 "D-förmig" zu rollen, entschloß ich mich einen Trick anzuwenden. Ich rollte Papier auf den notwendigen Durchmesser und teilte ihn in zwei Hälften. Danach wurden die Seitenteile gefertigt und die Spule innen und außen tapeziert. Geht doch.

Nun wurde das Gehäuse 123 bis 133 ausgeschnitten und zusammengesetzt. Dabei kam mir das bereits gefertigte Teil 124/125 gut zu pass. Dann konnte die Magnetspule darüber geschoben werden und die Baugruppe war fertig. Inzwischen bin ich gedanklich auch mit dem Vergaser klar gekommen, aber das soll erst das nächste mal Thema werden.

Zusatzinformationen

Das in Emmerich beheimatete hat eine vorzüglich restaurierte HD 5D im Display: Das 5erD Modell von 1909 gilt als Harley`s erste V-Twin Maschine und ist quasi der unmittelbare Vorgänger von Reimhard`s hier im Bau befindlicher HD-7: Die 7ner galt als Harley`s Einstieg in den Rennsport.

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