Harley-Davidson kultiviert ein bestimmtes Lebensgefühl, das oft mit Freiheit und Tradition verbunden wird. Wer seine Maschine abholt, den erwarten beim Händler ein Grill-Imbiss auf dem Hof, Ziegelfassade, Adlermotive aus rostigem Metall und viele chromverzierte Motorräder, deren Käufer vermutlich Franz Beckenbauer noch Fußball spielen sahen.
Die Elektromobilität und ihre Tücken
Ausgerechnet die Marke, die an der Vergangenheit zu hängen scheint wie keine andere, hat dieses elektrisches Motorrad auf den Markt gebracht. Damit keine Missverständnisse entstehen: Es ist ein wirklich gutes.
Wer die Fahrt auf ihm genießt, wird kaum ahnen, dass das Stromtanken einem den Schlaf rauben kann - und warum das so ist.Der Revelation-Motor
Das liegt vor allem am Motor, getauft auf den Namen "Revelation" (Offenbarung). Tatsächlich hält er, was sein Name verspricht. Egal in welcher Situation, der Motor liefert. Im Sportmodus schießen die quasi sofort anliegenden 116 Newtonmeter Drehmoment und 78 Kilowatt Spitzenleistung - in alter Währung 106 PS - Bike und Fahrer auf den ersten Metern in eine andere Dimension.
In 1,9 Sekunden von knapp 100 auf knapp 130 km/h Auch zwischen 80 und 130 km/h treibt der Revelation-Motor mächtig voran. Die Werksangabe von 1,9 Sekunden für den Zwischenspurt von 60 Meilen pro Stunde (96,6 km/h) auf 80 Meilen (circa 129 km/h) wirkt glaubwürdig. Die zahlreichen Assistenzsysteme samt Beschleunigungs- und Drehratensensoren halten die Maschine im Zaum, ohne den Fahrer zu bevormunden. Im Sportmodus wird die LiveWire zur Überholmaschine.So viel Spaß diese Einstellung auch macht, als Fahrmodus der Wahl entpuppt sich nach einigen Kilometern der Ecomodus - der Fahrer ahnt, wie wertvoll jedes Fünkchen Energie am Ende des Tages werden kann. Auch diese Spareinstellung reicht zum Überholen auf der Landstraße, nur wird der Weg am Beschleunigungsgriff länger.
Auf den Alleen Mecklenburgs lässt es sich so entspannter dahingleiten.Reichweite und Alltagstauglichkeit
Im Stadtverkehr schafft die Harley zwar problemlos mehr als 200 Kilometer. Auf der Autobahn entspricht ein Kilometer Reichweite auf dem Display dagegen nur rund 500 Metern Fahrstrecke, dort ist spätestens nach rund 110 Kilometern Schluss. Bei einer 50:50-Mischung aus Stadtverkehr und Landstraße sind bei entspannter Fahrweise dagegen 200 Kilometer kein Problem, sogar zu zweit.Doch das Fahren mit Sozia oder Sozius offenbart eine nervige Schwäche der LiveWire. So gut und sportlich die Sitzposition des Fahrers auch gestaltet ist, zu zweit ist die Maschine nur schwer nutzbar.
Dafür sind die Fußrasten für Fahrer und Mitfahrer zu nah beieinander, sogar bei Schuhgröße 43 und 39 stoßen Fersen und Fußspitzen ständig aneinander. Gleichzeitig muss sich der Mitfahrer am Fahrer festklammern. Denn statt eines festen Haltegriffs am Heck bietet die sportlich ausgelegte E-Harley nur einen Lederriemen, der vor dem Mitfahrer quer über die Sitzbank gespannt ist. Spielerischer Elektrofahrspaß So nervig solche Schwächen sind - sobald die LiveWire fährt, ist sie geradezu unschlagbar. Das Bike lässt sich spielend in Kurven legen, sogar der nächste Kreisverkehr bringt Vorfreude. Unebenheiten schlucken die Showa-Fahrwerkskomponenten weg. Auf Sound muss der Fahrer dabei in keiner Sekunde verzichten. Bis 100 km/h ist die Maschine gut hörbar - und wirkt trotzdem vergleichsweise leise.
Das Problem mit dem Laden
In diesem gelungenen Motorrad steckt jedoch auch eine andere Form der Offenbarung: die Apokalypse. Denn während Harley-Davidson bei Design, Motor und Fahrerlebnis alles richtig gemacht hat, entpuppt sich das Stromtanken als größte Schwäche der LiveWire. Erstere Variante hat einen gravierenden Nachteil: Das interne Ladegerät der LiveWire gibt maximal eine Ladeleistung von 1,4 Kilowatt her.
Bis der 15,5 Kilowattstunden-Akku voll ist, vergehen etwa zwölf Stunden. Das mitgelieferte Ladegerät passt außerdem nur in normale Schuko-Steckdosen, die es an vielen öffentlichen Säulen nicht gibt.Es gibt bei längeren Touren aber auch eine zweite Option: Den integrierten CCS-Anschluss. Bis der Akku voll ist, vergeht eine Stunde - sofern man eine mit der Maschine kompatible Schnellladesäule findet. Falls nicht, bleibt man auf der Strecke. Deshalb endete der Ausflug von Hamburg nach Wismar in einer Lade-Odyssee. Zwar gibt es in Wismar CCS-Ladesäulen verschiedener Anbieter. Mit den meisten E-Autos wäre man dort auf der sicheren Seite. Beide quittierten jeden Ladeversuch aber mit Fehlermeldungen.
Motorrad und Ladesäule waren nicht kompatibel.Die erste entpuppte sich nach mehreren Versuchen und einem Anruf beim Anbieter als defekt, die zweite war im Wartungsmodus. Und die dritte wollte die LiveWire ebenfalls nicht schnellladen. Also musste die quälend langsame Typ-2-Verbindung ran. Sie verhinderte immerhin den Super-GAU bei neun Kilometern Restreichweite. Statt drei Stunden dauerte die Heimfahrt durch die extrem lange Ladepause indes derer zwölf, inklusive der Nacht auf dem gespenstisch leeren Parkplatz.Am nächsten Tag stellte die LiveWire an einer weiteren Säule dann doch noch unter Beweis, dass sie schnellladefähig ist - nur kam es dann nicht mehr darauf an. Laut Hersteller handelt es sich beim Schnellladeproblem um eine Kinderkrankheit. Bis das gelungen ist, bleiben wohl nur zwei Optionen: Unterwegs Hotels buchen oder warten, bis mehr Schnellladesäulen mit der Maschine kompatibel sind. Derweil ist der Tourenradius der Maschine mancherorts auf rund 90 Kilometer begrenzt.Für kurze Landstraßenausfahrten und einen Stopp in der Eisdiele ist die LiveWire jedoch perfekt.
Denn sie fährt nicht nur extrem gut, der fehlende Sound verschafft ihr jede Menge Aufmerksamkeit - und eher ungewohnten Kontakt mit der Polizei. Insgesamt elf Leute fingen an drei Tagen Gespräche über das Motorrad an, interessierte Blicke zu zählen, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen.
Zubehör und Bekleidung
Abends ist es wieder lange hell, Eisdiele und Straßencafé haben geöffnet, irgendwo glüht ein Grill vor - doch Motorradfans zieht es raus aus der City und ab auf die kurvige Landstraße. Endlich Sommer. Endlich Sonne. Endlich Zeit, dem Bike Auslauf zu geben. Es steht längst bereit. Wenn die schon bessere Zeiten erlebt hat, ist es angebracht, sie allmählich auszutauschen schließlich kann moderne Motorradbekleidung so gut wie alles besser. Sollen zudem Style und Safety in einer eigenen Liga spielen, bieten sich die aktuellen Motorradlederjacken von Harley-Davidson an, denn sie erfüllen alle Anforderungen der EU-Verordnung 2016/425 für persönliche Schutzausrüstung im Bereich Motorradbekleidung.
CE-geprüfte Motorradjacken
Das neue Prüfkennzeichen CE bestätigt, dass die Jacken umfangreiche Tests absolviert haben und in Bezug auf ihre ergonomische Gestaltung, die Abrieb- und Reißfestigkeit ihres Obermaterials und ihrer Nähte sowie die Fixierung von Protektoren an sturzgefährdeten Stellen top sind.* Victory Lane Leather Jacket (Best.-Nr. 98027-18EM, UVP: 649 €)* Torque Leather Jacket (Best.-Nr. 9802618EM, UVP: 669 €)* Miss Enthusiast Leather Jacket (Best.-Nr. 98030-18EW, UVP: 619 €)Alle drei Jacken punkten mit herausnehmbaren Protektoren an Ellbogen und Schultern sowie mit einer Tasche für den separat erhältlichen Rückenprotektor.Noch ist das Tragen von CE-geprüfter Schutzkleidung hierzulande nicht vorgeschrieben, doch Rechtsexperten empfehlen, sich vor Fahrten ins Ausland über die dortigen Bestimmungen zu informieren, um vor unangenehmen Überraschungen in Form von Bußgeldern geschützt zu sein.
Mit den aktuellen Harley-Davidson Motorradjacken ist man jedenfalls schon jetzt auf der sicheren Seite.Top-Test: Harley-Davidson Electra Glide Ultra Limited
Ein Aufschrei geht durch die Fangemeinde: Harley-Davidson hat seiner luftgekühlten Motor-Ikone eine Wasserkühlung verpasst. Frevel! Gotteslästerung! Jungs, bleibt cool! Alles halb so schlimm! Und ob die Gotteslästerung vielleicht sogar teuflisch gut funktioniert, klärt der Top-Test.
Das Surren der Moderne
Es surrt! Kann das sein? 18 Grad Außentemperatur, fünf Kilometer im Stadtverkehr zurückgelegt, den Motor ausgestellt, und nun surrt es. Kein Tickern, das man gern so poetisch beschreibt, wenn Kühlrippen sich entspannen. Nein, es surrt. Die Lüfter des Kühlsystems laufen und schaufeln warme Luft aus den Öffnungen in den Beinschilden.Ebenfalls bleibt die Gewissheit, dass Harley-Davidson im nächsten Jahrhundert angekommen ist und nach gefühlten drei Milliarden Jahren, in denen die Company ihre Big Twins ausschließlich von Luft kühlen ließ, bei den E-Glide-Modellen zusätzlich auf Wasserkühlung setzt.
Warum? Komfort, sagt Harley, damit die Fahrer von der Abwärme des Motors nicht so gegrillt werden.Denn schön ist sie geworden, die Neue, Jahrgang 2014. Angefangen bei der neu gezeichneten Batwing-Verkleidung über die Beinschilde, die Kotflügel bis zum Topcase - alles ist geschmeidiger, gefälliger und fließender gestaltet, ohne dass man mit der Formensprache der letzten Jahrzehnte völlig gebrochen hätte.
| Modell | Preis (UVP) |
| Victory Lane Leather Jacket | 649 € |
| Torque Leather Jacket | 669 € |
| Miss Enthusiast Leather Jacket | 619 € |
Leistung und Fahrverhalten
Als Erstes überzeugt sie den Prüfstand: 88 PS bei 5100/min und 140 Nm bei 3900/min. Diese Messwerte übertreffen die Werksangabe um 3 PS und 2 Newtonmeter. Im Vergleich zur letzten E-Glide Ultra Limited mit identischem Hubraum, die MOTORRAD 2010 gemessen hat, legt das 2014er-Modell fast acht PS und 14 Nm zu. Das ist nicht nur auf dem Papier beachtlich, sondern schlägt sich auch in den Fahrleistungen nieder: Bei der Beschleunigung von null auf 140 km/h ist die 2014er mit 12,1 Sekunden gegenüber ihrer älteren Schwester über eine Sekunde schneller. Viel wichtiger jedoch: Auch im Durchzug ist sie besser. Und das spürt man im Fahrbetrieb.Einmal in Fahrt spürt man die 412 Kilogramm der Maschine nur noch bei Schrittgeschwindigkeit. Und beim Rangieren natürlich. Trotz ihres hohen Gewichts wirkt die Harley gut ausbalanciert, was sicherlich auch am tiefen Schwerpunkt liegen dürfte. Mit nur 760 Millimetern Sitzhöhe und einer relativ schmalen Taille erreichen sogar Kurzbeinige sicher den Boden.Liegen die Stadt und ihr Stop-and-go-Stress endlich hinter den Rädern, kommt die E-Glide ihrer Bestimmung nach.
Im Grunde genommen ist sie die Königin der amerikanischen Interstates, wurde entwickelt, um Passagiere lässig und entspannt durch die endlosen Weiten Amerikas zu transportieren. Doch auch hier in Deutschland, auf Autobahnen, geschwungenen Landstraßen oder kleinsten Nebenwegen, lässt es sich mit ihr gut cruisen. Denn das Lenkverhalten ist gutmütig, fast möchte man leichtfüßig sagen.In nahezu allen Situationen gibt sich der Motor betont lässig. Das beginnt an der Ampel - mit keinem anderen Antrieb der Welt fällt es leichter, vor einer roten Ampel zu warten, als mit luftgekühlten Harley-Twins.
Sound und Technik
Die Unterhaltung geht beim Sound weiter: Das 2014er-Modell grollt herrlich im Schiebebetrieb, auch der Bass in der Airbox lässt sich durchaus hören. Zudem leistet die Klappensteuerung vor den Schalldämpfern ihren Beitrag in puncto Sound: Abhängig vom Lastzustand öffnet sie zwischen 3000 und 4000/min und ermöglicht den Gasen einen ungehemmteren Austritt.Es reicht aus, die vorhandene abzuändern. Erwünschter Nebeneffekt der gezielten Kühlung: Die Selbstentzündung des Gemischs wird verhindert, der Motor wird klopffester. Zudem kann das Gemisch weiter abgemagert werden, was den Schadstoffausstoß verringert.Der teilwassergekühlte Twin so ganz nebenbei nicht nur kühler, sondern auch effektiver als sein Bruder ist, ist ein schöner Nebeneffekt.
Bremsen und Fahrwerk
Überhaupt: Wer sich vorstellt, welch riesige Bauteile in diesen mächtigen, 1690 Kubik starken V2 werkeln - allein die beiden fetten Kolben legen pro Arbeitsgang zweimal den Weg von 111 Millimetern zurück -, der staunt letztlich, wie ausgeglichen der Antrieb läuft.Wenn er dagegen wirklich etwas bräuchte, wären es bei über acht Zentner Maschinengewicht verlässliche Bremsen. Die neue Generation Stopper ist zumindest in puncto ABS den Vorgängermodellen ein Lichtjahr voraus. Denn das erstmals eingesetzte Zweikanal-ABS von Bosch überzeugt mit seinem sehr feinen Regelverhalten auf ganzer Linie.
Allein schon wegen der Bremse lohnt sich ein Umstieg von alten E-Glides auf das 2014er-Modell.Auch die Integralbremsfunktion, bei der Vorder- und Hinterradbremse elektronisch gekoppelt werden, ist durchaus sinnvoll. Oberhalb von 40 km/h aktiviert das System stets beide Bremsen, egal ob man nur mit der Hand oder dem Fuß bremst. Je nach Tempo oder wie stark man die Hebel betätigt, wird die Bremskraft stets optimal verteilt.Und letztlich hat die Company auch dem Fahrwerk ein Update spendiert, denn die Gabel ist nicht nur neu abgestimmt, sondern soll mit 49 Millimeter Standrohrdurchmesser gegenüber 41 Millimetern auch standfester geworden sein. Bei Extrembremsungen ist jedenfalls kein Verwinden zu verzeichnen. Insgesamt ist das Fahrwerk sehr komfortabel abgestimmt und transportiert seine Gäste fast schon sänftenartig.
Technische Daten: Harley-Davidson E-Glide Ultra Limited (2014)
| Merkmal | Wert |
| Motor | Luft-/Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1690 cm³ |
| Nennleistung | 64,0 kW (87 PS) bei 5010/min |
| Max. Drehmoment | 138 Nm bei 3750/min |
| Getriebe | Sechsganggetriebe |
| Gewicht vollgetankt | 412 kg |
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