120 Jahre Harley-Davidson: Eine Legende auf zwei Rädern

FRANKFURT (15.03.2023) - Geschichte und Geschichten hinter ästhetischen historischen Kraftfahrzeugen zu verbreiten, das ist das Anliegen des Museums Central Garage in Bad Homburg.

Auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern werden hier jährlich wechselnde Ausstellungen mit Schönheiten in Lack und Chrom präsentiert.

2023 ist Harley-Davidson zu Gast, das einzige Unternehmen der Welt, das zwölf Jahrzehnte lang ununter­brochen und eigenständig Motorräder gefertigt hat.

Neben den restaurierten Originalpreziosen wurden zahlreiche für die Markengeschichte relevante Segmente wie Customizing und Racing berücksichtigt.

Zu letzterem Ausstellungsbereich wird sogar ein historischer Film in einem eigens eingerichteten Kinoraum gezeigt.

Natürlich sind sämtliche wesentlichen V-Twin-Motorengenerationen vom ioe-Modell bis zum Revolution Max vertreten.

Zu sehen sind unter anderem Meilensteine wie die WL, die frühe Electra Glide, die Heritage Softail Nostalgia, die Sturgis sowie die ursprünglichen Versionen der Fat Boy und der V-Rod.

Mit dabei sind außerdem Rennmaschinen wie der 1916er Eight-Valve Racer und der XR-750 Flat-Track-Bolide sowie Exoten wie das Servi Car und die M-65 Leggero, die aus der AMF Ära stammt und dem Zukauf des italienischen Herstellers Aermacchi zu verdanken ist.

Die Ausstellung „120 Jahre Harley-Davidson“ ist bis Mitte Dezember in der Central Garage, Niederstedter Weg 5 in 61348 Bad Homburg vor der Höhe zu sehen.

Der Eintritt ist frei, die Besucher werden um eine Spende gebeten.

Weitere Informationen zur Ausstellung findet man unter central-garage.de.

Jeder hat sie bestimmt schon mal gehört, die Geschichte vom Hinterhofholzschuppen, in dem die ersten drei Harley-Davidson Motorräder entstanden.

Das war 1903 im US-amerikanischen Milwaukee.

Doch konnten William Harley und die drei Davidson-Brüder ahnen, dass ihr Unternehmen die Zeit überdauern würde?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in den USA eine Vielzahl von Motorradherstellern.

Sie kamen und sie gingen, Harley-Davidson blieb - und wird jetzt 120.

Als einziger Hersteller der Welt hat die Firma 120 Jahre lang ohne Unterbrechung eigenständig Motorräder gefertigt.

Aus den Einzylindermodellen der frühen Jahre wurden schon 1909 stärkere, kompakt bauende 45°-V-Twins.

In den riesigen USA mussten selbst auf besseren Feldwegen problemlos gewaltige Entfernungen zurückgelegt werden und Harley-Davidson erwarb sich einen erstklassigen Ruf in Bezug auf die Zuverlässigkeit seiner Maschinen.

Seit Mitte der 1910er-Jahre fuhr zudem das Werksrennteam, genannt Wrecking Crew, mit Bikes wie dem 180 km/h schnellen Eight-Valve Racer die Konkurrenz in Grund und Boden - was die Leistungsfähigkeit der Motorräder aus Milwaukee unterstrich.

So wuchs Harley-Davidson binnen 17 Jahren zum größten Motorradhersteller der Welt heran und konnte sich seiner monumentalen Fabrik rühmen, die unweit des Holzschuppens an der heutigen Juneau Avenue in Milwaukee entstanden war.

1936 lief hier der Urahn moderner Harleys vom Stapel: das rund 145 km/h schnelle Model E/EL mit seinem kopfgesteuerten, Knucklehead genannten V2.

Die historische Fabrik ist inzwischen das Headquarter des US-Unternehmens.

Noch heute ist Harley-Davidson also in Milwaukee daheim, wo einst alles begann, und noch heute ist die Firma - wenngleich man vom 50er-Zweitakter bis zum großvolumigen Boxer alles Mögliche ausprobiert hat - dem viertaktenden V2 treu ergeben.

Auch wenn er äußerlich manchen seiner Ahnen gleicht, wurde er Jahrzehnt für Jahrzehnt den Erfordernissen der Zeit angepasst und ist hochmodern.

Mit dem Milwaukee-Eight und dem Revolution Max fertigt Amerikas traditionsreichster Motorradhersteller derzeit zwei unterschiedliche Motorenkonzepte: einen luftgekühlten 45°-V2 mit flüssigkeitsgekühltem Auslassbereich und einen flüssigkeitsgekühlten 60°-V2.

Von 975 bis 1.923 Kubikzentimeter reichen die Kubaturen, bis zu 112 kW (152 PS) leisten die Triebwerke.

Und längst haben moderne Features wie elektronische Assistenzsysteme, praktische Bluetooth-Handyanbindung und modernstes Infotainment in Maschinen aus Milwaukee Einzug gehalten.

Doch was geblieben ist und sich nie ändern wird, ist der besondere Nimbus einer Harley-Davidson: Ihr Look, ihr Sound und das Feeling, das sie vermittelt, sind einzigartig.

Sie steht für ein Lebensgefühl, das mit Werten wie Freiheit, Individualität und Nonkonformismus einhergeht.

Ihre Fans und Fahrer bilden eine große, weltumspannende Familie, die das Feiern nicht verlernt hat.

Und gefeiert wird 2023 - etwa auf der europäischen 120th Anniversary Party, die vom 22. bis zum 25. Juni in Budapest steigen wird, und natürlich überall dort, wo sich die Freunde der US-Marke treffen, Party machen und Benzin reden.

Weitere Informationen findet man unter Harley-Davidson.com.

Die Geschichte von Harley-Davidson im Überblick

Ca. 1901 In Milwaukee, Wisconsin (USA), arbeiten der technische Zeichner William Harley und der technische Modellbauer Arthur Davidson in ihrer Freizeit an der Konstruktion und Fertigung eines Verbrennungsmotors.

Später schließt sich ihnen Arthurs Bruder, der Eisenbahnmaschinist Walter Davidson, an.

1903 Die ersten drei fahrtüchtigen Motorräder - Einzylinder mit Riemenantrieb - werden hergestellt.

Die „Produktion“ erfolgt nach Feierabend und am Wochenende in einem Schuppen in der 37. Straße von Milwaukee, auf den Arthurs Schwester „Harley-Davidson Motor Co.“ gepinselt hat.

1906 Die junge Firma zieht in ein größeres, zweigeschossiges Holzgebäude an der heutigen Juneau Avenue.

Gleichzeitig wird die Harley-Davidson konstruktiv systematisch verbessert.

Nach und nach geben die Bastler ihre gelernten Berufe auf und William „Bill“ Harley hat ein Studium der Ingenieurswissenschaften begonnen.

Die Harley-Davidson wird ab jetzt nicht mehr nur schwarz, sondern auch grau lackiert, was ihr - zusammen mit dem geräuscharmen Motorlauf - den werbewirksamen Spitznamen Silent Gray Fellow (leiser grauer Kamerad) einbringt.

1907 Der Werkzeugmacher William A. Davidson schließt sich den drei Pionieren an.

Am 17. gegründet.

Die Jahresproduktion beläuft sich auf 150 Motorräder.

1909 Der erste V-Twin - konstruiert von William Harley - kommt auf den Markt: 27 Einheiten des Modells 5D mit rund 810 cm3 und dem bis heute typischen 45°-V2-Motor verlassen die erneut vergrößerte Fabrik.

Hier arbeiten inzwischen 35 Angestellte, die in diesem Jahr insgesamt 1.149 Motorräder fertigstellen.

1911 Nachdem der V2 im Jahr 1910 umfassend optimiert wurde, betritt jetzt die verbesserte Version mit mechanisch gesteuerten Einlassventilen die Bühne.

Die Jahresproduktion steigt auf insgesamt 5.625 Motorräder.

1920 In der Juneau Avenue ist eine riesige neue Fabrik entstanden.

Mit 28.980 verkauften Maschinen und über 2.000 Mitarbeitern ist Harley-Davidson der weltgrößte Motorradhersteller und investiert massiv in den Rennsport.

1928 Das Harley-Davidson Bekleidungsprogramm umfasst erstmals Lederjacken.

1929 Die Weltwirtschaftskrise meistert die Motor Company mit einem strengen Sparkurs, einer straffen Händlerpolitik und einem konsequenten Management.

Fortan wird das Motorrad als Luxus- und Freizeitgerät vermarktet, die Modellpalette sowohl technisch als auch optisch aufgewertet.

Zudem erscheint die 45 - genannt Flathead (Flachkopf) - mit einem seitengesteuerten 750 cm3 großen V2-Motor.

1934 Die Firma stellt die Fertigung von Einzylindermodellen ein.

1936 Neben einem neuen seitengesteuerten V-Twin mit 30 PS und 80 cui Hubraum (1.340 cm3) kommt ein weiterer neuer Motor auf den Markt, den man wegen seiner Zylinderköpfe, die an die Knöchel einer Faust erinnern, Knucklehead nennt.

Er leistet etwa 37 PS und beschleunigt die mit ihm bestückten Models E und EL auf rund 145 km/h.

1941 Im Dezember treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein.

Anstelle der Zivilmodelle werden im H-D Werk während der Kriegsjahre rund 88.000 Militärmaschinen produziert.

1947 Die erste klassische Harley-Davidson Bikerlederjacke im Highway-Stil ist in Damen- und Herrenschnitten erhältlich.

1948 Ein neues OHV-Triebwerk debütiert, das den Spitznamen Panhead (Pfannenkopf) bekommt.

1949 Eine hydraulische Telegabel ersetzt bei den Panhead Typen die Springergabel.

Die Maschine erhält den Namen Hydra Glide.

1953 Indian meldet Konkurs an - damit ist Harley-Davidson der letzte verbliebene amerikanische Motorradproduzent.

1957 Die erste Sportster, Typkürzel XL, erscheint - mit modernem Fahrwerk, Telegabel und Federbeinen sowie einem 883 cm3 großen OHV-Motor, der 55 PS leistet.

Willie G. Davidson, Enkel von Firmengründer William A. Davidson, arbeitet bereits am Design mit und entwirft das runde 1957er H-D Tanklogo.

1958 Die bisher mit ungefedertem Hinterrad gelieferte Hydra Glide wird mit hydraulisch gedämpften Federbeinen ausgestattet und heißt fortan Duo Glide.

Harley-Davidson präsentiert seine ersten Hartschalenhelme.

1960 Harley-Davidson erwirbt 50 Prozent der Anteile des italienischen Motorradunternehmens Aermacchi.

1963 Gründerenkel Willie G. Davidson eröffnet das Styling Department.

1965 Harley-Davidson wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Die Duo Glide erhält einen elektrischen Anlasser, heißt jetzt - einem Vorschlag von Willie G. folgend - Electra Glide und wird zum Inbegriff des komfortablen Tourers.

1966 Ein neuer Motor erscheint, der von den Fans Shovelhead (Schaufelkopf) genannt wird.

1969 Harley-Davidson wird von der American Machine and Foundry Company (AMF) übernommen, einem großen Mischkonzern, der massiv in das Unternehmen investiert.

1971 Willie G. Davidson stellt mit der Super Glide das erste Factory Custombike vor, mit dem sich Harley-Davidson auch den Kunden der Chopperszene zuwendet.

1972 Die neue Rennmaschine XR 750 beginnt, die amerikanische Dirt-Track-Szene zu dominieren.

DIE SOFTAIL UND IHR CUSTOMSTYLING FEIERN JUBILÄUM

Vor 40 Jahren debütierten die erste Harley-Davidson Softail und der H-D Evolution V2 Es war offenbar die geradezu ideale Verbindung von Form und Funktion, als Harley-Davidson im Jahr 1984 die neue Softail vorstellte.

Versteckte Federbeine und eine clevere Schwingenkonstruktion verliehen dem Rahmen der FXST Softail die klare Silhouette eines klassischen Bikes ohne Hinterradfederung, eines sogenannten Hardtails.

Das Softail Chassis erwies sich als äußerst erfolgreich und bildete die Basis für eine ganze Familie von Harley-Davidson Factory-Custombikes.

2024 feiert die Motor Company das Jubiläum der ursprünglichen FXST Softail.

Das Softail Design, das sich im Lauf der 40 Jahre stets weiterentwickelt hat, folgt noch immer der gleichen klassischen Hardtail Linienführung, die einst wesentlich zum Erfolg der FXST beitrug.

Eine Cruiser Familie

Auf der aktuellen, 2018 eingeführten Softail Plattform basieren die neun Modelle der 2024er Harley-Davidson Cruiser Baureihe.

Ihr Rahmen ist steif und leicht gehalten, wodurch die Bikes ebenso agil wie leistungsfähig sind.

Das Herz des aktuellen Softail Fahrwerks bildet ein Monoshock unter der Sitzbank, der für bemerkenswerten Komfort und erstklassiges Handling sorgt.

Dank der clever gestalteten Dreiecksschwinge bleibt die charakteristische Hardtail-Silhouette des Softail Fahrwerks natürlich weiterhin erhalten.

Alle aktuellen Cruiser werden vom Milwaukee-Eight V-Twin angetrieben, der über zwei Ausgleichswellen verfügt, die den Komfort für Fahrer und Beifahrer erhöhen und eine starre Motormontage im Rahmen ermöglichen.

Diese versteift das Chassis zusätzlich und verbindet den Fahrer noch direkter mit dem Antriebsstrang.

Im Modelljahr 2024 bietet Harley-Davidson ein breites Portfolio von Cruisern an - vom schlanken Chopperstyle bis hin zum stilvollen Tourendesign.

Die aktuelle Modellfamilie umfasst folgende Typen:

  • Softail Standard: eine auf das Wesentliche reduzierte Maschine, die dennoch alles mitbringt, was es zum Fahrgenuss braucht. Darüber hinaus bildet das Bike die ideale Basis für ein Customizing.
  • Street Bob 114: vom Mini-Ape-Lenker bis hin zum gestutzten Heckfender ein klassischer Chopper für Fahrer, die Stil, Kraft und leichtes Handling schätzen. Harley-Davidson kombiniert diesen Stil mit moderner Technik wie dem digitalen Anzeigeinstrument und dem charakteristischen LED-Scheinwerfer.
  • Low Rider S: Schon ab Werk bildet dieses Motorrad eine gelungene Synthese aus West-Coast-Style und erstaunlicher Kraft. Es besitzt zahlreiche Features, die bisher nur mit nicht unerheblichen Investitionen in entsprechendes Zubehör zu haben waren.
  • Low Rider ST: Abnehmbare Hartschalenkoffer und eine windschlüpfige Verkleidung machen diese leistungsstarke Maschine im West-Coast-Style zum idealen Fahrzeug für kleine und große Fluchten.
  • Breakout: Mit ihrem langen und schlanken Chopperstyling und dem besonders kraftvollen Milwaukee-Eight 117 ist die Breakout ein ausgesprochen lässiges Motorrad. Und ihr schwungvoller Bobtail-Fender gibt den Blick auf den 240er-Reifen am Heck frei.
  • Heritage Classic 114: der Inbegriff des amerikanischen Cruisers im puren Rock-’n’-Roll-Style und mit auffälligen Vintage-Features. Ihre nostalgische Aura ist inspiriert von Harley-Davidson Modellen der 1950er-Jahre.
  • Fat Boy 114: Mit ihrer wuchtigen Erscheinung und Ausstattungsmerkmalen wie den Lakester Leichtmetallgussrädern sowie der markanten Scheinwerferverkleidung macht die Fat Boy ihrem Namen alle Ehre.
  • Fat Bob 114: Sie punktet mit Kraft und Agilität. Zu den stimmigen Features gehören die zwei Bremsscheiben vorn, die Upside-down-Gabel, die an den Rennsport erinnert, und der 2-in-1-in-2-Auspuff im Customstyle.
  • Sport Glide: ein ausgesprochen vielseitiges Bike: Abnehmbare Koffer und eine abnehmbare Verkleidung machen aus der reisetauglichen Sport Glide im Nu einen schicken Cruiser.

Die Geschichte der Softail

In den frühen 1980er-Jahren erwarb Harley-Davidson ein Konzeptbike des Customizers Bill Davis, der eine verdeckte Hinterradfederung für Big Twins erdacht hatte.

Die Ingenieure der Motor Company perfektionierten die technische Auslegung und nutzten die Idee für die 1984 eingeführte FXST Softail.

Ihr Rahmen bot das klare Styling und die klassische, bei Custombike-Fans so beliebte Hardtail-Silhouette - eine gerade Linienführung vom Lenkkopf bis zur hinteren Radachse -, ohne auf den Komfort eines gefederten Hecks zu verzichten.

Die Platzierung der horizontal unter dem Getriebe verborgenen Federbeine erlaubte zudem eine sehr niedrige Sitzposition.

Mit der 1984er FXST Softail wurde auch der seinerzeit neue Evolution V-Twin eingeführt, der den Shovelhead Motor ersetzte und mit der Zeit in allen Big Twins Verwendung fand.

Der Evolution und die Softail verhalfen Harley-Davidson in einer finanziell herausfordernden Lage zurück zu altem Glanz.

„Wenn ich an die Einführung der FXST Softail sowie des Evo und die Auswirkungen auf den Markt zurückdenke - wir hatten ja gerade erst den Buy-out überstanden -, wird mir klar, wie wichtig dieser neue Motor und der neue Rahmen für unser Überleben waren“, schrieb der ehemalige Chief Styling Officer Willie G. Davidson in seinem Buch 100 Jahre Harley-Davidson.

„Die Softails entwickelten sich zu Bestsellern und werden von den Fans heiß geliebt.“

Auf Basis der Softail Plattform entstanden zahlreiche weitere neue Modelle, die ein breites Spektrum an Stilrichtungen abdecken.

Zu den historischen Highlights gehören:
  • 1986 - Heritage Softail: Die FL Gabel, der breite Frontfender, Speichenräder und der markante Scheinwerfer spiegeln Stilelemente der FL Hydra-Glide von 1949 wider. Dieser klassische Look ist selbst bei Nichtbikern ein Symbol für Harley-Davidson.
  • 1988 - Springer Softail: Die optische Wiedergeburt der Springer-Gabel, deren Produktion Harley-Davidson in den 1950er-Jahren zugunsten von Telegabeln einstellte, war ein kühner Schritt in Sachen Styling.
  • 1990 - Fat Boy: Sie gehört zweifellos zu den Stilikonen von Harley-Davidson und ihre massive Präsenz wird durch Vollscheibenräder unterstrichen. Noch heute bereichert die Fat Boy - stets modernisiert und an die Erfordernisse der Zeit angepasst - das Cruiser Portfolio.
  • 2000 - Softail Deuce: Die Deuce ist das vielleicht radikalste der Softail Factory-Custombikes. Sie verfügte über einen neuen Stretchtank, eine schlanke, verchromte Gabelverkleidung, einen neuen Heckfender und den seinerzeit neuen Twin Cam 88B.
  • 2008 - Cross Bones: ein pures Vintage-Bobber-Styling mit Springer-Gabel, die einen breiten Reifen führt, Speichenrädern mit schwarzen Felgen, einem gefederten Solositz und schicken Half-Moon-Trittbrettern. Mit der Cross Bones wurde außerdem die Flat-Denim-Lackierung eingeführt.

Den unbarmherzigen Wettbewerb mit dem Automobil, zwei Weltkriege, den großen Börsencrash von 1929, den Aufstieg japanischer Anbieter, die Finanzkrise ab 2007 - Harley-Davidson überlebte all das und ist heute fitter denn je.

Das bewies der traditionsreichste Motorradhersteller der Welt auf der großen Geburtstagsparty, die vom 29. August bis zum 2. September in seiner Heimatstadt Milwaukee stieg.

Schon Tage vor der eigentlichen Fete, bei der auch 35 Jahre Harley Owners Group gefeiert wurden, waren tausende Biker aus allen vier Himmelsrichtungen der USA auf ihren V-Twins zur Sternfahrt nach Milwaukee aufgebrochen.

Den Eventauftakt machte man beim Moto-Carnival im Veterans Park wo Wall und Globe of Death sowie Motorrad-Hochseilartistik für Adrenalinschübe sorgten und 13 Livebands auftraten.

Einen weiteren zentralen Anlaufpunkt bildete das Harley-Davidson Museum nahe des Stadtzentrums.

Auf zwei Bühnen traten hier 16 Bands auf, darunter die Rival Sons, Pat Simmons von den Doobie Brothers, die Supersuckers und The Reverend Horton Heat.

Für Entertainment sorgten Tattoo-Künstler, Barbiere, Whiskey- und Zigarrenprofis, Pinstriper, Stuntshows und natürlich die Ausstellung der neuesten Harley Bikes.

Neben dem Werksmuseum konnten das Harley-Davidson Motorenwerk Menomonee Falls und die denkmalgeschützte Unternehmenszentrale an der Juneau Avenue besichtigt werden.

Gefeiert wurde derweil in der ganzen Stadt - sogar in den Parks: So rockten am Rotary Performance Pavilion in Wauwatosa zwölf Bands die Bühne, während im Cathedral Square Park Jazz geboten wurde.

Musik, Drinks, Dining und Entertainment genoss man auf den Street Partys - etwa an der Motorcycle Alley, beim Brady Street Experience und bei Bikes on Broadway, wo acht Bands auf zwei Bühnen Gas gaben.

Lady Antebellum zählte zu den Gruppen, die im American Family Insurance Amphitheater auftraten.

Filmfans besuchten derweil das prachtvolle, historische Oriental Theatre, in dem klassische Bikermovies wie „The wild one“ über die Leinwand flimmerten.

In mehreren Custombike-Shows maßen sich die schönsten Umbauten, die auf den Event gekommen waren, um Ruhm und Pokale.

Die eigene Geschicklichkeit am Lenker konnte man bei Motorcycle Field Games und der Police and Civilian Skills Competition auf einem anspruchsvollen Parcours unter Beweis stellen, während Motorsportfans bei Stuntshows, Drag Races und beim Hill Climbing auf ihre Kosten kamen.

Außerdem stieg erstmals seit über 100 Jahren wieder ein Track Race am Strand des Lake Michigan.

Mit einer umjubelten Parade verabschiedeten sich 7.500 Biker am Sonntagmittag von ihren Gastgebern.

Doch eines ist sicher: Nach der Party ist vor der Party, denn in fünf Jahren wird Harley-Davidson 120.

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