Der Traum einer Harley-Davidson aus den USA - für viele Motorradfans klingt das nach einem verlockenden Abenteuer. Die Auswahl ist groß, die Preise sind oft günstiger, und der Gedanke, eine echte amerikanische Harley zu fahren, hat seinen Reiz. Doch bevor Du Dich für einen US-Import entscheidest, solltest Du die möglichen Nachteile kennen.
Warum eine Harley aus den USA importieren?
Amerikanische Motorräder verkörpern grenzenlose Freiheit und Unnachgiebigkeit. Diese Attribute verbindet man am stärksten mit den kraftvollen Maschinen, die auch in unserem Land immer größeres Interesse finden. Motorräder aus den USA sind nach wie vor ein großer Genuss für Motorradfans. Trotz der vergehenden Jahre wächst ihre Beliebtheit kontinuierlich, und die Legende des Mannes, der von einer brummenden Harley begleitet wird, ist in der Popkultur lebendig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Motorräder in den USA im Vergleich zu Europa oft günstiger sind. Dies liegt zum einen daran, dass sie dort generell preiswerter verkauft werden und somit auch als Gebrauchtmotorräder zu niedrigeren Preisen angeboten werden. Ein weiterer Faktor ist die höhere Kostenstruktur für Motorradreparaturen in den USA, wodurch beschädigte Motorräder oft zu einem "salvage" Titel führen und günstig verkauft werden.
Worauf Du achten solltest
Jährlich gelangen Tausende von Autos und Motorrädern aus den Vereinigten Staaten nach Europa, wo sie auf Auktionen mit einem "salvage“ Titel angeboten werden. Fast immer handelt es sich um Fahrzeuge mit Schäden. Etwa 80 % der Motorräder, die aus den USA importiert werden, haben den Titel "salvage". Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass sie schwer beschädigt sind.
Ein "salvage“ Titel wird ausgestellt, wenn ein Fahrzeug aufgrund von Schäden infolge eines Unfalls, Wasserschadens, Feuers oder eines anderen Vorfalls nicht mehr für den Straßenverkehr geeignet ist. Wenn die Reparaturkosten den akzeptablen Prozentsatz des Motorradwerts übersteigen, wird es als „salvage“ eingestuft. Im Allgemeinen wird ein Totalschaden angenommen, wenn die Reparaturkosten mehr als 70 oder 80% des Wertes des Motorrads betragen.
Wichtig! : Die Fahrgestellnummern der Harleys beginnen in Europa mit 5HD und in den USA mit 1HD. Oft wissen Besitzer einer Harley nicht, dass Sie einen reparierten US-Import fahren.
Es ist von größter Bedeutung, sich bewusst zu sein, dass der Kauf solcher Motorräder ein hohes Risiko birgt. Die bereits reparierten Motorräder werden oft als vermeintlich hochwertige Umbauten angeboten, die äußerlich in gutem Zustand erscheinen. Doch die Käufer wissen nicht, ob strukturelle Schäden vorhanden sind oder wichtige Komponenten ordnungsgemäß repariert wurden. Die vermeintlichen Schnäppchenpreise, die Motorräder aus den USA oft bieten, sollten keinesfalls den Blick auf die potenziellen Risiken verstellen.
Kostenfaktoren beim Import
Da das immer wieder eine Frage sein dürfte, ob es sich lohnt eine Harley aus den USA - oder wie bei mir ein US-Modell aus dem EU Ausland - zu importieren, hier mal eine Aufstellung, was man so an Zeit und Geld invesitieren muß: Zusammengefasst, rechnet mit Minimum 1.000,- Euro und 3 Wochen Zeit und Schrauberei, wenn ihr euch so eine holt.
Hier eine detaillierte Aufstellung der Kosten, die beim Import einer Harley-Davidson aus den USA entstehen können:
- Werkzeug und Ausrüstung: Man sollte selber schrauben können, sonst wird´s deutlich teurer. Dafür braucht man erstmal passendes Werkzeug, einen Heber, Bastelanleitung etc, wenn man vom Japaner umsteigt.
- TÜV-Datenblatt: Besorgt euch zuerst das TÜV - Datenblatt. Da sind die ersten 250,- Euro weg.
- TÜV-taugliche Auspuffanlage: TÜV- taugliche Tüten sind Pflicht. Gibts in der Bucht so zwischen 100,- (verranzt) und 250,- Euro. E- Zeichen muß drauf sein, wonach man in der Bucht vor Bestellung genau gucken sollte.
- Luftfilterkasten: Womit keiner rechnet ist der Luftfilterkasten. Die mit E-Zeichen kosten so 120,- bis 200,- Euro. Bei mir ist ein Screaming Eagle Stage 1 drauf, also brauche ich das TÜV - Kit für 120,- Euro.
- Vergaser: Der Vergaser muß anders bedüst werden und braucht ne andere Nadel.
- Gläser: Bei mir hatten die Gläser zum Glück schon E-Zeichen.
- TÜV-Gebühren: Als Kosten für die Vollabnahme fallen so 100-150 Euro an. Kommt drauf an, was der Prüfer alles an Zusatzeintragungen für nötig hält.
- Einzelgenehmigung: Mit dem TÜV Gutachten muß dann eine Einzelgenehmigung nach § 13 EG-FGV beantragt werden. Hier zahlt man wieder 40,- Euro für ein Blatt Papier.
- Transportkosten: Transportkosten ca. 700 $.
- Zölle und Steuern:
- ca. 250 Transporteur in Bremerhaven
- 6% von Kaufpreis (einschl Transportkosten) Einfuhrsteuer
- 19% Märchensteuer
So, da sind die ersten 750 Euro weg, und das Ding hat noch keinen TÜV und kein Nummernschild. Dafür schon 3 Tage in der Garage verbracht und 2 Wochen dem schönen Wetter zugeschaut.
Hier eine Beispielrechnung von 2005:
Bike 8900 Euro
Fracht 800 Euro
Container Entladen +Auspacken u. Zollabfertigung 320 Euro
Zollkosten +19% EU Steuer 1638,29 Euro
macht zusammen 11,758,29 Euro für eine Fatboy von 2005.
Achtung: Im April 2021 sorgte eine Nachricht aus Brüssel für große Verwunderung im Hause Harley-Davidson: Die EU-Kommission hat dem Unternehmen die Binding Origin Information (BOI) entzogen, was bedeutet, dass ein „Strafzoll“ fällig wird - einer, der’s in sich hat: Ab 1. Juni 2021 soll Harley-Davidson Zollgebühren in Höhe von insgesamt 56 Prozent auf jedes Motorrad entrichten, das in der Europäischen Union verkauft wird.
Notwendige Änderungen für den TÜV
Um eine US-Harley in Deutschland zuzulassen, sind in der Regel einige Änderungen erforderlich. Dazu gehören:
- TÜV- taugliche Tüten sind Pflicht.
- Der Vergaser muß anders bedüst werden und braucht ne andere Nadel.
- Die Gläser zum Glück schon E-Zeichen.
- Neuen Scheinwerfer, Blinkerrelais
Im Zweifel werden alle gefordert, die man da findet. Redet da vorher mit dem Prüfer, ob ihr gleich welche aus dem Zubehör drauf machen und eintragen lassen könnt.
Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Es lohnt sich, die Kosten und den Aufwand genau zu kalkulieren und Dir eventuell professionelle Hilfe zu holen, z. B. von Import-Spezialisten oder deutschen Händlern, die sich auf Harleys spezialisiert haben. Unsere Experten übernehmen sämtliche Formalitäten beim USA Motorrad Import und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Von der ersten Kontaktaufnahme mit dem amerikanischen Verkäufer bis zur finalen Zulassung in Deutschland stehen wir Ihnen zur Seite.
Beim Motorrad aus USA importieren achten wir penibel auf die Einhaltung aller Vorschriften. Dies beginnt bereits bei der Auswahl des Fahrzeugs hinsichtlich der Zulassungsfähigkeit in Deutschland. Die frühzeitige Prüfung vermeidet spätere Komplikationen und unnötige Kosten.
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