Die Harley-Davidson Iron 1200 wurde im Februar 2018 als neues Modell innerhalb der Sportster-Baureihe vorgestellt. Sie basiert auf dem luftgekühlten Evolution-V2-Motor mit 1202 cm³ und ergänzt die bestehende Iron 883 um eine leistungsstärkere Variante. Bis einschließlich Modelljahr 2020 blieb die Iron 1200 im offiziellen Harley-Davidson-Programm.
Die Iron 1200 wird als stilistisch eigenständige Variante innerhalb der Sportster-Reihe positioniert. Sie übernimmt den Rahmen und das Fahrwerk der Iron 883, unterscheidet sich jedoch durch den größeren Motor, einen 22 cm hohen Mini-Ape-Lenker und ein kleines, fest montiertes Windschild im Stil früher Café Racer. Die Sitzhöhe beträgt laut Hersteller 735 mm. Die aufrechte Sitzposition mit nach hinten geneigten Armen ist charakteristisch für dieses Modell.
Technische Daten im Überblick
Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten der Harley-Davidson Iron 1200:
- Motor: Luftgekühlter 45-Grad-V2-Motor
- Hubraum: 1.202 ccm
- Leistung: 49 kW/67 PS bei 6.000 U/min
- Drehmoment: 96 Nm bei 3.500 U/min
- Getriebe: 5 Gänge
- Antrieb: Zahnriemen
- Tankinhalt: 12,5 Liter (davon 2,5 Liter Reserve)
- Gewicht (fahrfertig): 256 kg
- Sitzhöhe: 73,5 cm
- Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Design und Ausstattung
Wenn Harley-Davidson "Iron" auf seine Modelle schreibt, wird aus Chrom schwarz. Das war schon bei der Iron 883 so und gilt jetzt für die Iron 1200: Schwarz der Stahlrahmen, schwarz die Gabel, schwarz der pulverbeschichtete Motor, schwarz die zweiflutige Auspuffanlage. Schwarz auch der klassische, runde Luftfilterdeckel auf der rechten Seite des Triebwerks. Und anders als bei der kleineren 883 verzichtet Harley bei der großen Schwester sogar auf die glanzgedrehten Neun-Speichen-Gussräder. Auf dieses ungewöhnliche Detail muss verzichten, wer statt des kleinen Motors das größere Triebwerk wählt.
Die schwarzen Faltenbälge an der 39-Millimeter-Gabel passen vorzüglich ins Bild der 70er Jahre, das sich vor allem durch die farbigen Grafiken der Tanks manifestiert.
Die Cockpit-Ausstattung ist bewusst schmal gehalten: Einen Drehzahlmesser gibt es nur in digitaler Form, nach Wahl im schmalen LC-Display im unteren Bereich des Tachometers einzublenden. Dann ist er mit einer Ganganzeige kombiniert. Eine größere Bedeutung hat ein Harley-Drehzahlmesser ohnehin nicht, denn jeder Fahrer weiß spätestens nach drei Kilometern Fahrt, dass unten viel und oberhalb der gefühlten Drehzahlmitte zunehmend weniger kommt. Man fährt schaltarm und richtet sich eher danach, wie viele Vibes man fühlen möchte.
Fahrverhalten und Unterschiede zur Iron 883
Die zusätzlichen 319 Kubikzentimeter Hubraum schlagen sich in einer von 52 auf 67 PS erhöhten Leistung und in einem von 68 auf 95 Newtonmeter gesteigerten Drehmoment nieder. Die Fuhre zieht - egal aus welcher Drehzahl - besser durch, zugleich muss man weitaus weniger schalten. Dass die Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h auf 180 km/h steigt, ist dagegen so unwichtig wie ein Kropf: Weder 160 noch 180 km/h stellen ein erstrebenswertes Tempo dar, denn der Wohlfühlbereich dieser Sportster liegt zwischen 80 und 120 km/h.
Die Entwickler haben die Ergonomie stark verändert, indem sie einen sogenannten Mini-Ape-Lenker - eine moderat erhöhte, stark gebogene Lenkstange - montierten und zugleich den sogenannten Café Solositz installierten. Dieser senkt die Sitzhöhe von 76 auf 73,5 Zentimeter ab. Weil die Fußrasten weiterhin mittig installiert sind, ergibt sich einerseits ein relativ enger Kniewinkel, andererseits des höheren Lenkers wegen eine aufrechtere Position des Oberkörpers. Man sitzt nicht ,,falsch", aber fraglos gewöhnungsbedürftig. Ist die Gewöhnungsphase abgeschlossen, lässt sich die Iron 1200 leicht dirigieren und dank ihres schmalen 19-Zoll-Vorderrades erstaunlich flüssig auch um engere Kurven scheuchen; ihre Schräglagenfreiheit ist gar nicht so übel, so dass sie in Linkskurven geringfügig später als andere Sportster-Modelle anfängt, mit den Nippeln am Asphalt zu kratzen.
Weitere technische Details
Hier sind einige zusätzliche technische Details der Harley-Davidson Iron 1200:
- Reifen vorne: 100/90 B 19
- Reifen hinten: 150/80 B 16
- Bremsen vorne: 30 cm Einscheibenbremse
- Bremsen hinten: 26 cm Einscheibenbremse
- Assistenzsysteme: Zweikreis-ABS, selbstrückstellende Blinker, Keyless-Startsystem
- Radstand: 1,515 m
Eignung für Anfänger
Die niedrige Sitzhöhe und das gutmütige Ansprechverhalten des Motors erleichtern die Handhabung. Das fahrbereite Gewicht von über 250 kg erfordert jedoch ein gewisses Maß an körperlicher Kontrolle, insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten.
ABS
Ja, die Harley-Davidson Iron 1200 ist serienmäßig mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet.
Vergleich: Iron 1200 vs. Iron 883
Die Iron 1200 verfügt über einen größeren Motor (1202 cm³ statt 883 cm³), einen Mini-Ape-Lenker, ein kleines Windschild und eine andere Tankgrafik. Die Iron 883 hat einen flacheren Lenker und keinen Windschild.
Tankinhalt und Reichweite
Der Tankinhalt beträgt 12,5 Liter, davon 2,5 Liter Reserve. Der offizielle Verbrauch liegt bei 5,1 l/100 km. Daraus ergibt sich eine rechnerische Reichweite von etwa 245 km, abhängig vom Fahrstil.
Historischer Kontext
Den allerersten Vorfahren der Iron 1200 brachte Harley-Davidson 1957 heraus. Es handelte sich um die XL 55. Das Bike symbolisierte Jugend, Aufbruch und Rebellion. Seit dem erweiterte Harley-Davidson die beliebte Baureihe um zahlreiche neue Modelle. Unter den bedeutendsten technischen Neuerungen der Baureihe sind zu nennen: der elektrische Anlasser (1967), der vollkommen neu konstruiert und verbaute Evolution Motor (1986), die Einführung des Fünfganggetriebes (1991) und die elektronische Kraftstoffeinspritzung (2007). Die Vorgängermodelle der Iron 1200 werden 2014 mit einem Antiblockiersystem ausgestattet und bekommen eine neue Fahrzeugelektrik verlegt. Zwei Jahre später 2016 treten zahlreiche Sportster Modelle mit neuen Fahrwerkskomponenten sowohl an der Front und am Heck auf. Drei Jahre später 2019, wird die Iron 1200 vorgestellt.
Die Harley-Davidson Iron 1200 in Stichpunkten
- 1200ccm Evolution Motor: 1200ccm Hubraum für jede Menge Drehmoment und für ein unvergleichliches Fahrerlebnis.
- Jede Menge Schwarze Komponenten: Vom Antriebsstrang über den Luftfilterdeckel bis zur Auspuffanlage alles schwarz. Bereit für die Großstadt.
- 70er Jahre Custom Tank: Die Tank Grafiken im authentischen Stil der 70er Jahre zeugen von den Retro Wurzeln des Bikes.
- Café Solo Sitz: Setz dich „ins“ Bike und erreiche mühelos Lenker und Rasten. Der Sitz ist eine Hommage an den legendären Stil der Café Racer.
- Schwarzer Mini-Ape-Lenker: Eine draufgängerische Attitüde kombiniert mit einer zurückhaltenden Steigung und Krümmung für den nötigen Fahrkomfort.
- 9-Speichen-Rad aus Leichtmetallguss: 9-Speichen-Räder, von der Felge bis zum Reifen schwarz wie die Nacht, runden den Dark Custom-Look ab.
- Lenkerverkleidung: Die schwarze Lenkerverkleidung unterstreicht den Charakter dieses Motorrads. Klemmen Sie sich dahinter, und los gehts.
- Geschwärzter, Verjüngter Auspuff: Berauschende Leistung und ein beglückendes Grollen.
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