Die Geschichte von Harley-Davidson: Mehr als nur ein Motorrad

Kluge Köpfe behaupten, die Gegenwart werde erst durch die Vergangenheit verständlich. Wie Recht sie haben, beweist ein Besuch im Harley-Davidson Museum in Milwaukee.

Die Anfänge einer Legende

Nicht nur im Pferdesattel, auch im Motorradsattel ist der Westen erobert worden. 1903 gründeten die Brüder Davidson und ihr Freund William Harley ihre Firma in Milwaukee, Wisconsin. Ihr erstes Modell glich eher einem Fahrrad mit Stützmotor.

Das Unternehmen hat die US-Armee mit Motorrädern versorgt und Rennmaschinen konstruiert. "Easy Rider" und "Born to be Wild" machen die Harley Davidson schließlich zum Mythos.

Doch wie klingt die Harley der Zukunft? Was wird aus dem Kult, wenn Elektro-Antriebe die Stahlpferde flüsterleise machen?

Harley-Davidson in der Krise

19.11.2010 - Harley-Davidson wird seine Kultmaschinen nur noch schwer los. Die Lust aufs Motorradfahren ist vielen Bikern in der Wirtschaftskrise vergangen. Vor allem im wichtigen Heimatmarkt USA halten sich die Kunden zurück.

Ein Blick in die Vergangenheit: Amerikanische Besatzung im Westerwald

Am 13. Dezember 2018 jährte sich der Einmarsch amerikanischer Truppen in den Westerwald zum 100. Mal. Die umfangreiche Sonderausstellung mit mehr als 140 Objekten erzählt die Geschichte des Brückenkopfes: Vom Waffenstillstand am 11.11.1918 und dem Marsch der Amerikaner zum Rhein, ihre Einquartierung in Schulen, Turnhallen, privaten Häusern und Wohnungen, von der Installierung einer Militäradministration, den Veränderungen und Belastungen für die deutsche Bevölkerung in ihren besetzten Dörfern.

Einige große Objekte, wie eine Militär-Harley-Davidson von 1920 oder das schmucke Pferdepräparat „Fred“ u. a. Ausgangspunkt für das Vorhaben und zweiter Hauptteil der Ausstellung war unveröffent­lichtes Bildmaterial des Westerwälder Fotografen Valentin Altmann, das im Landschafts­museum archiviert wird.

Er hat die Besetzung seines Heimatortes Niederelbert in rund 400 Aufnahmen festgehalten und einzigartige Fotodokumente geschaffen. Seine professionellen, inszenierten Portraits geben den Besatzern ein bleibendes Gesicht.

Das Museum in Hachenburg ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet, auch an allen Osterfeiertagen.

Zahlreiche Filmszenen veranschaulichen das Geschehen. An einer Hörstation kann der interessierte Besucher dazu den Berichten lauschen, die der Schullehrer über die Ereignisse im Dorf Niederelbert bei Montabaur festgehalten hat.

"Harley und Wein" in Ürzig: Ein Kulttreffen

Ürzig/Wittlich/Region. Es war ein Wochenende, das in Ürzig noch lange nachklingen wird: Bereits zum 26. Mal verwandelte sich das idyllische Moselufer in ein pulsierendes Zentrum für Liebhaber und Liebhaberinnen der Kultmarke Harley-Davidson. Schon am Samstagmorgen rollten die ersten Maschinen an, und bald reihten sich mehrere Hundert Motorräder entlang der Uferpromenade auf.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: strahlender Sonnenschein ließ den Chrom glänzen und brachte den satten Lack der Bikes zum Leuchten. Die Besucher flanierten zwischen den imposanten Maschinen, hielten inne, um an Trittbrettern, individuellen Airbrush-Lackierungen oder technisch aufgerüsteten Cockpits zu verweilen - einige Harleys verfügten sogar über eingebaute Radios und Lautsprecheranlagen, die sanft Rockklassiker über die Mosel trugen.

Buntes Treiben auf der Promenade

Entlang der Promenade herrschte eine Atmosphäre, die man sonst nur von großen Stadtfesten kennt: An zahlreichen Ständen wurden regionale Weine, deftige Speisen und süße Leckereien aber auch zahlreiche Harley-Davidson Fan-Artikel angeboten. Für viele Besucher gehörte ein Glas Moselriesling ebenso zum Erlebnis wie das Fachsimpeln über Motorleistung, Umbauten oder lange Touren.

Mehr als 30 sogenannte „Chapter“ - organisierte Harley-Fahrergruppen - aus ganz Deutschland waren angereist. Dazu gesellten sich Gäste aus England, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und weiteren Ländern der Benelux-Region. „Man kennt sich seit Jahren, und jedes Treffen fühlt sich ein bisschen wie ein Familientreffen an“, schwärmte ein Teilnehmer aus Aachen.

Der große Korso - Herzstück des Treffens

Am Samstag stand der unumstrittene Höhepunkt bevor: der große Korso. Hunderte Motorräder setzten sich mit sonorem Grollen in Bewegung, zogen von Ürzig aus durch Zeltingen, Bernkastel-Kues und Wittlich. Entlang der gesamten Strecke hatten sich Menschen versammelt - Familien mit Kindern, ältere Anwohner, Urlauber, Fotografen.

Als der Korso Wittlich erreichte, empfing Bürgermeister Joachim Rodenkirch die Biker persönlich. In seiner kurzen, aber herzlichen Ansprache betonte er: „Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, solche Veranstaltungen zu bewahren. Sie bringen Freude, Gemeinschaft und ein Stück Normalität.“ Rodenkirch stellte klar, dass er sich jedes Jahr darauf freue, die Ausfahrt in Wittlich begrüßen zu dürfen.

Ehrenamt als Fundament

Auch der Bürgermeister von Ürzig, der seit Jahren zu den treibenden Kräften des Events zählt, war beim Korso und auf der Promenade präsent. Er unterstrich, welch große Bedeutung „Harley und Wein“ für die Ortsgemeinde habe: „Dieses Event ist zu hundert Prozent ehrenamtlich organisiert. Ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre das undenkbar. Da stecken unzählige Stunden Arbeit drin, und das Engagement verdient höchsten Respekt.“

Tatsächlich ist die Organisation ein komplexes Unterfangen: Genehmigungen, Straßensperrungen, Sicherheitsdienste, Gastronomie, Bühnenprogramm und natürlich die Koordination mit den zahlreichen Chapters - all das wird von einem eingespielten Team und vielen Unterstützern gestemmt.

Von der Weinprobe zum Kulttreffen

Die Anfänge von „Harley und Wein“ reichen ins Jahr 1999 zurück. Damals entstand die Idee bei einer Weinprobe in Ürzig, als sich Vertreter des Frankfurter „Mainhattan Chapter“ und der damalige Ortsbürgermeister Arno Simon spontan einig wurden: Die Mischung aus Harley-Davidson-Kult und Moselwein könnte eine einzigartige Veranstaltung hervorbringen. Gemeinsam mit Eberhard Nauheim, dem damaligen Präsidenten des Chapters, wurde die erste Auflage organisiert - klein, familiär, aber schon mit großem Herzblut. Seitdem hat sich das Treffen zu einem Magneten entwickelt, der jedes Jahr Hunderte Maschinen und Besucher anzieht.

Mehr als nur ein Bikertreffen

Was „Harley und Wein“ von anderen Motorradevents unterscheidet, ist die Mischung aus spektakulärer Technik, landschaftlicher Schönheit und gelebter Gemeinschaft. Zwischen den donnernden Motoren und dem leisen Plätschern der Mosel entsteht eine besondere Atmosphäre - gesellig, offen und zugleich familiär. Für viele Teilnehmer ist es nicht nur ein Event, sondern eine Art Wiedersehen mit Freunden aus ganz Europa.

So endete auch die 26. Auflage mit viel Applaus, zufriedenen Gesichtern und dem Versprechen: Im nächsten Jahr gibt es ein Wiedersehen.

Jahr für Jahr kürt das Branchenmagazin „World of Bike“ den „Motorradhändler des Jahres“. Aus den Besten der Besten, nämlich allen „Händlern des Jahres“ der letzten Dekade wurde nun in Kooperation mit dem Automobil- und Motorrad-Zulieferer NGK der „Händler des Jahrzehnts“ gewählt.

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