Viele Harley Davidson Fahrer ziehen ein Luftfahrwerk in Betracht, um den Fahrkomfort und die Optik ihrer Maschine zu verbessern. Doch lohnt sich der Umbau wirklich? Verschlechtern sich die Fahreigenschaften, und wie steht es um die Anfälligkeit solcher Systeme?
Funktionsweise von Luftfahrwerken
Ein Luftfahrwerk ermöglicht es, die Fahrzeughöhe und die Härte der Federung individuell anzupassen. Dies geschieht über einen Kompressor, der Luft in die Dämpfer pumpt oder ablässt. Dadurch kann das Motorrad tiefergelegt oder für eine komfortablere Fahrt höher eingestellt werden.
Einstellmöglichkeiten und Komponenten
Bei Luftfahrwerken gibt es verschiedene Einstellmöglichkeiten. Einige Systeme erlauben es, den Druck manuell anzupassen, während andere über elektronische Steuerungen verfügen. Zu den wichtigsten Komponenten gehören:
- Kompressor: Erzeugt den nötigen Luftdruck.
- Luftleitungen: Verbinden den Kompressor mit den Dämpfern.
- Dämpfer: Ersetzen die herkömmlichen Federbeine.
- Steuerung: Ermöglicht die Anpassung des Luftdrucks.
Umbau auf Luftfahrwerk: Was ist zu beachten?
Beim Umbau auf ein Luftfahrwerk gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
- Saubere Verlegung der Leitungen: Die Luftleitungen müssen absolut sauber und korrekt verlegt werden, um Leckagen und Ausfälle zu vermeiden.
- Qualität der Komponenten: Es empfiehlt sich, auf hochwertige Systeme wie Tricky Airride oder Legend Air zurückzugreifen.
- Erfahrungswerte: Viele Fahrer nutzen das Airride System anfangs häufig, stellen es dann aber auf eine bevorzugte Einstellung ein und belassen es dabei.
Fahreigenschaften mit Luftfahrwerk
Die Fahreigenschaften können durch ein Luftfahrwerk sowohl verbessert als auch verschlechtert werden. Eine korrekte Einstellung ist entscheidend:
- Komfort: Bei niedrigerem Luftdruck wird die Fahrt komfortabler, da das Fahrwerk stärker einfedert.
- Härte: Bei höherem Luftdruck wird das Fahrwerk härter, was sich positiv auf die Straßenlage auswirken kann.
- Tieferlegung: Durch Absenken des Luftdrucks kann das Motorrad tiefergelegt werden, was die Optik verbessert, aber die Bodenfreiheit einschränken kann.
Anfälligkeit und Wartung
Ein häufiges Problem bei Luftfahrwerken ist Druckverlust. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Undichte Leitungen: Beschädigte oder schlecht verlegte Leitungen können zu Druckverlust führen.
- Defekte Dichtungen: Auch Dichtungen an den Dämpfern oder am Kompressor können undicht werden.
Es ist nicht normal, wenn ein Airride System über Nacht Druck verliert. In solchen Fällen sollten die Leitungen und Dichtungen überprüft werden.
Fournales Dämpfer als Alternative
Eine interessante Alternative zu herkömmlichen Luftfahrwerken sind die einstellbaren Fournales Dämpfer. Diese Dämpfer lassen sich in Höhe und Härte per Luftdruck im eingebauten Zustand einstellen. Dabei ist jedoch zu beachten:
- Kein Kompressor: Für die Fournales Dämpfer sollte kein Kompressor verwendet werden, da das Kammervolumen zu klein ist.
- Spezielle Pumpe: Am besten verwendet man die original Fournalespumpe oder eine Fahrradpumpe, die bis zu 30 bar Druck erzeugen kann.
- Ersatzteile: Ersatzteile wie Dichtringe sind erhältlich, und bei Reparaturfragen kann man sich an erfahrene Nutzer wenden.
Kompressorlösungen für Fournales Dämpfer
Obwohl Fournales ursprünglich von der Verwendung eines Kompressors abriet, gibt es mittlerweile auch Kompressorlösungen für diese Dämpfer. W&W bietet beispielsweise einen Kompressor von Fournales an, der die Einstellung erleichtert.
Druckeinstellung und Fahrverhalten
Der optimale Druck im Luftfahrwerk hängt vom Fahrzeuggewicht und dem Gewicht des Fahrers ab. Es ist nicht möglich, den Druck beliebig zu verändern, da das Fahrwerk einen bestimmten Druck benötigt, um das Gewicht zu tragen. Der tiefste Punkt des Fahrwerks wird über den Federwegsbegrenzer eingestellt. Viele Fahrer wählen eine Einstellung, bei der das Heck nur knapp über dem Reifen liegt, um eine optimale Optik zu erzielen.
Erfahrungen mit verschiedenen Drücken
Einige Fahrer berichten von unterschiedlichem Fahrverhalten bei gleichem Druck. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. die Temperatur der Luft oder die Beschaffenheit der Straße. Es empfiehlt sich, verschiedene Drücke auszuprobieren, um die optimale Einstellung für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Luftfederung bei Touring Modellen
Bestimmte Touring Modelle verfügen über luftgefederte Fahrwerke vorne und hinten. Der Druck sollte regelmäßig geprüft werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die empfohlenen Drücke für verschiedene Modelle:
| Modell | Druck (bar) |
|---|---|
| Modelle bis 2001 | 0,4 - 1,0 (vorne), 0,7 - 2,0 (hinten) |
| Street Glide (bis 2008) | 0,7 - 2,4 (hinten) |
| Modelle ab 2009 | 0,7 - 2,7 (hinten) |
Es ist wichtig zu beachten, dass Modelle ab 2009 erheblich mehr Druck benötigen.
Alternative: Luftunterstützte Dämpfer der E-Glide/Roadking
Einige Fahrer haben gute Erfahrungen mit dem Einbau der luftunterstützten Dämpfer der E-Glide/Roadking in ihre Street Glide gemacht. Diese Dämpfer bieten einen besseren Komfort als die kürzeren Premium Ride Dämpfer, da sie bereits unter Last des Motorrades und Fahrers einfedern.
Reparatur von undichten Federbeinen
Undichte Federbeine können oft repariert werden. Die luftunterstützten Federbeine der Tourer wurden bis 1987 in der 1200er Honda Goldwing verbaut. Honda bietet im Werkstatthandbuch Informationen zum Austausch der Öldichtung und zur Neubefüllung der Federbeine mit Öl.
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