Harley Davidson Ölwechsel Anleitung

Eine der ersten Wartungsarbeiten, die man am Bike selber machen kann, ist der Ölwechsel. Auch wenn es kleinere Änderungen an der Sportster über die Jahre gab, ist die Vorgehensweise für das Ölwechseln gleich geblieben. Achte stets darauf, dass dein Arbeitsplatz sauber ist und du genug Platz hast, um sicher arbeiten zu können.

Vorbereitung und Werkzeuge

Zuallererst empfehle ich Dir ein Werkstatthandbuch für Dein Modell. Wie hilfreich das ist, weißt Du, wenn Du es nicht hast. So ein Buch gehört zum Service, vor allem wenn man ihn selber macht. Wichtig ist, dass du beim Schrauben an einer Harley wirklich auf die Drehmomente aufpasst, die in den Handbüchern auch drinstehen.

Ich gehe dabei soweit, dass ich mir vor dem Schrauben immer eine Liste mit den Momenten der einzelnen Schrauben, die ich da brauche mache. Der Satz nach fest kommt ab ist bei Harleys nicht nur absolut wörtlich zu nehmen, sondern trifft wegen den lächerlich niedrigen Drehmomenten, die da zum Teil benötigt werden, sehr oft schon weit vor dem handwarmen anziehen einer Schraube zu.

Als Handbuch ist das, was du da hast ungeeignet, da du keine Dyna hast.

Benötigte Materialien:

  • Neues Motoröl (20W-50, mineralisch oder synthetisch)
  • Neuer Ölfilter (z.B. K&N KN-170 oder KN-171)
  • Ölauffangwanne
  • Ölfilterwerkzeug
  • Schraubenschlüssel
  • Drehmomentschlüssel
  • Bremsenreiniger
  • Lappen oder Papiertücher

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung: Den Einfüllverschlussstopfen/Ölmessstab vom Öltank entfernen. Der Öltank entleert sich bei entferntem Einfüllverschlussstopfen/ Ölmessstab schneller.

  2. Öl ablassen: Stelle die Ölauffangwanne wieder unter das Ölablassrohr. Diesmal wird mehr Öl aufgefangen werden. Die Schneckengewindeschelle (2) lösen und den Ablassstopfen vom Ende des Ablassschlauchs abziehen. Lasse das ganze Öl ablaufen. Das gesamte Motoröl aus dem Öltank ablassen. Das Kurbelgehäuse muss nicht entleert werden.

    Wenn das Öl nur noch heraustropft, dann stecke das Rohr wieder auf den Stutzen.

    Auch das Ablassen des Öls klappt Einwandfrei bei einer auf dem Seitenständer stehenden Maschine, weil der Ölablass immer Links ist.

    Es wird über den Schlauch ja das Öl aus dem Öltank abgelassen !

    Für die Puristen gibts das auch noch als Ölfilteraufsatz mit der Möglichkeit, auch die allerletzten Altölreste aus dem Motor zu spülen. Es handelt sich um das sogenannten Scavenger Total Oil Change System.

  3. Ölfilter entfernen: Entferne den Ölfilter. Drehe den Ölfilter gegen den Uhrzeigersinn, um ihn von der Filterhalterung abzunehmen. Dazu kann ein spezielles Ölfilterwerkzeug nötig sein.

    Das Öl aus dem Ölfilter in die Ablasswanne ablaufen lassen. Den Ölfilter entsorgen. Das Entnehmen des Ölfilters kann eine ziemliche Sauerei verursachen.

    Für Sportster, Touring und Dynas gibt es ein spezielles Kunststoffteil von Harley (63794-10), welches unter den Ölfilter geschoben wird und das heraussabbernde Öl in die darunterliegende Wanne leitet. Gerade für die Modelle mit Ölkühler ist es besonders gut geeignet.

    Und aus Erfahrung, die ich beim ersten Ölwechsel direkt sammeln konnte, kauf dir ne große Dose bremsenreiniger dazu, damit du den Siff vom Filterwechsel wieder vom Mopped bekommst. Klingt alles gut, wie man verhindern kann, dass das Öl übers Mopped läuft, aber in dem Moment, wo der Filter abgeht, unterscheidet sich die Praxis schlagartig von der Theorie.

    Wenn du keinen speziellen Ölauffänger hast, wird das Öl den Rahmen herunter und an einige andere Teile des Motorrads laufen.

  4. Reinigung: Verschüttetes Öl von Kurbelgehäuse, Regler und Rahmen wischen. Reinige die Schraube mit einem alten Lappen oder einem Papiertuch.

  5. Neuen Ölfilter vorbereiten: Etwa 100 mL frisches, sauberes Motoröl in den neuen Ölfilter gießen.

    Die Filterdichtungskontaktfläche der Ölfilterbefestigung mit einem sauberen Tuch abwischen.

  6. Neuen Ölfilter einbauen: Öffne eine Dose mit einem Liter Öl. Drehe den neuen Ölfilter vorsichtig im Uhrzeigersinn ein.

    Den Filter im Uhrzeigersinn auf den Adapter drehen, bis die Dichtung die Filterbefestigungsfläche berührt. Anschließend um eine weitere 1/2- bis 3/4-Umdrehung von Hand anziehen um den Ölfilter zu sichern. Überdrehe ihn dabei nicht. NICHT mit einem Schraubenschlüssel anknorzen. Dann kann die Dichtung undicht werden.

  7. Ölstand prüfen: 3,4L Öl (20W-50) in den Öltank füllen. Ab BJ 2007 (Einspritzer) nur noch 2L Öl. Das sind aber nur Richtwerte.

    Am besten, man beginnt erst mit der halben Ölmenge, startet den Motor, lässt ihn kurz laufen und füllt dann entsprechend der Peilmarkierung auf dem Ölstab nach. Nicht ganz bis zum oberen Rand auffüllen, sondern nur bis 3/4.

    Prüfe den Ölstand mit dem Öldeckel/Messstab. (Stelle das Motorrad gerade, wenn du es vorher auf den Seitenständer abgestellt hast). Der Ölstand muss sich zwischen den beiden Markierungen auf dem Messerand befinden.

  8. Abschlussarbeiten: Den Einfüllverschlussstopfen/Ölmessstab in den Öltank einsetzen. Sicherstellen, dass die Kappe richtig sitzt.

    Es ist sinnvoll, den Motor zu starten und einige Minuten laufen zu lassen.

    Überprüfe die Ölwanne und den Ölfilter auf Undichtigkeiten.

Zusätzliche Hinweise

  • Ölsorten: Es kann mineralisches oder synthetisches 20W-50 Öl (Motorradöl) verwendet werden. Mit gutem Erfolg wird auch das Megol Racer 10W-60 VS in Sportys eingesetzt.
  • Drehmomente: Ziehe alle Schrauben händisch leicht an, danach benutze einen Drehmomentschlüssel mit 9,49 - 16,28 Nm.
  • Primäröl: Bei mir passen meistens nicht mehr als 850 ml rein, wenn der untere Rand der Tellerfeder im Öl steht. Auf Letzteres achte ich und steht auch so im HD-Werkstatthandbuch. Angegebene Füllmengen (hier 1 Quart, 946 ml) gelten immer nur für trockene Gehäuse.
  • Kupplung: 20w50 einfüllen, und sich dann wieder wundern warum die Kupplung nicht richtig trennt oder der erste Gang immer so klong macht oder ich nicht den Leerlauf finde etc. Es gibt da schon Unterschiede. Merkt man beim Schalten teilweise deutlich.

Empfohlene Ölfilter

Alternativ, da mehr Filterfläche: Der K&N Filter KN-170 oder KN-171.

Füllmengen für Sportster Modelle

Bei den Sportys bis 2007 braucht man 3,3 Liter, von da ab nur noch 2 Liter (manchmal aber auch bis 2,6 Liter) Motoröl.

Getriebeölwechsel

Werde zudem auch, obwohl eigentlich noch nicht anstehend Getriebeöl mit Castrol 75W 140 ersetzen.

Sollte aber dann bei jedem Motorölwechsel auch das Getriebeöl mitwechseln, oder ich verwende weiterhin das doppelt so teure Primäröl und spare mir dadurch jeden 2. Getriebeölwechsel. Komisch aber ich habe das Gefühl das läuft irgendwie auf das selbe raus.

Die Evolution Sportster haben Nasskupplungen und Primärantriebe. Der Hersteller empfiehlt 20w50 Öl. Achte darauf, dass das Öl, das du verwendest, für Nasskupplungen zugelassen ist. Viele Fahrzeugöle sind nicht dafür zugelassen, also empfehlen wir Öl zu kaufen, auf dem explizit draufsteht, dass es für den Gebrauch in Motorradgetrieben geeignet ist.

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