Harley-Davidson Night Rod Special: Alles über Geschwindigkeit, Technik und Modellgeschichte

Die Harley-Davidson Night Rod Special (Modellcode VRSCDX) wurde von 2007 bis einschließlich 2017 produziert. Sie ist eine eigenständige Variante innerhalb der V-Rod-Baureihe, die Harley-Davidson in Kooperation mit Porsche Engineering entwickelt hat. Die Night Rod Special zeichnet sich durch eine betont gestreckte Silhouette, ein durchgängig schwarzes Finish und sportliche Designelemente aus. Technisch basiert sie auf dem flüssigkeitsgekühlten Revolution-V2-Motor mit 60° Zylinderwinkel und DOHC-Ventilsteuerung.

Modellhistorie der Harley-Davidson Night Rod Special (2007-2017)

Baujahr 2007 - Markteinführung der VRSCDX

Im Modelljahr 2007 wurde die Night Rod Special als neue Variante der V-Rod-Familie eingeführt. Sie übernahm den 1.247 cm³ großen Revolution-Motor, der in Zusammenarbeit mit Porsche entwickelt wurde. Charakteristisch sind der breite 240-mm-Hinterreifen, die vorverlegten Fußrasten, ein flacher Drag-Style-Lenker und die gestreckte Sitzbank. Das Fahrzeug ist vollständig in Schwarz gehalten, inklusive Motor, Rahmen und Auspuffanlage. Der Kraftstofftank befindet sich unter dem Sitz, der Tankdeckel ist unter der klappbaren Sitzbank verborgen.

Baujahr 2008-2011 - Einführung von ABS und Detailpflege

Ab Modelljahr 2008 war ein Antiblockiersystem (ABS) optional erhältlich, nicht serienmäßig. Erst ab 2014 wurde ABS bei der Night Rod Special serienmäßig verbaut. In den Jahren 2008 bis 2011 erfolgten kleinere optische Anpassungen, darunter neue Farbvarianten und Dekore. Die technische Basis blieb unverändert. Der Tankinhalt beträgt 18,9 Liter. Die Reichweite liegt laut US-EPA-Verbrauchsdaten bei rund 200-220 km, abhängig von Fahrweise und Bedingungen. Die Auspuffanlage blieb zweifach geführt auf der rechten Seite. Ab Werk waren Michelin Scorcher 11-Reifen montiert.

Baujahr 2012 - Überarbeitung der Vorderradgabel

Im Modelljahr 2012 erhielt die Night Rod Special eine neue 43-mm-Upside-down-Gabel von Showa, die das Fahrverhalten verbesserte. Auch die Sitzbank wurde überarbeitet, um den Komfort für Fahrer und Beifahrer zu erhöhen. Die Soziustauglichkeit blieb jedoch eingeschränkt, da die hintere Sitzfläche schmal und die Fußrasten hoch positioniert sind. Die Instrumenteneinheit blieb analog mit integriertem LC-Display für Tageskilometer, Uhrzeit und Tankanzeige.

Baujahr 2013-2017 - Letzte Modelljahre ohne technische Änderungen

Ab 2013 blieb die Night Rod Special technisch weitgehend unverändert. Es wurden regelmäßig neue Farbvarianten und Grafiken eingeführt. Ab Modelljahr 2014 war ABS serienmäßig. Die letzte offizielle Modellpflege erfolgte 2017. Danach wurde die Produktion der Night Rod Special eingestellt. Mit ihr endete auch die gesamte V-Rod-Baureihe. Die Night Rod Special erfüllte bis zuletzt die geltenden US-Emissionsvorgaben, war jedoch nicht nach Euro 4 homologiert und wurde daher in Europa 2018 nicht mehr angeboten.

Technische Daten und Vergleich

Der Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX mit ihrem Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.247 Kubik steht die Indian Scout Bobber 1131 mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 1.133 Kubik gegenüber. Das maximale Drehmoment der Night Rod Special VRSCDX von 111 Newtonmeter bei 7.250 Touren bietet etwas mehr Schub als die 98 Nm Drehmoment bei 5.900 Umdrehungen bei der Scout Bobber 1131. Bei der Night Rod Special VRSCDX federt vorne eine Telegabel konventionell. Die Scout Bobber 1131 setzt vorne auf eine Telegabel konventionell mit 41 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet ein Stereo-Federbeine.

Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Harley-Davidson vorne eine Doppelscheibe Vierkolben-Zange und hinten eine Scheibe Vierkolben-Zange. Die Indian vertraut vorne auf eine Einzelscheibe mit 298 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe mit 298 mm Durchmesser und Einkolben-Zange verbaut. Bei der Bereifung setzt Night Rod Special VRSCDX auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 19 vorne und 240 / 40 - 18 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Scout Bobber 1131 Reifen in den Größen 130/90-16 vorne und 150/80-16 hinten. Der Radstand der Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX misst 1.702 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 675 Millimeter. Die Indian Scout Bobber 1131 ist von Radachse zu Radachse 1.575 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 662 Millimeter. In den Tank der Night Rod Special VRSCDX passen 18,9 Liter Sprit. Bei der Scout Bobber 1131 sind es 12,5 Liter Tankvolumen.

Der aktuelle Durchschnittspreis der Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 14.015 Euro und ist damit preislich ähnlich wie der Preis der Indian Scout Bobber 1131 mit 14.356 Euro im Durchschnitt. Von der Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX gibt es aktuell 18 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Indian Scout Bobber 1131 sind derzeit 7 Modelle verfügbar. Für die Harley-Davidson gibt es aktuell 22 Suchanfragen am 1000PS Marktplatz, Indian wurde derzeit 88 Mal pro Monat gesucht.

Vergleich: Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX vs. Indian Scout Bobber 1131

Merkmal Harley-Davidson Night Rod Special VRSCDX Indian Scout Bobber 1131
Motor 1.247 cm³ mit Einspritzung 1.133 cm³ 4-Takt V 2-Zylinder
Max. Drehmoment 111 Nm bei 7.250 U/min 98 Nm bei 5.900 U/min
Tankvolumen 18,9 Liter 12,5 Liter
Sitzhöhe 675 mm 662 mm
Radstand 1.702 mm 1.575 mm
Vorderrad 120 / 70 - 19 130/90-16
Hinterrad 240 / 40 - 18 150/80-16

Gebrauchtberatung: Worauf Sie achten sollten

Absolut standfeste Mechanik, etwas pflegeintensiveres Drumherum - so lässt sich die Langzeitqualität der V-Rod-Modelle zusammenfassen. Besonders die beiden ersten Baujahre mit ihrem hohen Anteil nur bedingt geschützter Alu-Oberflächen benötigen eine sehr sensibel pflegende Hand. Nicht umsonst kommunizierte Harley-Davidson für diese Schätzchen gesonderte Pflegetipps. Ein Blick auf die Scheibenräder verrät meist sofort, wie genau es der Vorbesitzer damit genommen hat.

Wenn dem so sein sollte, lässt sich leichter über den Preis verhandeln. Viel besser: Metzeler ME 88. Die beliebtesten V-Rod-Umbauten: bis 2007 ein 240er-Hinterrad inklusive Heckumbau (rechtfertigt keinen Mehrpreis - im Gegenteil); Mini-Blinker (meist Kellermann); Auspuff (Slip-on von Remus oder Sebring, bringt rund 500 Euro Aufpreis; Kess-Tech bis zu 1000 Euro); Lenker (besonders bei der Night Rod Special). Selbstgänger bei solchen Umbauten: Papiere prüfen; das gilt natürlich auch fürs original Serviceheft.

Die Beliebtheits-Hitparade ist eindeutig: Als Gebrauchtmaschine am gefragtesten ist ganz klar die Night Rod Special, gleichauf mit der V-Rod Muscle, von der aber erst wenige auf dem Markt sind. Unverbastelte (wichtig!) Originale der beiden ersten Modelljahre rangieren direkt dahinter. Der cleane Alulook hat diese Modelle mittlerweile zu gefragten Sammlerstücken reifen lassen. Die V-Rod-Zwischenphase (2004 bis 2006) wird bestenfalls gleich teuer, meist aber sogar etwas günstiger gehandelt.

Seit 2007 rollt die V-Rod ab Werk auf einem 240er-Hinterrad, was für die potenzielle Kundschaft ziemlich wichtig ist und die V-Rod gebraucht deutlich beliebter (und natürlich entsprechend teurer) macht. Das ab 2008 optionale ABS wird bei Gebrauchten mit 500 bis 1000 Euro Aufpreis honoriert. Die Street Rod und auch die Standardausführung der Night Rod rangieren in der Beliebtheitsskala am unteren Ende und lassen sich meist nur über den Preis verkaufen - der für Gebrauchtverhältnisse aber immer noch recht amtlich ausfällt.

Fahrverhalten und Geschwindigkeit

Die Night Rod Special richtet sich nicht an Fahranfänger. Sie erfordert aufgrund ihres hohen Gewichts, der kraftvollen Leistungsentfaltung und der gestreckten Sitzposition Erfahrung im Umgang mit schweren Motorrädern. Wer den Gashahn spannt und den Motor nicht nur in der unteren Hälfte des Drehzahlbandes betreibt, der kann das zweite wilde Ich der V-Rod erleben. Jenseits der 5000er-Marke spannt sie wie ein Tier jede Faser ihrer Muskeln, schießt katapultartig voran.

Subjektiv gewinnt man den Eindruck, als stürme die neue noch schneller voran als die alte V-Rod. Der Motor wirkt agiler, durchzugsstärker, kräftiger. Bei jeder Drehzahl, in jedem Gang. In Wahrheit aber beschleunigen beide nahezu gleich schnell. Dass die Beschleunigungs-Partie remis ausgeht, mag an den 25 Kilogramm Mehrgewicht liegen, die die Neue gegenüber dem 2006er-Modell zu schleppen hat; einige Kilo davon entfallen auf das neue, optionale ABS für 990 Euro Aufpreis.

Die Höchstgeschwindigkeit der Night Rod Special liegt etwa bei 200-220 km/h. Bei konstanten hohen Geschwindigkeiten drückt der Fahrtwind gegen den Körper, weshalb ein guter Helm empfehlenswert ist.

Technische Daten Harley-Davidson V-Rod (2008)

  • Motor: Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-60-Grad-V-Motor
  • Hubraum: 1247 cm³
  • Nennleistung: 92,0 kW (125 PS) bei 8250/min
  • Max. Drehmoment: 115 Nm bei 7000/min
  • Radstand: 1715 mm
  • Tankinhalt: 18,9 Liter
  • Gewicht vollgetankt: 310 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

Fragen und Antworten zur Harley-Davidson Night Rod Special

  • Ist die Harley-Davidson Night Rod Special für Anfänger geeignet? Nein, sie erfordert Erfahrung.
  • Hat die Night Rod Special ABS? Ab 2008 optional, ab 2014 serienmäßig.
  • Harley-Davidson Night Rod Special Tankinhalt und Reichweite? 18,9 Liter, ca. 200-220 km.
  • Kann man mit der Night Rod Special zu zweit fahren? Ja, aber der Soziusplatz ist eingeschränkt komfortabel.
  • Darf man mit der Night Rod Special nach Tirol fahren? Das Standgeräusch liegt je nach Baujahr bei über 95 dB(A), was unter das Tiroler Fahrverbot fällt.

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