Die Geschichte von Harley Davidson in der Pfalz ist eng mit dem Namen Volker Schloss verbunden. In den frühen 1980er Jahren, als die westdeutsche Regierung begann, Sicherheitsbestimmungen für Motorradfahrer durchzusetzen, interessierte sich Volker Schloss, geboren in Landau und Kfz-Mechaniker mit Schwerpunkt Kraftrad, wenig dafür. Er fuhr Harley und begeisterte sich für Dragracing, das er und seine Freunde privat organisierten.
Volkers Zeit bei der Bundeswehr, wo er in der Instandhaltung arbeitete, brachte ihn in Kontakt mit US-Soldaten, was ihn zusätzlich inspirierte. Anfang der 1980er Jahre kaufte er sich seine erste Harley und wurde schnell zu "dem Mann" in der Vorderpfalz, an den sich junge Motorradfahrer wandten, wenn ihre Maschinen Probleme machten.
Volker, der oft mit Motorrad und Zelt unterwegs war, wurde eines Morgens wegen seiner zerzausten Haare aufgezogen und erhielt den Spitznamen "Zassel". Er suchte nach Gleichgesinnten und fand sie in Huttenheim, Baden-Württemberg, wo sich eine wachsende Szene in der "Bier Pinte" traf. Dort standen neben Hondas und Kawasakis auch gechoppte Triumphs und umgebaute Harleys.
Hubs, der in Linkenheim bei Karlsruhe einen der ersten süddeutschen Chopperläden betrieb, wurde auf Zassel aufmerksam. Der Laden war ein Anlaufpunkt für Harley- und Chopperfans aus der ganzen Region. Hubs wollte nach Portugal auswandern und bot Zassel an, seinen Choppershop nebst Werkstatt zu übernehmen. Zu dieser Zeit reparierte und gestaltete Zassel bereits in seiner Freizeit Motorräder von Freunden in der Garage seines Elternhauses. Obwohl er kurzzeitig sogar Triumph-Vertreter war, standen immer häufiger Fahrer von US-Twins vor seiner Tür.
Zassel nahm das Angebot an und gründete die Schloss Motorrad GmbH. Werkstatt und Shop befanden sich in der Lieferantenzufahrt eines Supermarktes, schwer zu finden und ohne klare Wegweiser. Trotzdem machte er weiter, parallel zu Hubs, dessen Umsiedlung nach Portugal sich immer wieder verzögerte. Zassels Ruf als verlässlicher Monteur und Geschäftspartner festigte sich. Seine Kundschaft kam von überall her, auch aus dem Elsass und der Pfalz, wo es bald den Anschein hatte, als wäre jedes dritte Motorrad eine Harley.
Nach gut drei Jahren zog es Zassel zurück in seine südpfälzische Heimatgemeinde. Dort hatte er nach dem Um- und Ausbau der elterlichen Scheune ausreichend Platz für Werkstatt und Shop. Sogar der Airbrush-Künstler Manfred »Manne« Gelmar fand dort seinen Platz. Zur Eröffnungsparty standen Kundenbikes aufgereiht vor dem Anwesen. Zassels jährlich stattfindende Werkstatt- und Glühweinpartys wurden legendär. Hauptsächlich entstanden jetzt Umbauten aus Harleys. Für die Sportster gab es Rahmenumbauten mit choppertypisch tieferer Sitzhöhe. Für die Triumph-Fraktion besorgte Zassel englische Starrrahmen von John Reed.
Er musste sich dem Diktat Harley-Davidsons beugen, wie viele seiner Zeitgenossen, die keine offiziellen Vertretungen betrieben. Neben zeitgenössischen Harley-Umbauten schraubte Zassel einen Dragster mit 2,2-Liter-Harman-V-Twin-Motor für die Dragraces in Godramstein zusammen, die er zusammen mit Ducati Weiss und Achim Ertel organisierte. In der »BIKERS live!« (dem Vorgänger der CUSTOMBIKE) wurde über die »Pälzer Power Partys« berichtet. Sein Fokus lag jetzt ganz auf US-V-Twins. Dafür bot er jetzt Komplettumbauten mit TÜV, Motor- und Getriebeüberholung mit Garantie, Chopperumbauten, TÜV-Abnahmen, Verchromen, Sonderlackierungen und Zubehör aller großen Hersteller an.
Er nutzte die Möglichkeit, eigene TÜV-geprüfte Rahmen in Softail-Bauart für Harley-Motoren und V2-Motor-Derivate diverser Zubehörhersteller zu bauen und anzubieten. Im Gegensatz zu den Produkten der - noch wenigen - anderen Custom-Rahmenhersteller setzte Zassel’s Custom Bikes bei der Anfertigung der Rahmenbauteile komplett auf aktuellste CNC-Technik. Deutschlands Chopper- und Custombike-Kosmos befand sich nun im Wandel. Harleys wurden besser verfügbar, die Käuferschicht wurde älter und somit häufig auch finanzkräftiger. Wer sich noch mit Japanchoppern abgab, wechselte jetzt auf ein »Original« oder musste sich abwertende Bemerkungen gefallen lassen.
Mit der »Custom Performance« wurde erstmals in Sinsheim eine Custommesse abgehalten, im Folgejahr nach Mannheim verlegt und fand schließlich in den Messehallen in Bad Salzuflen einen dauerhaften Standort. Zweimal Blues Brothers, dann war es passiert. Er schwamm jetzt ganz vorn mit, bot neben den Rahmen komplette anschraubfähige Kotflügel für diverse Modelle aus eigener Fertigung, war auf allen angesagten Händlertagen und Custom-Shows mit eigenem Stand vertreten.
Die Dealershows der großen Kataloganbieter, speziell deren Aftershowpartys, brachten ihn auch als Musiker häufig auf die Bühne. Für Zassel kein Problem, obwohl solche Chopper zu der Zeit in der Szene weniger gefragt sind. Tagesgeschäft der 1990er Jahre sind zunehmend Breitreifenumbauten. Speziell dafür entstanden in eigener Regie alle möglichen Teile aus Alu und Stahl. Für die immer breiter werdenden Hinterreifen bot Zassel alles an: vom Versatzritzel bis zur speziellen Schwinge.
Allerdings zeigte sich irgendwann, dass sich die Vielfalt der Kundenwünsche durch die mittlerweile stark angewachsene Auswahl an TÜV-geprüften Rahmen anderer Hersteller genauso gut und auch wesentlich flexibler verwirklichen ließ. Und als Volker merkte, dass das Gros der Biker sowieso eine Harley-Davidson will, ließ er den eigenen Rahmenbau ganz auslaufen. Dafür vergrößerte sich seine eigene Zubehör-Produktlinie. Die ZCB-Teile sind primär auf originale Harleys zugeschnitten. Sein Team passt sie den jeweils neuesten Modellen und Trends an.
2024 kann »Zassel’s Custom Bikes« vierzigjähriges Bestehen feiern. Als Stammmannschaft zeigen sich seine langjährigen Mitarbeiter Sepp, Hans Peter, Dirk (alias Otto) und Zirp, die in Steinweiler über die Jahre auch halfen, an die zwanzig Azubis auszubilden. Auch Zassels Sohn Stefan ist heute im Betrieb. Internet und Online-Handel ist ein Posten mit immer noch wachsendem Stellenwert. Telefonische Bestellungen nimmt der Boss meist persönlich entgegen.Neben der eigenen ZCB-Linie sind Ersatz- und Zubehörteile von Arlen Ness bis Zodiac erhältlich. Und immer wieder bringen Zassels USA-Reisen trotz Restriktionen in der Einfuhr gebrauchte Harleys in die Pfalz, die er mit gutem Gewissen seinen Kunden anbieten kann.
Die Veranstaltung bietet nicht nur die Möglichkeit, mal hinter die Kulissen zu schauen und dabei auf den Hebebühnen die neuesten Umbauten in diversen Stadien der Fertigstellung zu bewundern, Zassel räumt auch seinen Lackierern, Lederkünstlern, Sattlern und Klamottenhändlern Platz ein, um sich gebührend vorstellen zu können. Obwohl der Altersquerschnitt der Besucher weit über fünfzig Jahren liegt, haben körperliche Wehwehchen in den Gesprächen keine Dominanz. Hier drehen sich die Gespräche um alte Zeiten, um Harleys und um die anzufahrenden Ziele im Sommer. Es wird brechend voll, auch draußen im Hof und auf der Straße davor. Immer wieder kommen wir ins Gespräch mit Gästen.
Volker: Da es zu der Zeit mit der Ersatzteilbeschaffung noch nicht so gut lief und fast alle Oldtimer fuhren, wurde mehr Wert darauf gelegt, die Bikes am Laufen zu halten. Was nicht immer einfach war, da die Zuverlässigkeit mit den heutigen Modellen nicht zu vergleichen ist. Wie kamst du zur Musik. Ich habe mir zweimal »Blues Brothers« angeschaut und dann war es passiert. Natürlich auf beides. Da bin ich nicht festgelegt, da sich das mit der Zeit ständig ändert. Die Szene hat sich sehr positiv entwickelt und wächst ständig weiter. Ich finde es toll, dass viele der alten Kunden und Biker im Alter wieder auftauchen, nochmals einsteigen und sich ein Bike zulegen. Außerdem spüren wir deutlich, dass auch das Interesse jüngerer Leute zunimmt.
Eine Sportster war Zassels erste Harley-Davidson und er nutzte sie damals auch mal beim Dragracing Zassels Mannschaft fand man früh auf Messen wie auf einerCustom Car & Bikeshow in der Karlsruher Schwarzwaldhalle, veranstaltet von Tom’s Chromeshop. Auch Musiker und andere Künstler zählen zu Zassels Kundenstamm, er selbst spielte als Bassist bei der NOS-Band Auf seinem Chopper waren der Schlafsack und die Zahnbürste oftmals alles, was Zassel mit auf eine Party nahm Die Stammmannschaft im vorderpfälzischen Steinweiler meistert Reparatur, Fabrikation, Montage, Post- und Onlineversand Im Juni 2024 wird Zassel’s Custom Bikes die 40 Jahre seit Bestehen offiziell voll haben, Herzlichen Glückwunsch schon mal Zweimal Blues Brothers, dann war es passiert.
Mit einem bärigen Blubbern rollt das mächtige Bike auf das Gelände in Ruchheim. Das Firmenlogo auf dem längsgestreckten Gebäude zeigt, welche Firma der in schwarzem Leder gewandete Fahrer gerade aufsucht: Hier stehen die faszinierenden Kult-Maschinen - bei Harley-Davidson Rhein-Neckar.Fast ehrfurchtsvoll betritt man den Verkaufsraum bei einem der ältesten Harley-Händler der legendären amerikanischen Marke in Deutschland.
Da stehen sie in Reih und Glied, die bulligen Bikes. Verschiedenste Modelle: Sportster, Cruiser, Tourer. Die Farbe schwarz dominiert.
Einige Exemplare leiht er dem Sinsheimer Auto- und Technik-Museum für eine Sonderausstellung. Die Schau startet am Samstag, 19. März.So ganz in Worte fassen kann er es nicht, das Gefühl, das ihn überkommt, wenn er auf einer Harley sitzt. Er spricht von Freiheit und vom Sound - genauer beschreiben kann er es nicht. Klar ist, dass die Faszination groß sein muss: Thomas Gärtner ist Geschäftsführer von Harley Davidson und besitzt eine Sammlung seltener, historischer und seltener Modelle. Er bereitete die Maschinen den Transport vor.
Viele Harley Davidson Enthusiasten fahren jedes Jahr in der Weihnachtszeit in ihrem Nikolauskostüm durch die Südpfalz und erfreuen viele Kinder und Erwachsene. Sie sammeln auf ihrer ca. 100 km langen Tour Spenden für das Kinderhospiz „Sterntaler“. Auf ihrer Tour besuchen sie Kinderheime, Schulen, Kindergärten und Seniorenheime. Dort verteilen sie kleine Geschenke und Süßigkeiten und begeistern die Menschen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten sie leider nicht so viele Menschen aus der Nähe treffen. Ihnen ist es aber trotzdem wichtig, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten.
Sie fahren in Zweiergruppen durch die Orte und halten dabei nicht an. Sie sammeln auf ihrer ca. 100km langen Tour von Rohrbach bis nach Speyer Spenden für das Kinderhospiz „Sterntaler“. Auf ihrer Tour besuchen sie Kinderheime, Schulen, Kindergärten und Seniorenheime.
Dort verteilen sie kleine Geschenke und Süßigkeiten und begeistern die Menschen. Dieses Jahr können sie aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht so viele Menschen aus der Nähe treffen. Ihnen ist es aber trotzdem wichtig, weihnachtliche Stimmung zu verbreiten. Sie fahren in Zweiergruppen durch die Orte und halten dabei nicht an.
Die Kinder hatten ein Begrüßungslied einstudiert und freuten sich, als sie die Motorräder um die Ecke auf den Schulhof einbiegen sahen. Obernikolaus Patrick Kuntz, die ganze, gut gelaunte Truppe und die Kinder versammelten sich zu einem Erinnerungsbild. Absolutes Highlight des Besuchs war für die Kinder, die Möglichkeit auf den schweren Maschinen sitzen zu können und die Motoren aufheulen zu lassen. „Wie schwer ist das Motorrad?
Initiator Patrick Kuntz freut sich wieder über die gelungene Tour und die Zuschauer, die am Straßenrand das bunte Bild genossen. Wer nicht zu den Sammel-Standorten kommen konnte, kann seine Spende überweisen (Kinderhospiz Sterntaler, Verwendungszweck „Harley“, Iban DE19 4306 0967 6026 3478 00). Der Hashtag der Aktion ist #hdSantas17.
Patrick hat sich 2014 seinen großen Traum erfüllt - er hat sich ein Harley Davidson Motorrad gekauft. Seitdem fährt er jedes Jahr in der Weihnachtszeit in seinem Nikolauskostüm durch die Südpfalz und erfreut viele Kinder und Erwachsene. „Die Menschen warten auf uns, machen Fotos, freuen sich und winken uns zu. Die Harley Davidson Enthusiasten wollen aber nicht nur Spaß haben und verbreiten, sie wollen auch Gutes tun. Dieses Jahr können sie aufgrund der Corona Pandemie leider nicht so viele Menschen aus der Nähe treffen.
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