Harley-Davidson Projekt: Aufgaben und Innovationen

Harley-Davidson hat sich in den letzten Jahren verstärkt Projekten zugewandt, die sowohl technologische Innovationen als auch ökologische Nachhaltigkeit in den Fokus rücken. Diese Projekte reichen von der Entwicklung von Elektromotorrädern bis hin zur Nutzung erneuerbarer Kraftstoffe.

Partnerschaft für erneuerbare Kraftstoffe

NORDOEL und Harley-Davidson Kiel gehen voran und starten eine wegweisende Partnerschaft zur Förderung erneuerbarer Kraftstoffe im Motorradsektor. Ab Juni 2024 wird Harley-Davidson Kiel als erster Original Equipment Manufacturer (OEM) Vertragshändler weltweit seine Neufahrzeuge mit dem NORDOEL Performance eFuels (95 Oktan) als Customer First Fill ausliefern.

Die Basis dieser Kooperation bildet das DeCarTrans-Projekt, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert wird. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Entwicklung von erneuerbaren Kraftstoffen zu fördern, um die CO₂-Emissionen im Verkehrssektor schnellstmöglich zu reduzieren.

Matthias Bartholl, CEO der LOTHER GRUPPE, zu der NORDOEL gehört, äußerte sich begeistert über die Partnerschaft: „Die Zusammenarbeit mit Harley-Davidson Kiel ist ein Meilenstein für NORDOEL und die gesamte Branche. Mit dem Einsatz unseres innovativen renewable Fuel und späteren eFuel als First Fill für Neufahrzeuge demonstrieren wir, dass Nachhaltigkeit und Leistung im Einklang stehen können.“

Marius Reese, CEO von Harley-Davidson Kiel, äußert sich entschlossen zu der bewussten Partnerschaft mit NORDOEL: „Wir haben es uns seit Jahren zur Aufgabe gemacht, grundsätzlich ganz eigene Wege zu gehen. So stellen wir uns natürlich auch der Verantwortung, uns nachhaltiger auszurichten. Die moderne Technologie des renewable Fuel und eFuels möchten wir aufgrund der ausgezeichneten Produkteigenschaften ganz bewusst nutzen. Die technischen Eigenschaften sind dabei praxiserprobt und das Produkt bietet weitreichende Vorteile für das Bike. Wir möchten damit die Mission unterstützen, CO₂-Emissionen und Umweltbelastungen intelligent zu reduzieren.“

Die Integration von einem renewable Fuel 95 Oktan mit einem nachweislichen renewable Anteil von 99% (nachgewiesen durch die C14 Methode) in das Tagesgeschäft von Harley-Davidson Kiel zeigt das Engagement beider Unternehmen für umweltfreundliche Technologien und nachhaltige Mobilität. Renewable Fuels und eFuels sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe, die aus erneuerbaren Quellen stammen und eine nahezu klimaneutrale Verbrennung ermöglichen.

Dirk Wullenweber, Bereichsleiter Marketing & Future Fuels, betonte: „Diese Partnerschaft unterstreicht unsere umfassende Carbon Management Strategie. Wir sind stolz darauf, mit Harley-Davidson Kiel einen so renommierten, überregionalen Partner an unserer Seite zu haben, der genauso entschlossen ist, die Zukunft des Verkehrssektors nachhaltig zu gestalten.“

Das Projekt DeCarTrans wird im Rahmen des Gesamtkonzepts Erneuerbare Kraftstoffe mit insgesamt 14,93 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

Elektromotorrad LiveWire

Harley-Davidson hat einen Prototypen mit Elektroantrieb entwickelt, die LiveWire. Auf einer groß angelegten Roadshow checken die Amerikaner seit Monaten weltweit die Reaktion der Motorradfahrer auf eine Elektro-Harley. Nach Amerika und Südostasien hat der Tross der "LiveWire Experience Tour" nun Europa erreicht, und die Resonanz nach über 7000 Testfahrten ist vielversprechend.

Harley und Elektro-Bikes - damit hätte wohl kaum einer gerechnet. Denn die Traditionsfirma aus Milwaukee steht mit ihrem markanten V2-Motoren wie kein anderer Hersteller für die traditionelle Art des Motorradfahrens, und technologische Innovationen war bisher beileibe kein Markenzeichen von Harley-Davidson.

Harley-Davidson LiveWire im Detail

Leises Surren statt heftigem V2-Bollern: Harley-Davidson führt derzeit weltweit sein erstes Motorrad mit Elektroantrieb vor. Für das LiveWire-Projekt rekrutierte Harley-Davidson ein Spezialistenteam, das die Aufgabe anders als bislang üblich anging: Anstatt das Zweirad um Batterie und Motor herum zu entwickeln, ging es Harley darum, den Elektroantrieb unter größtmöglicher Wahrung traditioneller Motorrad-Merkmale zu integrieren. Gleichzeitig kümmerte sich das Design-Team um eine Modernisierung der klassischen Harley-Optik, schließlich soll man die Innovation ja auch sehen.

Heraus gekommen ist ein Roadster, un-gewohnt modern und richtig sportlich mit einem knappen Solositz. LED-Scheinwerfer und in die Spiegel integrierte LED-Blinker schaffen zusätzliches modernes Flair, als Anzeigeinstrument fungiert ein farbiges TFT-Display. Erstmals verwendet Harley einen gut sichtbaren Leichtmetall-Gussrahmen, der die zentrale Motor-Batterien-Einheit umgibt. Diese ist optisch geschickt ins Ensemble integriert und tritt durch verschiedene Farben und ein Alu-Motorgehäuse nicht so dominant auf wie bei anderen Elektro-Zweirädern.

Harley verwendet einen Dreiphasen-Induktionsmotor mit Ölkühlung, der tief unten im Rahmen unterhalb der Lithium-Ionen-Batterie sitzt und von einem flüssigkeitsgekühlten Hochleistungs-Motorcontroller gesteuert wird. Die Einheit ist für 74 PS bei 8500 Touren und ein Drehmoment von 70 Newtonmeter gut, mit denen die LiveWire in vier Sekunden von null auf hundert beschleunigen und mehr als 160 Kilometer pro Stunde schnell sein soll.

Interessanterweise wurden die etwa dreißig LiveWire-Prototypen mit heimischen Bauteilen und nicht von asiatischen Spezialisten von Hand aufgebaut - alle Komponenten des E-Antriebs inklusive der Batterie sollen aus der Gegend von Milwaukee kommen. Für eine schmale Taille ist der Motor längs eingebaut, daher muss seine Kraft über ein Kegelradgetriebe umgelenkt werden, damit der Zahnriemen das Hinterrad antreiben kann.

Entsprechend "normal" sitzt es sich auf der Elektro-Harley: Der niedrige, schmale Einzelsitz nimmt den Fahrer in einer sportlichen Haltung auf und platziert ihn recht nah der breiten und tiefen Lenker. Mit angenehmen Kniewinkeln wirkt die LiveWire wie ein Mittelklasse-Naked-Bike, ist aber mit 210 kg deutlich schwerer.

Das TFT-Display leuchtet auf, hier lässt sich per Touchscreen der Fahrmodus - Power oder Economy - wählen. Da die LiveWire ohne Kupplung oder Getriebe auskommt, bringt jeder Dreh am Gasgriff eine unmittelbare Kraftentfaltung - das funktioniert wie eine Automatik, nur viel dynamischer.

Das Fehlen von Motorengeräusch und Vibrationen und vor allem die nahtlose Tempozunahme ohne Gangwechsel machen das LiveWire-Fahren zu einem beeindruckenden Erlebnis. Völlig lautlos ist die Elektro-Harley aber nicht: Die Umlenkung des Kegelradgetriebes und der Zahnriemen lassen die LiveWire deutlich vernehmbar surren. Das Schließen des Gasgriffs bewirkt ein abruptes Abbremsen, deutlich stärker als bei herkömmlichen Motorrädern. Die Motorbremse wirkt so stark, da sie als Energierückgewinnung zur Speisung der Batterie genutzt wird. Voll geladen soll die Reichweite übrigens bei 48 (Power) beziehungsweise 96 Kilometern (Economy) liegen.

Insgesamt machen die LiveWire-Modelle nicht den Eindruck von Vorserienfahrzeugen, vielmehr sehen und wirken sie bis ins Detail schon sehr fertig - hinreichend agil und stabil, und auch beim Bremsen ausreichend effektiv.

Den US-Amerikanern ist es tatsächlich gelungen, einen Elektroantrieb zu integrieren, ohne zu viel Motorrad opfern zu müssen.

Soundscape-Forschung

Die Aufmerksamkeit des Motorradfahrers für den Klang seiner Maschine und die öffentliche Zurschaustellung dieses Klangs macht das Motorrad und die Motorrad-Szene zu einem interessanten Studienfeld für die Soundscape-Forschung. Dies gilt ganz besonders für die Welt der Harley Davidson. Die akustische Rückmeldung der Maschine ist für den Harley-Fahrer technisch wie ästhetisch bedeutsam.

Der ganz im technischen Detail verhaftete Diskurs über das Motorrad und seine Leistung wird dort, wo es darum geht, den Klang der Maschine zu beschreiben, ergänzt durch eine Sprache, die in Klangmetaphern den »Charakter« und »Spirit« der Maschine zu fassen sucht. Die Arbeit an einem Motorrad in der Harley Davidson-Werkstatt ist deshalb auch Klangarbeit, »Orchestrierung« der Maschine. Die Arbeit am Motorenklang findet statt in einem Raum, der Werkhalle, die ihrerseits durch die Geräuschhaftigkeit der Arbeit zum Klang- und Resonanzraum wird.

Unter Einsatz von Audio-Rekordern und Erfassungsbögen wurden festgehalten: die Werkstatt als Resonanzraum, der Klang der Harley selbst und (in Interviews) die Einstellungen derjenigen, die die Maschinen fahren.

Es wurden verschiedene Möglichkeiten der Ästhetisierung von Klanglandschaftlichem vorgestellt, d.h. Möglichkeiten der elektroakustischen Weiterverarbeitung der zuvor dokumentierten Harley Davidson-Sounds.

Folgende zwei Fragen waren dabei gemeinsam an Beispielen zu klären: Wie lassen sich Sounds zu Musik ästhetisieren (Musikästhetiken betreffend)? Und: Wie sehen die einzelnen digitalen Klangbearbeitungsverfahren diesbezüglich aus (Klangsynthese-Techniken wie »Spectral Modeling«, »Table Synthesis« etc.)?

Weiter wurden individuell für jede von Projektteilnehmern/innen entwickelte Idee künstlerische Konzepte entworfen, die im Laufe des Projektsemesters umzusetzen waren. Ausgehend von der Arbeit mit Audio-Sequenzer-Software (z. B. »Cubase«) wurden Einführungen in Klangsynthese-Software wie »Csound« sowie interaktiv nutzbare (live-Elektronik) Software wie »Max/Msp« bzw.

Im Umfeld des Harley Davidson-Projekts wurde als ein Höhepunkt des Projektsemesters Dieter Schnebels Komposition »HD.

Weitere Projekte und Aufgaben

Neben den genannten Projekten gibt es eine Vielzahl weiterer Aufgaben im Harley-Davidson-Umfeld:

  • Custombike Projekte
  • Restaurierungsprojekte
  • Entwicklung von Zubehör und Bekleidung
  • Reisen und Testfahrten zur Produktentwicklung

Diese vielfältigen Aufgaben tragen dazu bei, dass Harley-Davidson weiterhin eine bedeutende Rolle in der Motorradwelt spielt.

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