Seit der Gründung von Harley-Davidson im Jahr 1903 kann die Marke auf eine lange Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken. Die Geschichte von Harley-Davidson enthält alle Elemente einer klassischen amerikanischen Legende: Pioniergeist und Tatkraft, Innovation und das Gespür für die richtige Idee zur richtigen Zeit. Das Ergebnis: Aus einer Bretterbuden-Werkstatt im Milwaukee des Jahres 1903 machten William Harley und die Davidson-Brüder die größte Kultmarke der Motorrad-Industrie.
Die frühen Jahre im Rennsport
Harley-Davidsons Geschichte ist von Anfang an untrennbar mit dem Motorsport verbunden. Ebenso glorreich schlägt sich ab 1914 die so genannte »Wrecking Crew«, das erste Harley-Werksteam rund um Renningenieur William Ottaway. Dessen Piloten haben die Wahl zwischen starken 1000-cm3-Vierventil-V2 180 km/h schnell, aber anfällig oder konventionellen wechselgesteuerten Motoren. Die Crew lässt Indian, Thor und Excelsior hinter sich.
Ein Einzylinder der Silent Grey Fellow ist es auch, mit dem Walter Davidson 1908 das Langstreckenrennen von New York gewinnt. Was für eine Historie!
Regionale Erfolge auf dem Kontinent kann Harley indes schon in den dreißiger und vierziger Jahren verzeichnen. So unterschreibt der Aachener Feinkosthändler Paul Weyres 1930 in Milwaukee einen Werksvertrag und erringt vor dem Krieg in rund 400 Rennen über 100 Siege. Zur gleichen Zeit steigt Joe Petrali in den USA zum Superstar auf und räumt mit den V-Twins in praktisch allen Disziplinen ab: Hillclimbing, Speedway, Dirttrack, US-TT-Races.
Die Ära der Flatheads und KRs
Ähnlich wie rund vierzig Jahre zuvor, als die AMA Harley per Reglement einen klaren Wettbewerbsvorteil verschafft: Die Flathead-Seitenventiler dürfen aus 750 cm3 Hubraum schöpfen, während sich moderne ohv-Konstruktionen, vorwiegend aus England, mit 500 cm3 begnügen müssen. Ab 1941 brüllt Harleys WR-Reihe der Konkurrenz um die Ohren, ab 1952 übernehmen die KRs diese Aufgabe. Eine vorgeschriebene Kleinserie von 200 Stück sorgt gemeinsam mit der überschaubaren Technik für eine weite Verbreitung.
Erfolge in Europa und die Aermacchi-Ära
In Europa feiert Harley in den sechziger Jahren erste große Sport-Erfolge und zwar mit 250er- und 350er-Einzylinder-Viertaktern vom italienischen Hersteller Aermacchi, der mittlerweile zum Konzern gehört. Zu Beginn der Siebziger folgen dann Zweizylinder-Zweitakter. Walter Villa holt mit den orange-schwarz lackierten Bikes zwischen 1974 und 1976 vier WM-Titel in der 250er- und 350er-Klasse.
Dirttrack-Heroen und die XR 750
In den siebziger Jahren schien die Sonne noch heller auf die Orange-Roten. Etwa auf die Dirttrack-Heroen Jay Springsteen und Scott Parker, die Kings der Drift-Arenen. Scott Parker avanciert mit 93 Siegen und neun »AMA Grand National Championship«-Titeln bis in die Achtziger zu Harleys erfolgreichstem Piloten. Powered by XR 750. Mit ihrem feinverrippten Zweiventil-V2 das All-American-Racebike schlechthin.
Das Triebwerk atmet von hinten durch die beiden Vergaser ein und nach vorn durch praktisch ungedämpfte Rohre wieder aus. Mindestens 90 PS wirken auf den Hinterreifen in der Dimension 4.00-19. Die Rechtsschaltung sowie die asymmetrische Fußrastenanordnung zeigen, dass es in den Driftovalen linksrum geht und der linke, stahlbeschuhte Fuß vor-wiegend zum Abstützen dient. Mehr oder weniger unbehelligt von Hightech-Attacken der Konkurrenz brettern diese archaisch anmutenden, gedopten Stoßstangen-Motoren auch heute über US-Tracks.
Der Versuch mit der VR 1000
Zum neunzigsten Harley-Geburtstag 1993 schaffen es die Amis zwar nicht, aber ein Jahr später ziehen sie das Tuch von ihrem Superbike namens VR 1000. Technischer Höhepunkt eines seit Beginn des Jahrhunderts währenden Sport-Engagements. Wassergekühlter 60-Grad-V2, dohc, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, 996 cm3.
Für das zulassungsfähige Homologationsmodell verspricht Harley indes 135 PS bei 10000/min. Auf dem MOTORRAD-Prüfstand produziert eine der orange-schwarzen Raritäten 116 PS. Doch die Rennerfolge blieben zunächst aus. Beim 200-Meilen-Rennen in Day-tona kämpft die Werkstruppe noch mit gebrochenen Pleueln und Schlüsselbeinen sowie mit einer gerissenen Steuerkette.
Aktuelle Rennaktivitäten
Um den europäischen Motorradrennsportfans das Harley Feeling nahezubringen, engagiert sich Harley-Davidson künftig beim MotoGP. In der Saison 2024 wird die Motor Company bei mehreren Rennen vertreten sein und den Besuchern die Möglichkeit bieten, etliche Maschinen von Amerikas traditionsreichstem Motorradhersteller zu erleben.
Harley-Davidson bei MotoGP Rennen 2024
- Motul TT Assen, TT Circuit Assen, Niederlande, 28. bis 30. Juni
- Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland, Sachsenring, Deutschland, 5. bis 7. Juli
- Monster Energy British Grand Prix, Silverstone Circuit, Großbritannien, 2. bis 4. August
- Motorrad Grand Prix von Österreich, Red Bull Ring - Spielberg, Österreich, 16. bis 18. August
Abenteuer sind ein essenzieller Bestandteil der Harley-Davidson DNA und damit auch einer mehr als 100-jährigen Rennsportgeschichte mit nationalen und internationalen Erfolgen - denn die Marke ist auch auf dem Racetrack zu Hause. So nimmt das amerikanische H-D Factory Race Team derzeit erfolgreich an der MotoAmerica King of the Baggers Rennserie in den Vereinigten Staaten teil und in Europa treten Performance Baggers und Hooligan Bikes erstmals bei deutschen Langstreckenrennen an.
Am 11. Mai beendeten die beiden deutschen Harley-Davidson Rennteams erfolgreich den zweiten Lauf zum Deutschen Langstrecken Cup (DLC), das 4-Stunden-Rennen am Nürburgring. Sie sind weltweit die Ersten, die auf Harley-Davidson Bikes und nicht auf Supersportlern an Langstreckenrennen teilnehmen, und sich dieser Herausforderung unter anderem mit H-D Revolution Max Motoren stellen.
Unter der Leitung von Teamchef André Jäger mischten die erfahrenen Piloten Thilo Günther und Andreas Schäfer (Team Performance Baggers) sowie Yves Grund und Christoph Lietsch (Team Hooligan Bikes) voller Enthusiasmus und Energie die Superbike-Klasse auf, in der Zwei- und Dreizylindermotoren mit mehr als 1.000 cm3 und mindestens 90 PS am Hinterrad erlaubt sind.
Die Rennmaschinen
Ihre Maschinen heißen „Lap Record“ und „Plan B“ - Projektbikes, die auf den Modellen Sportster S und Pan America 1250 basieren - sowie „Lil Baggy“ und „From Road to Race“, zwei auf der Road Glide ST basierende Race Bikes, die von Harley-Davidson Rhein-Neckar sowie von Harley-Davidson Düsseldorf und Dr. Jekill & Mr. Hyde für den Langstrecken-Rennzirkus fit gemacht wurden.
Die Marke Harley-Davidson blickt auf mehr als 100 Jahre Rennsportgeschichte zurück und hat diverse amerikanische und internationale Meisterschaften gewonnen. Am deutschen Nürburgring hat Harley-Davidson derweil unter den extremen Anforderungen eines Langstreckenrennens eindrucksvoll die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit seiner Maschinen unter Beweis gestellt.
Harley-Davidson Festivals
Wenn es um Motorrad-Festivals geht, führt kein Weg an Harley-Davidson vorbei. Die Kultmarke ist bekannt für ihre spektakulären Events, bei denen sich die Harley-Community aus der ganzen Welt trifft, um gemeinsam zu feiern und zu fahren. Egal ob in den USA oder Europa - Harleys und heiße Beats gehören auf jedem Festival zum festen Programm. Für viele Fans sind diese Festivals ein absolutes Muss, denn hier kann man die Magie von Harley-Davidson hautnah erleben.
Sturgis Motorcycle Rally
Das Sturgis Motorcycle Rally ist eine Legende unter den Motorrad-Festivals und ein Muss für jeden Harley-Liebhaber. Jedes Jahr im August strömen unzählige Biker aus der ganzen Welt in die kleine Stadt Sturgis in South Dakota, um gemeinsam zu feiern. Seit 1938 findet das Festival statt und hat sich seitdem zu einem der größten Motorrad-Events der Welt entwickelt.
European Bike Week am Faaker See
Die European Bike Week am Faaker See ist eines der größten Harley-Festivals in Europa und ein Muss für jeden Harley-Liebhaber. Hier trifft man Gleichgesinnte aus aller Welt, tauscht sich über ihre Bikes aus und genießt gemeinsam die heißen Beats der Live-Musik. Das Festival findet jedes Jahr im September statt und bietet eine Vielzahl von Aktivitäten wie geführte Touren durch die Alpen, Custom-Bike-Wettbewerbe, Händlermeilen und vieles mehr.
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