Harley Davidson Sportster 1200: Den Ölstand richtig prüfen

Das Motoröl ist ein wesentlicher Faktor für die Leistung und Lebensdauer des Motors deiner Harley-Davidson. Daher ist es wichtig, den Ölstand regelmäßig zu prüfen und das Öl bei Bedarf zu wechseln.

Den richtigen Füllstand messen

Motoröle sollten immer bei warmem Motor gemessen werden. Abgesehen von den Street- und V-Rod-Modellen werden alle Harley-Davidson-Modelle auf dem Seitenständer gemessen. Ein entsprechender Hinweis befindet sich auf dem jeweiligen Peilstab. V-Rod und Street-Modelle hingegen werden in aufrechter Position gemessen.

Überprüfe stets zusätzlich die Angaben in deiner Betriebsanleitung. Die Differenz zwischen minimaler und maximaler Füllmenge beträgt 0,9 Liter. Bitte fülle nicht bis zum Maximum auf und wechsle nicht beliebig die Schmiermittelmarken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Motor warmfahren: Lasse den Motor einige Minuten laufen, bis er warm ist.
  2. Positionieren: Stelle deine Harley-Davidson Sportster 1200 auf den Seitenständer (oder gerade, je nach Modell).
  3. Peilstab entfernen: Entferne den Öldeckel/Messstab. Bei einigen Modellen muss der Deckel zuerst gedreht, dann abgezogen werden.
  4. Ölstand prüfen: Wische den Peilstab sauber und stecke ihn wieder hinein, ohne ihn zu verschrauben. Ziehe ihn erneut heraus und lies den Ölstand ab.
  5. Füllstand korrigieren: Der Ölstand muss sich zwischen den beiden Markierungen auf dem Messerand befinden. Fülle bei Bedarf Öl nach.

Welches Öl gehört in Deine Harley-Davidson

Die empfohlene Viskosität lautet in folgender Reihenfolge: 20W50, 15W40, 10W40. Sportster-Modelle verfügen über einen gemeinsamen Tank für Getriebe- und Primäröl, während alle anderen Modelle separate Tanks für Getriebe- und Primäröl besitzen. Beachte, dass alle Angaben modell- und baujahrspezifisch sind. Wir übernehmen keine Gewähr für die oben genannten Informationen.

Das Motoröl und der Ölfilter sollten beim ersten Wartungsintervall nach 1000 Meilen gewechselt werden. Danach ist es empfehlenswert, das Motoröl und den Ölfilter bei jedem Wartungsintervall von 5000 Meilen zu wechseln, um die optimale Leistung und Lebensdauer des Motors zu gewährleisten.

Unter bestimmten Bedingungen kann ein häufigerer Ölwechsel erforderlich sein. Dazu gehören:

  • Intensive Nutzung: Wenn du dein Motorrad stark beanspruchst, beispielsweise durch sportliches Fahren oder lange Strecken bei hohen Geschwindigkeiten, erhöht sich die Belastung des Motors. In solchen Fällen kann ein häufigerer Ölwechsel notwendig sein, um den Motor optimal zu schützen.
  • Staubige Umgebungen: Wenn du oft in sehr staubigen oder schmutzigen Umgebungen fährst, kann sich Schmutz schneller im Motoröl ansammeln. Dies beeinträchtigt die Schmierfähigkeit und kann den Motor beschädigen. Daher ist es ratsam, das Motoröl und den Filter häufiger zu wechseln, um Verunreinigungen zu entfernen.
  • Kalte Witterungsbedingungen: Ständiges Fahren bei kalten Temperaturen kann die Viskosität des Motoröls beeinflussen und die Schmierung erschweren. Häufigere Ölwechsel helfen, den Motor unter diesen Bedingungen besser zu schützen.

Zusätzlich solltest du das Motoröl und den Ölfilter immer vor der Wintereinlagerung oder vor jeder längeren Standzeit wechseln. Dies stellt sicher, dass das Motoröl während dieser Ruhephase sauber und frei von Rückständen bleibt, die den Motor bei erneutem Gebrauch schädigen könnten.

Überwinterung

Bevor Du Deine Harley-Davidson in den Winterschlaf schickst, solltest Du nachfolgende Tipps umsetzen. Diese garantieren Deinem Motorrad eine ideale Lagerung ohne Schäden oder Probleme beim Start der nächsten Saison.

Öle und Flüssigkeiten

  • Tanke dein Fahrzeug vor dem Einlagern komplett voll! Dadurch verhinderst Du das sogenannte Tankatmen. Im Freien können Temperaturunterschiede von +/- 10C° das Ausdehnen und Zusammenziehen des Treibstoffes bewirken.
  • Es ist ratsam einen Ölwechsel vor der Einlagerung durchzuführen. Durch neues Öl und neue Ölfilter werden die Ablagerungen über die Wintermonate minimiert und verringern somit die Gefahr von Folgeschäden an Leitungen und Motor.
  • Durch das Ergänzen des Treibstoffes mit einem Ethanol-Kraftstoffstabilisator wird der Alterungsprozess des Treibstoffes verzögert. Dies verhindert Folgeschäden am Motor.
  • Sollte dein Fahrzeug einen Vergaser haben, diesen vor der Überwinterung komplett entleeren. Es empfiehlt sich den Benzinhahn zu schließen und dann den Motor noch so lange laufen zu lassen bis dieser auf Grund des Spritmangels aus geht.

Reifen und Luftdruck

  • Der Reifenluftdruck sollte vor der Einlagerung um ca. 0,5 bar erhöht werden, um Druckstellen am Reifen zu vermeiden. Alternativ kann Deine Harley-Davidson auf eine Hebevorrichtung gestellt werden, sodass die Reifen während der Wintermonate entlastet sind.

Batterie / Batterietender

  • Um die Batterie im Winterschlaf zu schonen, empfiehlt sich ein Batterieladegerät, welches während der Standzeit eine Nutzung durch Laden und Entladen der Batterie simuliert. Alternativ kann die Batterie abgeklemmt werden und direkt an ein Ladegerät angeschlossen werden.

Reinigung

  • Deine Harley sollte gründlich vom Schmutz befreit werden und es sollte eine Versiegelung mittels Politur erfolgen. Dies schützt Lack- und Chromoberflächen. Dadurch verhinderst Du Folgeschäden durch Korrosion oder Dreckeinlagerungen.

Lagerung

  • Im Idealfall steht Dein Bike in einem beheizten und trocknen Raum. Sollte dies nicht möglich sein, muss das Motorrad mit geeigneten Abdeckplanen abgedeckt werden. Wichtig ist, dass die Planen atmungsaktiv und im Außenbereich wasserundurchlässig sind.

Fahrzeugpflege und Aufbereitung

Eine regelmäßige Motorrad-Wäsche und Grundreinigung sorgt für einen Werterhalt und eine lange Freude an deiner Harley-Davidson.

Am besten mit der Hand waschen

Besonders sauber wird das Bike, wenn Du es per Hand wäschst. Dafür solltest Du zunächst den Dreck mit Wasser einweichen und dann einen Motorradreiniger aufsprühen. Beachte dabei auch versteckte Stellen und lasse den Reiniger einige Zeit arbeiten. An besonders verdreckten Stellen darf dieser besonders üppig aufgetragen werden. Nach der Einwirkzeit nimmst Du einen Schwamm zur Hand und schrubben das Motorrad gründlich ab.

Gib dabei nie zu viel Druck und wasche den Schwamm immer wieder in einem Eimer mit Wasser aus. Dadurch verhinderst Du, dass empfindliche Stellen durch kleine Schmutzpartikel zerkratzt werden. Anschließend wird das Bike mit klarem Wasser abgespült, bis kein Schaum mehr zu sehen ist. Achte auch dabei wieder auf die versteckten Stellen.

Motorrad reinigen mit dem Hochdruckreiniger

Das Motorrad mit einem Hochdruckreiniger zu säubern, ist eine Arbeit, bei der besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Halte immer einen Sicherheitsabstand ein, je nach Art des Strahls sollte dieser zwischen 0,5 und 2 Metern liegen. Dadurch verhinderst Du, dass sensible Teile durch den Hochdruckreiniger beschädigt werden oder Wasser in empfindlichen Bereiche eindringt. Lasse den Motorblock und andere sehr sensible Teile aus. Ansonsten kannst Du mit dem Hochdruckreiniger über das gesamte Motorrad hinweg entlang arbeiten und dadurch besonders hartnäckigen Schmutz gut entfernen.

Felgen reinigen

Gerade die hintere Felge ist bei einem Motorrad häufig stark verschmutzt. Nutze dafür einen Felgenreiniger, um auch hartnäckige Verkrustungen zu entfernen. Zudem können damit auch Stellen erreicht werden, die nur schwer zugänglich sind. Achte darauf, dass der Felgenreiniger frei von Säure ist, damit die Oberfläche der Felge nicht angegriffen wird. Manche Reiniger wechseln nach dem Auftragen ihre Farbe, daran erkennst Du, dass der Reinigungsvorgang beendet ist und der Reiniger wieder entfernt werden kann. Anschließend empfiehlt sich eine Felgenversiegelung, damit die Felge wieder gut geschützt ist.

Das Motorrad polieren

Das Motorrad zu polieren halten viele für eine unnötige Tätigkeit. Doch gerade dadurch erhalten alle Teile wieder einen schönen Glanz und das Motorrad sieht optisch hochwertig aus. Zudem schützt Du so dein Bike vor äußeren Einflüssen. Vor jeder Politur sollten alle Teile gründlich gesäubert werden, anschließend kann es losgehen:

Chrom-Teile

Gerade Chromteile sollten Sie regelmäßig polieren. Diese sehen sehr hochwertig aus, was optisch einiges hermacht. Zudem können durch die Politur kleine Kratzer entfernt werden und die Chromteile sind anschließend besser geschützt, da diese wieder versiegelt werden.

Auspuff

Auch der Auspuff ist ein sehr sensibles Teil und benötigt regelmäßige Pflege. Vor allem Rost kann diesem langfristig zu schaffen machen. Lasse den Auspuff vor einer Politur unbedingt abkühlen, anschließend kannst Du diese in kreisenden Bewegungen auftragen. Mit einem trockenen Mikrofasertuch wird der Auspuff anschließend schlierenfrei abgewischt.

Motorradlack versiegeln

Nach jeder Reinigung, inklusive Politur, solltest Du die Oberflächen zusätzlich versiegeln. Dazu verwende am besten Sprühwachs, dieser sorgt für einen schönen Glanz und hält die Lackoberflächen lange sauber.

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