Die Harley-Davidson Sportster 883 ist bekannt für ihren einzigartigen Charakter und ihren besonderen Charme. Sie ist sackschwer, etwas untermotorisiert und fahrwerksmäßig schnell überfordert. Und sie macht mächtig Spaß. Doch Vorsicht: Das Billig-Dope ist der Einstieg in so manche Drogenkarriere.
Die Geschichte der Harley Davidson Sportster 883
Der Name ist eigentlich ein Witz: Sportster! Engagiert bewegte Rollatoren haben gegen die kleinste und günstigste Harley echte Chancen. Der Verweis auf eine nun schon fast 60-jährige Karriere, an deren Beginn die für damalige Harley-Verhältnisse durchaus sportliche Kampfansage an leichte und schnelle Twins aus England stand, macht die Sache aus heutiger Sicht nicht besser.
Egal, die von ihren Fans liebevoll „Sporty“ genannte und seit jeher unter dem Typenkürzel XL gehandelte Harley Davidson Sportster 883 entzog sich immer schon allen klassischen Bewertungskriterien und machte - grob vereinfacht gesagt - in ihrem Leben drei wesentliche Phasen durch. Von 1957 bis 1985 war sie ein Fall für US-affine Liebhaber mit ausgeprägten Schrauberkenntnissen. Der Wechsel vom gusseisernen Shovel- zum komplett neuen, endlich vollgasfesten Evolution-Motor machte die Sporty ab Ende 1985 massentauglich und strafte alle Harley-Vorurteile (ölt, hält nicht…) Lügen.
Quantensprung für 2004er-Jahrgang
Mit dem Wechsel zum 2004er-Jahrgang stand dann der nächste und bislang letzte Quantensprung für die Harley Davidson Sportster 883 an - und um genau diese Generation geht es hier. Ein vormals etwas phlegmatischer und ab und an ziemlich nerviger Vibrator mauserte sich zum Spaßgerät, das praktisch nur noch good vibrations an die Besatzung weitergibt.
Geheimnis des Erfolgs: Der in den meisten seiner über 400 Teile kräftig überarbeitete Evo-Motor steckt seitdem nicht mehr starr, sondern über Silentblöcke und Schubstangen schwingungsentkoppelt im Rahmen. In einem komplett neuen und deutlich verwindungssteiferen Rahmen. Obendrauf gab’s bessere Federbeine und leistungsstärkere Bremsen. 30 Kilo Mehrgewicht? Geschenkt, nie zuvor fühlte sich eine Harley Davidson Sportster 883 besser an.
Sportster-Neupreise waren und sind politische Preise, um die Kundschaft anzufixen. Prima für potenzielle Gebrauchtkäufer, denn so gibt’s zum recht überschaubaren Tarif die erste Dosis Harley-Spirit. Und wer’s dann doch nicht mag, macht nicht viel Geld kaputt.
Marktsituation
Das Gebrauchtangebot ist gut, doch relativ junge Exemplare der beliebtesten Modelle (Iron, SuperLow) sind nicht sehr weit vom (relativ günstigen) Neupreis entfernt.
Preisübersicht
- ab 5000 Euro: Niedriges Preisniveau. Unter fünf Mille geht praktisch gar nichts, aber auch unter 6000 Euro wird es schwer, etwas richtig Gutes zu finden. Wer etwas länger sucht, stößt immerhin auf Standardmodelle mit Vergaser und relativ hoher Kilometerleistung oder auf „individuelle“ Umbauten.
- ab 6500 Euro: Mittleres Preisniveau. Wer zwischen 7000 und 8000 Euro ausgeben kann, hat die ganz große Auswahl, dafür sind auch schon die beliebten Iron- und SuperLow-Modelle zu bekommen. Die Kilometerleistung liegt meist knapp unter oder nur wenig über 10000 Kilometern.
- ab 8500 Euro: Hohes Preisniveau. In dieser Preislage sind ganz junge Gebrauchte mit wenig Kilometern, gut gemachte Umbauten und Vorführer zu finden. Wer unbedingt ABS möchte, muss ebenfalls in dieser Preisklasse suchen - und spart im Vergleich zur Neumaschine selten mehr als 1000 Euro.
Beispiel: Harley Davidson Sportster 883 für 8400 Euro.
Beispielanzeige: XL 883 Sportster 32 545 km, EZ 4/2004, HU neu, aus erster Hand, scheckheftgepflegt, flacher Lenker, Solositz, neue Kupplungsfedern, 5678 Euro (freier Harley-Händler, Niedersachsen)
Beispielanzeige: XL 883 R, 9600 km, EZ 10/2011, HU 2/2018, aus zweiter Hand, scheckheftgepflegt, technisch und optisch wie neu, 7500 Euro (Privatangebot aus Bayern)
Beispielanzeige: XL 883N Iron, 2895 km, EZ 7/2014, HU 7/2016, aus erster Hand, ABS, Scheibe Originalzustand, 8900 Euro (Indian-Vertragshändler und freier Harley-Händler aus Nordrhein-Westfalen)
Händler-Interview mit Matthias Meier
Matthias Meier (46), Geschäftsführer der Harley-Davidson-Vertragshändler in Frankfurt am Main, Hannover, Wiesbaden und Wetzlar, zum Thema Einsteiger-Sporty.
Die Sportster 883 ist ein Frauenmotorrad - stimmt das?
Nicht mehr. Mittlerweile sind 70 Prozent unserer 883er-Kundschaft Männer. Dafür verantwortlich ist vor allem die sehr erfolgreiche Iron. Und auch vor 2009 hatten wir mit der XL 883 R, in gewisser Weise das Iron-Vorgängermodell, durchaus ein „Männermotorrad“ im Sportster-Angebot. Ansonsten galt bis dahin aber schon, dass recht viele Frauen zur Sportster griffen. Gern auch Ehefrauen von langjährigen Harley-Fahrern.
Wie sieht die Altersstruktur der Käufer aus?
Deutlich jünger als unsere übrigen Harley-Kunden, also durchaus schon ab Mitte 20 und damit mindestens zehn, 15 Jahre jünger als der „typische“ Harley-Käufer.
Welche Gebraucht-883er sind am beliebtesten, welche weniger?
Da liegt die Iron ganz klar und mit weitem Abstand vorn, es folgt die Custom - und dann kommt auch schon die SuperLow. Die 883 R ist ebenfalls noch recht beliebt. Am unteren Ende stehen dann die ältere Low und die Standard.
Wie lange behalten 883-Käufer ihre Maschine und warum verkaufen sie sie wieder?
Mit der 883 testen viele das Thema Harley an, sind darauf sicher geworden, stellen aber meist nach der zweiten Saison fest, dass das jetzt noch etwas flotter gehen könnte. Dann fahren sie die 1200er oder, besonders etwas größer Gewachsene, auch mal eine Street Bob oder sogar Softail Probe - und dann sagen sie sich: „Das brauch ich jetzt!“ Einige bleiben aber auch bei der handlicheren Sportster, nur eben als 1200er, in letzter Zeit auch gern in Form der tourenmäßig ausgestatteten 1200 T. Iron-Besitzer behalten ihre Maschine, weil sie die Optik toll finden, rüsten aber auf 1200 Kubik auf.
Lohnt sich die Umrüstung überhaupt?
Das rechnet sich durchaus. Eine 883er-Iron kostet momentan neu rund 2200 Euro weniger als eine 1200er-Forty-Eight. Wer beim Vertragshändler mit 1200er-Kit, Arbeitszeit, Eintragung und allem drum und dran aufrüsten lässt, zahlt weniger - je nach Stundenverrechnungssatz des Händlers um die 2000 Euro oder sogar darunter. Wer also mit seiner 883 prinzipiell sehr zufrieden ist und nur mehr Leistung möchte, sollte sie nicht verkaufen, sondern aufrüsten. Außerdem ist die 883 etwas kürzer übersetzt als die 1200er und geht daher mit 1200er-Kit im Zweifelsfall sogar noch etwas besser.
Modellpflege
- 2004: Erstes Modelljahr (Verkauf ab Herbst 2003) der stark modellgepflegten Sportster, u. a. neuer Rahmen, neue Bremsen, komplett überarbeiteter Motor, Lagerung in Silentblöcken. Zwei Modelle: Standard (XL 883) und Custom 53 (XL 53C); ab 7890 Euro; Neuzulassungen in D: 649.
- 2005: Vier Modelle: XL 883, XL 883C ersetzt Custom 53, neu: 883 Roadster (XL 883R) und 883 Low (XL 883L); ab 7990 Euro; Neuzulassungen in D: 634.
- 2006: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7490 Euro; Neuzul. in D: 612.
- 2007: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; Neuzulassungen in D: 425. Wichtigste technische Änderung: elektronische Kraftstoffeinspritzung.
- 2008: Vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; Neuzul. in D: 386.
- 2009: Anfangs vier Modelle: XL 883, XL 883C, XL 883R, XL 883L; ab 7790 Euro; im Laufe des Jahres zusätzlich präsentiert: Iron 883 (XL 883N, 7990 Euro); Neuzulassungen in D: 768.
- 2010: Vier Modelle: XL 883C, XL 883R, XL 883L, XL 883N, das Standardmodell XL 883 entfällt; ab 7790 Euro; Neuzul. in D: 844.
- 2011: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, die SuperLow ersetzt die Low (Modellkürzel weiterhin XL 883L), die Custom entfällt; ab 8120 Euro; Neuzulassungen in D: 772.
- 2012: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8120 Euro; Neuzul. in D: 976.
- 2013: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8875 Euro (Angabe ab jetzt inkl. Nebenkosten); Neuzulassungen in D: 1030.
- 2014: Drei Modelle: XL 883R, XL 883N, XL 883L; ab 8955 Euro; Neuzulassungen in D: 1187. Wichtigste technische Änderung: ABS serienmäßig (bei Iron optional, + 500 Euro).
- 2015: Drei Modelle: XL 883R (letztes Modelljahr), XL 883N (jetzt ebenfalls serienmäßig mit ABS), XL 883L; ab 9615 Euro; Neuzulassungen in D: 875.
Technische Daten Sportster 883-Iron (Modelljahr 2009)
Die Harley-Davidson Sportster 883-Iron, Modelljahr 2009, ist das Sinnbild des Dark-Custom-Styles von Harley-Davidson. Der Maßstab für rauen, reduzierten, geschwärzten Look. Jetzt mit frischen neuen Grafiken.
- Gefräste 9-Speichen-Räder: 9-Speichen-Räder, schwarz wie die Nacht, aber akzentuiert durch die gefrästen Kanten der Speichen.
- Luftgekühlter 883ccm Evolution Motor: Authentischer Harley-Davidson Style durch und durch. Der gummigelagerte 883ccm Evolution Motor hält mit seiner Zuverlässigkeit und Laufruhe für Tausende von Kilometern stand.
- Lenker im Dragster Style: Der flache, schwarze Lenker im Dragster Style ist auf dem Drag Strip geboren, wurden von den Oldschool Schraubern wiederentdeckt und verhilft dem Fahrer zu einer vorgebeugten, aggressiven Sitzposition.
- Geschwärzter Look: Dieses Bike ist das Aushängeschild der Anti-Chrom-Bewegung. Schwarzer, pulverbeschichteter 883ccm Motor mit schwarzen Rocker Boxen. Mit dem klassischen runden Luftfilterdeckel in Schwarz.
Während der Twin Cam 88-Motor in vielen verschiedenen Modellen verbaut wird, ist der Evolution 883/1200 nur in einer einzigen Modellreihe eingesetzt: der Sportster. Bohrung x Hub sind beim 883 7,62 cm x 9.6825 cm und beim 1200 8.8849 cm x 9.6825 cm.
Ohne Zweifel ist der Evolution 883/1200 ein unverfälschter Motor, der von seiner Kraftentfaltung kein Geheimnis macht. Wer vermutet, das Twin Cam-Aggregat sei, allein schon wegen des größeren Hubraums, im Serienzustand auch der Motor mit dem besten Sound, irrt gewaltig. Tatsächlich kann man den kleinen Sportstern bereits einen überraschend guten Klang entlocken, der die aktuellen Big Twins neidisch werden lässt.
Sportster und damit Evolution fahren heißt, urwüchsiges zu schätzen. Der Motor kommt ohne Ausgleichwellen direktaufgehängt daher. Dabei wird gerade beim 883 der hohe Drehzahlbereich oft bemüht werden müssen - zwar hat der Motor lediglich 15 PS weniger, als der stärkste Twin Cam, dafür fehlen ihm aber auch satt 40 Nm. Und obwohl rund 70 kg weniger als beispielsweiser bei einer Dyna Super Glide zu bewegen sind, wirkt der Zweizylinder angestrengt.
Der Motor werkelt im Grunde schon seit 1986, anfangs mit 46, dann mit 49 und zwischenzeitlich mit 53 PS (1200: bis zu 61 PS). Zwar erfuhr er immer wieder Verbesserungen, aber manche Grundkonzepte kann (und will?) man einfach nicht durch wenige Handgriffe modernisieren. Bis 2002 gab es ihn lediglich als silber-polierte Variante. Erkennungsmerkmal ist vor allem der rechteckige Luftfilterkasten mit abgerundeten Ecken. Dabei gilt: steht keine Hubraumbezeichnung (oder „883“) auf dem Deckel, ist es ein 883er. Steht „1200“ darauf, handelt es sich um den größeren Bruder, den Evolution 1200.
Zum Modelljahr 2004 wurde der Evolution-Motor „from the scratch“ überarbeitet.
Evolution, 1202 cm³, 45 kW (61 PS) bei ? U/min, bis zu 96 Nm bei ?
Modellhistorie der Harley-Davidson XLH Sportster 883 Evolution (1986-2003)
Die Harley-Davidson XLH Sportster 883 Evolution wird ab dem Modelljahr 1986 produziert und bleibt bis einschließlich 2003 im Programm. Sie ist das erste Sportster-Modell mit dem Evolution-V2-Motor, der den bisherigen Ironhead-Motor ersetzt. Die XLH 883 ist als Einstiegsmodell innerhalb der Sportster-Baureihe positioniert und wird über die Jahre technisch in mehreren Punkten weiterentwickelt.
- Baujahr 1986 - Einführung des Evolution-Motors: 1986 ersetzt Harley-Davidson den Ironhead-Motor durch den luftgekühlten Evolution-V2 mit 883 cm³. Der neue Motor verfügt über Aluminium-Zylinder und -Zylinderköpfe, was die Wärmeableitung verbessert. Die XLH 883 ist mit einem Keihin-Vergaser und kontaktloser Zündung ausgestattet. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 4-Gang-Getriebe und einen Kettenantrieb. Der Rahmen basiert auf dem Vorgängermodell, wird jedoch an den neuen Motor angepasst.
- Baujahr 1991 - Einführung des 5-Gang-Getriebes: Ab Modelljahr 1991 erhält die XLH Sportster 883 ein 5-Gang-Getriebe. Diese Änderung verbessert die Drehzahlauslegung bei höheren Geschwindigkeiten. Die Kupplung wird überarbeitet, um das höhere Drehmoment besser zu übertragen. Weitere technische Änderungen erfolgen in diesem Jahr nicht.
- Baujahr 1993 - Elektrischer Anlasser serienmäßig: Ab 1993 ist der elektrische Anlasser serienmäßig verbaut. Der zuvor optionale Kickstarter entfällt vollständig. Die Elektrik wird entsprechend angepasst, inklusive Batterie und Ladesystem. Die Sitzbank wird überarbeitet, bleibt aber weiterhin als Einzelsitz mit optionalem Soziussitz erhältlich.
- Baujahr 1994-1999 - Detailpflege: Zwischen 1994 und 1999 erfolgen keine grundlegenden technischen Änderungen. Die XLH 883 bleibt in ihrer mechanischen Basis weitgehend unverändert. Es gibt kleinere Anpassungen an der Verkabelung und der Elektrik. Die Instrumentierung besteht weiterhin aus einem analogen Tacho. Die Sitzposition ist aufrecht mit mittig montierten Fußrasten. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, sofern Soziussitz und Fußrasten montiert sind.
- Baujahr 2000 - Überarbeitete Zündung und Bremse: Im Modelljahr 2000 erhält die XLH Sportster 883 eine neue Zündanlage mit integrierter Zündspule. Die Vorderradbremse wird überarbeitet und mit einem neuen Bremssattel ausgestattet. Die Felgen bestehen weiterhin aus Gussaluminium. Serienmäßig sind Dunlop K591-Reifen montiert, wie in den offiziellen Parts Catalogs dokumentiert.
- Baujahr 2003 - Letztes Produktionsjahr der XLH 883: 2003 ist das letzte Modelljahr der XLH Sportster 883 mit starr im Rahmen verschraubtem Motor. Ab 2004 wird die Sportster-Baureihe grundlegend überarbeitet, inklusive neuem Rahmen mit Gummilagerung. Die 2003er XLH 883 bleibt technisch nahezu identisch zum Vorjahr. Die Herstellergarantie beträgt 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung, wie in den offiziellen Garantiebedingungen von Harley-Davidson USA dokumentiert.
Technische Daten nach Baujahr
Baujahr 1986-2003 - Evolution-Motor mit Vergaser
Die Harley-Davidson XL 883 Sportster wird ab 1986 mit dem luftgekühlten Evolution-V2-Motor produziert. Der Motor ist in dieser Phase mit einem Vergaser ausgestattet. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Getriebe und einen Zahnriemen. Der Motor ist starr im Stahlrohrrahmen verschraubt. Die Modelle verfügen über eine konventionelle Telegabel und eine aufrechte Sitzposition mit mittig montierten Fußrasten. Ein Soziussitz ist serienmäßig vorhanden.
Baujahr 2004-2006 - Neue Rahmenplattform mit Gummilagern
Ab Modelljahr 2004 erhält die XL 883 Sportster eine neue Rahmenplattform mit gummigelagertem Motor („Rubber Mount“), um Vibrationen zu reduzieren. Die Sitzhöhe wird leicht abgesenkt. Die Instrumentierung bleibt analog, ein LC-Display ist nicht vorhanden. Die Kraftstoffversorgung erfolgt weiterhin über einen Vergaser.
Baujahr 2007-2013 - Einführung der elektronischen Einspritzung
Ab 2007 ersetzt Harley-Davidson den Vergaser durch eine elektronische Kraftstoffeinspritzung (ESPFI). Diese Umstellung verbessert das Startverhalten und die Einhaltung von Emissionsvorgaben. Die übrige Technik bleibt weitgehend unverändert. Die Modelle behalten die Rubber-Mount-Rahmenplattform und die analoge Instrumentierung mit integriertem LC-Display für Kilometer- und Tageskilometerzähler.
Baujahr 2014-2020 - Detailpflege und optionale Sicherheitsfeatures
Ab 2014 wird die XL 883 Sportster mit überarbeiteter Bremsanlage angeboten. ABS ist ab diesem Modelljahr optional erhältlich. Die Abgasanlage wird angepasst, um strengere Emissionsvorgaben zu erfüllen. Ab Werk sind Michelin Scorcher 31 Reifen montiert. Die Sitzbank wird überarbeitet, bleibt aber weiterhin für zwei Personen ausgelegt. Die Reichweite liegt laut offiziellen Angaben bei rund 250 km, basierend auf einem 12,5-Liter-Tank. Die Werksgarantie beträgt zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung.
Die Produktion der XL 883 Sportster endet in Europa mit dem Modelljahr 2020. Grund ist die Nichtanpassung an die Euro-5-Norm. In den USA bleibt das Modell bis 2021 im Programm.
FAQ zur Harley-Davidson XL 883 Sportster
- Ist die Harley-Davidson XL 883 Sportster für Anfänger geeignet? Die XL 883 Sportster bietet eine moderate Sitzhöhe und ein gut kontrollierbares Leistungsniveau. Sie ist für Einsteiger mit grundlegender Fahrerfahrung geeignet, jedoch kein Leichtkraftrad.
- Hat die XL 883 Sportster ABS? ABS ist ab Modelljahr 2014 optional erhältlich. Frühere Baujahre verfügen nicht über ein Antiblockiersystem.
- XL 883 Sportster vs. XL 1200 Sportster - Unterschiede? Die XL 1200 Sportster bietet mehr Drehmoment und Leistung. Unterschiede bestehen auch in der Fahrwerksabstimmung und teilweise in der Ausstattung.
- Harley-Davidson XL 883 Sportster Tankinhalt und Reichweite? Der Tank fasst 12,5 Liter. Die Reichweite beträgt laut Hersteller rund 250 km, abhängig vom Fahrstil.
- Darf man mit der XL 883 Sportster nach Tirol fahren? Das Standgeräusch der XL 883 Sportster liegt je nach Baujahr bei über 91 dB(A).
- Ist die Harley-Davidson XLH Sportster 883 Evolution für Anfänger geeignet? Die XLH 883 ist aufgrund ihrer moderaten Leistung und niedrigen Sitzhöhe grundsätzlich einsteigerfreundlich. Sie besitzt jedoch kein ABS und erfordert Erfahrung im Umgang mit dem hohen Leergewicht und dem V2-Motor mit starrer Lagerung.
- Hat die XLH Sportster 883 Evolution ABS? Nein, die XLH Sportster 883 Evolution wird in keinem Modelljahr mit ABS angeboten. Diese Sicherheitsausstattung ist erst ab späteren Sportster-Generationen verfügbar.
- XLH Sportster 883 Evolution vs. XL 883 - Unterschiede? Die XLH 883 ist das ursprüngliche Modell mit Evolution-Motor und starr verschraubtem Triebwerk. Ab 2004 wird die Modellbezeichnung auf XL 883 geändert. Diese neue Generation erhält einen überarbeiteten Rahmen mit Silentblöcken zur Gummilagerung des Motors sowie weitere technische Anpassungen.
- Harley-Davidson XLH Sportster 883 Evolution - Tankinhalt und Reichweite? Der Tankinhalt beträgt laut offizieller Herstellerangabe 12,5 Liter. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 l/100 km ergibt sich eine rechnerische Reichweite von rund 220 km. Diese Werte basieren auf den offiziellen Owner’s Manuals.
- Darf man mit der XLH Sportster 883 Evolution nach Tirol fahren? Das Standgeräusch der XLH 883 liegt je nach Baujahr und Auspuffkonfiguration bei über 91 dB(A). Für Fahrten in Tirol ist daher eine Prüfung der Zulassungsbescheinigung notwendig.
Weitere Informationen
Die Sportster 883 stellt den Geist unbändiger Fahrfreude dar. Sie verfügt über einen schnörkellosen Rahmen, einen schlanken Tank, einen klassischen Solositz, Low-Rise-Lenker, eine Staggered-Shorty- Dual-Auspuffanlage und einen gelb beleuchteten elektronischen Tachometer. Das Herzstück ist der 883 ccm Evolution V-Twin Motor, der jeden Dreh am Gasgriff mit einem riesigen Drehmoment beantwortet.
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