Die Harley-Davidson Sportster Reihe wird seit 1957 produziert und gehört damit zu den Klassikern im Programm. Sie entstand aus den K-Modellen und wurde anfänglich mit Ironhead, später mit verschiedenen Ausbaustufen des Evo XL Motors mit heute wahlweise 883 oder 1200 cm³ ausgeliefert. Alles zu den aktuellen Harley-Davidson Sportster Neufahrzeugen wie Modelle, Preise, Fotos & technische Daten im Überblick. Wir bieten außerdem eine riesige Galerie mit Sportster Umbauten, gebrauchte Sportster oder das passende Zubehör.
Motor und Leistung
Während der Twin Cam 88-Motor in vielen verschiedenen Modellen verbaut wird, ist der Evolution 883/1200 nur in einer einzigen Modellreihe eingesetzt: der Sportster. Bohrung x Hub sind beim 883 7,62 cm x 9.6825 cm und beim 1200 8.8849 cm x 9.6825 cm. Ohne Zweifel ist der Evolution 883/1200 ein unverfälschter Motor, der von seiner Kraftentfaltung kein Geheimnis macht.
Der Motor werkelt im Grunde schon seit 1986, anfangs mit 46, dann mit 49 und zwischenzeitlich mit 53 PS (1200: bis zu 61 PS). Zwar erfuhr er immer wieder Verbesserungen, aber manche Grundkonzepte kann (und will?) man einfach nicht durch wenige Handgriffe modernisieren. Bis 2002 gab es ihn lediglich als silber-polierte Variante. Erkennungsmerkmal ist vor allem der rechteckige Luftfilterkasten mit abgerundeten Ecken. Dabei gilt: steht keine Hubraumbezeichnung (oder „883“) auf dem Deckel, ist es ein 883er. Steht „1200“ darauf, handelt es sich um den größeren Bruder, den Evolution 1200.
Zum Modelljahr 2004 wurde der Evolution-Motor „from the scratch“ überarbeitet. Evolution, 1202 cm³, 45 kW (61 PS) bei ? U/min, bis zu 96 Nm bei ?
Sound und Fahrerlebnis
Wer vermutet, das Twin Cam-Aggregat sei, allein schon wegen des größeren Hubraums, im Serienzustand auch der Motor mit dem besten Sound, irrt gewaltig. Tatsächlich kann man den kleinen Sportstern bereits einen überraschend guten Klang entlocken, der die aktuellen Big Twins neidisch werden lässt. Sportster und damit Evolution fahren heißt, urwüchsiges zu schätzen. Der Motor kommt ohne Ausgleichwellen direktaufgehängt daher.
Dabei wird gerade beim 883 der hohe Drehzahlbereich oft bemüht werden müssen - zwar hat der Motor lediglich 15 PS weniger, als der stärkste Twin Cam, dafür fehlen ihm aber auch satt 40 Nm. Und obwohl rund 70 kg weniger als beispielsweiser bei einer Dyna Super Glide zu bewegen sind, wirkt der Zweizylinder angestrengt.
Modellvergleich: Iron 883 vs. Forty-Eight 1200
Der Harley-Davidson Sportster XL 883 N Iron mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 883 Kubik steht die Harley-Davidson Sportster XL 1200X Forty-Eight mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 1.202 Kubik gegenüber. Das maximale Drehmoment der Sportster XL 1200X Forty-Eight von 96 Newtonmeter bei 3.500 Touren bietet ordentlich mehr Schmalz als die 68 Nm Drehmoment bei 4.750 Umdrehungen bei der Sportster XL 883 N Iron.
Bei der Sportster XL 883 N Iron federt vorne eine Telegabel konventionell. Die Sportster XL 1200X Forty-Eight setzt vorne auf eine Telegabel konventionell mit 49 Millimeter Standrohr-Durchmesser. Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Sportster XL 883 N Iron vorne eine Einzelscheibe Zweikolben-Zange und hinten eine Scheibe Zweikolben-Zange. Die Sportster XL 1200X Forty-Eight vertraut vorne auf eine Einzelscheibe Zweikolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe Zweikolben-Zange verbaut.
Bei der Bereifung setzt Sportster XL 883 N Iron auf Schlappen mit den Maßen 100 / 90 - 19 vorne und 150 / 80 - 16 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Sportster XL 1200X Forty-Eight Reifen in den Größen 130/90-16 vorne und 150/80-16 hinten. Der Radstand der Harley-Davidson Sportster XL 883 N Iron misst 1.515 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 735 Millimeter. Die Harley-Davidson Sportster XL 1200X Forty-Eight ist von Radachse zu Radachse 1.495 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 710 Millimeter. In den Tank der Sportster XL 883 N Iron passen 12,5 Liter Sprit. Bei der Sportster XL 1200X Forty-Eight sind es 7,9 Liter Tankvolumen.
Der aktuelle Durchschnittspreis der Harley-Davidson Sportster XL 883 N Iron beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 9.971 Euro und ist damit spürbar günstiger als der Preis der Harley-Davidson Sportster XL 1200X Forty-Eight mit 13.037 Euro im Durchschnitt. Von der Harley-Davidson Sportster XL 883 N Iron gibt es aktuell 9 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Harley-Davidson Sportster XL 1200X Forty-Eight sind derzeit 41 Modelle verfügbar. Für die Sportster XL 883 N Iron gibt es aktuell 304 Suchanfragen am 1000PS Marktplatz, Sportster XL 1200X Forty-Eight wurde derzeit 419 Mal pro Monat gesucht.
Weitere Modellunterschiede
Auffälligstes Merkmal: Die 1200er Nightster rollt auf Speichen-, die 883 Kubik starke Iron auf Gussrädern. Und der luftgekühlte, urwüchsige 45-Grad-V2 präsentiert sich in unterschiedlichen Gewändern: grau mit polierten Ventildeckeln bei der Nightster, schwarz bei der Iron. Auch ist die Riemenabdeckung der 1200er gelocht und die Lackierung unterschiedlich, bei der Nightster sogar zweifarbig ausgeführt.
Mit 740 Millimetern hockt der Iron-Fahrer 20 Millimeter höher als der Nightster-Pilot. Wendemanöver sind durch den zierlicheren Lenker für Menschen mit kurzen Armen etwas einfacher, sie brauchen nicht so weit zu greifen.
Fahrgefühl und Alltagstauglichkeit
Beim zielfreien, innerstädtischen Cruisen braucht der Nightster-Fahrer weniger kuppeln als der Iron-Pilot. Warum? Um 50 km/h bei wohlfühlend-lässigen 2500/min zu cruisen, reicht bei der 1200er der zweite Gang, während bei der 883 der dritte eingelegt sein muss. Somit ist ein Schalt- wie Kupplungsvorgang mehr notwendig. Der Grund dafür liegt in der kürzeren Getriebeübersetzung des kleinen Sportster-Modells - bei 170 km/h ist nämlich Schluss, während die große Schwester bis 210 übersetzt ist.
Die Differenz von 53 PS (Iron) zu den 67 Pferden der Nightster ist gar nicht so riesig, denn die kürzere Übersetzung kaschiert sie beim Landstraßencruisen. Wer im gemütlichen 70- bis 100-km/h-Bereich unterwegs ist, der wird bei der Iron überhaupt nichts vermissen. Das viel höhere Drehmoment merkt man hingegen in niedrigen Drehzahlen, vor allem beim Anfahren.
120 km/h Cruise-Speed sind optimal für die beiden Sportster. Gefühlt hat der 1200er-Motor die etwas größere Schwungmasse, was dem Cruisen sicherlich zugute kommt. Mit 96,8 Millimeter haben beide Twins identischen Hub, das Hubraumplus der 1200er gewinnen die Amis durch eine 12,7 Millimeter größere Bohrung.
Natürlich zieht die 1200er besser durch als die 883er. Und sie beschleunigt auch etwas besser, keine Frage. Aber das allein macht es nicht aus. Beim Ampelstopp hüpfen beide Antriebe unnachahmlich und wunderbar asynchron in ihren Rahmenhalterungen, beide transportieren „Good Vibrations und der kleine Soundunterschied ist ebenfalls vernachlässigbar, denn hier rüsten viele sowieso mit Zubehörschalldämpfern auf. Auch beim beinah identischen Gewicht - die Iron ist vier Kilogramm schwerer: kein Unterschied spürbar.
Seit der umfassenden Fahrwerksoptimierung mit den höherwertigeren Feder- und Dämpferelementen ist die Iron fahrdynamisch einfach im Vorteil. Die Forty-Eight hat aufgrund ihres flachen geduckten Aufbaus und der 16-Zoll-Bobber-Bereifung eine erfahrbar geringere Bodenfreiheit als die Iron, sprich: die Schräglagenfreiheit der Forty-Eight ist begrenzter, unterstützt noch von den etwas tiefer angebrachten vorverlegten Fußrasten.
Die Iron ist länger, breiter, höher und sogar ein paar Kilo schwerer als die Forty-Eight. Sie hat auch einen größeren Radstand, sie ist also tatsächlich das erwachsenere Motorrad. Und das spürt man auch beim Fahren. In winkligem Geläuf, wo die Forty-Eight mit ihren 16-Zöllern manches Mal etwas hibbelig wirkt, schnürt die Iron souverän und stoisch durch wie der Schnellzug durch den Dorfbahnhof.
Empfehlungen und Tipps
Die Evo-Sportster sind absolut robuste, ausgereifte Motorräder die kaum Ärger machen. Das Angebot auf dem Gebrauchtmarkt ist üppig. Wer sorglos unterwegs sein will, greift auf eine junge Gebrauchte zurück. Sowohl die Iron 883, als auch die Forty-Eight wurden zuletzt im Jahr 2016 nicht nur hinsichtlich des Fahrwerks kräftig überarbeitet.
Die Iron bietet richtig viel Harley-Davidson fürs Geld und kommt mit ihrem - vernünftigen - 12,5 Liter-Tank auch noch fast 100 Kilometer weiter als die Forty-Eight mit ihrem Peanut-Fässchen. Und 2.500 Ocken Differenz waren schließlich auch noch ein Argument.
Wer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legt, kommt an der Iron nicht vorbei: Für kleines Geld bietet sie echtes und großes Harley-Feeling. Das Erlebnis Motorrad ist aufgrund eingeschränkter Fahrdynamik auf beiden Bikes nahezu identisch, was ebenfalls für die 883 spricht. Den etwas höheren Motorerlebniswert bietet natürlich die 1200er. Hubraumfetischisten sollten deshalb zum Brocken mit den dickeren Kolben greifen.
Man kann auch durchaus nach 2-5 Jahren wechseln, wenn einem langweilig wird, oder wenn man aus anderen Gründen unzufrieden wird. Man braucht auch Fahrpraxis, um überhaupt zu begreifen, wie komplex das Thema "Motorradfahren" eigentlich ist.
Technische Daten im Überblick
Hier ist eine Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der Harley-Davidson Sportster Modelle:
| Modell | Hubraum | Max. Drehmoment | Tankvolumen | Sitzhöhe | Preis (Durchschnitt) |
|---|---|---|---|---|---|
| Sportster XL 883 N Iron | 883 cm³ | 68 Nm bei 4.750 U/min | 12,5 Liter | 735 mm | 9.971 Euro |
| Sportster XL 1200X Forty-Eight | 1.202 cm³ | 96 Nm bei 3.500 U/min | 7,9 Liter | 710 mm | 13.037 Euro |
Verwandte Beiträge:
- Harley Davidson Holzbild: Individuelle Wanddekoration für Fans
- Harley Davidson Softail Satteltaschen: Modelle, Kaufberatung & Tipps
- Harley Davidson Evo Motor neu: Kaufberatung, Preise & Tuning
- Nova Eventis Fahrrad Test: Die besten Fahrräder und E-Bikes im ultimativen Vergleich!
- Mountainbike Verleih Winterberg: Die besten Anbieter & Preise
Kommentar schreiben