Harley Davidson Sportster: Gründe für die Einstellung

Viel Neues hat Harley-Davidson im Modelljahrgang 2021 nicht zu bieten. Dafür heißt es Abschied nehmen von der Sportster, die nun doch keinen direkten Nachfolger bekommt. Umso trauriger stimmt deshalb die Nachricht, dass Harley-Davidson im Modelljahr 2021 nicht nur die Street-Baureihe, sondern auch die komplette Sportster-Baureihe nicht mehr in Europa anbietet. Den Street-Modellen weint bei uns garantiert keiner eine Träne nach, aber die Sportster werden schmerzlich vermisst werden.

2021 bietet Harley-Davidson keine Sportster-Modelle mehr an. Bereits im Sommer lief die Produktion EU-konformer Sportster-Modelle aus, schließlich konnte zum damaligen Zeitpunkt keiner wissen, dass es zu einem Aufschub für die Euro-4-Modelle kommen würde. Übrigens: Für außereuropäische Staaten wird es luftgekühlte Sportys weiter geben, wenngleich das Portfolio stark eingeschrumpft wurde.

Ab 1. Jänner 2021 tritt die neue Euro 5 Norm in Kraft und Hersteller müssen ihr Modellprogramm anpassen. Doch oft lohnt es sich nicht, oder es wäre mit zu viel Aufwand verbunden, die Motorräder umzurüsten. Die Folge? Der Hersteller zieht den Stecker. Leider handelt es sich nicht nur um Gerüchte, Bestätigung kommt auch von Harley-Davidson Händlern. Ab 2021 werden keine Sportster und Street Modelle in Europa verkauft - also die 750, 883 und 1200 V2-Motoren. Grund dafür ist, dass zurzeit keines der Modelle die Euro 5 Norm erfüllt und die Umstellung wohl zu umständlich für den Hersteller aus Milwaukee ist.

Man könnte also hoffen, sich noch ein neues 2020er Modell zu kaufen, doch auch das wird nicht so leicht. Die Corona-Krise hatte auch ihre Auswirkungen auf Harley-Neufahrzeuge, sodass dieses Jahr nur wenige neue Cruiser aus Milwaukee das europäische Festland erreicht haben. Somit sind Gebrauchte gerade hoch im Kurs und folglich auch sehr wertstabil. Im Bezug auf die Sportster Modele könnte sich das auch die nächsten Jahre so weiterführen - schließlich haben die "kleinen" Harleys eine große Fangemeinde.

Zurzeit müssen wir uns aber mit einem abfinden: Der Name Sportster ist in Europa vorerst Geschichte. Schade finde ich nur dass sich HD nicht die Mühe gemacht hat, die Sportster für die euro5 Norm kompatibel zu machen. Von Harley wurde geäußert, dass man die Produktpalette für die Zukunft weiterentwickeln (Nighstster mit „Warmwasserheizung“) und damit auch jüngere Kunden ansprechen möchte.

Die Krise von Harley-Davidson

Die ikonische, amerikanische Motorrad-Marke Harley-Davidson schafft es nicht aus der Krise. Sie gilt als Kult, doch das Easy-Rider-Image allein scheint nicht mehr auszureichen, um neue Kunden anzulocken. Vor knapp zehn Jahren gehörte die Marke aus Milwaukee noch zu den erfolgreichsten Motorradherstellern und verkaufte im Geschäftsjahr 2014 weltweit 329.776 Bikes, alle mit mächtigen V2-Motoren bestückt. Damals hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass es danach steil bergab gehen würde.

Doch 2018 musste Harley-Davidson sein Werk in Kansas City schließen und 800 Mitarbeiter entlassen. Innerhalb von zehn Jahren sank der globale Absatz von Harley-Davidson um über 45 Prozent auf 179.984 Motorräder. Die Umsätze nahmen stetig ab, das operative Einkommen wies 2023 ein Minus von 14 Prozent zum Vorjahr aus. Es fiel von 909 auf 779 Millionen US-Dollar.

Harley-Davidson gilt für viele immer noch als Ikone, aber die US-Marke steckt in der Krise. In den letzten zehn Jahren haben sich ihre Absatzzahlen fast halbiert. Da helfen auch eindrucksvolle Modelle wie die Breakout nicht. Harley-Davidson performte 2023 weltweit als einer der schlechtesten unter den Top-20-Motorradherstellern. Selbst in ihrem traditionell starken Heimatmarkt sanken die Verkäufe innerhalb eines Jahres um zehn Prozent von 117.100 auf 105.900 Stück. Dabei konnte Harley-Davidson es noch nicht einmal auf eine schlechte Konjunkturlage schieben, denn im vergangenen Jahr legte die US-Wirtschaft sogar um 2,5 Prozent zu.

In Deutschland wiesen 2023 die zehn erfolgreichsten Motorradmarken bei den Neuzulassungen alle ein Plus aus (Honda verdoppelte seine Verkäufe sogar fast), einzig Harley-Davidson schloss mit einem Minus von 4,5 Prozent ab. Deutschland war keine Ausnahme, in allen Weltmärkten schrumpften die Verkäufe der Marke aus Milwaukee. Der neue wassergekühlte 1252-cm3-Revolution-Max-Motor brachte nicht viel Besserung.

Harley-Davidson versuchte damit, in ihnen bislang unbekannte Segmente vorzustoßen. Die hauptsächlich für den europäischen Markt entwickelte Reiseenduro Pan America - von der Fachpresse allgemein gelobt - entfachte vor zwei Jahren ein kurzes Strohfeuer, das aber 2023 schon wieder erlosch. In Deutschland entschieden sich nur noch 424 Käufer (2022: 711) für die Enduro mit dem kontroversen Design. Das gleiche Bild zeigte sich bei der neuen Sportster S, deren Verkauf sich innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte von 982 auf 411 Stück reduzierte. Die Marktsättigung war bei beiden Modellen offensichtlich schnell erreicht. Die mit einem neuen wassergekühlten 975-cm3-Motor bestückte Nightster fiel komplett durch.

Cruiser und Tourer sind in Europa kaum noch angesagt, doch genau auf die beiden Segmente ist Harley-Davidson spezialisiert. Die Unterschiede zwischen manchen Modellen sind nur für Experten ersichtlich, dazu liegen sie noch im Hochpreissegment. Die meistverkaufte Harley-Davidson in Deutschland war vergangenes Jahr die Sport Glide mit 713 Neuzulassungen, ihr Listenpreis: 20.495 Euro, dahinter folgten die Street Bob für 16.995 Euro und die Breakout für 28.735 Euro.

2017 hatte der damalige CEO Matt Levatich die Wende mit "More roads to Harley-Davidson" verkündet. Es sollten in den nächsten zehn Jahren 100 neue Modelle entstehen, zwei Millionen neue Kunden angelockt und dafür eine Milliarde Dollar investiert werden. Das Vorhaben scheiterte und Levatich wurde 2020 durch den Deutschen Jochen Zeitz ersetzt, der vorher den Sportartikelhersteller Puma saniert hatte. Auch wenn die Dyna-Baureihe inzwischen gestrichen wurde, leistet sich Harley-Davidson immer noch den Luxus von 23 Motorradmodellen und zwei Trikes, die allesamt mit großen V2-Motoren bestückt sind, von denen sich aber keines überdurchschnittlich verkauft.

Zurzeit verkaufen sich in Europa Mittelklasse-Motorräder bis 95 PS hervorragend, bevorzugt Naked Bikes und Reiseenduros, aber selbst die Sportler erleben ein Comeback. Harley-Davidson hat in den Klassen absolut nichts anzubieten. Dabei ist die Marke seit Jahrzehnten im Flat-Track-Racing außerordentlich erfolgreich, doch auf die Idee, einen Ableger der XG750R mit Straßenzulassung zu entwickeln, kommt in Milwaukee niemand. Harley-Davidson hält immer noch die Namensrechte an der legendären Sportmarke "Buell", allein es fehlen Sportmotorräder. Das 2020 angekündigte, attraktive Naked Bike "Bronx", dessen Prototyp bereits auf einer Messe stand, verschwand wieder in der Schublade.

Drohende Zölle und ihre Auswirkungen

Kultmarke Harley-Davidson ist unter Druck :Harley-Davidson ist unter Druck. Das Jahr 2024 endete mit einem schlechten Ergebnis, und 2025 droht die Zollkeule. Zwar glänzt und blitzt das Chrom, doch darunter schimmert es rostrot bei Harley-Davidson. Die Jahreszahlen 2024 streuen Salz in die Wunde und der Zollpoker des US-Präsidenten Trump könnte einen Tsunami auslösen. Denn Altlasten der ersten Trump-Regierung und der letzten Biden-Administration könnten ein Damoklesschwert sein, das über dem US-Motorradhersteller hängt. Im schlimmsten Fall stehen ab dem 1. April in Summe 56 Prozent Zoll an.

Harley-Davidson mit schwachen ZahlenSelbst mit den niedrigen 6 Prozent Zoll und ohne Strafzölle kämpft Harley-Davidson mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen. 2024 sank der Umsatz um 11 % auf 5,19 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um 36 % auf 455,4 Millionen US-Dollar zurückging. Besonders alarmierend war das vierte Quartal, in dem das Unternehmen einen Verlust von 117 Millionen US-Dollar verzeichnete - ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Vorjahresgewinn von 26 Millionen US-Dollar.

Die weltweiten Motorradlieferungen gingen um 17 % auf 148.862 Stück zurück, was für Harley auf eine schwächere Nachfrage und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückzuführen ist. Lediglich im US-Touring-Segment konnte das Unternehmen ein leichtes Wachstum von 5 % verzeichnen und seinen Marktanteil auf 74,5 % ausbauen. Dennoch bleibt die allgemeine Geschäftsentwicklung besorgniserregend, insbesondere im Hinblick auf die sich abzeichnenden neuen Handelskonflikte.

Modellpolitik von Harley-DavidsonSeit vielen Jahren versucht Harley-Davidson, sich über die Modellpolitik zu verjüngen. Kleinere Hubräume, neue Konzepte, neue Segmente und ein überraschend sportlicher Ansatz ziehen sich seit 2018 stetig durch die Jahrgänge. Gezogen hat gefühlt kaum etwas. Da ist die Pan America 1250 noch das kleinste Problem.

Das dürfte eher der Fall sein durch den Wegfall der luftgekühlten XL-Modelle, der erfolgreichen Sportster-Reihe. Die wurde zwar von der wassergekühlten Sportster S und der Nightster beerbt, doch deren Durchschlag im Markt, wie die alten 883er und 1200er ihn hatten, blieb bisher wohl aus. Ebenso schwierig hat sich das Portfolio der Big-Twins entwickelt. Zwar ist das Angebot attraktiv, die Preispolitik allerdings verdichtet das Angebot ebenso stark im enorm hochpreisigen Segment. Es gibt im Grunde keine "günstige" große Harley mehr, wie es die Street Bob - obwohl 2024 bestverkauftes Modell - bis vor 2 Jahren noch war. Und die Softail Standard als aktuelles "Basis-Modell" ist mit 16.790 Euro schlicht nicht attraktiv eingepreist.

Weiter in Modellen gesprochen: Für unter 20.000 Euro bekommt man nur wenig Harley, zwischen 20.000 und 35.000 Euro in kleinen Schritten ist die Auswahl dafür schier grenzenlos. Allerdings: 2024 war rein nach Neuzulassungen mit 8.701 Einheiten in Deutschland ein recht erfolgreiches Jahr.

Das Schlupfloch der sogenannten Ursprungsklausel stopfte die EU in diesem Kontext bereits 2021, was wiederum Brisanz entwickelte, in Zeiten, in denen die zweite Strafstufe auf in Summe 56 Prozent drohte. Für die EU ist also jede Harley-Davidson ein Produkt aus US-amerikanischer Herstellung.

Händler sind alarmiertFakt ist: Kommen die hohen Zölle und werden nicht wie zuvor vom Unternehmen abgefedert, gefährden sie Existenzen, bringt es der deutsche Harley-Davidson-Händlerverband auf den Punkt. Und da Europa für Harley-Davidson neben den USA weiterhin ein Kernmarkt ist, träfen die Zölle der EU direkt ins Herz der US-amerikanischen Motorradindustrie, wozu Indian ebenfalls zählt.

Selbst wenn Harley die drohenden Strafzölle von 25 oder gar 50 Prozent nicht an die Kunden weitergeben würde, schlügen die ebenso auf das Ergebnis ein, nur eben nicht über den Umweg Europa. Egal wie: Trumps Zollpoker könnte Harley und Indian direkter und härter treffen, als es der wählenden US-Mehrheit klar ist.

Euro-4-Norm und ihre Auswirkungen

Seit der Vorstellung des neuen Motors von Harley-Davidson, dem Milwaukee-Eight, sind bereits einige Monate ins Land gegangen. Trotzdem scheinen noch nicht alle Fragen beantwortet und nicht jeder kann etwas mit der aktuellen Euro-4-Norm anfangen. Die Euro-4-Norm legt für Kraftfahrzeuge Grenzwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen fest. Der Ausstoß von Schadstoffen umfasst hier ein Reihe von Grenzwerten welche sich je nach Art des Motors und Kraftfahrzeugtyp unterscheiden.

  • ab 17. Jun.
  • ab 1. Apr.
  • ab 1. Jan.
  • ab 1. Jan.
  • ab 1. Jan.

Zusätzlich ist mit der Euro-4-Norm in neuer On-Board-Diagnose-Stecker zum Pflichtbestandteil geworden. Über diesen müssen sich mit der neuen Norm zusätzliche Informationen auslesen lassen. Modelle die bis Ende 2016 zugelassen wurden haben hier einen sogenannten Bestandsschutz und sind nicht von der Euro-4-Norm betroffen. Besonder betroffen ist hier die V-Rod Baureihe von Harley-Davidson. Der in zusammenarbeit mit Porsche entwickelte V-Rod Motor erhält keine Zulassung für die Euro-4-Norm. Aus diesem Grund hat Harley-Davidson den Verkauf der V-Rod, in den von der Euro-4-Norm betroffenen Ländern komplett eingestellt.

Sämtliche Touring Modelle von Harley-Davidson sind ab dem Modelljahr 2017 mit dem neuen Milwaukee-Eight Motor ausgestattet. Die Twin Cam Motoren wurden um ein Aktivkohlefilter-System zur Rückführung von Kraftstoffdämpfen ergänzt. Außerdem wurde an der Motorsteuersoftware gefeilt um so den Twin Cam Motor für die Euro-4-Norm Fit zu machen. Die Leistung ändert sich durch diese Änderungen nicht, diese bleibt Harley typisch kraftvoll.

Alternativen und Ausblick

Auf die Sportster-Familie dürfte eine neue kleine Modell-Familie folgen, die auf der Pan America basiert. 2021 will Harley die Reiseenduro Pan America bringen, mit eigener Plattform und neu entwickeltem, wassergekühlten V2. Wie viele Ableitungen von dieser Plattform mit dem neuen Motor möglich sind, zeigten schon verschiedene Studien von der Streetfighter bis zum Flat Tracker.

Darüber hinaus wäre Harley-Davidson schlecht beraten, den Markt für Bikes mit kleinem Hubraum einfach so den anderen Herstellern zu überlassen. Das Sporty-Aus scheint nur für die europäischen Märkte zu gelten. Die ab 2021 gültige Abgasnorm Euro 5 verbannt eine Harley-Modellreihe vom europäischen Markt.

Mit dem Modelljahr 2021 hat Harley-Davidson die luftgekühlten Sportster aus der Programm gestrichen. Wer sich jetzt noch eine XL 883 oder 1200 zulegen will, muss auf ein Second-Hand-Bike zurückreifen. Iron 883 und Forty-Eight mit dem 1200er Evo bieten sich da als Objekte der Begierde an - aber welche nehmen? Die Evo-Sportster sind absolut robuste, ausgereifte Motorräder die kaum Ärger machen. Das Angebot auf dem Gebrauchtmarkt ist üppig. Wer sorglos unterwegs sein will, greift auf eine junge Gebrauchte zurück.

Sowohl die Iron 883, als auch die Forty-Eight wurden zuletzt im Jahr 2016 nicht nur hinsichtlich des Fahrwerks kräftig überarbeitet. Welchem Bike hat das Upgrade mehr gebracht? Die Iron 883 rollt auf in Schwarz getauchten und mit gefrästen Akzenten versehenen Neunspeichen-Leichtmetallgussrädern. Am Vorderrad kam eine neue, schwimmend gelagerte Bremsscheibe zum Einsatz. Viel wichtiger aber waren die neuen Innereien in der Gabel. Hier waren nun sogenannte Cartridges verbaut, Feder-/Dämpfereinheiten, die in einer Kartusche integriert sind. Zudem bietet ein abgesteppter Sitz nicht nur mehr Bequemlichkeit, sondern auch mehr Halt für den Fahrer.

Die über die Maßen beliebte Forty-Eight erhielt für das Modelljahr 2016 einen noch kraftvolleren Look. Das bobberartige Vorderrad wurde von einer neuen Gabel mit 49 Millimeter dicken Standrohren geführt, die in nicht minder wuchtigen Leichmetall-Gabelbrücken stecken. Auch der Gabelstabilisator zwischen den beiden Tauchrohren ist deutlich kräftiger ausgeführt. Sehr augenfällig ist auch die neu gestaltete Auspuffanlage mit den geschlitzten Hitzeschutzschilden. Das Thema Streifen zieht sich über das gesamte Bike hin, der Tank wurde mit horizontalen Streifen versehen, eine Hommage an den Style der 70er Jahre. Den Look dieser Linien findet man auch auf den Sitz gestickt, an der Zahnriemenabdeckung und der Riemenscheibe. Natürlich profitierte auch der Bestseller Forty-Eight von der neuen Fahrwerksabstimmung.

883 gegen 1202 Kubikzentimeter, klingt nach einer klaren Sache. Fakt ist: Die beiden Motoren sind bis auf Bohrung und Verdichtung identisch. Zwar bringt der Autor gute 40 Kilo mehr auf die Waage als Slim Jacky, doch diese Begebenheit zeigt, wie wenig das Leistungsplus der 1200er im normalen Alltag wiegt. Auf dem Papier liegen zwischen den beiden Motoren 25 Nm, und die spürt man ganz klar in so mancher Fahrsituation. Die 1200er pumpt sich spürbar souveräner aus niedrigen Drehzahlen hoch, die „Kleine“ braucht dafür mehr Drehzahl, mehr Zeit, oder mehr Gleichmut.

Vor der Modellpflege hätte die Sache vielleicht noch anders ausgesehen, aber seit der umfassenden Fahrwerksoptimierung mit den höherwertigeren Feder- und Dämpferelementen ist die Iron fahrdynamisch einfach im Vorteil. Die Forty-Eight hat aufgrund ihres flachen geduckten Aufbaus und der 16-Zoll-Bobber-Bereifung eine erfahrbar geringere Bodenfreiheit als die Iron, sprich: die Schräglagenfreiheit der Forty-Eight ist begrenzter, unterstützt noch von den etwas tiefer angebrachten vorverlegten Fußrasten. Forty-Eights kratzen schon hässliche Striemen in den Asphalt, wenn Iron-Treiber noch über Reserven verfügen. Überhaupt macht sie, obwohl sie den hubraumschwächeren Motor hat, den erwachseneren Eindruck. Fakt ist: Die Iron ist länger, breiter, höher und sogar ein paar Kilo schwerer als die Forty-Eight. Sie hat auch einen größeren Radstand, sie ist also tatsächlich das erwachsenere Motorrad. Und das spürt man auch beim Fahren.

In winkligem Geläuf, wo die Forty-Eight mit ihren 16-Zöllern manches Mal etwas hibbelig wirkt, schnürt die Iron souverän und stoisch durch wie der Schnellzug durch den Dorfbahnhof. Fazit: Die Iron bietet richtig viel Harley-Davidson fürs Geld und kommt mit ihrem - vernünftigen - 12,5 Liter-Tank auch noch fast 100 Kilometer weiter als die Forty-Eight mit ihrem Peanut-Fässchen. Und 2.500 Ocken Differenz waren schließlich auch noch ein Argument. Somit wird die Fahrmaschine Iron 883 in diesem Vergleich - ungeachtet der unbestrittenen optischen Attraktivität der Forty-Eight - die eindeutige Siegerin unserer Herzen. Wenngleich die der Abstand bei den Gebrauchtpreisen nicht mehr ganz so hoch ist.

Die Sitzbank der Iron ist jetzt großzügiger gepolstert, bietet nach hinten mehr Halt und trägt eine schicke Quer- steppung Reicht vollkommen: Analog-Tacho mit kleinem LCD-Fenster, in dem wahlweise Gesamtkilometerstand, zwei Tagestrips, Uhrzeit, Gang oder Drehzahl abgerufen werden können Die Iron 883 Mit der Iron lässt’s sich beherzt um die Ecken ballern Alle Aircooled-Sportster ab Modelljahr 2016 hatten Emulsions-Stoßdämpfer Forty-Eight mit richtig fetter Gabel Wem ist das Upgrade besser bekommen?

Harley-Davidson: Wichtige Kennzahlen im Überblick

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen von Harley-Davidson:

Kennzahl 2023 2024
Umsatz N/A 5,19 Milliarden US-Dollar (-11 %)
Nettogewinn N/A 455,4 Millionen US-Dollar (-36 %)
Motorradlieferungen weltweit N/A 148.862 Stück (-17 %)

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