Seit ich Motorrad sagen konnte, fand ich immer die Harleys toll. Dicke, laute, coole Moppeds. Fahrer, die in Wind und Wetter unterwegs waren. Die Fahrer des amerikanischen Eisens waren immer noch die coolen Jungs, die auf bürgerliche Konventionen sch... Solche Leute lassen den "Mythos Harley-Davidson" leben, weil sie wissen, worauf es beim Mopped fahren ankommt... möchte dieses bike nie mehr missen,und eine andere marke kommt für mich sowieso nicht mehr in frage.
Ich denke das ist der Unterschied. Ne Harley steht in Sachen Spaßfaktor, Coolness, Sound, Unvernunft an erster Stelle. Aber trotzdem ist Harley immer noch das Original, wenn ich an Cruiser, Chopper und Co. Unvergleichlich, cool und relaxed.
Bitte mich nicht gleich versuchen zu lynchen, aber lassen wir doch mal das ganze Gedöns der (zugegebenermaßen erfolgreichen) HD-Marketingabteilung (Marlboro-Man-Lebensgefühl, Freiheit, Unabhängigkeit, Kult [kann ich nicht mehr hören, ätzend!!!]) und den HOG-MegaQuatsch außen vor: nennt mir mal BITTE an dieser Stelle nachvollziehbare, OBJEKTIVE Gründe, warum eine HD "besser" sein soll als zB Wildstar, VN 1600 oder meinetwegen 1100er Shadow?????
Klar, Motorradfahren hat viel mit Bauchgefühl zu tun, aber dieses habe ich doch eigentlich mit jedem BigTwin, oder? Ich will hier keine Lanze für die Konkurrenz brechen, aber die haben auch große V2, meist sogar bessere Bremsen und besseres Fahrwerk, das Layout kann man genauso umbauen wie eine HD und Sound-Tuning wird eh hier wie da praktiziert, also was soll der HD-Hype????
Dieser post zeigt doch deine wahre absicht - von anfang an. falls du eier in der hose hast, sende mir eine pn und wir treffen uns persönlich. ich erkläre dir dann, warum ich harley fahre. ich sag das deswegen, weil ich heute meinen sozialen tag habe und prinzipiell immer erst mal an das gute im menschen glaube - so auch bei dir. ich stell mal zwei ouzo auf den tisch, weil bist Du echter freund. spass kann man auch ohne harley haben. so einfach ist das.
Harley-Davidson im Wandel der Zeit
Auch in den Jahrzehnten danach hat mich Harley, oder das Gefühl das mit Harley verbunden wird, nie gereizt. Harley hat ein spezielles Marken- und Kundenimage. Zusammen mit Husqvarna und Royal Enfield ist Harley Davidson einer der drei ältesten noch existierenden Motorradhersteller.
Seit 2020 kann man sie kaufen. Auch mit Probefahrten in Deutschland. Seit 2020 kann man sie nun kaufen. Neugierig war ich. Also kurzfristig einen Termin mit dem Kölner Händler gemacht. Am vereinbarten Wochentag schien der Wettergott nicht von der Idee begeistert zu sein. Es schüttet morgens große Wassermengen vom Himmel.
Harley-Davidson goes Electric: Die LiveWire
Harley ist damit der erste und auch einzige erfahrene Motorradhersteller, der ein Elektromotorrad im Programm hat. Mit nominell 105 PS (78 kW) und einem Drehmoment von 116 Nm, das bei jeder Drehzahl anliegt, ist sie auf jeden Fall ausreichend motorisiert für jede im öffentlichen Straßenverkehr nur denkbare Fahrsituation.
Die Formalitäten sind schnell erledigt und Jan gibt mir eine kurze Einweisung in die Bedienung der LiveWire. Der Regen lässt nach. Mit 20 Minuten Verspätung treffe ich bei Harley Köln ein. Sie bietet umfangreiche Verbindungsmöglichkeiten mit einer Handy App. Ein Navi ist am Testmotorrad aber nicht „on Board“.
Zur Stromversorgung externer Geräte steht, gut versteckt, ein USB-C Anschluss zur Verfügung. Auch klein gewachsene Fahrer sollten sicher mit den Füßen auf den Boden kommen. Am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig, im Laufe des Tages konnte ich mich aber gut damit arrangieren. Die Sitzposition ist leicht nach vorne gebeugt mit sehr breitem Lenker.
Die Akkuanzeige steht auf 99 Prozent und zeigt eine mögliche Reichweite von 171 Kilometer an. Der Regenmodus ist aktiviert. Es nieselt noch leicht und auf den ersten Metern spritzt mir das vom Vorderrad aufgewirbelte Wasser über den Helm. Der Spritzschutz an Vorder- und Hinterrad scheint ein Designelement zu sein ohne Schutzfunktion für den Fahrer.
Werden neue Motorräder nur noch bei schönem und trocknem Wetter getestet? Fairerweise muss ich sagen, dass ich dieses Problem auch schon bei anderen neuen Motorrädern erlebt habe. Langsam schlängle ich mich im morgendlichen Kölner Berufsverkehr stadtauswärts. Der Lenker ist das mit Abstand breiteste Teil an der Maschine.
Die Bebauung wird weniger. An jeder Ampel reicht die Leistung im Regenmodus souverän aus, um sich vor alle anderen Verkehrsteilnehmer zu setzen. Mit 96 Prozent Akkukapazität und einer mittlerweile angezeigten Reichweite von 220 Kilometern wechsle ich in den Eco-Modus. Das bedeutet, die Bewegungsenergie wird wieder in elektrische Energie umgewandelt und das Fahrzeug dabei verzögert, ohne dass dabei die Bremsen betätigt werden müssen. Deutlich spürbar ist jetzt beim Zudrehen des Gasgriffs die Rekuperation.
Die Straßen sind noch nass. Mit moderatem Tempo geht es weiter. Die Erfahrung mit den montierten „Michelin Scorcher Sport“ fehlt mir. Meine Erfahrung mit Sportreifen ist eher, dass sie bei tiefen Temperaturen und nassen Straßen mit Vorsicht zu genießen sind. Das zunächst moderate Tempo ist aber eine reine Vorsichtmaßnahme.
Sie fällt nicht von alleine in die Schräglage, muss aber auch nicht gedrückt werden. Die montierten Reifen, mit Harley Davidson Logo, wurden in keiner Situation an ihrer Haftgrenze bewegt. Was aber sofort auffällt, ist die Handlichkeit der LiveWire. Sie folgt einfach und ohne Kraftauffwand jedem gewählten Kurventempo und ist leicht in Schräglage zu bringen. Sie fährt genauso, wie man es erwartet. Die 251 Kilogramm sind nicht zu spüren.
Ein kräftiger Dreh mit der rechten Hand und im Eco-Modus katapultiert sich die LiveWire am beschleunigenden Auto vorbei. Auf einer kleinen kurvigen Straße laufe ich auf ein Auto auf. Der Fahrer schleicht um jede Kurve, gibt auf der Graden aber mächtig Gas. Endlich kommt eine kurze Gerade die das Überholen ermöglicht. Keine 100 Meter später ist der Überholvorgang abgeschlossen.
Das Tempo wird höher. Erste Straßen trocknen ab. Über die rechte Lenkerarmatur lässt sich, auch während der Fahrt, der Fahrmodus wechseln. Im ersten Versuch lande ich im vom Eco-Modus aus im Sportmodus. Gefühlt ist die Beschleunigung noch größer, aber auch die Rekuperation. Auch im Sportmodus lässt sie sich angenehm auf den abtrocknenden Landstraßen fahren.
Nun ist ein kräftiger Griff in die gut dosierbaren Brembo-Bremsen gefragt. Mit dieser Einstellung, die an alte Zweitakter erinnert, komme ich nicht klar. Es ist Zeit, den Straßenmodus einzulegen. Mittlerweile zügig unterwegs, nehme ich vor der nächsten Kurve Gas weg und es passiert gefühlt nichts! Ungebremst schießt die LiveWire auf die Kurve zu. Den Rest des Tages nutze ich ausschließlich den Sport- und Eco-Modus.
Diese waren im Test nicht verfügbar. Neben den vier bisher erwähnten Fahrmodi kann sich der Besitzer einer LiveWire auch noch drei weitere Fahrmodi selbst programmieren. Die LiveWire bietet für den Besitzer auf jeden Fall mehr als genug Möglichkeiten, den persönlich perfekten Fahrmodus zu suchen und dauerhaft einzustellen. Gleiches sollte auch für das Fahrwerk gelten.
Im rechten Standrohr finden sich Verstellschrauben zur Veränderung von Zug- und Druckstufe der Dämpfung. Im linken vorderen Standrohr lässt sich die Federvorspannung verändern. Im kurzen Test habe ich darauf verzichtet. Notwendig wäre es gewesen. Kleine kurze Unebenheiten gibt die getestete LiveWire ungedämpft an den Fahrer bzw. die Handgelenke weiter.
Die getestete LiveWire hat kein Navi und mein mitgebrachtes konnte ich auf die Schnelle mit Autohalterung nicht montieren. Das Fahren über eine städtische Kopfsteinpflaster-Straße mit vorgegebem Tempo 30 ist die reinste Qual. Die Handgelenke signalisieren schmerzhaft, dass sie dies nicht lange mitmachen. Nach Gefühl und Generalkarte kurve ich nun zügig durchs Bergische.
Die LiveWire parkt zwischen Blumenkübeln und Werbeständern an einer örtlichen Geschäftsstraße. Für den Rest des Tages zeigt sich die Sonne und die Straßen trocknen ab. Zeit für ein zweites Frühstück. Bei einem Bäcker hole ich mir Kaffee und Brötchen zum Mitnehmen. Das Frühstück muss immer wieder unterbrochen werden, da vorbeigehende Passanten jeder Couleur interessiert Fragen stellen.
Tiere scheinen sich nicht gestört zu fühlen von der leise dahin rollenden LiveWire. Unbeeindruckt zeigt sich dagegen die Fauna von der LiveWire. Ob beim Fotostopp am Pferdegehege, unmittelbar neben einer Stute mit Fohlen, der Vorbeifahrt an der Kuhweide oder dem zufälligen Stopp, fast direkt neben einem die Beute fixierenden Reiher. Pech für den Frosch. Der hat den Tag nicht überlebt und der Reiher wurde satt. Persönlich habe ich keine Motorgeräusche vermisst.
Die Pause nutze ich, um die LiveWire an normaler Haushaltssteckdose zwischenzuladen. Der nächste Weg führt über möglichst kurvige Straßen auf einen Kaffee zur Freundin. Sie soll im Anschluss noch ein paar Fahrfotos machen. Das Ladekabel befindet sich unter der Sitzbank. Nach 50 Minuten ist die Kapazitätsanzeige von 44 auf 51 Prozent gestiegen (+ 7 %). Das ist ein sehr moderates Ladetempo.
Einfach den Schukostecker in die normale 230V-Steckdose stecken. Die Leistung, die dabei aus dem Stromnetz gezogen wird, sollte auch kompatibel sein mit älteren Hausinstallationen. Ausreichend, um die LiveWire über Nacht oder während der Arbeitszeit in der Nähe des Arbeitsplatzes zuladen. Für das schnelle Laden auf der Tour bietet Harley eine Schnellademöglichkeit an.
Für die Fotos geht es Richtung Rhein. Wenige hundert Meter entfernt gäbe es aber die Möglichkeit durch den lokalen Stromanbieter. Weder habe ich das passende Ladekabel dabei, noch hat meine Freundin eine CCS-Ladestation - einen Schnelllader, der den Akku mit Gleichspannung speist. Auf einer abschüssigen Straße Richtung Fähranleger muss ich wenden. Erst jetzt wird mir bewusst, welch großen Lenkeinschlag die LiveWire hat.
Auch der Tag mit der LiveWire nähert sich dem Ende. In Sachen kleinstmöglicher Wendekreis spielt die LiveWire in der absoluten Top-Liga der derzeit verfügbaren Motorräder. Entsprechende Erfahrung vorausgesetzt ist es auf schmalen Straßen möglich, in einem Zug zu wenden. Auf dem Weg Richtung Händler nehme ich schnell nochmal eine kleine kurvenreiche Straße mit mehreren engen Spitzkehren mit.
Dabei ist mir nicht klar, ob die LiveWire nun in die Kategorie Chopper, Bagger, Sportster oder einfach nur Naked Bike gehört. Zielgenau und sicher lässt sich die LiveWire auf der geplanten Linie durch die Kurven und Spitzkehren bewegen. Fantastisch! Ein derartiges Fahrverhalten hätte ich von einem Sportmotorrad erwartet, nicht von einer Harley! Zweimal rauf und runter. Die Straße ist mittlerweile trocken, der Sportmodus gewählt.
Für alle, denen die Optik mit dem Kennzeichen unten am Spritzschutz nicht gefällt, bietet Harley Köln auch einen Kennzeichenhalter an, der zusammen mit der Fa. Kellermann entwickelt wurde und sich oben hinter der Sitzbank montieren lässt. Auf der Rückfahrt zum Händler fällt mir auf, dass ich den ganzen Tag keinen Blinker leuchten gesehen habe. Hat die Harley überhaupt welche? Nach kurzer Suche entdecke ich sie als Mini-LEDs vorne in den Lenkerarmaturen und hinten kaum sichtbar über dem Kennzeichen.
Umso größer ist meine Überraschung, als ich abends beim Blick in die technischen Daten lese, dass die Harley gerade mal eine Reichweite von 158 Kilometern haben soll. Mit einer Restkapazität von 10 Prozent fahre ich wieder bei Harley Köln vor. Zieht man davon noch die Zwischengetankten 7 Prozent ab bin ich an diesem Tag über 200 Kilometer gefahren und habe dabei 98 Prozent der Akkukapazität verbraucht. Dies mag vielleicht nach WMTC-Modus stimmen. Nicht aber, wenn man die Autobahn meidet, sich überwiegend im urbanen Raum oder auf kleinen Landstraßen bewegt und größtmögliche Rekuperation nutzt.
Vom einfachen Handling und der jederzeit souveränen Leistungsabgabe, die je nach gewählter Gasgriffstellung zwischen Gummiband, Expander oder Katapult variiert, auf jeden Fall. Wäre die LiveWire ein Motorrad, das ich mir kaufen würde? Abgesehen von einigen Kleinigkeiten gibt es aber zwei elementare Argumente, die dagegen sprechen. Zum einen ist es die nicht angebotene und vorhandene Transportkapazität. Es gibt keine Koffer, Seitentaschen, Topcase oder „Tankrucksack“.
Fairerweise muss ich sagen, dass diese Kritik auch an alle anderen Hersteller von aktuellen Elektromotorrädern geht. Für die alltäglichen Dinge, wie Regenbekleidung am heutigen Tag oder auch ein mögliches Schnelladekabel, bleibt nur der Rucksack auf dem eignen Rücken. Immer exotischer designt, immer sportlichere Leistungsdaten - aber nicht geeignet für den Einsatz, bei dem Elektromotorräder schon heute die optimale Lösung sind: Der Befriedigung des täglichen individuellen persönlichen Transportbedürfnisses, vor allem im urbanen Raum.
Das zweite Argument ist aber noch entscheidender. Auf den Weg zur Arbeit mal schnell einen Laptop aus dem Home-Office oder eine Thermoskanne verstauen? Nach Feierabend schnell noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt kaufen und unterbringen? Fehlanzeige bei allen aktuell angebotenen Elektromotorrädern! Wenn wir mit unseren Moppeds unterwegs sind, werden wir immer wieder auf die an unseren Sissybars montierten Lederkoffern angesprochen.
Ich hab gerne immer ein Paar Ersatzhandschuhe mit auf meinen Touren, etwas zu trinken , meine Portemonnaie unf ein wenig nützliches Zeug. Zugegeben, schön ist anders. Mancher sieht den montierten ORLETANOS Devil Black Gepäckkoffer auch als Stilbruch an der eher schlanken, chopperähnlichen Streetbob. Und da die Schwingentaschen schon mit Erste Hilfe Päckchen und Warnweste gut gefüllt sind musste ich mir gleich zu Begin der Pandemie 2020 etwas einfallen lassen.
Also mal wieder die Kreditkarte gezückt und per Amazon bestellt. Die Bikertreffs und Pommesbuden an den üblichen Anlaufstellen waren ja im Lockdown geschlossen. Also wurde im Netz gestöbert. Ein Hardcase kam nicht in Frage, also ein Lederkoffer sollte es sein. Und vor allem kein China Köfferchen aus Kunstleder das nach einem Jahr schon die Form verliert. 139 Euro für eine gut gearbeitete Ledertasche ist wirlich recht günstig.
Erfahrungen mit dem ORLETANOS Devil Black Gepäckkoffer
Die Taschen sind sauber vernäht aus wirklich sehr dickem Rindleder das komplett durchgefärbt ist. Zwei Tage später brachte der Postbote dann das riesige Paket mit den 2 Taschen. Auspacken, anschauen… und zufrieden sein. An der Rückseite und am Boden sind Laschen aus dem gleichen Leder aufgenietet, die der Befestigung an der Sissybar und/oder dem Gepäckträger dienen sollen.
Eine Ergänzung dazu habe ich noch. Die Montage ist eigentlich selbsterklärend, trotzdem habe ich dazu ein kleines Video gemacht, in dem ich die wichtigsten Schritte erkläre.Findet ihr unter dem Beitrag. Da ich ich Tasche regelmäßig nutze, und auch mal etwas schwerere Dinge damit transportiere haben sich die hinteren Befestigungslaschen etwas verformt und einige der Nieten lösten sich. Ich habe dann die Lederbänder entfernt und die Tasche mit stabilen Schellen direkt an die Sissyar geschraubt.
Jetzt , nach fast 2 Jahren müssen die Koffer mal wieder gefettet werden aber nur um sie an den Nähten etwas abzudichten. Mein Fazit zum ORLETANOS Devil Black Gepäckkoffer: Lange nicht so ein gut verarbeitetes Produkt gekauft. Ansonsten ist nichts negatives zu vermelden.
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