Harley Davidson Unterhaltskosten: Was kostet das Motorradfahren wirklich?

Motorradfahren ist für viele das schönste Hobby der Welt. Da das Bike in der Regel eine zusätzliche Anschaffung zum Alltagsauto darstellt, hat IMTEST nachgerechnet, auf welche Kosten man sich einstellen sollte.

Welcher Motorradführerschein für was?

Wer den Autoführerschein besitzt, darf damit auch Kleinkrafträder bis 50 Kubikzentimeter Hubraum, 4 kW Leistung und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit bewegen. Alle Zweiräder, die schneller als 45 km/h laufen, erfordern hingegen einen eigenen Führerschein: Die Klasse A1 für Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW lässt sich ab 16 Jahren erwerben, ab 18 dann die Klasse A2 für Krafträder bis 35 kW und - nach zweijähriger Fahrpraxis - ab dem 20. Lebensjahr schließlich die unbeschränkte Klasse A.

Der direkte Einstieg in die „offene“ Klasse A ohne vorherige Motorraderfahrung ist hingegen erst ab einem Alter von 24 Jahren möglich. Die Kosten für einen Motorradführerschein variieren je nach Bundesland und persönlichen Vorkenntnissen stark - 1.500 bis 2.000 Euro sollte man jedenfalls einkalkulieren. Ein paar Hunderter lassen sich sparen, wenn Auto- und Motorradführerschein gleich zusammen erworben werden.

Motorrad kaufen - neu oder gebraucht?

Der Motorradführerschein ist bestanden, jetzt muss ein Bike her! Ein gebrauchtes Motorrad kostet oft nur einen Bruchteil des Neupreises, dafür gibt es freilich keinerlei Garantie. Wer sparen will oder muss, geht nun mal ein gewisses Risiko hinsichtlich künftiger Reparaturen ein. Die Gefahr eines Fehlkaufs wird jedoch geringer, wenn man sich mit der Technik ein wenig auskennt und das Motorrad (teilweise) selbst reparieren kann.

Für eine neue BMW oder Harley-Davidson werden schnell 10.000 bis 15.000 Euro oder auch deutlich mehr fällig. Auch eine gute Harley-Davidson gibt es nicht für kleines Geld, schon gar nicht die großen Modelle. Für eine brauchbare Sportster wechseln mindestens 6000 Euro den Besitzer.

Kfz-Steuer - reguläres Kennzeichen, Saison- oder H-Zulassung?

Das Projekt Motorrad nimmt weiter Fahrt auf: Führerschein und Bike sind vorhanden, nun muss das Zweirad angemeldet werden. Sollte es - wie in den meisten Fällen - ein reines Hobbyfahrzeug für die warme Jahreshälfte sein, bietet sich eine Saisonzulassung an, etwa vom 1. April bis zum 31. Oktober. Wer hingegen auch mal an einem sonnigen Dezembertag einen Ausritt machen möchte, lässt sein Bike mit einem konventionellen Kennzeichen das ganze Jahr über angemeldet.

Ist das Motorrad mindestens 30 Jahre alt, kommt grundsätzlich ein H-Kennzeichen in Betracht. In diesem Fall beträgt die Kfz-Steuer pauschal 46 Euro pro Jahr - womit sich das historische Nummernschild erst ab einem Hubraum oberhalb von 640 Kubikzentimetern rentiert, denn der reguläre Kfz-Steuersatz für Motorräder beträgt 1,84 Euro pro angefangene 25 Kubikzentimeter.

Versicherung - Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko?

In der Haftpflichtversicherung sind Motorräder wesentlich günstiger als Autos. Am Beispiel der Supersportmaschine BMW S 1000 RR mit 207 PS kämen auf den gleichen, bei der HUK versicherten 30-Jährigen rund 620 Euro pro Jahr für die Haftpflichtversicherung zu, darüber hinaus etwa 350 Euro für die Teilkasko (150 Euro SB) - ohne eventuelle Schadenfreiheitsrabatte, wohlgemerkt.

Der Vollkaskoschutz für die BMW S 1000 RR würde allerdings stramme 5.000 Euro kosten (Selbstbeteiligung: VK 300 Euro, TK 150 Euro). Eine 1200er-Sportster kann ab 148 Euro pro Jahr versichert werden.

Was kostet die unverzichtbare Schutzkleidung?

Da ein Motorrad keine schützende Karosserie bietet, muss man mit entsprechender Schutzkleidung - so gut es geht - selbst vorsorgen. Neben dem vorgeschriebenen Helm sind auch Handschuhe mit Protektoren, stabile Schuhe sowie Motorradjacke und -hose beziehungsweise Kombi unverzichtbar. Summa summarum kommen für eine ordentliche Schutzmontur schnell 1000 bis 1500 Euro zusammen - doch das sollte einem die eigene Haut wert sein. Lieber ein nicht ganz so teures Motorrad kaufen und das gesparte Geld in die Sicherheit investieren.

Wartung und Reparaturen

Wer ein nagelneues Bike gekauft hat, wird es, alleine schon aus Gewährleistungsgründen regelmäßig vom Vertragshändler warten lassen. Zumindest für die ersten Jahre. Fiel die Wahl jedoch auf die patinierte Yamaha SR 500 aus den 1980er Jahren für 2000 Euro, wird meist selbst geschraubt und nur in schweren Fällen eine freie Werkstatt konsultiert. In der Vertragswerkstatt kostet die Arbeitsstunde hingegen zwischen 70 und 150 Euro, je nach Region.

Motorräder haben übrigens meist kürzere Inspektionsintervalle als Autos. Die BMW und die Harley bewegen sich langfristig bei den Kosten, grob geschätzt, auf Augenhöhe. In fünf Jahren sollten in den Service jeweils zirka 1500 Euro investiert werden.

Pro und Contra Fahrsicherheitstraining

Das gesparte Geld sollte in die Sicherheit investiert werden, wie etwa eine hochwertige und umfassende Schutzbekleidung und in ein Fahrsicherheitstraining, wie es etwa der ADAC zu Preisen ab rund 200 Euro anbietet. Auch wer sich noch so fest im Sattel wähnt, kann hier unter Garantie noch etwas dazulernen.

Kostenübersicht

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die verschiedenen Kostenfaktoren:

Kostenfaktor Kosten
Motorradführerschein 1.500 - 2.000 Euro
Schutzkleidung 1.000 - 1.500 Euro
Harley Davidson Sportster Versicherung ab 148 Euro pro Jahr
ADAC Fahrsicherheitstraining ab 200 Euro

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