Harley-Davidson Verkaufszahlen Statistik: Aktuelle Markttrends und Analysen

Harley-Davidson hat am 1. Mai 2025 solide Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,07 USD, deutlich über dem Analystenkonsens (0,97 USD). Die Harley-Davidson-Aktie (NYSE: HOG) wird derzeit bei 23,16 USD gehandelt, was einem Rückgang von 0,28 USD (-1,19 %) gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht.

Harley-Davidson befindet sich inmitten eines strategischen Umbruchs. CEO Jochen Zeitz kündigte seinen Rücktritt an, und das Unternehmen sucht derzeit nach einem Nachfolger. Parallel dazu verfolgt Harley-Davidson mit der Strategie „The Hardwire“ das Ziel, sich auf profitable Segmente wie Touring, Cruiser und Trike zu konzentrieren.

Aktuelle Herausforderungen und Strategien

Analysten weisen darauf hin, dass Harley-Davidson mit Herausforderungen wie einem rückläufigen Motorradmarkt, hohen Zinsen und schwacher Konsumnachfrage konfrontiert ist. Wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Kosten und verändertes Konsumverhalten tragen zu dieser Entwicklung bei. Der Rückgang der Einzelhandelsverkäufe um 28 % im ersten Quartal 2025 ist vor allem auf eine schwache Nachfrage in China und Japan zurückzuführen. Der Harley-Mythos funktioniert hier kaum noch, hier will Harley-Davidson aktiv gegensteuern. Mit dem angekündigten Führungswechsel bleibt zu hoffen, dass sich der neue CEO stärker auf die Händlerbasis konzentriert.

Die Bedeutung der Händler

Sie sind nicht nur Vertriebspartner, sondern Träger der Marke vor Ort - mit direktem Kontakt zur Kundschaft, Marktgespür und Investitionsbereitschaft. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten braucht es keine weiteren Einschnitte, sondern ein klares Bekenntnis zur Händlerpartnerschaft. Ein Händler, der Showroom, Events, Werkstatt, Beratung, Social Media und Probefahrten stemmen soll, braucht Spielraum - wirtschaftlich und strategisch. Doch genau dort, wo die Marke eigentlich glänzen könnte, wird es zunehmend stiller. Immer weniger Händler sind bereit, den finanziellen und personellen Aufwand für solche Auftritte zu übernehmen.

Die Gründe dafür sind vielfältig - von steigenden Maut- und CO₂-Kosten über teurere Hotelpreise und logistischen Aufwand bis hin zum fehlenden Personal, das nicht nur verfügbar, sondern auch motiviert sein muss. Was früher selbstverständlich war - mit Bikes und Stand auf Tour zu gehen - wird heute zur betriebswirtschaftlichen Abwägung. Genau hier zeigt sich, wie ernst die Lage inzwischen ist. Wer heute einen Harley-Store führt, muss nicht nur verkaufen - er muss erklären, inszenieren und Vertrauen schaffen. All das kostet Geld.

Laut einer Studie von EventTrack (USA), sagen 85 % der Besucher, dass Live-Markenerlebnisse ihre Meinung über eine Marke positiv beeinflussen - auch wenn sie vor Ort nichts kaufen. Präsenz schafft Vertrauen, Vertrautheit und Nähe. Der direkte Austausch mit echten Menschen - also Händlern, Schraubern, Beratern - ist für viele potenzielle Käufer entscheidend. Auch wenn kein spontaner Kauf stattfindet, bleibt die Marke emotional verankert. Harley ist mehr als ein Produkt - es ist eine Kultur. Und Kultur entsteht durch Begegnung. Wenn Harley-Händler fehlen, stehen oft andere Marken dort - Indian, BMW, Triumph.

Auch die Finanzwelt ist nicht mehr still: Größere Aktionäre fordern Veränderungen im Vorstand. Die Strategie, Umsatzrückgänge durch Profitabilität zu kompensieren, stößt zunehmend auf Kritik. Harley-Davidson hat im ersten Quartal geliefert - zumindest auf dem Papier. Doch auf der Straße sieht es anders aus. Die Händler sind das Rückgrat der Marke. Wenn man sie zu reinen Erfüllungsgehilfen degradiert, nimmt man Harley-Davidson den Motor.

Harley-Davidson in Deutschland

Der amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson wird von einem Deutschen geführt. Jochen Zeitz, ehemals Puma, steht seit 2020 an der Spitze des 1903 gegründeten Unternehmens. Und wie läuft’s? Blickt man auf Deutschland, so fällt auf, dass in der Statistik der Neuzulassungen unter den zehn führenden Herstellern im vergangenen Jahr nur einer kein Plus, sondern ein Minus verzeichnete: Harley-Davidson. In der Top-50-Liste der Krafträder taucht keine einzige Harley mehr auf, eine Schmach. Nun ist Deutschland nicht der Motorradnabel der Welt, aber auch kein ganz unwichtiger Markt. Weltweit ist der Absatz mittlerweile auf deutlich unter 200.000 Einheiten gesunken.

Die Harley-Davidson Zulassungen 2024 zeigen, dass der Markt weiterhin umkämpft ist. Harley-Davidson erreicht bis November 6.836 Zulassungen. Der Marktanteil sinkt von 5,27 % im Vorjahr auf 4,79 %. Die aktuellen Zahlen bis einschließlich Dezember 2024 zeigen, welche Modelle besonders gefragt waren. Die Zulassungszahlen bis einschließlich November 2024 zeigen ein solides Wachstum von +12,9 % im Vergleich zum Vorjahr.

Stärken von Harley-Davidson

Die größte Stärke von Harley-Davidson liegt zweifellos in ihrer einzigartigen Community. Die Kundschaft ist nicht nur extrem loyal, sondern verfügt auch über eine bemerkenswerte Kaufkraft. Was Harley-Davidson auszeichnet, sind die Events rund um den Globus - kein anderer Hersteller kann etwas Vergleichbares vorweisen. Trotz zahlreicher Versuche anderer Marken, etwas Ähnliches aufzubauen, bleibt Harley-Davidson unerreicht. Eine oft unterschätzte Stärke ist das weltweit starke Netz von Vertragshändlern. Zwar wurden im Zuge der strategischen Neuausrichtung einige Märkte verlassen, doch ein Blick auf die Dealer Map in Deutschland zeigt, wie gut die Marke regional aufgestellt ist.

Marktentwicklungen und Wettbewerb

Harley-Davidson steht in einem dynamischen Marktumfeld, in dem Innovation und schnelle Markteinführung entscheidend sind. Das Jahr 2024 endet für Harley-Davidson mit gemischten Ergebnissen, aber 2025 verspricht ein Jahr der strategischen Neuausrichtung und spannender Entwicklungen zu werden. Die Insolvenz von KTM schafft Raum für Harley-Davidson, Kunden zu gewinnen, die Adventure- und Naked-Bikes suchen.

Harley-Davidson plant Berichten zufolge eine neue Variante der Pan America, die stärker auf Straßeneinsatz ausgelegt sein soll. Dieses Modell könnte sich als verkapptes Naked-Bike positionieren und mit der Power des Revolution Max Motors überzeugen. Ab 2025 wird die Euro 5+ Norm in Kraft treten, was bedeutet, dass Motorräder ohne diese Zertifizierung keine Neuzulassung erhalten können.

Der deutsche Motorradmarkt im Überblick (2024)

Laut neuester IVM-Statistik wurden von Januar bis September 2024 über alle Kategorien hinweg insgesamt 186.729 motorisierte Zweiräder neu zugelassen, das entspricht 2,7 Prozent weniger an neuen Fahrzeugen als im gleichen Zeitraum 2023. Im Plus liegen nach wie vor Motorräder mit über 125-Kubik: Dieser wichtige Marktsektor bilanzierte in den ersten neun Monaten der neuen Saison insgesamt 114.736 Neuzulassungen, ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der Löwenanteil des Motorrad-Marktes entfiel auf das Marktsegment Naked-Bike mit 32,33 Prozent, gefolgt auf Platz zwei von der Kategorie Adventure-Bike mit 16,64 Prozent vor Enduro/Supermoto mit 8,97 Prozent und SBK/SSP/Sport mit 8,82 Prozent.

Beim Markenranking der Krafträder über 125 Kubik bildet BMW-Motorrad mit 22.652 Einheiten die Spitze der Statistik (Marktanteil: 19,74 Prozent), wobei der Branchenprimus im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Plus von 5,8 Prozent erzielte. Platz zwei geht an Honda (17.975 Einheiten/minus 8,6 Prozent) und Dritter ist Kawasaki (12.782/plus 9,0 Prozent).

Marktanteile und Veränderungen (2024)

Der Gesamtmarkt weist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 16,2 % aus. 246.870 Motorräder, Roller und 125er wurden im vergangenen Jahr bei der Zulassungsstelle vorstellig. Im Vorjahr waren es lediglich 212.383. Somit ergibt sich ein Zuwachs an Neuzulassungen von 34.487 Zweirädern absolut. Dass die Zahlen keinerlei Aussagekraft haben, zeigt ein Blick auf die Zahlen von Januar bis Oktober 2024. Dort lag der Zweiradmarkt gesamt bei den Neuzulassungen noch 1,8 % unter den Vorjahreszahlen.

Tageszulassungen, die aufgrund der Modalitäten der neuen Euro-5+-Abgasnorm notwendig wurden, wirbeln die diesjährigen Zahlen gehörig durcheinander. Fahrzeuge ohne Tageszulassung, die die neue Norm nicht erfüllen, dürften im Jahr 2025 in aller Regel nicht mehr zugelassen werden.

Die Top-Modelle und Hersteller im Detail

Betrachten wir den Monat Dezember isoliert, so ist KTM mit 3.751 neu zugelassenen Fahrzeugen sogar auf Platz 1 der Zulassungsstatistik zu finden. Der Preis für die meisten Tageszulassungen geht somit eindeutig an die Österreicher. Mit Zero Motorcycles (273/-9,0 %) schafft es ein Hersteller von Elektromotorrädern in die Top 25.

28.581 (Vorjahr: 23.978) neu zugelassene Fahrzeuge der Berliner registrierten die deutschen Kfz-Stellen in den vergangenen 12 Monaten. Das ist ein Zuwachs von 4.603 Motorrädern, wovon der Löwenanteil auf Zuwächse durch die Einführung der BMW R 1300 GS und Tageszulassungen (2.066 Neuzulassungen im Dezember) entfällt.

Bemerkenswert: Über ein Drittel (34,3 %) der in Deutschland neu zugelassenen Motorräder der Marke BMW sind Modelle des Typs R 1250 GS (2.631)/R 1300 GS (7.174). Honda, KTM und Kawasaki folgen auf den Plätzen zwei, drei und vier.

Die beliebtesten Zweiräder und Roller

Die Vespa GTS Super 300 führt die Zulassungsstatistik des Gesamtmarkts mit 7.385 Neuzulassungen an, noch vor der BMW R 1300 GS (7.174). Der Rollermarkt wird weiterhin von Vespa (18.104/+4,3 %) dominiert, mit deutlichem Vorsprung vor Honda (9.157/+0,7 %) und Piaggio (5.185/+0,2 %). Yamaha und Suzuki weisen die größten Zuwächse aus.

Top 30 der beliebtesten Motorradmodelle in Deutschland (2024)

RangMarkeModellZulassungen 2024Dezember 2024
1VespaGTS 300 SUPER7.385969
2BMWR 1300 GS7.174270
3VespaGTS 125 SUPER5.658435
4KawasakiZ 9004.12697
5VespaPRIMAVERA 1253.942239
6HondaCB 750 HORNET2.93543
7BMWR 1250 GS2.63185
8HondaXL 750 TRANSALP2.581332
9YamahaMT-072.51248
10HondaCB 125 R2.507121
11KTM690 SMC2.285633
12YamahaTÉNÉRÉ 7002.255429
13BMWF 900 R2.205128
14YamahaMT-1252.20061
15KawasakiZ 6502.17325
16HondaFORZA 1252.164152
17Husqvarna701 SUPERMOTO2.163482
18KTM790 DUKE1.977462
19PiaggioMEDLEY 1251.934230
20BetamotorRR 1251.917131
21KTM1290 SUPER DUKE R1.916411
22HondaCBR 650 R1.91128
23YamahaMT-091.86659
24KTM125 DUKE1.79574
25ApriliaSX 1251.779230
26SuzukiGSX-S 1251.652514
27HondaCRF 1100 AFRICA TWIN1.59165
28BrixtonBX 1251.549554
29Fantic MotorMOTARD 1251.528317
30HondaCMX 500 REBEL1.500212

Elektromobilität im Zweiradsektor

Verlierer des Jahres sind Elektroroller mit einem Minus von 43,0 %. 240.958 neu zugelassenen Verbrennern stehen 5.387 Stromer gegenüber (Zweiräder gesamt). Die Quote elektrifizierter Fahrzeuge beträgt somit 2,2 %. Im Vorjahr waren es noch über 4 %. Die Anzahl neu zugelassener Elektromotorräder reduziert sich um 4 % auf 427. Dem gegenüber stehen 151.754 Verbrenner-Motorräder (+21,1 %). Motorräder mit Hybrid-Antrieb, die ausschließlich von Kawasaki angeboten wurden, kommen auf 523 Neuzulassungen. Die Quote neu zugelassener Elektromotorräder sank von 0,35 auf nun 0,28 %.

Aktuelle Zulassungszahlen und Trends (Juli 2025)

Nachdem BMWs Wollmilchsau bereits im Vormonat nur auf dem zweiten Platz der Zulassungszahlen lag, verliert man nun auch diesen und landet, den gesamten Zweiradmarkt betrachtend, hinter der Kawasaki Z900 und der Vespa GTS 310 Super gar nur auf Rang drei. Im Monat Juli wurden im Jahr 2025 exakt 659 neue BMW R 1300 GS zugelassen, im Jahr 2024 waren es 702. Dies entspricht einem Rückgang von 6,1 %. Von Januar bis Juli insgesamt wurden 6.004 R 1300 GS neu zugelassen, das sind 395 mehr als im Jahr 2024 und somit ein Plus von 7,1 %.

BMW Motorrad konnte in dem geschrumpften Markt seinen Anteil von 25,6 im ersten Quartal des Vorjahres auf jetzt 29,1 Prozent ausbauen, verkaufte in diesem Zeitraum jedoch fast 3.000 Motorräder weniger. Mit minus 32 Prozent traf es die Münchner jedoch weniger stark als den Gesamtmarkt (-41 %). Besonders hart hat es die von der Insolvenz gezeichnete Marke KTM erwischt.

Neuzulassungen nach Hersteller (nur Motorräder, Juli 2025)

RangMarkeAnzahlMarktanteilVeränderung (Vorjahr)
1Honda2.48020.50 %+ 20.1 %
2BMW2.39119.77 %+ 2.8%
3Kawasaki1.92215.89%+ 23.2%
4Yamaha9968.23%- 7.9%
5Ducati6755.58%- 2.5%
6Triumph6135.07%- 5.7%
7Harley-Davidson4683.87%- 23.2%
8Aprilia3863.19%+ 8.7 %
9Suzuki3192.64%- 38.3 %
10CF Moto3102.56%- 1.3 %

Der Zweiradmarkt nach Fahrzeugklassen zeigt, dass im Jahr 2025 in Deutschland 110.412 Zweiräder neu zugelassen wurden. Das sind 25,6 % weniger als bis zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr (148.398). Die Begründung ist weiterhin bei der Einführung der Euro-5+-Norm zu suchen sowie bei den zahlreichen damit verbundenen Tageszulassungen, die in der aktuellen Statistik fehlen.

Der Zweiradmarkt nach Motortyp

Elektro geht offensichtlich auch ohne BMW. Die Stromer legen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18,9 % an Neuzulassungen zu. Verbrenner liegen mit 26,5 % weniger Neuzulassungen ziemlich genau auf dem Niveau der aktuellen Marktzahlen, die um 25,6% nachgeben. Kawasakis Hybridmotorräder fallen im Jahr 2025 deutlich ab.

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