Eine traditionell starke Harley-Davidson Szene gab und gibt es auch in Österreich. Bereits im Jahr 1923, also zwei Jahre vor Deutschland, eröffnete der erste Vertragshändler in Wien eine Niederlassung.
Dieses Buch beleuchtet die hochinteressante Geschichte der Marke und ihrer Fahrer in der Alpenrepublik, von den Zwanziger Jahren, bis in die Nachkriegszeit. Mit vielen bisher unveröffentlichten Bildern, darunter wirklich phänomenale Aufnahmen, zeigen die Autoren, wo und wie Biker und Bikerinnen in der jeweiligen Ära ihre Maschinen einsetzten.
Die schönen und beindruckenden Landschaften Österreichs bilden dabei natürlich den spektakulären Hintergrund. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Abbildungen von zeitgenössischen Prospekten und Anzeigen.
Die Anfänge in Wien
Fischer´s Harley-Davidson in Wien feierte 2017 sein 60-jähriges Firmenjubiläum. Begonnen hat alles im vierten Wiener Gemeindebezirk, als Ferdinand Fischers Vater 1960 mit dem Handel von Autozubehör startete und kurz danach auch die Chance im Motorradzubehör erkannte.
Als Ferdinand Fischer begann, die Fäden im Unternehmen zu ziehen, war für ihn bald klar, dass er einerseits unter dem Geschäft mit dem Autozubehör einen Schlussstrich ziehen und andererseits neben dem Zweiradzubehör auch die Motorräder selbst ins Programm aufnehmen musste.
„Nach einem kurzen Intermezzo als Suzuki-Händler, das ich bald wieder beendete, habe ich Harley und Harley mich gefunden“, rekapituliert Ferdinand Fischer die Firmenhistorie.
Seitdem dealt Fischer´s Harley-Davidson frei nach dem Motto: »Wir verkaufen Freiheit, Emotion pur und ein Stück Geschichte - das Motorrad bekommst du gratis dazu!« und hat laut Meinung der Biker-Gemeinde einiges dazu beigetragen, dass die Marke »Harley-Davidson« in Österreich und das damit in Verbindung stehende Lebensgefühl jenen Stellenwert erreicht hat.
„Ich habe immer danach getrachtet, unser Unternehmen organisch wachsen zu lassen“, ergänzt Fischer. Der nächste Schritt war damit logisch - da Harley-Davidson für Community steht, folgte die Eröffnung von Fischer´s American Restaurant: „Der Mensch ist ein Gemeinschafts- und Gesellschaftswesen - dieser Sehnsucht wollen wir mit dem Steakhaus Genüge tun.
Das Schöne daran ist, dass unser Restaurant auch von vielen Nicht-Harley-Fahrern besucht wird - zum einen, weil ihnen das Feeling und die Möglichkeit der Kommunikation auf Augenhöhe mit allen hier gefallen und sie anspricht und zum anderen wegen der Qualität, die unsere Küche zaubert.
Wir unterscheiden uns nicht zuletzt auch wegen der hochwertigen Lebensmittel, die wir einsetzen, von unserem Mitbewerb“, betont Fischer der, wie er ihn nennt, den »Harley-Marxismus« »Bei uns sind alle gleich« lebt, wie kaum ein anderer.
Nach Motorradverkauf, -Werkstatt, -Zubehör, Restaurant und Tattoo-Studio ist mit der vor Kurzem ins Leben gerufenen Autowerkstatt am Standort Triesterstraße der bislang letzte Schritt im Unternehmenswachstum geglückt: „Jeder Kunde, der möchte, kann uns auch sein Auto anvertrauen - ganz egal, welche Marke.
Mit unserem Rudi haben wir einen echten Mechaniker in unseren Reihen - einen Spezialisten, der tatsächlich noch reparieren kann und der seit 26 Jahren an Oldtimern schraubt.
Der nächste Generationswechsel ist bereits vollzogen - Ferdinands Sohn Johannes hat die Geschäftsführung übernommen und kümmert sich um die operativen Belange, vor allem in Bezug auf Harley-Davidson.
Bereits seit 1999 ist Ferdinand Fischers Bikestore im Süden Wiens einer der zentralen Treffpunkte der Harley-Davidson-Fangemeinde. Doch mit den Jahren wurde es am Standort Triesterstraße schließlich zu eng.
Vor rund einem Jahr begann dann der große Umbau am Standort von Fischer´s Harley-Davidson in Wien: „Wir brauchten einfach mehr Platz - sowohl für die Verkaufsflächen und die Werkstatt als auch für das Restaurant. Darüber hinaus hatte man auch bei Harley-Davidson selbst Vorstellungen, die es umzusetzen galt.
Somit ist das Ergebnis des Umbaus eine Co-Produktion aus Harley-Company und Harley-Fischer. »Größer, höher, gschmackiger« war auch die Devise beim Neubau des Restaurants.
Die Harley-Davidson Community in Wien
Alle Harley Fans in und um Wien herum wird es freuen: Zu dem etablierten Harley Händler „Fischer’s Harley-Davidson Wien“ gesellt sich der neue Vertragshändler „Harley-Davidson Center Wien“.
Auf einem Grundstück von rund 4000 m2 entsteht derzeit ein Gebäude mit Schauraum, Werkstatt, großem Fashion-Bereich und einer Fläche von 1100 m2. Außerdem wird Pablo Spitzer, führender Airbrusher Österreichs, die Maschinen veredeln.
Den etablierten Händler „Fischer’s Harley-Davidson Wien“ findet man nach wie vor in der Triesterstr. Der Weg zum nächstgelegenen Händler wird also in Wien immer kürzer.
Fischer´s American Restaurant gilt nicht nur unter den Harley-Davidson-Fahrern als heißer Tipp - schon seit Jahren ist Ferdinand Fischer mit seinem Lokal Treffpunkt für alle Steak- und Burger-Fans.
Selten, dass einem Harley-Davidson-Fahrer kalt ist. Schon alleine beim Gedanken an sein Bike wird ihm warm ums Herz. Und wenn er bei Fischer´s American Restaurant in der Triesterstraße 260 einen Zwischenstopp macht, um den Harley-Community-Gedanken zu pflegen und einen Burger mit dem klingenden Namen »Fat Boy« oder »Route 66« zu essen, schon gar nicht.
Meilensteine der Harley-Davidson Geschichte
Was in der Harley Geschichte immer ein bisschen mitspielt ist das "Timing" der einzelnen Daten! Alle 5 Jahre werden die Harley-Davidson Geburtstage international gefeiert - und in Milwaukee, Geburtsort der Marke. Hier ein Rückblick auf vergangene Events und die Feierlichkeiten zum 120. Firmenjubiläum.
Gründung der Company (1903)
In diesem Holzschuppen wurde das erste Harley-Davidson Motorrad montiert. (Die Broschüre aus dem Jahr 1908 verkündet das „Five Years Ago“ das erste Motorrad gebaut wurde. Stand 1908: 3 1/4 PS.
1. Weltkrieg (1918)
Der Erste Weltkrieg war in vollem Gang, endet aber zur Überraschung aller am 11. November 1918 mit einem Waffenstillstand. Harley-Davidson macht einen geschickten Schachzug, da es nicht die ganze Produktionskapazität dem Militär anbietet. (Das Ende in 1918/19: Nach dem Waffenstillstand wandern die Amerikanischen Motoräder auf riesige Schrotthalden in Frankreich. Oder werden entlang der Amerikanischen Vormarsch-Routen und in den Besatzungszonen verkauft.
Harley sucht neue Märkte (1923)
Harley-Davidson war der nach Produktionskapazität größte Motorradhersteller der Welt, hatte aber zunehmend Probleme Kunden im eigenen Land zu finden. Statt zu feiern suchte man neue Märkte in Japan und kürzte das Rennbudget. (20 Jahre nach dem Schuppen steht in der Juneau Avenue die heute denkmalgeschützte „Factory“.
Grund zum Feiern (1928)
Zum 25. (Fundsache zum 120. Geburtstag: 1929 lässt sich für Budapest ein offizieller Harley-Dealer nachweisen!
Depression-Ära (1933)
Es war eines der schwärzesten Produktionsjahre in der nunmehr seit Oktober 1929 andauernden „Depressions-Ära“: Von 22 Modellen im Programm erreichen nur die VL (886) und VLD (780) nennenswerte Stückzahlen. (Die „Bird“ Lackierung gab es nur im Modelljahr 1933.
Gründung Sturgis Rally (1938)
Zum 35. (Das Enthusiast-Cover vom Mai 1938 hatte nichts mit der Sturgis Rally zu tun. Die fand erst am 14. August des gleichen Jahres statt.
2. Weltkrieg (1943)
Unpassend zum 40. Geburtstag ist mal wieder Weltkrieg angesagt. (Die Enthusiast Cover der Kriegsjahre - insbesondere in 1943 - sind von WLA’s in Training und Einsatz dominiert.
Harley beschenkt sich selbst (1948)
Im November fährt man die versammelten Dealer der Marke zum Capitol Drive in Wauwatosa, um die neu erworbene Propellerfabrik vorzustellen. (Eine der gefragtesten Harley’s: Die erste Panhead von 1948 hatte noch Springergabel und Fahrwerk der Knuckle. Das 125 ccm Modell S sollte neue und jüngere Kunden zu Harley bringen.
50 Years Harley-Davidson (1953)
Die Verkäufe sinken um schockierende 20% und das Jubiläumsgeschenk kommt von der Konkurrenz: Konkurrent Indian schließt die Tore und lässt Harley-Davidson als einzigen namhaften Motorradhersteller der USA zurück. Zudem hat man sich diesmal in Milwaukee auf das Jahr 1954 als 50. Geburtstag der Marke eingeschossen. (Schon in der Oktober-Ausgabe 1953 der Zeitschrift „American Motorcycling“ wird das anstehende Harley-Davidson Jubiläum groß angekündigt.
Keine Gründe für Jubelfeiern (1958)
1958, 1963, und 1968 gibt es erneut keine Gründe in Jubelfeiern auszubrechen. Tatsächlich steht die Firma 1968 kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und schließt sich am 18.
Von Umbrüchen und Pech bei der Planung (1973)
Der exakte Zeitpunkt des Umzugs der Motorrad-Endmontage von Milwaukee nach York ist noch immer umstritten - vermutlich weil es auch nicht ohne Probleme ablief. Zeitzeugen sind schwer zu finden. Quellen berichten von 1971-72 - und AMF steckte jede Menge Geld in den Umzug und die Modernisierung der Produktion. Auch die neue Endmontage in York musste eingerichtet werden, war die Fabrik doch im 2. (Die „Super Glide“ von 1973 war ein Verkaufserfolg aus der Designschule von Willie G.
Anniversary-Editions (1976)
Was Harley-Davidson wieder in positives Licht rückte, war ein anderer, viel größerer Geburtstag: 200 Jahre Unabhängigkeits-Erklärung der USA. Die ersten „sonderlackierten“ Motorräder hatte Harley-Davidson nicht zu einem eigenen Geburtstag aufgelegt, sondern für die 200-Jahr Feier der USA in 1976.
Sternfahrt der Manager (1978)
Zum 75. Geburtstag fuhren eine Anzahl Manager von sieben Startpunkten aus in einer Sternfahrt nach Louisville/Kentucky und besuchten dabei über einhundert Harley-Dealer.
Gründung der HOG (1983)
Harley-Davidson hatte einmal mehr andere Probleme als große Geburtstagsparties zu schmeißen.
Stadtfest von Milwaukee (1988)
1988 brachte dann endlich den ersten Durchbruch nach langer Durststrecke. Es war der letztliche Erfolg der zurückgekauften Selbständigkeit, die Gründung von HOG 5 Jahre zuvor und steigende Verkaufszahlen, welche den 85. (1988 versuchte Harley-Davidson mit einem eigenen Comic in den Markt von Marvel und DC einzubrechen. Die Ähnlichkeit des Cover-Bikers mit Willie G. Davidson ist sicher nicht zufällig.
Über 100.000 Teilnehmer (1993)
Zum 90. (Noch waren die Harley-Geburtstage ein Nationales Phänomen und wurden in den Amerikanischen Zeitschriften abgehandelt.
Stundenlange Parade (1998)
Der 95. (Zum 95. war der Harley-Boom in vollem Gang und die Zahl der Modelle mit „Jubiläumslack“ explodierte. Wer konnte „adelte“ seinen Anniversary Tank mit einer Unterschrift von Willie G.
Rund um den Globus (2003)
Zum 100.
Museums Eröffnung (2008)
Der 105. Geburtstag wurde international nicht mehr ganz so pompös gefeiert, aber die Orte der „100th Anniversary Tour“ hatten sich inzwischen ohnehin als feste Harley-Davidson Events etabliert. (Familientreffen vor der Kulisse der Juneau Avenue Fabrik: Fast die gesamte Harley-Davidson Familie präsentiert sich auf dem Parkplatz der „Factory“ beim 105.
Alle Wege führen nach Rom (2013)
Dass Rom ein ziemlich cooler Austragungsort für einen Harley-Davidson Geburtstag sein würde war nicht nur den Italienischen Harley-Ridern klar! So viele Touren-Option auf dem Weg über die Alpen, so viele Routen durch Toskana und um die „Ewige Stadt“ herum - und die Sehenswürdigkeiten aus 3.000 Jahren Geschichte warteten nur darauf mit dem Motorrad „erfahren“ zu werden. (Mit der Harley-Parade vorbei an Colloseum und Kaiserpalästen war nur eins der Highlights beim 110. Geburtstag in Europa.
Harley Donner an der Donau! (2023)
120 Jahre Harley-Davidson! Auch für die Ungarische Hauptstadt wird im Juni 2023 der absolute Harley-Davidson Ausnahmezustand herrschen! Die Stadtteile Buda und Pest bieten zahlreiche historische Stätten, die Gastfreundschaft der Ungarn ist bekannt - und neben dem Plattensee bieten sich zahlreiche Touren durch die Pußta und entlang der Donau an: Passau - Linz - Wien - Bratislava.
Ungarn selbst besitzt ein überaus lebendige Custombike und Motorradszene, Erdös Csabas ist einer der bekanntesten Buell Stuntprofis und selbst Dragsterrennen haben hier eine große Fangemeinde.
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