Viele Besitzer eines Reisemobils kennen den Spruch: „Wenn Du einen Hobby hast, brauchst Du kein anderes Hobby mehr“. Doch oft ist genau das Gegenteil der Fall. Die Pflege und der Erhalt eines Hobby 600 sind schon Hobby genug, aber es wird besonders interessant, wenn man zusätzlich zwei kultige Harleys besitzt. Die Frage ist dann, wie man am besten zum nächsten Harley-Treffen kommt, ohne einen Motorrad-Trailer zu benötigen.
Was sich so einfach anhört, ist natürlich eine echte Herausforderung. So war meine Antwort, als unser User 162-DRUH im Forum die Frage stellte: „Hat jemand schon einmal einen Hobby 600 mit Heckklappe gesehen ?? Gibt es überhaupt eine technische Möglichkeit so etwas zu realisieren ohne Stilbruch zu betreiben ?“ kurz und knapp: „Nein.
Mittlerweile sind sechs Monate vergangen und ich muss meine Antwort korrigieren. Beim Jahrestreffen 2017 in Bad Mergentheim hatte ich Gelegenheit, den Umbau von Gerd und Marina zu besichtigen. Auch wenn noch nicht alles ganz fertig und die beiden Harleys nicht dabei waren, so lohnt es sich doch, diesen Umbau einmal vorzustellen.
Umbau eines Hobby 600 für den Harley-Transport
Für die Papiere handelt es sich um einen Umbau zum Transport eines Elektrorollstuhls. Vor dem ersten Schnitt in der Heckwand erfolgten zahlreiche Gespräche mit den Sachverständigen des TÜV und Versuche mit der Klapprampe. Dazu wurde zunächst das Heckbett entfernt. Schließlich musste der „Rollstuhl“ ja irgendwo stehen. Dann wurde zunächst das Heckfenster durch eine Platte ersetzt. Nun stand eine durchgehende stabile Fläche für den Ausschnitt zur Verfügung. An den geplanten Schnittkanten wurden von innen Verstärkungen eingebracht. Schließlich sollte das ausgeschnittene Mittelteil später als Heckklappe herhalten.
Besonderes Augenmerk galt der Verbindung Dach./. Rückwand, da hier die Befestigung der neuen Heckklappe erfolgte. Diese war natürlich als Scharnier ausgebildet. An den Verstärkungen der Schnittkanten wurden passende Gasdruckdämpfer befestigt. Sie erleichtern das Öffnen und Schließen der Klappe. Die hintere Kante des Fußbodens musste zur Aufnahme der Klapprampe entsprechend verstärkt werden, zumal die Befestigung an der Stoßstange wegfiel, da sie mit der Klappe geteilt wurde. Alle Schnittkanten werden in einer späteren Phase noch mit Blech verkleidet.
Insgesamt waren 7 Besuche bei 3 verschiedenen Prüfingenieuren notwendig. Dabei ging es u.a. um erforderliche Anzugsmomente der Befestigungsschrauben und ob da oder dort besser eine Schlossschraube verbaut werden sollte. Letztendlich bekam der Umbau des Hecks aber den Segen des TÜV und wurde somit auch in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Das fehlende Heckbett störte dabei ebenso wenig, wie die Zurrpunkte der Ladungssicherung. Damit war der erste Teil des Projektes abgeschlossen.
Teil 2 besteht aus einer Auflastung auf 3500 kg bei gleichzeitiger Reduzierung des Leergewichtes. …und außerdem muss der Innenraum so umgestaltet werden, dass man zwei Harleys hintereinander hinstellen bzw. Also wurde zunächst der Frischwassertank unter der Sitzbank entfernt und durch zwei 10l- Wasserkanister mit Pumpenschluss ersetzt. Mehr Wasser gibt es für unterwegs nicht. Der Abwassertank unter dem Fahrzeugheck musste im Zuge der Verstärkungsmaßnahmen am Fußboden bereits entfernt werden.
Wie man jetzt schon sieht, ist die Benutzung des Hobby 600 als Wohnmobil mit möglichst langer autarker Stehzeit ziemlich eingeschränkt. Da Gerd und Marina aber eh Campingplätze ansteuern wollen, nehmen sie dies in Kauf und gingen sogar noch einen Schritt weiter: Die komplette Gasanlage einschließlich Kocher und Heizung wurden ausgebaut. Neben der Gewichtsersparnis kommt hier nämlich noch ein anderer Aspekt zum Tragen. Der Möbelbau musste schmaler gemacht werden, damit die Motorräder nach vorne durchgeschoben werden können. … und da war die Heizung einfach im Weg. (Sie soll eventuell durch eine Diesel-Luft-Heizung ersetzt werden).
Anpassung der Inneneinrichtung
Beginnen wir mit der Betrachtung der Inneneinrichtung im Heck. Das Heckbett wurde so umgebaut, dass die Lattenroste und Matratzen in Fahrzeugmitte geteilt sind und jeweils zu den Seiten hochgeklappt werden können, wenn ein Motorrad mitfährt. Das nächste Hindernis sind Waschraum und Kleiderschrank mit Heizung. Selbst ohne das Sideboard sind die 60 cm für den Lenker nicht breit genug. Also heißt es Platz schaffen. Wie vorher schon erwähnt, wurde die Heizung komplett ausgebaut. Der Kleiderschrank wurde im unteren Bereich zusätzlich um ca. 10 cm schmaler gemacht.
Ein etwas größeres Problem tat sich auf der anderen Seite mit dem Waschraum auf. Die Eingangstür und die Wände wurden, bzw. werden noch, so umgestaltet, dass sie bei Nichtbenutzung des Waschraums wie ein Slider zur Wand geschoben werden können. Die geschlossenen Schränke unter der Spüle und der Absorberkühli wurden ausgebaut und durch offene Regale ersetzt. Ein kleiner Kompressorkühlschrank steht auf der Spüle und ist später auch mit verspanntem Motorrad erreichbar. Zum Kochen dient eine Induktionskochplatte mit 230V Anschluss; man steht eh auf einem Campingplatz.
Herausforderungen und Lösungen
Beim Jahrestreffen waren noch nicht alle Details umgesetzt. Zwischenzeitlich ist das Projekt fortgeschritten. Der Sachverständige wollte auf Grund der eingetragenen Achslasten von 1600 kg vorne und 1700 kg hinten nur ein zulässiges Gesamtgewicht von 3300 kg eintragen. Das Gutachten von FIAT erkannte der Gutachter nicht an und von Peugeot ist keine Freigabe zu bekommen. So wurde die Waage nun der bevorzugte Parkplatz. Auch musste die Anordnung der Motorräder leicht geändert werden um eine bessere Lastverteilung zu bekommen. Es ist zwar knapp, aber passt.
Ich kann mir die Situation auf dem Campingplatz schon gut vorstellen: Gerd und Marina werden mit ihrem Hobby 600 vorfahren, die große Klappe öffnen, zwei Harleys herausholen ….und die Nachbarn werden drum rum stehen und den Mund vor lauter Staunen nicht zu bekommen.
Alternativen: Harley Davidson und Wohnmobil mieten
Für diejenigen, die sich den Umbau nicht zutrauen oder lieber flexibel bleiben möchten, gibt es die Möglichkeit, sowohl Harley Davidson Motorräder als auch passende Wohnmobile zu mieten. So können Sie ihren Traum auf 2 Räder inklusive Anhänger mieten und mit einem tollen Gespann in Urlaub fahren. Genießen Sie die Freiheit vor Ort und erkunden Sie die Urlaubsregion nochmal auf eine ganz neue Art und Weise. Die beiden Motorräder der Marke Harley-Davidson können auch so gemietet werden.
Alle Fahrzeuge sind von Harley-Davidson und werden nach den aktuellen Standards von Harley-Davidson gewartet und gepflegt. Weitere Modelle stehen auf Anfrage noch zur Verfügung. Die Sport Glide ist die Harley für ihre gemütlichen Ausflüge auch zu zweit. Die Night Train ist ein richtiger Oldtimer. Die Harley für ihre retro Ausflüge mit einem wirklichen Klassiker.
Ahorn Camp 660 Eco/Harley-Davidson E-Glide: Ein Vergleich
Zwei grundverschiedene Wege zum Glück, nur der Startpunkt ist gleich: Ahorn-Camper und Harley kosten beide gut 36.000 Euro. Mit 110 auf der Autobahn, da surften wir plötzlich nebeneinander, wie im Gleichklang. Die Harley bei 2200 Touren entspannt wie im Auge des Taifuns, der Ahorn so gemütlich gelassen, dass niemand fragt: "Sind wir bald daha?" Nein, die Reise könnte ewig so weitergehen.
Glück lässt sich auf zwei und auf vier Rädern finden. Zwei Redakteure, eine Frage: Was macht glücklicher - Harley oder Wohnmobil? Eine ganz schwere Kiste. Auch weil der Weg zum Glück so anders aussieht: hier sechs Betten im Ahorn Camp 660 Eco, dort zwei Sessel auf der voll ausgestatteten Electra Glide. Nur dass das Budget-Mobil und der Luxusdampfer mit gut 36.000 Euro gleich teuer sind.
Unterwegs sollten Wohnmobil und Motorrad die Rollen tauschen und beweisen, ob sie auch den Kick des jeweils anderen liefern können. Cruist der Ahorn-Fahrer so entspannt wie der Ami-Tourer und taugt er am Ziel fürs Posen oder zumindest eine Chrompolitur?
Der Electra Glide haben wir Ravioli, Gaskocher und Mikado in die Koffer gepackt, denn wer sagt, dass die Harley kein Strandleben besitzt? Natürlich alles streng subjektiv, weil sich das Glück nicht messen lässt. Aber es kann so unermesslich naheliegen. Die Bequemlichkeit und grundsolide kulinarische Versorgung findet der Globetrotter natürlich im Wohnmobil.
Technische Daten im Vergleich
| Technische Daten | Ahorn Camp 660 Eco | Harley-Davidson Electra Glide Ultra Limited |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn quer | Zweizylinder, luft-/wassergekühlt, quer eingebaut |
| Hubraum | 2300 cm³ | 1745 cm³ |
| Leistung | 92 kW (125 PS) bei 3500/min | 67 kW (91 PS) bei 5450/min |
| Max. Drehmoment | 320 Nm bei 1500/min | 153 Nm bei 3250/min |
| Vmax | 151 km/h | 175 km/h |
| Tankinhalt | 105 l | 23 l |
| Leergewicht | 2700 kg | 413 kg |
Haus oder Harley? Beides wäre wohl dann doch zu teuer - schade.
Die Zielgruppe: Baby-Boomer und ihr Wunsch nach Komfort
Lange hat es gedauert, bis die Marktforscher das Profil der Wohnmobil-Zielgruppe gefunden hatten: die wohlhabende und wachsende Generation der sogenannten Baby-Boomer. Das Potential kann nach Harley-Berechnungen in den nächsten Jahren sage und schreibe zehn Millionen zusätzliche Kunden bringen: Sie werden im Alter zwischen 45 und 65 Jahren sein und verfügen über ein Durchschnittseinkommen von jährlich rund 100 000 Mark und mehr.
Dieser Klientel genügt nicht allein ein starker Motor für ihr Wohnmobil. Der Kunde soll auch unterwegs nicht auf den gewohnten Komfort verzichten müssen, heißt das Motto für den Luxus auf Rädern. Gefragt sind Klimaanlage und vor allem viel Platz für die ganze Familie, der sich bei einigen Modellen dank ausziehbarer Wände leicht um ein paar Quadratmeter vergrößern läßt.
Mit 400 PS unter der Haube müssen die Fans allerdings für einen Rambler bis zu einer Viertelmillion Dollar zahlen.
Harley-Davidson als Teil einer neuen Lebensart
(SZ vom 20.05.1995) Rocker, Hells Angels, Easy Riders: Wer sich in den Sechziger Jahren ein Motorrad leisten konnte, für den mußte es schon eine Harley-Davidson sein. Doch die Rocker-Generation hat ausgedient. 'Born to be wild' heißt heute: 'In aller Ruhe über die Straße fahren.' Freiheit und Alltags-Abenteuer sind längst vergessen. Aus den 'Wilden der Sechziger' sind heute Geschäftsleute, Manager, Ärzte und Anwälte mit Bauch geworden, die für sich und ihre Familien ein neues Fahr-Image suchen.
Für sie bedeutet 'Harley' Erfolg, gepaart mit Gelassenheit und Romantik - und auf beides wollen sie auch heute nicht verzichten. Dies führte bei Harley- Davidson in Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) zu einer neuen Firmenstrategie.
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