Harley Davidson XR 1200 Auspuff im Test: Sound, Leistung und Verfügbarkeit

Die Harley-Davidson XR 1200, präsentiert im Jahr 2008, war ein unerwartetes Modell. Wer am nächsten Treff herausstechen möchte, könnte zu diesem Ami Naked Bike greifen, da die Anzahl an Gebrauchten gering ist. Harley-Davidson ist ein Hersteller, dessen Geschichte von sportlichen Erfolgen durchdrungen ist. Harley Europe erkannte Mitte der 2000er Jahre, dass Flat Track immer beliebter wurde, und forderte ein europäisches Modell von Harley anstelle der auf die USA ausgerichteten Modelle. Sie wünschten sich ein luftgekühltes V-Twin Modell, das kein Tourer war, sondern echte sportliche Fähigkeiten besaß.

Die XR1200 schien die Erwartungen zu erfüllen, als sie im Jahr 2008 auf den Markt kam und mit einer Rennserie zeigte, dass es sich nicht um ein Show-Bike handelte, sondern dass man mit ihr tatsächlich auf der Rennstrecke fahren konnte. Die XR fiel in Ungnade, die Verkaufszahlen sanken und sie wurde nach nur fünf Jahren aus der Modellpalette gestrichen. Doch mit wachsender "Hipster"-Kultur, Customizing und Flat Track wurde die XR1200 plötzlich beliebt. Heute wechseln sie für nur einen Hauch weniger Geld den Besitzer, als sie vor zwölf Jahren brandneu waren!

Der Sound und die Leistung der XR 1200

Wenn du eine XR1200 fährst, ist es unmöglich, nicht zu lächeln. Der große V2 rumpelt mit tollem Sound in typischer Harley-Davidson-Manier und produziert dabei jede Menge Temperament und Vibrationen. In Kurven ist das Chassis sportlich und nicht instabil und sie fühlt sich nie unausgewogen an. Zusätzlich sieht die XR1200 umwerfend aus, besonders in Harley-Racing-Orange.

Der Artikel befasst sich mit dem Thema Auspuffanlagen für die Harley Davidson Sportster, insbesondere im Hinblick auf Soundverbesserungen. Denn wenn anstelle eines kernigen Potatopotatopotato nur ein müdes Pffftpfffftpffft dem Auspuff entweicht, besteht Handlungsbedarf. Bei keinem anderen Fabrikat so sehr wie beim US-Schwermetall.

Ein anständiger Sound gehört nicht zum Einstiegspreis, denn eines gibt’s bei Harleys Einstiegsdroge nicht: anständigen Sound. Nun kann man kaum behaupten, dass sich ab Werk die großen Schwestern der Sportster soundmäßig wesentlich besser aus der Affäre ziehen, doch bei denen fällt das leidige Thema dank serien­mäßiger Klappensysteme im Auspufftrakt nicht ganz so auf. Dyna, Softail und Touring-Modelle klingen serienmäßig immerhin langweilig, doch eine Sporty im Serientrimm klingt einfach nur scheiße. Um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.

Test verschiedener Auspuffanlagen für die Sportster

MOTORRAD unternahm einen ersten Versuch, ein interessantes Testfeld zusammenzubekommen, scheiterte im Sommer 2012. Es war auffällig, wie abgeschottet ein Teil der Harley-Zubehör-Szene immer noch agiert. Zum Teil gab es sehr einsilbige Absagen auf die schriftlichen MOTORRAD-Anfragen, zum anderen noch nicht einmal das.

Umso erfreulicher war es, dass beim zweiten Versuch auch Anbieter zusagten, deren Anlagen vor ein paar Monaten noch nicht serienreif waren: Die Test-Teilnahme von Miller und Dr. Jekill & Mr. Hyde stellte sich als Glücksfall heraus, bewiesen doch die beiden brandneuen Anlagen im Test recht eindrucksvoll, zu was gut gemachte Auspuffanlagen an einer Harley fähig sind. Die beiden Anlagen stellen auch die beiden Extreme in diesem Test dar. Zum einen die günstige, auch von ambitionierten Hobbyschraubern zu bewältigende Slip-on-Anlage von Miller. Zum anderen die nur von Profis zu montierende Jekill & Hyde-Anlage mit ihrem elektronisch gesteuerten Klappensystem, die inklusive Einbau auf über 2000 Euro kommt.

Für den professionellen An- und Umbau der Auspuffanlagen an der Forty-Eight holte sich MOTORRAD tatkräftige Unterstützung ins Team: Lucas Schmidt von der Harley-Factory in Frankfurt. Lucas Schmidt ist ein Mann für Spezialaufgaben, zurzeit bringt er unter anderem einer XR 1000 das Laufen bei. Und er ist der Herr über den Dynojet-Prüfstand, auf dem alle Anlagen beweisen mussten, ob sie neben dem Schalldruck auch noch anderweitig Druck machen können.

Hier ist ein Überblick über die getesteten Auspuffanlagen:

  • Harley-Davidson Original: Elegante Form, sauber verarbeitet, aber schwaches Sounderlebnis.
  • Akrapovic Slip-on: Aufwendig verarbeitet, toller Sound, bulliges Leistungsplus, aber hält Fahrgeräusch-Grenzwert nicht ein.
  • Jekill & Hyde Shorty Big Shot: Erstklassig verarbeitet, irre Soundkulisse bei Einhaltung der Grenzwerte, tolle Leistungsentfaltung, aber Montage sehr aufwendig.
  • Sebring Classic: Sieht aus wie die Serie, klingt fast wie die Serie, aber Finish überzeugt.
  • Termignoni HD 05: Sattes Leistungsplus in der Drehzahlmitte, aber Passform ist mies.
  • Zard Z HD 527 SKO-CR: Drehmomentstarke Landstraßenabstimmung, aber Fahrgeräusche weit über dem Limit.

Die Auspuffanlage von Miller liegt klar vorne. Millers Silverado-Dämpferpaar überzeugt mit einem guten Gesamtpaket aus Leistung, Drehmoment und noch moderatem Fahrgeräusch. Jekill & Hyde meis­tern die Geräuschhürde mit einem ausgefeilten Klappensystem und schöpfen noch einmal richtig Leistung aus dem V-Twin.

Interview mit Harley-Händler Thomas Trapp

Thomas Trapp ist Geschäftsführer der Harley-Factory Frankfurt, Europas größtem Harley-Händler. Der 55-Jährige fährt die Milwaukee-Twins seit 35 Jahren und ist ausgewiesener Oldtimer-Experte.

Laut Trapp ordert jeder zweite Kunde bereits beim Kauf der Neumaschine oder spätestens im Laufe der ersten Saison einen Zubehörauspuff. Es gibt keinen Kunden, der in den Laden kommt und nicht nach Sound fragt. In Sachen Leistung gehen zumindest die Laien sowieso davon aus, dass ein offener Auspuff immer mehr Leistung als das Original hat. Marke und Preis sind meistens zweitrangig. Wenn der Soundcheck überzeugt, ist die Anlage praktisch gekauft.

Der Trend geht ganz klar zu elektronisch gesteuerten (Klappen-)Systemen. Die machen bei uns bereits zwei Drittel des Auspuffgeschäfts aus. Und auch Kunden, die schon eine „konventionelle“ Anlage haben, überlegen, ob sie nicht wechseln sollten. Der Grund dafür dürfte die immer höhere Kontrolldichte sein.

Probleme mit der Verarbeitung

Das größte Problem, das die XR seit ihrer Markteinführung plagt, ist die Verarbeitung, die nach Angaben der Besitzer weit unter dem liegt, was sie zu Recht von einem Harley-Davidson Produkt erwarten würden. Das Hauptproblem scheinen die Befestigungen und die freiliegenden Metallteile zu sein, die schon beim geringsten Anblick von Wintersalz eine hässliche Korrosionsschicht bilden. Wenn die Korrosion erst einmal eingesetzt hat, scheint das darunter liegende Metall von ziemlich schlechter Qualität zu sein, was zu gerissenen Verschlüssen und vielen verärgerten Besitzern führt, die zum harten Werkzeug greifen!

Technische Aspekte und Wartung

Der luftgekühlte Motor der XR ist ein Sportster-Aggregat und ist daher erprobt. Wenn er richtig behandelt wird, sollten nur wenige mechanische Probleme auftreten. Ein guter Service wird empfohlen, da er alle 10000 Kilometer überprüft werden muss, aber da er hydraulische Stößel haben, ist das Ventilspiel kein Problem. Der Harley-Motor braucht ein dickeres Öl als ein durchschnittliches Sportmotorrad, da er mit größeren Temperaturschwankungen zu kämpfen hat, weil er keinen Wassermantel hat, der die Temperatur gleichmäßig hält.

Obwohl die XR mehrere Jahre lang in einer Marken-Rennserie eingesetzt wurde, sind die Chancen, ein zum Straßenmotorrad umgebautes Ex-Rennrad zu kaufen, ziemlich gering. Viele der Rennmaschinen waren am Ende etwas abgenutzt und als Rennbike sind sie eigentlich wertvoller als ein Straßenmotorrad!

Modellvarianten und Preisentwicklung

Die XR1200 war nur wenige Jahre auf dem Markt und wurde nicht geupdated, aber Harley brachte gegen Ende ihrer Lebensdauer ein Modell mit besserer Ausstattung heraus. Die XR1200X kam 2010 auf den Markt und war nur in Schwarz erhältlich. Doch seit die Flat-Track-Kultur in Schwung gekommen ist, wird die XR in einem ganz anderen Licht gesehen und die Preise sind in die Höhe geschossen. Wenn du eine findest - und sie sind überraschend selten und werden nicht so oft verkauft - musst du zwischen 8.000 und 12.000 Euro für eine gute Maschine ausgeben, wobei das X-Modell am oberen Ende der Preisskala liegt. Allerdings bevorzugen viele Besitzer das knalligere Harley-Racing-Orange des Basismodells.

Verfügbarkeit von Auspuffanlagen

Einige Besitzer haben Schwierigkeiten, bestimmte Auspuffanlagen wie Remus oder Sebring zu finden. Viele Händler listen sie zwar in ihren Katalogen und im Internet, können sie aber nicht liefern. Remus/Phoenis hat keine Lagerbestände mehr für die XR. Es gibt jedoch Berichte, dass einige Händler in Würzburg und Österreich noch Powercone-Anlagen vorrätig haben.

Erfahrungen mit Remus Powercone

Einige Fahrer berichten, dass die Remus Powercone ohne Mapping nicht optimal läuft, da der hintere Zylinder zu mager eingestellt war. Durch die Umrüstung auf einen K&N Luftfilter und ein individuelles Mapping auf dem Prüfstand konnte die Leistung jedoch verbessert werden. Andere Fahrer haben keine Probleme mit dem originalen Mapping, selbst bei heißen Sommertagen und schnellen Autobahn-Etappen.

Tabellarische Übersicht der Auspuffanlagen

ModellKit Material Produktnummer Preis
XR 1200 FULL KIT 2>1 STEEL - TITANRACING ZHD513SKR-T 1.899,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 STEEL - CARBONRACING ZHD513SKR-C 1.899,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 TITAN-TITANRACING ZHD513TKR-T 2.679,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 TITAN-CARBONRACING ZHD513TKR-C 2.679,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 STEEL-TITANHOMOLOGATED ONLY SILENCER ZHD513SKO-T 2.199,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 STEEL-CARBONHOMOLOGATED *ONLY SILENCER ZHD513SKO-C 2.199,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 TITAN-TITANHOMOLOGATED ONLY SILENCER ZHD513TKO-T 2.999,00
XR 1200 FULL KIT 2>1 TITAN-CARBONHOMOLOGATED ONLY SILENCER ZHD513TKO-C 2.999,00

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