Nach jahrelangem Träumen und endlich vorhandenen finanziellen Mitteln möchten viele sich den Traum einer Harley erfüllen. Doch wie beginnt man am besten, wenn man Fahranfänger ist oder nach längerer Pause wieder einsteigen möchte? Dieser Artikel bietet wertvolle Tipps und Ratschläge für alle, die das Harley-Fahren lernen wollen.
Die Wahl des richtigen Modells
Viele Anfänger träumen von Modellen wie der DYNA Switchback oder der Fat Boy Special. Es ist ratsam, diese Modelle vor dem Kauf ausgiebig Probe zu fahren, um ein Gefühl für das Motorrad zu bekommen. Gerade für Anfänger stellt sich oft die Frage, ob man direkt mit einer schweren Harley beginnen sollte oder lieber mit einem kleineren, leichteren Modell Fahrerfahrung sammelt.
Einige Experten raten dazu, zunächst ein günstigeres, gebrauchtes Motorrad zu fahren. Der grösste Wertverlust tritt nämlich direkt nach dem Kauf auf. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit eines "Umfallers" im ersten Jahr nach Erlangen des Führerscheins sehr hoch, was bei einer teuren Harley schnell ins Geld gehen kann. Kleinigkeiten wie Derbydeckel, Fussrasten, Bremshebel oder Tank können teuer werden, wenn sie beschädigt werden müssen.
Es ist zwar möglich, als erstes Motorrad eine Harley zu fahren, aber es ist nicht unbedingt die klügste Entscheidung. Viele Kleinigkeiten, die es zu lernen gibt, haben auf einem leichteren Motorrad deutlich geringere Konsequenzen. Das Rangieren eines 340 kg schweren Motorrads in abschüssigem Gelände kann schnell zur Herausforderung werden. Auch die Versicherung für Fahranfänger ist für eine Harley, insbesondere ein Neufahrzeug, oft sehr teuer.
Alternativen für Anfänger
Eine günstigere Dyna kann für den Anfang völlig ausreichen. Einige der neueren Modelle verfügen über ABS, was ein gutes Feature für Anfänger ist. Informiere Dich, falls das bei Dir zutrifft, welche Modelle gedrosselt werden können.
Sicherheitstraining und Fahrtechnik
Nach der Fahrschule gibt es noch viel zu lernen. Es ist wichtig, sich auf das Motorradfahren und die jeweilige Maschine einzustellen. Ein Sicherheitstraining ist daher unerlässlich. Hier werden die sehr wichtigen Grundfahrübungen geübt. Anschließend kann man auf die Piste gehen und in Richtung Schwarzwald oder Schwäbische Alb fahren.
Es ist auch nicht schlimm wenn Du keinen Zugang zu einem Bike hast. Da ich persönlich sehr eng mit Harley Davidson Stuttgart zusammenarbeite lässt sich günstig ein Bike ausleihen.
Wieder-Einsteigerkurse und Sicherheitstrainings
Für Wiedereinsteiger bietet die Motorrad Academy in Kooperation mit Partnern spezielle Kurse, Sicherheitstrainings und Motorradausfahrten an. Die Termine werden auf www.motorradacademy.de publiziert.
Grundlegende Fahrübungen
Bevor es auf die Straße geht, solltest du einige grundlegende Fahrübungen beherrschen. Dazu gehört das Schieben des Motorrads ohne Motor, um ein Gefühl für Gewicht und Balance zu bekommen. Nutze auch beim Schieben die Bremshebel zum kontrollierten langsamer Werden oder Stoppen der Fahrzeugmasse. Jede Bremsung sollte weich und bewusst erfolgen.
Auch das Wegfahren will geübt sein. Kontrolliere jede Beschleunigung, indem du die Hinterradbremse zur Unterstützung mit benutzt. Übe das so lange, bis jede Aktion absolut selbstverständlich passiert. Du solltest bald einmal vorwegnehmen: Wenn ich den Gasgriff so viel drehe, dann beschleunigt das so und so viel.
Die Rolle der Körperkraft
Schon zu Beginn sollte klar sein: das kannst du nicht mit Körperkraft kontrollieren. Du musst lernen, all das mit der Bedienung der dafür vorgesehenen Bedieneinrichtungen zu steuern! Deine Körperkraft nützt dir überhaupt nichts, wenn du 170 Kilogramm aus 50 km/h oder höher stoppen willst. Da hilft nur die richtige Handhabung der Bremse!
Ausrüstung und Vorbereitung
Neben dem Bike spielt auch die Ausrüstung eine wichtige Rolle. Prüfe Deine Kombi, Protectoren alle drin? Hast Du noch eine Ausrüstung, passt alles noch und ist in Ordnung? Sind beim vorhandenen die Reifen noch okay und nicht zu alt, Bremsen in Ordnung, Kette nicht verrostet!!
Langsamfahren und Balance
Das Langsamfahren ist eine Kunst für sich. Die Meister auf diesem Gebiet sind die amerikanischen Motorrad Cops. Beim Training fällt sie auch mal um. Das passiert, wenn man sich an die Grenzen heranwagt. Dafür können sie sich auch sicher in diesen Grenzbereichen bewegen.
Wichtig ist, dass sich das Motorrad unter dem Fahrer leicht und ohne Mühe wegkippen lässt. Der Oberkörper bleibt aufrecht. Die Augen bleiben horizontal und sehen jeweils da hin, wohin man als nächstes fahren will, und nicht dahin, wohin das Motorrad gerade fährt. Es wird grundsätzlich mit der Hinterradbremse gebremst. Die Kupplung wird solange gezogen, bis sie gerade noch zieht.
Eine immer wieder zu beobachtende Unart zeigt dem geneigte Beobachter, wie schlecht ein Motorradfahrer seine Maschine tatsächlich im Griff hat. Es ist die Gewohnheit, die Füße ewig von dem Fußbrett/Fußraste zu nehmen, sie baumeln zu lassen oder schlimmer noch, die Maschine wie einen Tretroller bei langsamen Vorwärtsfahren in die Parklücke zu schubsen. Sobald eine Maschine rollt, werden die Füße hochgenommen. Punkt. Und erst kurz vor dem Stehenbleiben wieder runtergenommen. Ein Motorrad ist kein Tretroller.
Anfahren am Berg und Wenden auf der Straße
Das Anfahren am Berg ist ein Klassiker, zumindest bei Fahranfängern. Fußbremse, leicht Gas geben, Kupplung kommen lassen, Gas geben, Gas geben, Gas geben. Das Hauptproblem ist, das zu wenig Gas gegeben wird.
Auch das Wenden auf der Straße kann zur Herausforderung werden. Eine Harley Touring braucht rund 5m Wendekreis. Man fährt mit Schleppkupplung und erhöhtem Gas bis an den rechten Rand der Fahrbahn, dreht den Kopf schlagartig und vollständig nach links, guckt in die entgegengesetzte Richtung der Fahrbahn und fährt dann die Kurve.
Das Aufheben einer gefallenen Harley
Viele Biker scheuen sich, die Füße auf den Fußrasten oder den Fußbrettern zu lassen, weil sie Angst haben, das Motorrad kippt sonst um und sie kriegen es nie wieder hoch. Die Technik ist einfach. Man benutzt nur die Kraft der Beine, und nicht die des Oberkörpers. Der Oberkörper bleibt dabei relativ entspannt.
Es ist einfacher, wenn die Maschine auf der rechten Seite liegt. Dann kann man nämlich den Seitenständer links vorsorglich ausklappen und die aufgerichtete Maschine einfach drauffallen lassen. Man stellt sich mit dem Rücken zur Maschine und knickt die Beine ein, bis das Becken unter den Rand des Sattels kommt. Dann werden einfach die Beine geradegestreckt und das Bike richtet sich auf.
| Thema | Beschreibung |
|---|---|
| Modellwahl | Gebrauchtes, leichteres Motorrad für Anfänger empfohlen |
| Sicherheitstraining | Unerlässlich für Fahranfänger und Wiedereinsteiger |
| Grundfahrübungen | Schieben, Bremsen, Wegfahren kontrolliert üben |
| Langsamfahren | Balance halten, Blickrichtung, Hinterradbremse |
| Ausrüstung | Kombi, Protektoren, Reifen, Bremsen prüfen |
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