Fahrradhelm: Ablaufdatum und Haltbarkeit – Wann Sie Ihren Helm austauschen sollten

Helme für Radfahrer können Leben retten! Selbstverständlich nur, wenn sie auch benutzt werden. Was Sie sonst noch über Fahrradhelme wissen sollten, lesen Sie im nachfolgenden Artikel.

Warum ein Fahrradhelm wichtig ist

Ein Fahrradhelm schützt vor Kopfverletzungen und kann sogar Leben retten, dies belegen inzwischen zahlreiche Studien. Ein guter Helm, egal ob Mountainbike Helme oder Rennradhelme sind ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Radfahren. Schläge auf den Kopf können tödlich sein, und das Tragen eines beschädigten Helms ist fast so, als ob man gar keinen Helm trägt. Daher ist es essenziell, die Lebensdauer des Helms zu kennen, eine angemessene Wartung durchzuführen und zu wissen, wann sollten Fahrradhelme ausgetauscht werden, um unnötige Risiken zu vermeiden.

Die Lebensdauer eines Fahrradhelms

Allerdings hält kein Fahrradhelm ewig. Nur wenn das Material deines Helms noch intakt ist, kann er dich wirksam schützen und Stöße beim Aufprall abdämpfen. Wie jedes andere Ausrüstungsteil (Fahrrad Protektoren, Fahrradhandschuhe) weisen sie mit der Zeit einen Verschleiß auf.

Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen

  • Nutzungsdauer: Die Nutzungsdauer eines Helms beginnt mit dem Kauf und der ersten Benutzung des Artikels.
  • UV-Strahlung: Die Helmschale kann durch verschiedene Faktoren, insbesondere durch UV-Strahlung, beschädigt werden. UV-Strahlung führt dazu, dass das Material des Helms mit der Zeit spröde wird und an Schutzwirkung verliert.
  • Witterungseinflüsse: UV-Licht und andere Witterungseinflüsse können sich negativ auf das Material auswirken.
  • Materialermüdung: Selbst ohne Sturz und wenn äußerlich keine Schäden zu erkennen sind, nimmt die Schutzwirkung deines Helms aufgrund der Materialermüdung ab. Die Werkstoffe, aus denen ein Helm gefertigt ist, unterliegen einer Alterung, die je nach Gebrauchsbedingungen schneller oder langsamer voranschreitet.

Wann sollte man einen Fahrradhelm austauschen?

Experten empfehlen, den Helm nach Beginn der Nutzungsdauer alle 3 bis 5 Jahre auszutauschen. Hersteller empfehlen, den Helm alle 3 Jahre bei intensiver Nutzung oder alle 5 Jahre bei moderatem Gebrauch und guter Pflege auszutauschen. Zudem verfügen alle Helme über ein Etikett im Inneren, das das Herstellungsdatum angibt und dir hilft, die ungefähre Lebensdauer zu berechnen. Auch wenn es kein genaues Ablaufdatum gibt, ist es wichtig, diese Zeiträume einzuhalten, um deine Sicherheit zu gewährleisten.

Es gibt keine feste Regel, wann Sie Ihren Fahrradhelm nach einem Sturz wechseln sollten oder nicht. Es gilt jedoch ein paar Aspekte zu beachten.

Austausch nach einem Unfall

Fahrradhelme sind nicht für die Ewigkeit ausgelegt und schützen Radfahrer auch nicht mehr ausreichend, wenn erste Abnutzungserscheinungen sichtbar werden. Nach einem Sturz hat der Helm seinen Dienst erfolgreich geleistet - und sollte zeitnah ersetzt werden. Nach einem Sturz auf den Kopf solltest du deinen Helm in jedem Fall austauschen, selbst dann, wenn der Helm keinen sichtbaren Schaden aufweist. Durch die beim Aufprall auf den Helm wirkenden Kräfte verformt sich das Material der schützenden Innenschale des Helms, dämpft dadurch den Schlag ab und schützt deinen Kopf vor schlimmeren Verletzungen.

Auch bei kleineren Stürzen können durch den Aufprall minimale Risse in der Außenschale entstehen, die die Struktur im Inneren beschädigen. Dadurch wird die Stabilität beeinflusst und der Schutz deines Kopfes kann nicht mehr zu 100% gewährleistet werden.

Wenn der Helm sichtbare Schäden aufweist, muss er ersetzt werden. Man sollte sich stets vor Augen führen, dass ein Fahrradhelm nur dann effektiv ist, wenn er in gutem Zustand ist. Wenn der Schaum im Inneren des Helms komprimiert wurde, bietet der Helm im Falle eines weiteren Sturzes nicht mehr denselben Schutz. Das Ersetzen eines Fahrradhelms nach einem Unfall ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Weitere Gründe für einen Austausch

  • Materialermüdung: Die Werkstoffe, aus denen ein Helm gefertigt ist, unterliegen einer Alterung. Aber nicht nur das Material von Außen- und Innenschale wird spröde und verliert an effektiver Stoßdämpfung, auch Schnallen und Riemen werden porös, können beschädigt werden, brechen oder reißen.
  • Beschädigte Riemen oder Schnallen: Nur ein festsitzender Helm kann bei einem Unfall auch sichere Dienste leisten. Dafür ist eine stabile und vor allem unbeschädigte Schnalle von großer Bedeutung. Bricht diese oder fehlt ein Teil der Konstruktion, kann es passieren, dass der Helm bei einem Sturz vom Kopf fällt, bevor er seine Arbeit verrichten kann. Deshalb ist es wichtig, dass du die Schnalle immer wieder auf ihre Unversehrtheit überprüfst.

Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer Ihres Helms

Mit der richtigen Pflege und sorgsamem Umgang kannst du die Lebensdauer positiv beeinflussen. Hersteller empfehlen, den Helm alle 3 Jahre bei intensiver Nutzung oder alle 5 Jahre bei moderatem Gebrauch und guter Pflege auszutauschen.

4 Tipps zur Pflege und Wartung

  1. Regelmäßige Reinigung und Wartung: Schweiß, Staub und andere Rückstände können deinen Helm schnell abnutzen. Es ist wichtig, ihn regelmäßig zu reinigen. Reinige den Helm nach jedem Gebrauch mit einem feuchten Tuch und mildem Seifenreiniger. Vermeide aggressive Chemikalien. Wasche die Polster regelmäßig, da sie Schweiß absorbieren. Überprüfe Riemen und Schnallen auf lose Fäden oder Abnutzungen.
  2. Überprüfe das Herstellungsdatum: Alle Helme haben ein inneres Etikett, auf dem das Herstellungsdatum angegeben ist. Diese Information ist entscheidend, um die Nutzungsdauer zu bestimmen.
  3. Überprüfe die äußere Struktur und die Befestigungssysteme: Die äußere Schale des Helms ist die erste Verteidigungslinie im Falle eines Aufpralls. Untersuche sorgfältig auf Risse, Brüche, Dellen oder tiefe Kratzer. Überprüfe, ob die Riemen in gutem Zustand sind und die Schnallen einwandfrei funktionieren.
  4. Überprüfe die innere Struktur des Helms: Stelle sicher, dass keine Risse oder Verformungen vorhanden sind und die Befestigung stabil ist.

Weitere Tipps

  • Schütze deinen Helm vor Witterungseinflüssen. Lasse ihn nicht zu lange in der Sonne liegen. Schone ihn bei starkem Regen mit einer Regenhaube.
  • Sorge für achtsame Lagerung. Gib deinem Helm einen festen und am besten lichtgeschützten Platz, an dem er sicher liegt und nicht herabfallen kann. Schon kleine Stöße können großen Schaden anrichten. Lege ihn mit der Kopföffnung nach unten in ein Regal. Nutze nicht die Riemen als Aufhängung, damit diese nicht unnötig strapaziert werden. Um das Material zu schonen, meide die Aufbewahrung des Helms in der Nähe starker Wärmequellen oder an einem zu kalten Ort.
  • Lagern Sie Ihren Helm stets an einem kühlen, trockenen Ort.
  • Lassen Sie Ihren Helm an heißen Tagen niemals im Auto. Selbst bei tendenziell angenehmen Temperaturen kann der Innenraum des Autos die Schwelle des Zumutbaren bei Weitem überschreiten. Dies führt selbst bei kurzer Verweildauer dazu, dass sich der Schaum im Inneren des Helms ausdehnt.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Helm regelmäßig waschen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie in den Wintermonaten fahren.
  • Schmücke deinen Helm nicht mit Aufklebern. Lösungsmittel, die aus dem Klebstoff austreten, können das Material des Helms schädigen.

Worauf Sie beim Kauf eines neuen Helms achten sollten

Bereits beim Kauf des Helmes sollten einige Dinge beachtet werden. Zunächst sind verschiedene Modelle und Größen zu probieren, nur so kann festgestellt werden, welcher Fahrradhelm am Besten für den eigenen Kopf geeignet ist. Nehmen Sie sich also zur Auswahl viel Zeit und besuchen Sie gegebenenfalls mehrere Fachgeschäfte, um das für Sie optimal passende Modell zu finden. Zusätzlich zur größeren Auswahl bekommt man im Fachhandel meistens auch noch eine fachkundige Beratung. Selbstverständlich muss bei der Anprobe auch geprüft werden, ob die Längenverstellung und der Verschluss des Kinnriemens leicht zu bedienen sind und bei geschlossenem Kinnriemen die Ohren nicht bedeckt sind. Natürlich sollten nur Fahrradhelme gekauft werden, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Konformität und Prüfzeichen

Bei dem Fahrradhelm muss eine Konformitätserklärung des Herstellers zu finden sein; dies kann alternativ auch über die Infobroschüre (z. B. wo zum Download verfügbar) erfolgen. Manche Helme tragen freiwillige GS-Zeichen.

Sichtbarkeit

Wer im Straßenverkehr darauf achtet, wird schnell feststellen, dass Radfahrer mit Radhelm nicht so leicht übersehen werden, wie Radler ohne Helm - besonders dann, wenn der Fahrradhelm eine leuchtende und auffällige Farbe wie z.B. rot, gelb oder orange besitzt.

Technologien für mehr Sicherheit

Ein klassischer Fahrradhelm mit Innenschale aus EPS Hartschaum kann das Risiko von Schädel- und klassischen Kopfverletzungen minimieren. Er dämpft die beim Aufprall auf den Kopf linear einwirkende Kraft.

MIPS und WaveCel

Helme mit MIPS Technologie mildern diese Rotationskräfte über eine schwimmend gelagerte Zwischenschicht im Helm ab und schützen dadurch vor Hirnschäden und starken Kopfverletzungen. Die WaveCel Technologie kommt exklusiv in Bontrager Helmen zum Einsatz und setzt genau wie MIPS auf eine Zwischenschicht im Helm, welche die durch den Sturz verursachten Rotationskräfte deutlich verringert.

Aufbau eines Helms

Der Aufbau eines Fahrradhelms ist im Wesentlichen für alle Fahrradhelme gleich und die verwendeten Materialien sind sich ähnlich. Die innere Schale besteht, von wenigen Ausnahmen abgesehen, aus Polystyrol (EPS) Hartschaum. Bei der Außenschale wird, je nach Helmtyp und Einsatzzweck, zwischen Hardshell und Microshell unterschieden. Dünner und leichter ist die Außenschale bei einem Microshell Helm. Microshells sind heute am weitesten verbreitet. Helme mit Hardshell Außenschale sind robuster und schwerer und kommen deswegen beispielsweise im Downhillbereich zum Einsatz.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Achten Sie auf die Haltbarkeit Ihres Fahrradhelms und tauschen Sie ihn rechtzeitig aus, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten.

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