Viele Motorradfahrer hegen den Wunsch, das Heck ihres Bikes zu individualisieren. Eine gängige Methode ist das Kürzen des Heckfenders oder sogar des Hilfsrahmens. Hierbei gibt es jedoch einiges zu beachten, um die Stabilität und Verkehrssicherheit nicht zu gefährden und Probleme mit dem TÜV zu vermeiden.
Vorbereitung und Planung
Bevor man mit dem Kürzen des Hecks beginnt, sollte man sich einen genauen Plan machen. Folgende Fragen sind wichtig:
- Wie kurz soll das Heck werden?
- Welche Optik soll erzielt werden (z.B. Cafe Racer, Streetfighter)?
- Soll der Soziusbetrieb weiterhin möglich sein?
- Welche Beleuchtungselemente (Blinker, Rücklicht, Kennzeichenleuchte) sollen verwendet werden?
Es ist ratsam, sich Beispiele anzusehen und gegebenenfalls eine Skizze anzufertigen. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, kann man die gewünschten Konturen mit farbigem Klebeband auf den Fender kleben.
Wichtig: Kläre dein Vorhaben unbedingt im Vorfeld mit dem TÜV ab! So vermeidest du böse Überraschungen bei der späteren Abnahme.
Arbeitsschritte
- Heckverkleidung demontieren: Beginne damit, die Heckverkleidung abzubauen, um den Rahmen freizulegen.
- Rahmen kürzen (falls erforderlich):
- Wenn der Hilfsrahmen gekürzt werden soll, ist Vorsicht geboten.
- Überlege, ob Brücken im Hilfsrahmen entfernt werden müssen, um einen Metalfender zu montieren.
- Beachte, dass Schweißarbeiten am Rahmen in der Regel eine Eintragung erforderlich machen.
- Beim Einschweißen einer Strebe ist auf die Freigängigkeit des einfedernden Rades zu achten.
- Wichtig: Rahmenänderungen werden seit einigen Jahren vom TÜV sehr kritisch gesehen.
- Fender kürzen:
- Verwende zum Kürzen des Fenders eine dünne Trennscheibe.
- Schneide langsam und vorsichtig, um nicht zu viel Wärme einzubringen.
- Kühle den Bereich während des Schneidens, um Verformungen zu vermeiden.
- Entgrate die Schnittkanten mit einer Metallfeile.
- Behandle die Schnittstellen mit Rostschutz und Lack.
- Befestigungspunkte schaffen:
- Überlege dir, wie du den Fender und die Beleuchtungselemente befestigen willst.
- Eventuell müssen neue Halterungen angefertigt oder vorhandene angepasst werden.
- Beleuchtung montieren:
- Achte auf die korrekte Positionierung und Verkabelung der Blinker, des Rücklichts und der Kennzeichenleuchte.
- Beachte die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Anbringungshöhe und des Abstands der Blinker.
- Sitzbank anpassen:
- Wenn das Heck stark gekürzt wurde, muss möglicherweise auch die Sitzbank angepasst werden.
- Hierfür kann man eine Aluplatte als Basis verwenden und diese zum Sattler bringen.
Tipps und Tricks
- Wenn du nicht schweißen kannst, lass die Arbeiten von einem Fachmann durchführen.
- Suche dir einen Prüfer, der Ahnung von Umbauten hat.
- Achte auf saubere und stabile Ausführung aller Arbeiten.
- Vergiss nicht, alle Änderungen eintragen zu lassen.
Beispiel: Heckumbau einer BMW GS
Eine detaillierte Anleitung zum Heckumbau einer BMW GS zeigt, wie man mit relativ einfachen Mitteln ein sportlicheres Design erzielen kann, ohne den originalen Rahmen zu zersägen. Hierbei werden folgende Teile verwendet:
- Gebrauchter Rahmen (um den originalen nicht zu beschädigen)
- Acerbis Schutzblech
- LED Rück-, Brems- und Kennzeichenleuchte
- Rückstrahler
- Blinker
- Gebrauchter Kabelbaum
- Alte Sitzbank
Die einzelnen Schritte umfassen das Kürzen des Heckrahmens, das Anfertigen eines Blechs für das Sitzbankschloss, das Anpassen des Schutzbleches und das Montieren der Beleuchtungselemente. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Möglichkeit, den originalen Rahmen jederzeit wieder anschrauben zu können.
Wichtige Hinweise
- Rahmenänderungen: Alles, was zur Stabilität beiträgt, ist gut. Eine Querstrebe kann sinnvoll sein.
- TÜV: Seit einigen Jahren werden Rahmenänderungen vom TÜV sehr kritisch gesehen.
- Polizei: Die Polizei kennt sich in der Regel nicht mit alten Motorrädern und Umbauten aus.
- Materialstärke: Bei selbstgebauten Teilen sollte die Materialstärke überproportional ausgelegt werden.
Kennzeichenanbringung
Auch die Anbringung des Kennzeichens ist genau geregelt:
- Die obere Kante darf um maximal 30° geneigt sein.
- Die untere Kante muss mindestens 200 mm hoch sein.
Achtung: Diese Vorschriften gelten möglicherweise nicht für EU-Fahrzeuge. Dies ist im Fahrzeugschein in Zeile K vermerkt.
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