Ein Motorrad zeichnet sich meist dadurch aus, dass es klein und leicht ist. Dies mag bewirken, dass beim Fahren ein Gefühl von Freiheit und Geschwindigkeit aufkommt, doch gleichzeitig geht auch so mancher Komfort verloren. Wünschen auch Sie sich mehr Stauraum auf Ihrem Bike, sollten Sie darüber nachdenken, eine Hecktasche für Ihr Motorrad zu kaufen. Diese wird auf der Sitzbank oder dem Gepäckträger befestigt, nimmt weniger Platz ein als ein Topcase und lässt sich obendrein mühelos befestigen und wieder abnehmen.
Was ist eine Motorrad-Hecktasche?
Grundsätzlich ist eine Hecktasche fürs Motorrad ähnlich einem Tankrucksack. Sie lässt sich in der Regel auf dem Sozius-Sitz oder Gepäckträger des Motorrads anbringen und sorgt damit für Stauraum auf dem Bike. Je nach Modell sichern zwei bis drei Gurte die Tasche auf der Sitzbank des Motorrads oder an der Sissybar bei Choppern. Eine Motorrad-Hecktasche ist vor allem für Sportmotorräder oder Enduros geeignet, bei denen ein Tankrucksack zu hoch baut und damit zu unpraktisch für eine entspannte Fahrt ist. Auch für Maschinen, bei denen keine Satteltaschen oder Koffer Platz finden, bietet sich eine Hecktasche an. Je nach Größe, Material und Bauform lehnt sich eine Hecktasche an ein Topcase an. Die meisten Taschen passen universell auf die gängigen Maschinen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Motorrad-Hecktaschen können sich sehr voneinander unterscheiden. Wenn Sie nicht genau wissen, welche Ansprüche Sie an eine solche Tasche stellen, kann die Kaufentscheidung schwierig werden. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, Ihre Hecktasche direkt im Fachgeschäft zu kaufen. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich beraten lassen können und eventuell sogar die Möglichkeit bekommen, die Hecktasche fürs Motorrad einem praktischen Test zu unterziehen.
Stauraum
Der Zweck einer Motorrad-Hecktasche ist es natürlich, dass Sie darin Ihr Hab und Gut verstauen können. Hier sollten Sie Ihre Auswahl danach treffen, wie viel Gepäck Sie in der Hecktasche zu transportieren gedenken. Natürlich können Sie sich auch einfach für das Modell entscheiden, dass den meisten Stauraum bieten, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass eine Hecktasche mit großem Stauraum naturgemäß selbst recht groß ist und somit auch mehr Platz einnimmt als ein Modell mit weniger Stauraum. Ist die Hecktasche zu sperrig, kann dies das Aufsteigen aufs Motorrad erschweren. Obendrein haben große Taschen in der Regel auch ein deutlich höheres Eigengewicht als kleine Taschen.
Material
Hecktaschen aus Leder oder Kunstleder sind äußerst robust und reißen nicht so schnell. Allerdings sind sie oft nicht wasserabweisend. Wollen Sie sich auch für Fahrten im Regen wappnen, sollten Sie daher nach einer Motorrad-Hecktasche aus PU-Leder Ausschau halten. Synthetische Materialien wie Polyester sind wasserabweisend und haben obendrein den Vorteil, dass sie sich leicht reinigen lassen. Hecktaschen aus Textilien sind in der Regel rissfest und oft auch waschbar.
Hinweis: Entscheiden Sie sich für ein wasserdurchlässiges Material, haben Sie oft die Option, Ihre Tasche mit einer Regenhülle zu überziehen.
Größe
Die Größe kann je nach Modell stark variieren. Manche haben eine Länge von gerade einem 25 cm, andere von bis zu 70 cm. Welche Überlegungen Sie bei der Wahl der Größe Ihrer Hecktasche anstellen sollten, erklären wir hier.
Sportliche Motorrad-Hecktaschen im Test
Wenn es nicht die große Reise sein soll, braucht es auch kein Tourenmotorrad. Man nimmt das, was man hat: Naked, Sportler, Supermoto. Dank sportlicher Hecktaschen geht das ohne großen Aufwand.
Für den Praxisteil des Motorrad-Hecktaschen-Tests haben wir die Testkandidaten mit Honda CBR 1000 RR Fireblade, Triumph Street Triple RS, Triumph Thruxton R und BMW G 310 R auf völlig unterschiedliche Bikes gesattelt, unsere Erfahrungen mit den verschiedensten Befestigungsszenarien schlagen sich in den Punkten nieder.
Unterschiede gibt es nicht nur in der Anzahl und Länge der Gurte, sondern auch in deren Verschlusssystem. Hinzu kommt die Form der Hecktasche selbst: Manch eine schmiegt sich mit ihrer Trapezform dem Heckpolster an (Givi, Held, Oxford), andere Taschen setzen auf eine längliche, nach hinten abfallende Form und unterstreichen damit die Dynamik des Motorrads (Kappa, SW-Motech, Vanucci). Eine dritte Gruppe baut lieber breit (Qbag) oder setzt von vornherein auf schieres Volumen (Bagster, Hepco & Becker). Welche Form und damit welche Hecktasche zu deinem Motorrad passt, musst du entscheiden. Beachten solltest du die Vorgaben des Herstellers zu erlaubter Höchstgeschwindigkeit (meist 130 km/h) und maximaler Zuladung (meist vier oder fünf Kilogramm)!
Testergebnisse im Überblick
Im Folgenden werden einige getestete Modelle und ihre Eigenschaften vorgestellt:
| Platz | Produkt | Volumen | Preis (ca.) | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Givi XStream XS313 | 12 + 8 Liter | 67,46 Euro | Kompakt, stabil, gute Sichtbarkeit |
| 2 | SW-Motech Slipstream | 13 Liter | 89,95 Euro | Aerodynamisch, stabil, Rucksack-Funktion |
| 2 | Vanucci VS05 Sportivo | 20 Liter | 129,99 Euro | Schnell abnehmbar, praktische Extras |
| 3 | Qbag Hecktasche 05 | 22 + 8 Liter | 69,99 Euro | Viel Stauraum, erweiterbar |
| 4 | Kappa RA300 | 15 Liter | 48,01 Euro | Geräumig, praktische Zusatzfächer |
| 4 | Held Iconic Evo (M) | 12 + 9 Liter | 49,40 Euro | Simple Montage, sehr guter Halt |
| 5 | Hepco & Becker Royster Rearbag | 27 + 5 Liter | 194,73 Euro | Extrem viel Stauraum, stabil |
| 6 | Oxford F1 Tail Pack | 18 Liter | 52,46 Euro | Simpel, guter Nässeschutz |
| 7 | Bagster Modulo Tail XSS040 | 20 + 7 Liter | 99,99 Euro | Großes Volumen, erweiterbar |
Weitere Hecktaschen im Vergleich
Neben den sportlichen Modellen gibt es auch andere Optionen, die in Tests gut abgeschnitten haben:
- Büse Motorrad-Hecktasche: Mittelgroße Variante (31-36 Liter), robustes Nylon, inklusive Regenschutz.
- Kuryakyn 5281: Integrierte Gummikordeln und Klettverschlüsse, UV-beständig, wetterbeständig.
- SW-MOTECH Drybag 700: Viel Stauraum (70 Liter), wasserdicht, passt für fast alle Motorradtypen.
- SW-MOTECH Hecktasche Pro Roadpack: Robustes Design, erweiterbar (8-14 Liter), wasserabweisende Innenhülle.
- Nelson-Rigg NR-250: 35 Liter Stauraum, Textil, behält Form auch leer.
- QBag 05: Viele Fächer, vielfältige Montage, wasserabweisend.
- Rhinowalk Multifunktionale Motorradtasche: Wasserdicht, als Rucksack verwendbar, verschiedene Größen.
- Held Vivione Hecktasche: Großes Stauraumvolumen (20 Liter), robustes Design, Riemensystem.
Wie befestigt man eine Motorrad-Hecktasche?
Hecktaschen lassen sich am einfachsten mit Spanngurten oder Spanngummis mit dem Sitz oder dem Heckträger verbinden. Bei den meisten Hecktaschen gehören die Verbindungsgurte zur Ausstattung dazu, manche kombinieren diese mit Schnellverschlüssen. Bei einigen Taschen wie der QBag Hecktasche benötigen Motorradfahrer:innen jedoch separate Spanngurte.
Kann man auf jedem Motorrad eine Hecktasche anbringen?
Bei den allermeisten Maschinen lässt sich eine Hecktasche befestigen. Dafür ist lediglich eine ausreichend lange Sitzbank, ein zweiter Sitz oder Gepäckträger nötig. Schwierig wird es bei Maschinen mit nur einem Sitz. Eine schwere Satteltasche gehört nicht auf ein Schutzblech oder den Kotflügel.
Sind alle Hecktaschen fürs Motorrad wasserdicht?
Die meisten Hecktaschen sind wasserabweisend, einige auch wasserdicht. Besonders Kunststoff-Gewebe wie etwa Ballistic Nylon oder PU-Leder schützen den Inhalt vor Feuchtigkeit. Das sollten Interessierte vor dem Kauf unbedingt klären. Wasserabweisende Hecktaschen lassen sich bei starkem Regen aber auch mithilfe von Kunststofffolien schützen.
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