Motorradträger für Campingbusse: Ein umfassender Test und Überblick

Ein Heckträger ist wie ein Parkplatz am Van. Um ihn nutzen zu dürfen, gilt es, technische und behördliche Voraussetzungen zu beachten. Wenn innen kein Platz mehr ist, wird eben außen angebaut. Das gilt beim festen und auch beim mobilen Heim. Natürlich sind die Erweiterungsmöglichkeiten bei Letzterem begrenzt, aber für einen Heckträger, der ein Bike stemmt, reicht die Kapazität bei einigen Campingbussen aus.

Motorräder lassen sich auch am Heck eines Transporters oder eines Reisemobils auf einem Heckträger transportieren. Hier erklären wir, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen gelten.

Technische und Rechtliche Voraussetzungen

Nicht immer lässt sich ein Motorrad im Transporter oder dem Reisemobil mitführen. Wenn es aber dennoch mit auf die Tour soll, bietet sich als Transportalternative ein Heckträger an. Hier setzen allerdings die Technik und die Gesetzgebung enge Grenzen.

Die Halter und Plattformen sind je nach Ausführung mit maximal 300 Kilogramm belastbar und können damit zumindest theoretisch auch große Bikes stemmen. Entscheidend ist aber nicht die theoretische Belastbarkeit des Trägers, sondern was davon nach Anbau am Fahrzeug übrig bleibt. Hier sind die zulässige Hinterachslast sowie das zulässige Gesamtgewicht maßgeblich.

Ein Halter wird am Chassis des Fahrzeugs verschraubt und der Heckträger anschließend aufgeschoben. So ist er schnell an- und abbaubar. Die meisten Heckträgersysteme sind abnehmbar konstruiert, lediglich die Basishalter werden direkt am Fahrzeugchassis verschraubt und verbleiben dort. Um trotzdem Hecktüren und Heckklappen nutzen zu können, sind manche Modelle samt Ladung zur Seite oder nach hinten schieb- oder klappbar.

Achslast und Gesamtgewicht

Wer mit einem Heckträger liebäugelt, sollte vorher die Reserven am eigenen Fahrzeug prüfen. Die zulässigen Achslasten finden sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 8.1 bis 8.3. - bei zweiachsigen Fahrzeugen unter 8.1 und 8.2. Das zulässige Gesamtgewicht steht unter der Ziffer F.1.

Manche Anbieter liefern ihre Systeme mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die zwar die Montage ohne weitere Abnahme erlaubt, den Fahrer aber nicht von der Pflicht befreit, die zulässigen Achslasten einzuhalten. Zu hohe Achslasten werden nicht nur bei einer Kontrolle teuer, sie gefährden auch die Fahrsicherheit. Allerdings darf durch die Last am Heck auch die Last auf der Vorderachse nicht zu weit sinken. Laut EU-Verordnung (1230/2012) darf sie in keinem Fall weniger als 20 Prozent der technisch zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs betragen.

Anbieter wie Fiedler oder Allround geben keine ABE aus, sondern errechnen aus den zulässigen Achslasten und dem zulässigen Gesamtgewicht die tatsächlich mögliche maximale Zuladung für den Heckträger. Für eine Eintragung des Heckträgers bei einer Prüfgesellschaft ist dann auch der Wiegebericht vorzulegen. Am Ende aller Berechnungen können so von theoretisch bis zu 300 Kilogramm Zuladung nur noch 100 Kilogramm übrig bleiben. Zu wenig für die meisten Motorräder, ausreichend für Roller oder leichte Crosser oder Trial-Bikes.

Zuladung berechnen

Zuladungsberechnung für die max. Zuladung eines Trägers am Heck eines speziellen Vans:

  • Die maximal mögliche Zusatzbelastung der Hinterachse (X). Sie ist nur durch Wiegen der aktuellen Achslast und Abgleich mit der im Fahrzeugschein eingetragenen maximalen Hinterachslast zu ermitteln
  • Radstand (a)
  • Abstand zwischen der Hinterachse und dem Schwerpunkt der Ladung (b). Dafür nimmt z. B. Fiedler 45 Zentimeter hinter dem Fahrzeugende an.

Die maximal mögliche Zuladung berechnet sich über die Formel: (x*a)/(a+b)

Achtung: Das Eigengewicht des Trägers zählt zur Zuladung.

Verschiedene Heckträger im Überblick

Die Halter und Plattformen sind je nach Ausführung mit bis zu 300 Kilogramm belastbar und können damit zumindest theoretisch auch große Bikes stemmen.

Hersteller Modell Maximale Belastung Besonderheiten
Allround Cate Motorrad-Set Bis zu 300 kg Geeignet auch für sehr kompakte Vans, z.B. Mercedes Marco Polo (je nach Ausbaustufe 160 bis 250 kg)
Fiedler - Bis zu 250 kg Auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX transportierbar
Linnepe Slideport Bis zu 170 kg Verschiebbar, um auch bei montiertem Träger eine Hecktür öffnen zu können

Allround Cate Motorrad-Set

Auch hinter sehr kompakten Vans findet ein Motorrad Platz. Der Träger von Allround ist mit bis zu 300 Kilogramm belastbar, beim Mercedes Marco Polo dürfen je nach Ausbaustufe aber nur 160 bis 250 Kilo draufgepackt werden.

Fiedler

Bis zu 250 Kilo hält der Träger von Fiedler aus. Damit sind auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX hinter dem Campingbus transportierbar. Die Gesamtzuladung des Fahrzeugs ist dann aber schnell überschritten.

Linnepe Slideport

Um auch bei montiertem Träger zumindest eine Hecktür öffnen zu können, ist der Slideport verschiebbar. Die maximale Belastung des Systems liegt bei 170 Kilogramm.

Weitere Transportmöglichkeiten

Wenn du ein Wohnmobil mit Heckgarage hat oder einen Motorradanhänger besitzt, hast du eine einfache Möglichkeit Zweiräder zu transportieren. Aber nicht jedes Wohnmobil ist so perfekt auf die Bedürfnisse von Motorrad-Liebhabern eingestellt. Daher könnte man ja auf die Idee kommen, das Motorrad einfach im Innenraum zu transportieren.

Die einfache Antwort: Ja, man darf. Prinzipiell ist das Transportieren im Innenraum erlaubt, allerdings solltest du in diesem Fall darauf achten, das Motorrad wirklich gut zu befestigen. Das Thema Ladungssicherheit ist hier grundlegend, damit du dich nicht gefährdest. Auf keinen Fall darfst du das Motorrad ungesichert in den Innenraum stellen oder auf den Boden legen.

Wenn das Motorrad zu 100 % gesichert ist, beispielsweise mithilfe einer Zurrschiene, und du den Verlust des Platzes verkraften kannst, ist das Verstauen im Innenraum des Reisemobil aber in Ordnung. Außerdem solltest du eine gute Möglichkeit zum Ein- und Ausladen einbauen, etwa eine Schienensystem für Motorräder. Nachteile sind der Dreck und die Benzindämpfe, die sich so im Innenraum verteilen können.

Diese Nachteile hast du nicht, wenn du am Heck deines Wohnmobils einen Motorradträger befestigst. So bleiben Dreck und Geruch draußen und du musst nicht immer erst dein Bike ausladen, um an andere Gegenstände zu gelangen.

Motorradanhänger

Eine weitere Möglichkeit sind Motorradanhänger. Mittlerweile gibt es spezielle Anhänger für Motorräder, die insbesondere wegen der geringen Länge auch für Wohnmobilfahrer interessant sind. Die Anhängelast eines Wohnmobils schafft die kleineren Motorradanhänger meistens. Die Gewichtsprobleme mit ZGG und Achslast sind erledigt.

Wichtige Hinweise und Tipps

Damit du dein Motorrad gesetzeskonform mit dem Wohnmobil transportieren kannst, musst du einige Zahlen beachten. Hier geht es vor allem darum, die zulässigen Gewichtsgrenzen einzuhalten und eine Überladung des Wohnmobils zu vermeiden.

  • Zuladung: Die maximal erlaubte Zuladung ergibt sich, wenn du das Leergewicht des Reisemobils von der zulässigen Gesamtmasse (z.B. 3,5 t) abziehst.
  • Achslasten: Wenn du ein Motorrad auf einem Heckträger mitnimmst, belastest du die Hinterachsen des Reisemobils zusätzlich. Dabei spielt nicht nur das Gewicht, sondern auch die Verteilung eine Rolle.
  • Stützlast: Die Stützlast ist nur für Wohnwagen relevant. Generell sollte man den Anhänger immer möglichst auslasten.
  • Nutzlast des Trägersystems: Leichte Motorradträger haben eine Nutzlast von 150 Kg und eignen sich nur für sehr leichte Zweiräder oder Roller. Es gibt aber auch Modelle mit einer Nutzlast von bis zu 350 kg oder sogar 400 Kg.

Wichtig sind bei all diesen Punkten die Herstellerangaben. Je nach Länge des Überhangs von Hinterachse zum Träger kann z.B. die Rahmenbelastung für die noch zur Verfügung stehende Achslast zu hoch sein. Denke zudem auch an das Eigengewicht des Trägersystem.

Wiegemöglichkeiten gibt es bei öffentlichen Waagen, die du über das Internet findest. Tipp: Beton-Kieswerke verfügen meist über Wiegestellen. Hier kann man das Wohnmobil meist umsonst wiegen.

Eventuell wirst du feststellen, dass deine Maschine viel zu schwer für dein Wohnmobil ist. Denk auf jeden Fall daran, dass du mehr Gepäck dabeihaben wirst, wenn dein Motorrad mitreist. Eine Überladung kann nicht nur sehr schnell teuer werden, sondern ist auch ein hohes Sicherheitsrisiko, da Reifen und Bremsen außerordentlich belastet werden. Das Fahrverhalten verändert sich durch die hohe Hecklast erheblich. Insbesondere Frontantrieb-Fahrzeuge merken die Belastung eines schweren Hecks.

Bevor Du einen Kauf tätigst, solltest Du Dir sicher sein, was Du willst, brauchst und vor allem, was Du darfst!

Auswahl des richtigen Motorradträgers

Die Auswahl ist tatsächlich so groß, dass du nicht drumherum kommst, dich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Die preiswertesten Modelle kosten etwa 1000 bis 1500 Euro. Je nach Nutzlast und Funktionen können die Motorradträger aber auch deutlich teurer sein. Für Modelle mit Hydraulik-Fußpumpen zum leichteren Absenken musst du beispielsweise rund 2500 Euro einrechnen. Unter Umständen kann es sich lohnen einen Motorradträger gebraucht zu kaufen.

Die Auswahl an Anbietern ist nicht gering. Einen Motorradträger für das Heck des Wohnmobils bekommt man beispielsweise beim Campingausstatter oder im Geschäft, das Motorräder und Roller verkauft. Aber auch Anbieter von Wohnmobilen haben meist einige Modelle im Sortiment. Natürlich bietet das Internet eine große Auswahl, allerdings ist der Kauf eines Motorradträgers nicht zu unterschätzen, man bedenke, was man alles berechnen und beachten muss. Daher ist eine Beratung das absolut Sinnvollste, um nicht das falsche Produkt zu kaufen, mit Überlast zu fahren oder am Hang nach hinten zu kippen und saftige Strafen zu kassieren.

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