Heinz Erhardt: Gedichte, Humor und die Freude am Fahrradfahren

Heinz Erhardt (1909-1979) war Deutschlands beliebtester Nachkriegshumorist. Aber seine einzigartigen und zeitlosen Schüttelreime, Wortspiele und -verdrehungen finden auch heute immer wieder neue Fans. Sein Ausspruch „Noch’n Gedicht“ wurde zu einem geflügelten Wort. Erhardt, der unter anderem Joachim Ringelnatz und Erich Kästner als seine Lehrmeister anführte, war selbst Vorbild für eine ganze Reihe von deutschen Komikern wie Otto Waalkes. Im Jahr 2007 kam Heinz Erhardt, der übrigens nie sein Abitur bestanden hatte, bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung „Unsere Besten - Komiker & Co.“ auf den zweiten Platz hinter Loriot.

Heinz Erhardt war ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller, Komponist und Filmproduzent. Nach einer turbulenten Kindheit in Riga beginnt der 17-jährige Erhardt ein Volontariat bei einem Musikalienhandel in Leipzig - auf Wunsch seines Großvaters. Bald schon hat er seine ersten Auftritte als Alleinunterhalter - mit lustigen Geschichten, Gedichten und Liedern, zu denen er sich selbst am Klavier begleitet. Jahrelang pendelt er zwischen dem Musikaliengeschäft und Bühne hin und her.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs leistet Heinz Erhardt ab 1941 seinen Kriegsdienst an der Front ab. Danach beginnt er in Hamburg einen Neuanfang und moderiert 1946 die Unterhaltungsendung "So was Dummes" im Radio. Seine Kinokarriere startet Heinz Erhardt zehn Jahre später mit seiner Hauptrolle in "Der müde Theodor". Zudem betätigt sich Heinz Erhardt als Schriftsteller und verfasst seine witzigen Reime und Sketche - im Jahr 1963 erscheint sein erstes Buch "Noch'n Gedicht". Ein plötzlicher Schlaganfall im Jahr 1971 beendet die Karriere des Humoristen. Zu seinem 70. Geburtstag wird Heinz Erhardt 1971 mit dem Großen Deutschen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 5. Juni 1979 stirbt Heinz Erhardt in Hamburg.

Erhardts Gedichte: Ein Spiegel des Lebens

Und auch heute noch lernen Kinder in der Schule seine bekannten Gedichte. Hier sind einige Beispiele für seinen einzigartigen Humor:

Eines Morgens sprach die Made:

„Liebes Kind, ich sehe grade,

drüben gibt es frischen Kohl,

den ich hol. So leb denn wohl!

Halt, noch eins!

Also sprach sie und entwich.

-Made junior aber schlich

hinterdrein; und das war schlecht!

Denn schon kam ein bunter Specht

und verschlang die kleine fade

Made ohne Gnade.

Denn als die Maus vors Loch hintritt

-es war nur ein ganz kleiner Schritt -

wird sie durch Katzenpfotenkraft

hinweggerafft!

Gott hörte oben die Beschwerden

und sagte: "Daraus kann nichts werden!

Ihr müßt so bleiben!

Was wär ein Apfel ohne -Sine,

Was wären Häute ohne Schleim?

Was wär’n die Vita ohne -Mine,

Was wär’n Gedichte ohne Reim?

Was wär das E ohne die -llipse,

Was wär veränder ohne -lich?

DIE ZELLE

Das Leben kommt auf alle Fälle

aus einer Zelle!

DER FELS

Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt,

so fällt er auf den Fuß dir prompt!

ABENDFRIEDEN

Die Oma murmelt leise vor sich her - sie spricht mit Opa, doch den gibt’s nicht mehr.

CHOR DER MÜLLABFUHR

Auf, auf und auf!

Zitate rund ums Fahrradfahren

Im Folgenden haben wir einige Zitate rund ums Fahrrad zusammengetragen, die wir inspirierend finden. Die Reihenfolge ist völlig willkürlich.

  • „Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Fahrrad zu fahren.“ - John F. Kennedy
  • „Das Leben ist wie Radfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“ - Albert Einstein
  • „Radfahren kommt dem Flug der Vögel am nächsten.“ - Louis J. Helleman
  • „Ich glaube, das Fahrradfahren hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als alles andere. Es gibt Frauen ein Gefühl der Freiheit und der Selbstbestimmtheit.“ - Susan B. Anthony
  • „Ich habe im Sattel mehr Probleme gelöst als in einem Konferenzraum.“ - unbekannt
  • „Gib einem Mann einen Fisch und er wird für einen Tag satt. Zeige einem Mann, wie man fischt, und er wird sein Leben lang satt. Zeige einem Mann wie man Rad fährt und er wird verstehen, dass das Leben mehr ist als Essen.“ - unbekannt

Weitere Zitate von und über Heinz Erhardt:

  • „Solange es Haare gibt, liegen sich die Menschen in denselben.“
  • „Keine Frau ist so schlecht, dass sie nicht die bessere Hälfte eines Mannes werden kann.“
  • „Da kann einer sagen, was er will, das beste Essen ist immer noch das Trinken.“
  • „Wird man unerwartet gebeten, eine Rede zu halten, so erschrecke man nicht, sondern fasse sich.“
  • „Frieden auf Erden - hoffentlich wird es keinen Zaun mehr geben, von dem man einen Streit brechen kann.“
  • „Bei nassen Straßen müssen Sie 16 - geben.“
  • „Meine besten Witze hab ich erzählt, das Publikum lächelte nur leicht gequält.“
  • „Man rief: "Der Tell, der is ja toll!“
  • „Frauen sind die Juwelen der Schöpfung.“
  • „,Ich hol’ vom Himmel dir die Sterne‘“, so schwören wir den Frauen gerne. Doch nur am Anfang!“

Einige seiner Gedichte spielen mit den Worten und transportieren eine tiefe Wahrheit auf humorvolle Weise.

Erhardts Einfluss auf die deutsche Comedy-Szene ist unbestreitbar. Seine Werke leben weiter und erfreuen Jung und Alt.

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