Motorrad Heizhandschuhe im Test: Vergleich und Ratgeber

Motorradhandschuhe gehören wie Helme, robuste Stiefel oder Schuhe mit Protektoren zur persönlichen Schutzkleidung. Sie zeichnen sich durch abriebfeste Materialien aus Kunstfasern und/oder Leder mit aufgesetzten oder eingearbeiteten Protektoren an besonders gefährdeten Bereichen wie der Handkante oder den Fingerknöcheln aus. Ob sie mit kurzer oder langer Stulpe und mit oder ohne atmungsaktive sowie wasserdichter Membran ausgerüstet sind, ist Geschmackssache und hängt vom individuellen Einsatzzweck ab.

Die Modellvielfalt ist groß und reicht vom leichten und knapp geschnittenen Handschuh für Offroad-Fahrten hin zum dick gepolsterten und wasserdichten Winterhandschuh. Die hier getesteten 9 wasserdichten Tourenhandschuhe müssen ein kleines Kunststück vollbringen, da sie einen relativ weiten Einsatzbereich abzudecken haben. Die Hände sollen weder zu warm noch zu kalt werden - etwas Futter und Membran bedeutet aber zusätzliches Material.

Gleichzeitig soll ein möglichst enger Sitz mit Bewegungsspielraum und guter Fingerfertigkeit für die Bedienung aller Hebel und Schalter am Lenker gegeben sein. Zudem sollte das Navigationsgerät zumindest rudimentär bedienbar sein, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen.

Wichtige Eigenschaften von Motorradhandschuhen

Beim Motorradfahren ist es wichtig, Sicherheitsbekleidung zu tragen. Dazu zählen auch Handschuhe. Zudem lassen sich mit hochwertigen Motorradhandschuhen auch kalte Tage auf zwei Rädern viel angenehmer gestalten. Was muss ein Motorradhandschuh können?

Eine gute Belüftung ist bei Handschuhen das A und O. Gleichzeitig sollten sie genügend Schutz bieten, was beispielsweise durch Verstärkungen an den Knöcheln erreicht werden kann. Eine gute Passform und Anti-Rutsch-Beschichtungen sind wichtig, um ein Verrutschen am Lenker zu vermeiden. Weitere Funktionen wie Touchscreen-Bedienbarkeit oder wetterbeständiges Gore-Tex-Material können wahlweise vorhanden sein, sind aber kein Muss. Für den Winter besonders empfehlenswert sind Motorradhandschuhe, die aus festen und widerstandsfähigen Materialien gefertigt sind, um den Windchill-Effekt und die Belastungen durch den Fahrtwind zu minimieren. Eine hochwertige Fütterung sorgt dabei für Wärmeisolierung.

Materialien und Schutz

Ob die Motorradhandschuhe aus (verstärktem) Textilgewebe oder Leder gefertigt sein sollten, ist Geschmackssache. Beide Materialien haben individuelle Vor- und Nachteile: Gutes und nicht zu dünnes (Ziegen-) Leder bietet im Prinzip den besseren Schutz, weil es bei Rutschern nicht so schnell durchscheuert. Dafür ist die Atmungsaktivität von Textilmaterialien besser.

Standard ist bei geprüften Motorradhandschuhen die Kennung „EN 13594:2015“. Nach dieser Prüfung werden zum Beispiel Verstellsystem, Reißfestigkeit, Nahtstärke, Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Fingerfertigkeit und Knöchelprotektoren zertifiziert. Die Schutz- und Pufferzone beim Motorradfahren ist minimal, insbesondere die Hände sind bei einem Sturz exponiert und verletzungsanfällig.

Als Knöchelschutz beispielsweise haben sich ergonomisch geformte Hartschalen gegenüber schlagdämpfendem, aber weichem Material durchgesetzt. Die harten Protektoren sollten allerdings nicht zu schmal auf dem Handrücken ausfallen, weil der Tragekomfort bei geballter Hand ansonsten leiden kann. Gute Handschuhe sind zudem auf der Innenseite an der Handkante mit aufgesetzten (gepolsterten) Lederstücken oder eingearbeiteten Kunststoffprotektoren ausgerüstet. Damit soll die Hand beim reflexhaften Abstützen möglichst unbeschadet bleiben.

Bereits beim Anziehen hilft eine ausgeformte Lasche - insbesondere bei Modellen mit kurzer Stulpe - den Handschuh überzustreifen ohne dabei abzurutschen. Bei etwas dicker gepolsterten Handschuhen ist es wichtig, dass die Finger im Schnitt deutlich vorgekrümmt sind und man beim Griff um den Lenker nicht gegen einen Widerstand fassen muss. Wenn der Hersteller auf dem Handrücken, an Fingergelenken und besonders am Daumen Stretcheinsätze verarbeitet hat, kommt das dem Tragekomfort sehr zugute.

Gleichzeitig muss der Motorradhandschuh stramm und eng an der Hand anliegen und der Schnitt ausgewogen sein. Gerade das ist allerdings bei der Vielzahl an anatomischen Variablen ein großes Kunststück, das nicht bei jedem Modell gelingt. Beim Ausziehen leger gefütterter Motorradhandschuhe (und spezieller Membrantechnologie) von der leicht schwitzigen Hand kommt es nicht selten zu dem lästigen Phänomen, dass das Futter mit herausgezogen wird. Der Handschuh lässt sich dann kaum wieder anziehen, weil auch die Finger der Innenlage nicht mehr da sind, wo sie sein sollten.

Wenn der Handschuh entsprechender Größe über die gestreckte Hand gezogen wird, passt er meistens recht ordentlich. Beim Griff um die Lenkerenden kommt es jedoch oft zur Faltenbildung in der Handinnenfläche, wenn das Material dort zu großzügig verarbeitet wurde. Ein indirektes oder unbequemes Griffgefühl ist dann die Folge - sogar Druckstellen können sich bilden. Bei der Anprobe sollte deshalb insbesondere diese Handstellung gecheckt werden.

Nicht nur die Materialmenge, auch die Griffigkeit von Materialkombinationen der Handinnenfläche ist wichtig. Denn der Lenker und insbesondere der Gasgriff müssen immer sicher geführt werden können. Im Test zeigte sich beispielsweise der Spidi Rainwarrior H2Out zumindest im Neuzustand vergleichsweise glatt.

Zum Stichwort Materialmenge muss die Verarbeitung der Fingerkuppen ganz genau angesehen werden. Viele klassische Motorräder verfügen über vergleichsweise wenige, aber oft kleine Schalter und Taster an den Griffarmaturen. Moderne Motorräder sind häufig mit einer Vielzahl von Steuerungselementen zum Drücken, Drehen und Schieben ausgestattet. Wenn sich diese Filigranarbeit nur ungefähr erledigen lässt, weil die Fingerkuppen der Motorradhandschuhe dick und wulstig ausgeführt sind, kann es zu gefährlichen Fehlbedienungen kommen.

Doch nicht nur die sicherheitsrelevante Bedienung leidet unter dick ausgeführten Fingerkuppen. Auch die Schaltflächen auf Displays von Navigationsgeräten sind manchmal für üppige Handschuhe zu klein. Noch kniffliger wird es bei der Bedienung der Routen-App auf dem Smartphone: Die ist selbst mit knapp und eng geschnittenen Fingerkuppen kaum zielsicher zu bewerkstelligen.

Weitere sicherheitsrelevante Aspekte

Bei andauerndem Regen oder starker Gischt in der Luft ist die Sicht durch das Visier schnell dahin. Insbesondere im Dunkeln, wenn sich Lichter zigfach in den Tropfen auf der Kunststoffscheibe brechen, ist die Sicherheit gefährdet. Die reflexartige Wischbewegung mit der linken Handinnenfläche für bessere - leider oft verschmierter - Sicht lässt sich eleganter und effektiver erledigen: Mit einem kleinen und nicht zu weichen Gummistreifen am linken Zeigefinger des Handschuhs funktioniert die Schnellreinigung mit dem Visierwischer relativ gut.

Mindestens ebenso sicherheitsrelevant sind gut greifbare und gut schließende Klettriegel an den Stulpen. Zwei sind besser als einer, wobei kurze Stulpen oft nur Platz für einen Klettverschluss bieten. Auch sollte das Material der Stulpe nicht zu weich und dehnbar sein, sonst können die Handschuhe trotz Verschlussriegel beim Rutschen über den Asphalt abgestreift werden.

Testberichte und Beispiele

Büse Open Road Touring

Der Büse Open Road Touring ist beinahe rundum perfekt gelungen. Er wird mit langer Stulpe durch zwei Klettriegel sicher fixiert. Die Passform ist für die Testhände beidseits sehr gut. Trotz Fütterung konnte der Hersteller die Fingerfertigkeit erhalten. Blinker, Lichtschalter und Hupe lassen sich gut ertasten - die Schaltflächen des Navigationsgerätes zielsicher betätigen. Auch das Smartphone-Display (ohne Schutzfolie) reagiert auf Berührung. Die Beweglichkeit von Fingern und der gesamten Hand ist ausgezeichnet. Hebel sind gut erreichbar und lassen sich ermüdungsfrei bedienen und unter der Dusche zeigt der „Open Road“ eine Stärke und bleibt dicht.

Der Handschuh mit relativ langer und weiter Stulpe lässt sich auch über der Jacke tragen. Durch zwei Klettriegel ist er sicher und praktisch unabziehbar an der Hand fixiert. Die Passform ist bis auf einen minimal zu kurz geschnittenen Zeigefinger für die Testhand beidseits sehr gut. Obwohl der Handschuh leicht gefüttert ist, konnte der Hersteller die Fingerfertigkeit durch guten Schnitt erhalten. Blinker- und Lichtschalter, Hupe oder Fernlichthupe lassen sich ebenso gut ertasten wie die Schaltflächen des Navigationsgerätes. Auch die Smartphone-Oberfläche reagiert auf Berührung - nur bei dem Handy-Testmodell mit Folie zum Kratzschutz passiert nichts. Dank nicht zu steifer Materialien, guter Schnittform und eingebauter Stretch-Einsätze sind die Beweglichkeit der Finger und der gesamten Hand optimal.

Bei zwei Kriterien muss der Motorradhandschuh allerdings passen: Eine stabile Lasche als Anziehhilfe innen an der Stulpe fehlt und auch auf einen Visierwischer am linken Zeigefinger wurde verzichtet. Bei der Ausstattung hat der Hersteller etwas gespart. Eine Gummilippe zum Visierwischen fehlt ebenso wie stabile und griffige Laschen als Anziehhilfe innen an den Bündchen der Stulpen.

Held Bilbao WP

Der Held Bilbao WP greift nur knapp am Testsieg vorbei. Der Motorradhandschuh Held Bilbao WP passt wie angegossen. Schnitt, Proportionen und Stretch-Einsätze an den Fingern ergeben eine perfekte Passform, die Beweglichkeit am Lenker und während der Fahrt ist uneingeschränkt. Die Fingerfertigkeit ist sehr gut, auch die Bedienung vom Navi sowie dem Smartphone läuft zuverlässig. Bei der Ausstattung punktet der Handschuh mit einer Lasche am Bündchen und einem Visierwischer. Zwei Dinge haben uns weniger gefallen: So ist das Bündchen lediglich mit einem Klettriegel versehen und in Kombination mit dem dehnbaren Material in dem Bereich lässt sich der Handschuh selbst bei eng geschlossenem Riegel mit mäßiger Kraft von der Hand ziehen.

Der Held Bilbao WP zeichnet sich durch seine exzellente Passform aus. Der sehr gute Schnitt, optimale Proportionen, Stretch-Einsätze an den Fingern und weitere dehnbare Materialien ergeben das Gefühl einer zweiten Haut. Das führt am Lenker und während der Fahrt zu uneingeschränkter Beweglichkeit, auch dank der deutlich vorgekrümmten Finger. Die Fingerfertigkeit, also das (blinde) Ertasten, Zielen und Treffen von Schaltern, Knöpfen und Drucktasten ist sehr gut. Auch die Bedienung vom Navi sowie dem Smartphone, mit oder ohne Schutzfolie läuft zuverlässig gut. Das war nicht bei jedem Testmodell der Fall. Bei der Ausstattung punktet der Handschuh ebenfalls. Eine deutlich ausgearbeitete und griffige Lasche innen am Bündchen hilft beim Anziehen.

Ein paar Punkte verhageln eine bessere Gesamtnote: So ist das Bündchen lediglich mit einem schmalen Klettriegel versehen. In Kombination mit dem weichen und dehnbaren Material in dem Bereich lässt sich der Handschuh selbst bei eng geschlossenem Riegel mit Kraft von der Hand ziehen. Die relativ weichen Protektoren lassen beim harten Klopftest auf der Tischfläche den Schlag merklich spüren. Der größte Ausrutscher zeigt sich jedoch bei unserem Duschtest: Der Held Bilbao WP hat eine Undichtigkeit (links am Ringfinger) gezeigt.

Richa Nasa 2

Trotz kleiner Unzulänglichkeiten gibt der Richa Nasa 2 ein gutes Gesamtbild ab. Ein Regenguss kann dem günstigen und wasserdichten Richa Nasa 2 nichts anhaben. Und wenn Regen auf dem Visier getrübte Aussichten bringt, hilft der Gummiwischer am linken Zeigefinger. Mit zwei Riegeln lässt sich der Handschuh sicher fixieren und der breite und harte Knöchelschutz ist vertrauenserweckend. Gedoppeltes Material in der Handinnenfläche soll Durchscheuern verhindern. Die Fingerfertigkeit an Schaltern und Armaturen ist sehr fein. An der Bedienung der Navigationselektronik ist kaum etwas auszusetzen, lediglich das Smartphone mit Schutzfolie will nicht auf Befehle reagieren. Der Handschuh mit langer Stulpe ist nur leicht gefüttert und eher für wärmere Tage geeignet.

Ein Regenguss kann dem Motorradhandschuh Richa Nasa 2 nichts anhaben. Den Duschtest hat er mit Bravour bestanden, was nicht auf alle Testteilnehmer zutrifft: Hier dringt keine Nässe ein. Und wenn der Regen auf dem Visier für getrübte Aussichten sorgt, hilft der Gummiwischer am linken Zeigefinger. An der Hand lässt sich der Handschuh mit zwei Riegeln absolut sicher und stramm verschließen. Selbst bei stärkerem Zug kann er nicht abgestreift werden. Der breite und harte Knöchelschutz ist vertrauenserweckend, gedoppeltes Material in der Rutschzone der Handinnenfläche soll Durchscheuern verhindern. Die Fingerfertigkeit an Schaltern und Armaturen ist sehr fein, an den Kuppen stört kein überflüssiges Material, der Schnitt ist perfekt.

Heizhandschuhe: Warme Hände auf Knopfdruck

Klamme Finger am Motorrad sind nicht nur eine unangenehme Sache, sie können auch eine sicherheitsrelevante Rolle spielen. Insbesondere für Ganzjahresfahrer stellen beheizte Handschuhe eine interessante Option dar.

Heizhandschuhe sind eine schnelle, einfache und relativ günstige Lösung, um immer warme Finger beim Motorradfahren zu haben. Wohlige Wärme kommt auf Knopfdruck und für alle Frostbeulen unter uns, für ganze 3 Stunden auf höchster Heizstufe.

Vor- und Nachteile von Heizhandschuhen

Sind Heizhandschuhe sinnvoll? Als Ganzjahresfahrerin fahre ich auch im Winter Motorrad. Hier eine Gegenüberstellung von Pro und Contra:

😊 Pro Heizhandschuhe ☹ Kontra Heizhandschuhe
Hände sind gleichmäßig warm, auch auf dem Handrücken Erhöhtes Gewicht
Unabhängig vom Motorrad einsetzbar Mehr Pflegeaufwand beim waschen
Wenn defekt, schnell austauschbar! Müssen vor Nutzung aufgeladen werden.
Vielseitig einsetzbar: Einsatz auch beim Radfahren, Skiurlaub, Winterspziergang, auf dem Weihnachtsmarkt oder wenn im Büro die Heizung ausfällt

IXS Season-Heat-ST im Detail

Zunächst schreckt der Preis der IXS Season-Heat-ST im Webshop für Damen und Herren ab: Knapp 300 Euro für ein Paar Handschuhe sind viel Geld. Dafür bekommt man einen top verarbeiteten, wasserdichten Handschuh, der alle Sicherheitsfeatures bietet, die man für diesen Preis erwartet. Tatsächlich erhält man nicht nur ein paar Handschuhe, sondern zwei, durch die (entnehmbaren) Heizelemente lassen sich die Season-Heat-ST nämlich auch bei tiefen Temperaturen fahren, für die die Polsterung alleine deutlich zu dünn wäre. Teilt man jetzt den Preis durch zwei, landet man bei ca. 150 Euro, was ein mehr als faires Angebot für die gebotene Leistung darstellt. Schließlich ersetzt der IXS Season-Heat-ST den Winterhandschuh und den Handschuh für die Übergangszeit im Herbst oder Frühjahr bzw.

Auch wenn die Lithium-Ionen-Akkus mit 1950 mAh eine Kapazität aufweisen, die sich nicht verstecken muss (zum Vergleich das aktuelle iPhone SE bietet mit 2038 mAh in etwa die gleiche Kapazität), ist ihre Leistungsfähigkeit unter Volllast (14 Watt) nach wenigen Stunden aufgebraucht, doch diese Voll-Last ist ein Ausnahmefall. Hier kommt die clim8-Technologie ins Spiel. Durch Sensoren und einen integrierten Prozessor wird die Wärmeleistung in Echtzeit an die Bedürfnisse angepasst, sodass stets die perfekte Temperatur zur Verfügung steht. Die Idealtemperatur ist natürlich für jeden Fahrer und jede Fahrerin anders.

Verbindet man die IXS Season-Heat-ST via App mit dem Mobiltelefon wird man Schritt für Schritt durch die persönliche Anpassung der Handschuhe geführt. Die individuelle Wohlfühltemperatur der Hände lässt sich dabei zwischen 20 und 35 Grad anpassen und wird dann durch das System selbstständig und dauerhaft gehalten. Die Bluetooth-Verbindung ist nur für das Einrichten der Handschuhe und für die Anzeige von Ladestatus, Statistiken, wie der Heiz-/Temperierperiode etc.

In der kalten Jahreszeit spielt der IXS Heizhandschuh seine Stärken voll aus. Beim Anziehen schalten sich die Handschuhe automatisch ein (diese Funktion ist in der App auch deaktivierbar, dann startet der Handschuh, sobald man den Akku anschließt), binnen Sekunden wird der Innenraum auf die gewünschte bzw. eingestellte Temperatur gebracht. Die Heizelemente, die zwischen Außenseite und Futter verlegt sind, sorgen dafür, dass die Wärme dort ankommt, wo sie benötigt wird, nämlich an den Handrückseiten. Fahrer mit Griffheizung kennen das Problem: Die Handflächen glühen bereits, während die Außenseite friert. Folglich bietet die Kombination aus Handguards, Griffheizung und Handschuh die Idealvariante, da so von allen Seiten Wärme zu den Händen gelangt.

Werden die Handschuhe von einer Griffheizung unterstützt, wie es z.B. bei unserer R 1300 GS beim Abholen der Fall war, steigert sich die maximale Temperierfähigkeit der Handschuhe deutlich, da die Sensoren den Temperaturanstieg durch die Griffheizung registrieren und die Heizleistung der Handschuhe selbst drosseln. Zieht man die Handschuhe aus, erkennt das der Sensor und die Elektronik deaktiviert die Heizelemente sofort, das erkennt man von außen am Erlöschen der LEDs am Handrücken, die ansonsten über den Akkustand informieren. Der Handschuh bietet zudem einen aktivierbaren Standby-Modus, der die Heizfunktion nach 5 Minuten ohne Bewegung unterbricht.

Ein Unterschied zu Mitbewerbern ist dabei nicht festzustellen, auch bei feuchten Verhältnissen tut der IXS Season-Heat-ST genau, was er soll - die Hände des Fahrers warm und trocken halten. Die weitenverstellbaren Stulpen mit Wassersperre tragen das ihrige dazu bei, dass auch nach längeren Etappen im Regen keine Feuchtigkeit in den Handschuh dringt.

Auch in einer anderen Kategorie performed der Handschuh nicht auf dem, in diesem Fall jedoch erwartbaren, hohen Level: Die beworbene Touchfunktion von Daumen und Zeigefinger funktioniert nicht, wie man es von einem Produkt in dieser Preisklasse erwartet. Während Eingaben am Touchscreen der Honda Africa Twin, deren Touchscreen auf die Eingabe mit Handschuhen ausgelegt ist, locker von der Hand gehen, ist es am Smartphone ein Ding der Unmöglichkeit, zielsicher Eingaben vorzunehmen.

Der Season-Heat-ST ist vom Schnitt her auf der kleinen Seite. Eine Hilfestellung bietet IXS mit der Größentabelle, die aus unserer Erfahrung aber ebenfalls einen zu kleinen Handschuh empfiehlt. Praxistipp: Eine Nummer größer ordern!

Ansonsten gibt es in dieser Hinsicht nichts zu meckern: Die Protektoren sitzen dort wo sie sitzen sollen, nichts verrutscht, nichts drückt, die Klettverschlüsse wirken langlebig, die Materialanmutung ist hochwertig, der Tragekomfort in Summe sehr hoch. Der Handschuh ist im Vergleich mit anderen wintertauglichen Modellen angenehm dünn und erlaubt so eine punktgenaue Bedienung von Blinker, 4 Wege-Joystick, Drehrad, etc. Die große Stulpe, die den Akku beherbergt, kann bei dicken Winterjacken eng werden. In diesem Fall spürt man die Energiespender am Arm, die sich sonst unaufdringlich im Handschuh verbergen.

Die Akkus sind mit dem mitgelieferten Ladegerät in wenigen Stunden geladen. In der Praxis steckt man die Akkus nach der Ausfahrt, bzw. am Ende der Tagestour an und legt am nächsten Tag mit voller Batterie los. Bei ausgedehnten Touren und niedrigen Temperaturen macht es absolut Sinn, das Ladegerät mitzuführen und die Akkus in der Mittagspause etwas nachzuladen. Auf diese Weise kommt man im Regelfall auch über 10 Stunden locker durch.

Generell ist eine pauschale Angabe, wie lange eine Akkuladung hält, unseriös. Es ist ein bisschen wie bei Laufleistungsangaben von Reifen, es kommt einfach auf zu viele Faktoren an.

Nennt man einen IXS Season-Heat-ST sein Eigen, braucht man daneben nur noch ein paar leichte, perforierte Sommerhandschuhe. Alle anderen Anwendungsfälle deckt der High-End Handschuh von IXS zufriedenstellend ab, wodurch sich auch der hohe Preis relativiert. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sind hochwertig und robust, der Handschuh schlägt sich auch bei Nässe vorbildlich. Die reichlich verbaute Technik funktioniert zuverlässig und die Funktionen des IXS Season-Heat-ST sind über die App zugänglich einstell- und nutzbar. Wer auf die Bedienung eines Smartphones mit Handschuhen verzichten kann, wird mit dem IXS Season-Heat-ST auf jeden Fall glücklich.

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