Hella Zündschlösser für Oldtimer-Motorräder: Informationen, Reparatur und mehr

Hella Zündschlösser sind ein häufiges Bauteil in Oldtimer-Motorrädern. Im Laufe der Zeit können diese jedoch überaltern, defekt oder kaputt gehen. Viele Besitzer dieser klassischen Maschinen kennen das Problem: Der Zünddrücker hält nicht richtig und muss daher bei der Fahrt mit dem berühmten roten Einweckgummi gehalten werden.

Häufige Defekte und Probleme

Es gibt einige typische Schäden, die bei Hella Zündschlössern auftreten können:

  • Die Kontaktringe für die Beleuchtung sind korrodiert.
  • Der Schleifer für den Lichtschalter ist verschmutzt und korrodiert.
  • Die Isolierscheibe zwischen Zylinder und Schleifer ist gebrochen.
  • Der Zylinder (Zinkdruckguss) ist mürbe und zerbröselt.
  • Eine oder mehrere der vier Klemmlaschen für die Befestigung des Deckels sind abgebrochen.
  • Die Kugeln für die Nuten am Zünddrücker sind festgefressen.
  • Die Fahne für den Gegenkontakt der Zündung ist extrem verbogen.

Abgesehen von normaler Korrosion kann es auch vorkommen, dass das verwendete Fett für die Schmierung ätzend wirkt, eventuell gefördert durch die hohen, fließenden Ströme. Dies kann dazu führen, dass sich das Licht nicht mehr einschalten lässt.

Passabel erhaltene Kombischlösser erzielen oft hohe Preise bis hin zu 60,- €. Die sind dann auch nicht besser als neu. Zum Glück ist die Reparatur auch schwieriger Fälle teils einfach, teils machbar.

Reparatur und Überholung

Die Zerlegung des Zündschlosses ist einfach. Dazu müssen nur die vier Haltenasen des Deckels aufgebogen werden. Die Nasen sind auf dem Bild des nächsten Abschnitts zu sehen.

Reinigung und Instandsetzung:

  • Reinigen und blank machen der Kontakte.
  • Überarbeiten der Anschlussbuchsen und sicherstellen, dass sie schön blank sind.
  • Richten der Kontaktflächen.

Wenn die Kunststoffscheibe gebrochen ist, stellt dies kein Problem dar, da sie unter Druck formschlüssig hält. Allerdings kann die Montage dadurch erschwert werden. Es empfiehlt sich, die Einzelteile mit Klebstoff am Lichtschieber zu befestigen.

Zünddrücker:

Eine gängige Abhilfe besteht im unbeliebten Einmach-Dichtgummi, der den Drücker im Schloss halten soll. Wenn der Schlüssel nicht ausgenudelt ist und die Kugeln noch gut federn, muss eben der Federdruck verringert werden.

Schmierung:

Nach der Reinigung und Instandsetzung sollte das Zündschloss neu geschmiert werden. Hierbei ist Vorsicht geboten, da einige Fette ätzend wirken können. Alternativ können Waffenöl (Ballistol), gar keine Schmierung oder moderne Schalter verwendet werden.

Nachfertigung von Teilen

Ein besonders kniffliger Teil ist die Anbringung der Bohrungen für die Kugeln und Federn. Hierfür wird ein Stiftenklöbchen benötigt, um ein Durchbohren des Sacklochs zu verhindern. Benötigt werden außerdem Bohrer mit 2, 4,5 und 6 mm Durchmesser.

Schritte zur Nachfertigung des Schließzylinders:

  1. Am Rohling den unteren Teil überdrehen und bohren, sodass er sich leicht­gängig in der 6 mm-Bohrung bewegen lässt.
  2. Anschließend werden entweder die Abflachungen für den Lichtschieber gefräst oder gesägt und befeilt.
  3. Den Rohling in das Drehfutter einspannen, um den oberen Teil vorzubereiten.
  4. Gegenüber dem Schlitz und den Abflachungen wird eben dieser Schlitz ausgefräst oder -gesägt und gefeilt.

Wer den neuen Zylinder vernickelt, sollte ihn anschließend gut waschen.

Probleme bei der Zulassung wegen fehlender Prüfzeichen

Einige Oldtimer-Besitzer stehen vor dem Problem, dass ihre originalen Hella-Scheinwerfer keine Nummer für eine Bauartgenehmigung haben. Dies kann bei der Zulassung, insbesondere bei einer §21 Vollabnahme nach Import, zu Schwierigkeiten führen.

Lösungsansätze:

  • Nachweis der Originalität: Versuchen Sie, die Originalität des Scheinwerfers durch alte Unterlagen, Prospekte oder Ersatzteillisten nachzuweisen.
  • Ersatzgläser mit Prüfzeichen: Suchen Sie nach Ersatzgläsern mit einer Nummer oder einem E-Prüfzeichen.
  • Vorübergehender Umbau: Bauen Sie für die Abnahme einen regelkonformen Scheinwerfer an und rüsten Sie danach wieder auf den Originalzustand um.
  • Gesonderte Lichtprüfung: Informieren Sie sich über die Möglichkeit einer gesonderten Lichtprüfung nach einem vorgeschriebenen Messverfahren.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Prüfer bei Importfahrzeugen oft wenig Ermessensspielraum hat, insbesondere bei der Beleuchtung.

Zusätzliche Tipps und Informationen

Blinker und Elektrik:

Da an den Lenkerhälften der Victoria nicht viel Platz für Schalter bleibt, kann der Blinkerschalter mit dem für den Blinkerschalter kombiniert werden. Die Kabel für den Blinker sollten eher kräftig ausfallen und über ein Relais laufen. Die eigentlichen Stromzuführungen sollten möglichst kurz ausfallen, um Leitungsverluste zu vermeiden. Das Blinkrelais befindet sich auch im Lampentopf. Da geht es ziemlich eng zu.

Masseanschluss:

Der Lampentopf und sein Innenleben sollten einen vernünftigen Masseanschluss vom Rahmen des Motorrads aus erhalten.

Kabelquerschnitt:

Für Abblend- und Fernlicht sollte ein Kabelquerschnitt von 4 mm² verwendet werden.

Tabelle: Typische Schäden und Lösungen

Schaden Mögliche Lösung
Korrodierte Kontaktringe Reinigen und blank machen
Gebrochene Isolierscheibe Mit Klebstoff fixieren
Mürber Zylinder Nachfertigung aus Messing
Fehlendes Prüfzeichen am Scheinwerfer Nachweis der Originalität, Ersatzglas mit Prüfzeichen, vorübergehender Umbau

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