Motorrad Helmbefestigung Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Ein Motorradhelm ist kein Zubehör, das man mal eben im Vorbeigehen kauft, sondern ein Lebensretter, der bei einem Unfall Kopf und Gehirn vor schweren oder tödlichen Verletzungen schützen kann. Der ideale Helm bietet aber nicht nur Sicherheit, sondern erfüllt auch alle anderen Aspekte, die Motorradfahrerinnen und -fahrern wichtig sind. Doch welcher Helm kann in allen Kategorien überzeugen?

Klapphelme im Test: Universal-Talente unter den Motorradhelmen

Klapphelme sind die Universal-Talente unter den Motorradhelmen: Jethelm-Komfort beim Auf- und Absetzen sowie in der Zigarettenpause oder beim Tanken, Integralhelm-Schutz während der Fahrt - das klappt. Vor allem Brillenträgerinnen- und träger schätzen Klapphelme, weil sie ihre Sehhilfe nicht immer umständlich ab- und aufsetzen müssen. Kleine Nachteile von Motorrad-Klapphelmen sind das etwas höhere Gewicht, tendenziell höhere Windgeräusche und der meist höhere Preis.

Die Testkriterien der Zeitschrift "Motorrad"

Wie die neueste Generation der klappbaren Integralhelme abschneidet, hat die Zeitschrift "Motorrad" getestet (Heft 11/2024). Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:

  • Passform und Tragekomfort
  • Aerodynamik
  • Akustik
  • Belüftung
  • Handhabung
  • Ausstattung und Verarbeitung
  • Gewicht
  • Schlagdämpfung und Rotation

Testergebnisse im Überblick

Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. Schlusslicht im Test ist der Harley-Davidson Evo X17 Sunshield Modular, der vor allem beim Gewicht und bei der Akustik Federn - oder besser Punkte - lassen musste. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.

Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung.

Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.

Für einen schnellen Überblick zeigen wir Ihnen im Folgenden einige Motorradhelm-Modelle, die im Test von Motorrad (11/2024) überzeugen konnten.

Modell Preis in Euro Urteil Motorrad
Schuberth C5 ab 699,00 Sehr gut
Shoei Neotec 3 ab 669,00 Sehr gut
Nolan N100-6 ab 399,99 Sehr gut
LS2 FF901 Advant X Carbon ab 469,00 Sehr gut
HJC RPHA 91 Carbon 699,90 Sehr gut
BMW System 7 Carbon Evo ab 710,00 Gut
AGV Tourmodular ab 549,95 Gut
Germot GM 970 159,90 Gut
Airoh Specktre ab 259,99 Gut
MTR K-4 Evo ab 99,99 Gut
Rocc 810 ab 189,95 Befriedigend
Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular 383,00 Befriedigend

Wichtige Hinweise zur ECE-Prüfnorm

Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.

Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm".

Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Eine gezielte Versteifung von Konstruktionspunkten bei Motorradhelmen analog zu klar definierten Prüfpunkten ist somit praktisch unmöglich geworden. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.

Wichtiger Hinweis für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen: Auf dem Prüflabel muss nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen.

Helmpflicht und ihre Durchsetzung

Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet. Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.

Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.

Nach Unfall: Motorradhelm richtig abnehmen

Für viele ist es eine unangenehme Situation: Als Erster am Unfallort zu sein und möglicherweise einen schwerverletzten Motorradfahrer vorzufinden. Mit Klapphelmen ist die Erstversorgung oft leichter, weil man nur die Klappe öffnen muss.

Integralhelme: Maximale Sicherheit für den Kopf

Integralhelme sind eine wichtige Schutzausrüstung für jeden Motorradfahrer. Ein Integralhelm schützt den Kopf und das Gesicht des Fahrers und minimiert das Risiko von schweren Verletzungen im Falle eines Sturzes.

Was sind Integralhelme?

Ein Integralhelm ist ein geschlossener Helm, der den gesamten Kopf des Fahrers abdeckt. Im Vergleich zu anderen Helmtypen wie beispielsweise Jet- oder Klapphelmen, bietet ein Integralhelm den höchsten Schutz für den Fahrer. Die vollständig geschlossene Form des Helms bietet zusätzlichen Schutz und minimiert das Risiko von Verletzungen im Gesichtsbereich. Das Visier schützt die Augen des Fahrers vor Schmutz, Staub und Wind.

Die meisten Integralhelme haben eine herausnehm- und waschbare Polsterung im Inneren, um einen bequemen Sitz zu gewährleisten und Belüftungsöffnungen, um ein gutes Klima im Inneren des Helms zu gewährleisten.

Verwendete Materialien

Integralhelme sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich und können aus verschiedenen Materialien hergestellt werden. Die meisten bestehen aus Polycarbonat oder Fiberglas, soll es besonders leicht sein, wird die Helmschale aus Carbon, also Kohlefaser, hergestellt.

Sicherheit und Herkunft

Auf das Herstellungsland kommt es dank einheitlicher Sicherheitsnormen wie der ECE 22.06 oder dem Vorgänger ECE 22.05 glücklicherweise nicht mehr an. So kann man beruhigt den riesigen Markt für Motorradhelme nach dem für sich optimal passenden Helm absuchen.

Hersteller gibt es viele. Aus Japan stammen unter anderem Helme der Marken Shoei und Arai, HJC kommt aus Südkorea. Beispiele für Helme europäischer Herstellung wären Schuberth aus Deutschland, Scorpion aus Frankreich und Nexx aus Portugal.

Ausstattung

Um in Europa zugelassen werden zu können, müssen Integralhelme mit einem Verschlusssystem ausgestattet sein, das den Helm sicher am Kopf des Fahrers hält. Ein beliebtes Verschlusssystem ist der Doppel-D-Verschluss, der sehr sicher und einfach zu bedienen ist, andere setzten auf einen Kinnriemen mit Ratschen-Verschluss.

Auch beim Visier gibt es Unterschiede. So haben einige Integralhelme auch einen Pinlock-Visiereinsatz, der durch ein zusätzlich angebrachten innen liegendes Visier das Beschlagen minimiert und so die Sicht des Fahrers, besonders bei widrigen Wetterverhältnissen verbessert. Zusätzlich ist häufig eine klappbare Sonnenblende verbaut.

Motorradhelm-Modelle und ihre Eigenschaften

Sind Biker viel im Sommer oder in warmen Ländern unterwegs, tragen manche von ihnen den Helm gerne offen. Möglich ist das grundsätzlich mit Flip-Back- und Flip-Up-Helmen.

Damit der offen getragene Helm auch sicher ist, sollten Motorradfahrer auf bestimmte Kennzeichnungen achten. Hinweise dazu finden sie im Aufnäher am Kinnriemen oder am Futter des Helms.

Neben der Norm "ECE R 22-05" beziehungsweise der neuen Norm "ECE R 22-06" sollte dort idealerweise auch die ECE-Genehmigung stehen - erkennbar an den Buchstaben P/J.

Diese Genehmigung basiert auf einem Prüfverfahren für Helme mit Kinnbügel, dafür steht das P, sowie Helme ohne Kinnbügel, dafür steht das J. Konventionelle Klapphelme haben diese zweifache Genehmigung in der Regel hingegen nicht. Daher dürfen sie bei der Fahrt nur geschlossen getragen werden.

Wichtig: Unabhängig vom Helm-Modell sollten Motorradfahrer aber immer ihre Augen schützen - etwa vor Insekten sowie aufgewirbelten Steinchen.

Daher gilt während der Fahrt: Das Visier sollte immer heruntergeklappt bleiben.

Motorrad-Helmschlösser: Schutz vor Diebstahl

Ein Motorradhelm ist ein unverzichtbares Accessoire für jeden Biker, das Leben und Gesundheit schützt. Aber was passiert, wenn man den Helm nicht auf dem Kopf trägt? Oft wird der Helm einfach auf dem Sitz oder dem Tank des Motorrads gelassen, was ihn anfällig für Diebstahl oder Beschädigungen macht. Hier kommt das Motorrad-Helmschloss Vergleich ins Spiel. Ein Helmschloss bietet eine sichere Möglichkeit, den Helm am Motorrad zu befestigen und zu schützen.

Verschiedene Arten von Helmschlössern

Es gibt verschiedene Arten von Helmschlössern, wie z.B. Kombinationsschlösser, Schlüsselschlösser, und sogar einige Schlösser, die über eine Fernbedienung entriegelt werden können.

Wie man ein Helmschloss richtig verwendet

  1. Legen Sie den Helm auf den Sitz oder den Tank des Motorrads.
  2. Befestigen Sie das Schloss am Helm. Das hängt davon ab, welche Art von Schloss Sie verwenden.
  3. Befestigen Sie das Schloss am Motorrad. Wieder hängt das davon ab, welche Art von Schloss Sie verwenden.
  4. Testen Sie das Schloss.

Hinweis: Es ist auch wichtig sicherzustellen, dass das Schloss nicht störend für den Fahrer oder andere Verkehrsteilnehmer ist, und dass es nicht die Sicht behindert.

Wir empfehlen bei Fahrt den Helm nicht nur mit einem Schloss zu befestigen.

Tipps zur Verwendung von Helmschloss

  • Verwenden Sie das Helmschloss immer, wenn Sie Ihr Motorrad verlassen, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist. Dies gilt besonders dann, wenn Sie in einer großen Stadt oder in einem Gebiet mit einer hohen Kriminalitätsrate unterwegs sind.
  • Wählen Sie einen sicheren Ort zum Anbringen des Helmschlosses, wie zum Beispiel eine überdachte Parkbucht oder einen gesicherten Parkplatz.
  • Verwenden Sie das Helmschloss, um den Helm an einem festen Gegenstand wie einem Baum oder einem Fahrradschloss zu sichern, wenn keine andere Möglichkeit besteht.
  • Vermeiden Sie es, den Helm an einem Ort zu sichern, der leicht zugänglich oder sichtbar ist, da dies Diebe anziehen kann.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob das Schloss und die Befestigungen intakt sind und ersetzen Sie sie gegebenenfalls.
  • Lernen Sie, wie das Schloss schnell und einfach zu bedienen ist, insbesondere in Notsituationen.

Alternativen zum Helmschloss

Eine Alternative zum Helmschloss für das Motorrad kann ein Helmbeutel oder eine Helmtragetasche sein. Diese Taschen sind in der Regel aus robustem Material gefertigt und bieten einen sicheren Ort, um den Helm aufzubewahren, wenn er nicht auf dem Motorrad montiert ist. Sie können auf dem Rücksitz oder in einem Gepäckträger platziert werden und bieten eine zusätzliche Schutzschicht für den Helm.

Eine weitere Alternative kann es sein, den Helm an einen festen Gegenstand zu sichern, wie zum Beispiel ein Fahrradschloss oder einen Baum.

Empfehlungen für Helmschloss-Produkte

Für meinen 200 € Helm verwende ich das ABUS Kabelschloss.

Wir empfehlen klar das Kabelschloss, es ist einfach mitzunehmen, kostet wenig und schützt den Helm vor Gelegenheitsdieben (einfachem wegtragen). Natürlich können Sie auch ein Fahrradschloss verwenden. Jedoch hat dies meist den Nachteil, dass dieses sehr schwer ist und nicht immer einfach zu verstauen.

Für uns war im Helmschloss für Motorräder ganz klar das aufrollbare Kabelschloss der Gewinner, egal ob von ABUS oder Amazon Basic. Durch die Aufrollfunktion hat der Helm nur wenig Bewegungsfreiheit und ist vor eventuellen Beschädigungen sicher. Auch das Zahlenschloss hat den Vorteil, dass wir nicht zusätzlich einen Schlüssel benötigen. Wer aber einen teuren Helm hat sollte sich evtl. ein sichereres Helmschloss zulegen.

Helmschloss Motorrad Vergleich

ABUS Combiflex Autodomy Kohlburg
Sicherheit: 1 von 5 1 von 5 2 von 5
Art: Kabelschloss Kabelschloss Kabelschloss
Schloss: Zahlenschloss Zahlenschloss Zahlenschloss
Preis: ca. 16 € ca. 21 € ca. 25 €

Detaillierte Produktvorstellung

  • Abus Combiflex

    Das Abus Spezialschloss Combiflex Kabelschloss ist ein flexibles und sicheres Schloss für den Einsatz bei unterschiedlichen Anwendungen. Es besteht aus einem robusten Stahlkabel, das in eine PVC-Ummantelung eingebettet ist, um es vor Korrosion und Beschädigungen zu schützen. Das Schloss verfügt über ein patentiertes Schließsystem, das es ermöglicht, das Schloss in jeder Position zu schließen und zu öffnen. Es eignet sich ideal für den Einsatz an Fahrrädern, Gartengeräten, Werkzeugen, Helmen und anderen Gegenständen, die gesichert werden müssen.

  • Autodomy Helmschloss

    Das Autodomy Helmschloss für Motorräder ist ein praktisches und sicheres Schloss, das speziell für den Einsatz an Motorradhelmen entwickelt wurde. Es besteht aus robustem Stahl und verfügt über ein starkes, flexibles Kabel, das sich leicht um den Helm schlingen lässt. Mit einem Schlossmechanismus mit Zahlenschloss kann das Schloss schnell und einfach gesichert werden und garantiert so einen zusätzlichen Schutz vor Diebstahl.

  • KOHLBURG Taschenschloss mit Kette

    Das KOHLBURG Taschenschloss mit Kette ist ein robustes und sicheres Schloss, das speziell für den Einsatz an Taschen, Rucksäcken, Helmen und anderen Gegenständen entwickelt wurde. Es besteht aus einer langlebigen Stahlkette und einem stabilen Schlossmechanismus, der mit einem Zahlenschloss versehen ist. Das Schloss ermöglicht es, Helme schnell und einfach zu sichern und zu öffnen und so einen zusätzlichen Schutz vor Diebstahl zu gewährleisten.

Weitere Aspekte bei der Wahl des richtigen Motorradhelms

Die verschiedenen Helmtypen

Neben den verschiedenen Faktoren unterscheiden sich Motorradhelme in ihrer Bauart, die sich in Design, Eigenschaften und Zweck abgrenzen. Wir geben einen Überblick:

  • Integralhelme

    Die am weitesten verbreitete Helmform bei Motorradhelmen. Größte Auswahl am Markt in allen Preisklassen, u. a. als möglichst leichter Sporthelm oder als üppig ausgestatteter Tourenhelm mit Sonnenblende erhältlich, teilweise bereits mit Kommunikationselektronik ausgestattet oder zumindest damit nachrüstbar.

    Vorteile: Der Integralhelm bietet die beste Sicherheit, weil Kopf- und Kinnteil aus einem Guss sind. Außerdem sind beim Integralhelm Fahrtwindgeräusche bauartbedingt am einfachsten gering zu halten, weshalb er sich - zusätzlich zum Sicherheitsaspekt - am besten für hohe Geschwindigkeiten und lange Strecken eignet.

    Nachteile: Manchen FahrerInnen vermittelt ein Integralhelm ein beengtes Tragegefühl, das Auf- und Absetzen ist bisweilen mühsam, hauptsächlich für Brillenträger.

  • Jethelme

    Diese Motorradhelme haben keinen Kinnschutz und werden gerne für Cruiser, Stadt- und Kurzstreckenfahrten genutzt.

    Vorteile: Der Jethelm bietet ein subjektiv "freieres" Fahrgefühl, bauartbedingt das Maximum an Belüftung, großes Sichtfeld, relativ niedriges Gewicht, da weniger Materialeinsatz.

    Nachteile: Das größte Manko eines Jethelms ist der fehlende Kinn- und Gesichtsschutz. Hinzu kommt, dass Jethelme recht laut sein können.

  • Klapphelme

    Diese Motorradhelme kommen mit einem klappbaren Kinnteil. Im besten Fall besitzt ein Klapphelm die Doppelhomologation J/P. Das heißt, der Helm ist sowohl als Integralhelm als auch als Jethelm zugelassen, darf also ebenfalls offen, mit nach oben bzw. hinten geklapptem Kinnteil gefahren werden.

    Vorteile: praktisch, hauptsächlich für Brillenträger sowie für Raucher und alle, die für einen Schluck aus der Wasserflasche nicht jedes Mal den Helm absetzen möchten.

    Nachteile: sind oft schwerer als Integralhelme und bieten beim Aufprall - je nach Qualität des Verschlusses - nicht die gleiche Schutzwirkung wie ein gleichwertiger Integralhelm.

  • Modulhelme

    Diese Helme können je nach Bedarf in Integral- oder Klapphelm umgebaut werden, indem etwa das Kinnteil werkzeuglos demontiert wird. Voraussetzung hier, wie beim Klapphelm: Die Doppelhomologation J/P. Modulhelme sind vielseitiger als andere Motorradhelmvarianten.

    Vorteil: Sie können als Integral oder als Jethelm gefahren werden, mit zusätzlichem Schild wird daraus sogar ein Enduro-Tourenhelm.

    Nachteile: abgenommene Teile können verloren gehen, Anbringen des Kinnteils bei aufgesetztem Helm kann "fummelig" sein, Geräuschniveau oft höher als bei vergleichbarem Integralhelm.

  • Crosshelme

    Crosshelme sind speziell für den Offroad-Einsatz entwickelt, aber auch bei Supermoto-Fahrern sehr beliebt. Sie bieten eine große Blicköffnung, sodass eine Cross-Brille getragen werden kann. Oft ist das Brillenband im hinteren Helmbereich fixierbar und auf der Helmoberseite ein justier- sowie abnehmbarer Schild angebracht. Dieser dient bei Crossrennen als Schutz vor aufgewirbelten Steinen des Vordermanns, im Alltag auch als Blendschutz.

    Vorteile: hervorragende Belüftung, in Dreck, Staub und Schlamm gegenüber Helmen mit Visier überlegen.

    Nachteile: schlechter Schutz bei Regen und Kälte, häufig hohes Geräuschniveau. Bei hohem Tempo erhöhter Druck auf die Nackenmuskulatur durch schlechtere Aerodynamik.

  • Enduro-Tourenhelm

    Eine Kreuzung aus Integral- und Crosshelm. Vom Crosshelm hat er die Form und das große Schild, vom Integralhelm das Visier. Die Gattung ist recht jung und hat mit den großen Reiseenduros ihren Siegeszug angetreten. Daher ist die Auswahl inzwischen recht groß.

    Vorteile: luftig, großes Sichtfeld, Blendschutz durch Schild, im Gelände und bei Hitze wahlweise mit Endurobrille fahrbar.

    Nachteile: durch Schirm und Form oft spürbar lauter als ein vergleichbarer Integralhelm. Gegen das gerne mal etwas höhere Gewicht hilft in oberen Preisklassen Carbon.

  • Halbschalenhelme

    Diese Helme bieten einen minimalen Schutz für den Kopf und eignen sich, wenn überhaupt, nur für sehr wenige Einsätze. Da wir als Minimum die Helmart "Jethelm" empfehlen, testen wir keine Halbschalenhelme.

Materialien von Motorradhelmen

Motorradhelme sind stets entweder aus Thermoplasten oder Duroplasten gefertigt.

  • Thermoplaste

    Um Helme möglichst preisgünstig herzustellen, werden thermoplastische Granulate aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polyamid (PA) oder Polycarbonat (PC) geschmolzen und im Spritzgussverfahren maschinell zu Helmschalen weiterverarbeitet.

  • Duroplaste

    Harte glasartige Polymerwerkstoffe aus Kunstharz und Armierungsgewebe, die nach ihrer Aushärtung nicht mehr verformbar sind, nennt man Duroplaste. Die mit Harz getränkten Matten, Gewebe oder Gestricke aus Kunststoff, Glasfasern oder Carbon werden von Hand in mehreren Schichten aufeinander laminiert.

Ausstattung und Sicherheitsmerkmale

  • Die Prüfnorm ECE-Norm

    Die ECE-Norm 22.05 ist gesetzlich keine Pflicht für einen geeigneten Motorradhelm. Wenn dieses Prüfzeichen jedoch vorhanden ist, können Sie sich sicher sein, dass der Helm Tests durchlaufen hat und dass bei einer Verkehrskontrolle kein Bußgeld anfällt.

  • Werkstoffe und Visiere

    Motorradhelme können aus verschiedenen Materialien bestehen und unterscheiden sich stark in der Ausstattung. Rein äußerlich zeigen Helme schon allein bei Farbe und Dekor große Differenzen. Hier gilt die Faustregel: Je aufwendiger ein Helm äußerlich gestaltet ist, umso teurer ist er auch. Meist trifft dies auch auf die Ausstattung zu.

  • Gewicht, Interieur und Belüftung

    Das Helmgewicht spielt eine ganz entscheidende Rolle für den Tragekomfort, nur ein leichter Helm schont Hals- und Nackenmuskulatur. Doch was wäre ein leichter Helm? Ein Integralhelm mit einem Gewicht von etwa 1.500 Gramm ist guter Durchschnitt, spezielle Kopfschützer für den sportlichen Einsatz sind teils leichter als 1.000 Gramm. Klapphelme sind meist schwerer.

  • Größen und Passform

    Motorradhelme gibt es allgemein in vielen verschiedenen Größen, die wie Kleider-Konfektionsgrößen angegeben werden (XS, S, M, L, XL) oder sich nach dem Kopfumfang in Zentimetern richten. Die Konfektionierung ist aber nur ein Teilaspekt beim Helmkauf. Die Passform ist ist ein wichtiger Aspekt der Sicherheit: Der Helm darf weder zu fest noch zu locker auf dem Kopf sitzen und sich nicht mit den Händen abziehen lassen - sogenannte Abstreifsicherheit.

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