Herren Rennrad Hose Test Vergleich: Die beste Wahl für Komfort und Leistung

Körperliche Arbeit bedeutet immer: Wärme und Schweiß. Die logischen Ansprüche an die Radbekleidung lauten dann: Leichtgewicht, Atmungsaktivität, Trocknung, Sitz, Komfort.

Die wichtigsten Aspekte von Rennradhosen

Für viele ist die Passform das wichtigste Kaufkriterium. Rennrad-Trikots verfügen in der Regel über eine sportiv-enge und körpernahe Passform. Dieser Schnitt bietet auch aerodynamische Vorteile. Dies bedeutet aber auch, dass eine üblicherweise getragene Konfektionsgröße nicht unbedingt auf die Radbekleidung übertragen werden kann.

Die Größenfindung ist demnach - leider - nicht immer einfach.

Bei Radhosen ist der Komfort noch einmal wichtiger als bei Trikots. Mitentscheidend dafür ist die Wahl des Sitzpolsters. Dessen Konstruktionsweise und Materialeigenschaften müssen zur Anatomie des Trägers oder der Trägerin passen.

Für Sitzpolster gilt: Dicker bedeutet nicht immer auch komfortabler. In manchen der Test-Bibshorts sind dreizehn, in anderen nur vier Millimeter dicke Sitzpolster eingebaut. Auch die dünneren Modelle zeigten einen teils herausragenden Dauertragekomfort.

Was den Beinbereich der Radhosen angeht, werben manche Hersteller explizit mit einer Kompressionswirkung. Im besten Fall unterstützt dies die Muskelarbeit, im schlechtesten hat es keine negativen Effekte.

Material und Verarbeitung

Bei der Materialqualität und der Verarbeitung zeigen sich hier jedoch teils sehr deutliche Unterschiede zwischen den Testmodellen der verschiedenen Preisklassen.

Auch die Träger der Bibshorts sind ein sehr wichtiger Komfortfaktor. Straffe und zugleich eher breite, nahtlose Träger aus einem „feinen“ und recht weichen Stoff sind hier aus der Sicht unserer Tester das Optimum. Auch die Positionierung der Träger spielt beim Tragekomfort eine entscheidende Rolle.

Die Rolle des Sitzpolsters

Als Herzstück der Fahrradhose muss das Polster der Rennradhose genau auf die Druckpunkte angepasst sein. Viele Hersteller nutzen daher ausführliche Tests und Testfahrten, um die optimale Positionierung von Materialien, Nähten und Dichtegraden des Schaumstoffs oder Gels zu perfektionieren.

Bei den seitlichen Flügel-Partien des Polsters handelt es sich in der Regel um sehr dünne Stoffbereiche, die ein reibungsloses Pedalieren ermöglichen, selber jedoch keine Dämpfung erzeugen. Dadurch bleibt die maximale Bewegungsfreiheit im Sattel erhalten.

Üblich ist zudem, dass das Polster über unterschiedliche Stärken verfügt - also beispielsweise an den zentralen Druckpunkten mit dichterem Schaumstoff gepolstert ist als an anderen Bereichen. So bietet dir dein Polster genau dort Dämpfung, wo du sie benötigst.

Zur Wahl stehen dir beim Kauf der Radhose nicht nur Polster auf Schaumstoffbasis sondern auch mit speziellen Gel-Einlagen. Der Vorteil von Gel-Polstern ist, dass aufgrund des noch flexibleren Materials eine optimale Passform gewährleistet werden kann.

Unterschiede gibt es ebenfalls in der Einarbeitung des Polsters in die Hose. Je nach Verarbeitungsart wird das Polster mit mehr oder weniger Nähten auf das Hauptmaterial der Hose genäht.

Für Damen gibt es ebenfalls spezielle Sitzpolster, die auf die weibliche Anatomie angepasst sind. Die Sitzpolster sind in der Regel aufgrund des breiteren Sitzknochenabstands bei Damen breiter geschnitten. Zudem sind die Druckpunkte anders gelagert als bei Sitzpolstern für Herren.

Sitzpolster: Dick oder Dünn?

Die Sitzknochen gewöhnen sich mit zunehmendem Training an die Druckspitzen und bekommen eine Art unempfindliche Hornhaut, die weniger schnell schmerzt als bei Untrainierten. Gut trainierte Biker werden daher immer besser mit einem dünnen und straffen Hosenpolster viele Kilometer abspulen. Auf kurzen Runden und für weniger Trainierte darf das Polster auch mal etwas dicker und weicher ausfallen.

Jede Unebenheit auf dem Sitzpolster kann auf lange Sicht zu Druckstellen oder Reibung führen. Daher sollte das Sitzpolster möglichst eben und nahtfrei konstruiert sein. Ein kleiner Kanal als Aussparung in der Mitte kann eventuell Druckstellen im Dammbereich verhindern. Es sollte nicht zu viel Stoff im Polsterberiech sein, da sich sonst ein schwammige Windelgefühl einstellt, sich das Material in Wellen legen, Scheuerstellen verursachen und Blutgefäße und Nervenbahnen einklemmen kann.

Inzwischen haben viele Hersteller verstanden, dass es sich genau gegenteilig verhält. Daher kommen bei den Endurance-Hosen auch zunehmend flachere und straffere Polster zum Einsatz. Dicke Polster mit geringer Dichte sitzen sich auf Dauer schnell durch und verursachen dann häufig Druck im Dammbereich. Straffe Polster bleiben auch auf Dauer formstabil und geben den Sitzknochen mehr Support.

Bib Shorts vs. Radhosen

Neben der klassischen Radhose und der langen Radhose stehen dir auch Radhosen Modelle mit Trägern zur Auswahl. Diese haben einen klaren Vorteil - sie bleiben zuverlässig genau dort wo sie sein sollen.

Kein lästiges Rutschen und auch das Kneifen im Bauchbereich bleiben dir erspart! Wo Pants, Tights und Radhosen durch die gebeugte Sitzposition auf dem Rad durchaus runterrutschen können, sitzen Bib Shorts und lange Trägerhosen immer zuverlässig und wärmen zudem den empfindlichen Nierenbereich, auch wenn das Trikot mal nach oben rutscht.

Einziger Nachteil: ein Ausziehen des Oberteils beim Toilettengang bleibt dir - besonders als Dame - nicht erspart.

Empfehlungen und Testurteile

Im Test setzen wir die Hose als unterste Schicht bei einer längeren Schlechtwetterfahrt auf dem Gravelbike ein - hier fühlt sich die Odlo Essentials Radshorts spürbar wohl. Auch nach mehreren Ausfahrten behält das gut belüftete Silver-Padding-Sitzpolster seine Form und verliert auch bei Nässe kaum an Dämpfungseigenschaften. Ganz erstaunlich ist bei Odlo nämlich die Haltbarkeit.

BBB Corsa Cargo: Sie suchen eine unauffällige Allround-Hose, die wirklich alles mitmacht? So sind an beiden Hosenbeinen Taschen vorhanden, in denen Müsliriegel und/oder das Smartphone Platz findet. An der Rückseite befinden sich unterhalb der Träger weitere Taschen. Überrascht waren wir vom relativ weichen, aber erstaunlich komfortablen Sitzpolster, das auch auf langen Ausfahrten für erstaunlichen Fahrkomfort sorgt. Am Ende ist da noch der überaus attraktive Preis: Die Corsa Cargo schlägt mit nur knapp 100 Euro zu Buche.

Die Alé K-Tour hat uns verblüfft. Das wasserabweisende Polyamid-Mischgewebe ist innen aufgeraut und im Vergleich sehr elastisch, was bereits das Hineinschlüpfen zum Vergnügen macht. Als besonders angenehm empfinden wir das vernähte »Klima 8h«-Sitzpolster - es schmiegt sich dem Gesäß angenehm unaufdringlich an und sorgt die ganze Fahrt lang für gleichbleibend hohen Sitzkomfort. Trotz seiner Elastizität entstehen keine Druck- bzw.

Hervorzuheben ist das fast nahtlose Design. Wo andere Hersteller viele unterschiedliche Teile zusammennähen, reduziert der Bozener Hersteller die Nähte auf ein Minimum. Das Ergebnis ist eine Passform, die einen mit der Zunge schnalzen lässt.

Die Gore Spinshift Bib Shorts hat sich heimlich angeschlichen - und ist ganz schnell zu unserem Favoriten geworden. Dazu zählt in allererster Linie eine gutmütige Passform - im Vergleich zu anderen Herstellern bietet die Spinshift recht viel Platz. Gut gefallen hat uns auch Gores Advanced Brand Core-Sitzpolster und die leichte Kompression durch das engmaschige Material.

Vaude erfreut sich in der Radsportszene eines guten Rufs - insbesondere, was solide, unprätentiöse und vor allem nachhaltig hergestellte Radbekleidung angeht. Beim Auspacken fühlt sich die Posta Bib Tight recht anschmiegsam und elastisch an, ein Eindruck, der sich bei der ersten Ausfahrt verstärkt. Die Hose hat jedenfalls eine sehr gutmütige Passform und lässt auch ein paar Extrapfunde durchgehen, ohne gleich einzuschneiden.

Pearl Izumi Pro Bib Shorts: Wer bisher unter einer zu wenig flexiblen Hose »gelitten« hat, wird von der Pearl Izumi Pro Bib Shorts begeistert sein. Der empfohlene Verkaufspreis ist zwar nicht gerade günstig, die Fahrradhose setzt jedoch ein Ausrufezeichen beim Tragekomfort und der Verarbeitung.

Details und Features

Viele Hersteller fügen ihre Bib-Shorts mit so wenigen Nähten wie möglich zusammen und halten diese besonders flach, um Reibung zu verhindern. Nahtlose, breite Träger sind inzwischen Standard, angesetzte Beinabschlüsse wie bei Löffler die absolute Ausnahme.

Manche Modelle kommen mit gerade mal einer Naht am Oberschenkel aus und die Beinabschlüsse rutschen selbst ohne klebriges Silikonband beim Treten nicht mehr hoch. Davon profitiert vor allem, wer gerne Strecke macht. Denn nach vielen Kilometern im Sattel können Silikonstreifen wie Peitschenhiebe auf der Haut brennen, Nahtknoten sich wie Nadelstiche anfühlen.

Hochwertiges Garn mit hoher Spannkraft und robuster Oberfläche umschließt den Träger mit angenehmer Kompression und fühlt sich dennoch geschmeidig und weich an - kein Vergleich mehr zu den oft labbrigen Stoffen der Vergangenheit.

Die werden teils mittig, teils außen an der Brust vorbeigeführt, was vor allem bei üppigerer Oberweite ein Vorteil sein kann, wie unsere Langstrecken-Expertin Sandra Schuberth erklärt.

Tabellarische Übersicht

Hersteller Modell Preis (ca.) Besonderheiten
Odlo Essentials Radshorts - Gute Haltbarkeit, Silver-Padding-Sitzpolster
BBB Corsa Cargo 100 Euro Taschen an Hosenbeinen und Rückseite, komfortables Sitzpolster
Alé K-Tour - Wasserabweisend, Klima 8h-Sitzpolster
Gore Spinshift Bib Shorts 140 Euro Gutmütige Passform, Advanced Brand Core-Sitzpolster
Vaude Posta Bib Tight - Nachhaltige Herstellung, anschmiegsam und elastisch
Pearl Izumi Pro Bib Shorts - Hoher Tragekomfort, saubere Verarbeitung

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