Shimano XT 28-Zoll-Hinterrad im Test: Eine umfassende Analyse

Die Firma Shimano gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Herstellern von Fahrradteilen bzw. Fahrradkomponenten. Ein Grund dafür ist zum Beispiel die enorme Auswahl an unterschiedlichen Bauteilen, die für nahezu jeden Fahrertyp das passende Produkt anbieten kann. Diese werden ständig weiterentwickelt und verbessert und liegen somit in punkto Innovation und Qualität immer auf einem aktuellen Level. Ein weiterer Grund ist das faire Preis-Leistungs-Verhältnis, das Shimano bietet.

Durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien und weiterer Faktoren kann Shimano verschiedene Baugruppen anbieten, so dass für jeden Geldbeutel das Passende dabei ist. Bei der Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten kann die Entscheidung für eine bestimmte Baugruppe allerdings auch mal schwer fallen. In diesem Fall bringt Sie eine präzise Selbstanalyse auf den richtigen Weg, denn Shimano kann, wie oben erwähnt, für nahezu jeden Fahrertyp etwas Passendes anbieten. Stellen Sie also zunächst fest, was genau Sie von Ihren neuen Fahrradkomponenten erwarten.

Hierbei spielen zum Beispiel die ungefähre Jahreskilometerleistung und das bevorzugte Terrain eine entscheidende Rolle. Die Baugruppen Shimano Deore LX und XT unterscheiden sich unter anderem in der Verwendung verschiedener Materialien und in der Konsequenz dann auch in der Belastbarkeit, im Gewicht und im Preis.

Laufrad-Tests: Alu vs. Carbon

Laufräder gelten als das beste Tuning fürs MTB. Doch stimmt das wirklich? Und was bieten aktuelle Nachrüstsätze? Es wurden 13 Modelle ab 430 Euro getestet.

Testsieger im Überblick

  • Testsieger unter den Alu-Laufrädern werden die Veltec ETR Extradrei. Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut, punktet mit niedrigem Gewicht und einem spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
  • Bei den Carbon-Laufrädern sichern sich die Acros Enduro-Carbon-LSR 29" den Testsieg. Acros liefert ein superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon Rundlinge. Toll für Nachrüster: der Satz ist auch für Non-Boost erhältlich!
  • Den Kauftipp bei den Alu-Laufrädern holen sich die Race Face Aeffect R, dank grundsolidem Laufradaufbau, guten Steifigkeitswerten und ordentlichem Tempo.
  • Die Newmen Advanced SL A.30 sichern sich den Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch machen die superleichten Sätze eine Menge her und auch die Beschleunigung kann voll punkten.

Alu-Laufräder im Detail

Hier eine Übersicht über verschiedene getestete Alu-Laufräder:

  • Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy: Die Crank-Räder gehören zu den seiten- und torsionssteifsten im Test. Trotz des hohen Gewichts erreichen sie bei der Trägheitsmessung gute Werte, da die recht leichte Alu-Felge die schweren Naben kaschiert.
  • DT Swiss XM 1700 Spline: Die beliebten Mittelklasse-Laufräder der Schweizer sind - für Alu-Felgen - leicht und prima zu beschleunigen. Das Vorderrad überragt bei der Seitensteifigkeit die Konkurrenz, generell liegen die Steifigkeiten auf sehr gutem Niveau.
  • Mavic Crossmax XL S 29: Das neue Crossmax- Laufrad kommt dezenter daher als früher - und ist rundum eine solide Wahl. Für ein Alu-Rad relativ leicht, glänzt die wie gehabt sehr gute Mavic-Aufbauqualität.
  • Newmen Evolution SL A.30: Leicht und flott! Die Newmen-Alu-Räder sind nur minimal schwerer als die von Testsieger Veltec, lassen sich aber genauso prima (für einen Alu-Satz) beschleunigen.
  • Race Face Aeffect R: Auf der Habenseite der Alu-Laufräder aus Kanada steht ein grundsolider Laufradaufbau samt sehr guter Steifigkeitswerte. Trotz des stattlichen Gewichts von fast zwei Kilo für den Satz macht die Felge Tempo.
  • Shimano Deore XT WH-M8120: Günstig, aber gut! Shimanos XT-Laufradsatz schlägt sich trotz preislichem Respektabstand zur Konkurrenz wacker. Der Aufbau der Laufräder ist sehr gut, die Steifigkeitswerte sind mit Crankbrothers die besten im Test. Lediglich bei der Trägheitsmessung und dem Gewicht fällt das XTRad zurück.
  • Spank 350 Vibrocore: Die Spank-Räder besitzen eine Schaumstoff-Schicht in der Felge, die Vibrationen dämpfen soll. Generell eher schwerer, "nur" gut zu beschleunigender Satz, dessen Hinterrad die schlechtesten Seitensteifigkeiten im Test zeigt.
  • Veltec ETR Extradrei: Veltecs Satz ist perfekt aufgebaut und zeigt das geringste Gesamtgewicht im Alu-Testfeld. Auch der Wert bei der Trägheitsmessung ist im Vergleich Spitze.

Carbon-Laufräder im Detail

Hier eine Übersicht über verschiedene getestete Carbon-Laufräder:

  • Acros Enduro-Carbon-LRS 29": Acros liefert mit dem Enduro-Laufradsatz ein mit 1550 g superleichtes und klasse aufgebautes Paar Carbon-Rundlinge. Die Steifigkeiten liegen ebenso in allen Bereichen auf sehr gutem Niveau.
  • Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon: Die Synthesis sind die schwersten und "langsamsten" Kohlefaser-Räder im Test. Dafür sind die Crankbrothers rundherum sehr gut aufgebaut, und sie glänzen dank massiver Bauweise mit nahezu perfekten Seitensteifigkeiten.
  • DT Swiss XMC 1501 Spline One: Die Schweizer punkten bei ihrem Carbon-Modell mit perfektem Aufbau und niedrigem, wenn auch nicht superleichtem Set-Gewicht. Die Steifigkeiten liegen auf sehr gutem Niveau, und wie (fast) alle Carbonis im Test beschleunigen die DTs super.
  • Newmen Advanced SL A.30: Optisch macht Newmens superleichter Carbon-Satz mit den silbern glänzenden Naben eine Menge her. Die Laufräder beschleunigen nur minimal schlechter als Testsieger Acros, auch beim Aufbau gibt es keinen Grund zur Kritik.
  • Race Face Next R31: Wie Crankbrothers setzt auch Race Face eher auf Stabilität denn auf ausgewiesenen Leichtbau. Dafür überzeugt der Aufbau der breiten Felgen, auch die ermittelten Steifigkeitswerte des teuren Next-R-Satzes sind durch die Bank sehr gut.

Warum Laufräder das ideale Tuning sind

Wenn hochwertig, bringen Laufräder nur positive Effekte. Sie sparen Gewicht und damit Massenträgheit, was das Bike leichter, agiler im Handling und spurtfreudiger macht. Gleichzeitig gehen sie in Sachen Steifigkeit und Langlebigkeit keinerlei Kompromisse ein. So zumindest das Versprechen.

Leicht und mit viel Speed

Tatsächlich weisen die getesteten Laufräder zumeist attraktive Gewichte auf, die deutlich unter denen eines "08/15-Satzes" in einem 3000-Euro-Fully liegen dürften. Logo, die Carbonis wiegen dabei weniger als die Alu-Modelle: im Schnitt 265 g pro Satz. Wobei die beiden Kohlefaser-Wheels von Acros und Newmen mit unter 1600 g Paargewicht echte Traumwerte erreichen - bei voller Enduro- und hoher Gewichtsfreigabe (Acros nennt gar keine Beschränkung). Dass auch Alu leichte Laufräder erlaubt, zeigen Newmen und Veltec, deren Sätze auf je rund 1800 g kommen - klasse. Mit den Alu-Rädern von Crankbrothers, Shimano und Spank überbieten drei Sätze jedoch die kritische Zwei-Kilo-Marke.

Je leichter, desto beschleunigungsfreudiger? In der Regel trifft dies zu. Aber auch sehr schwere Laufräder können eine vergleichsweise geringe Massenträgheit aufweisen. Denn es kommt vor allem auf das Gewicht der Felge an, da diese bei der Rotation den längsten Weg zurücklegt. Eine schwere (robuste) Nabe fällt buchstäblich nicht so sehr ins Gewicht. Beispiel: Der Race-Face-Aeffect-Satz wiegt fast zwei Kilo, rollt aber dennoch bei den Alu-Modellen am drittschnellsten durch die Lichtschranke.

Shimano XT Hinterradnaben für E-Bikes?

Shimano steht mit seiner Deore XT Baugruppe bereits viele Jahrezehnte für hohe Qualität, Stabilität und Langlebigkeit. Kann man die XT Hinterradnaben also problemlos für moderne E-Bikes bzw. Pedelecs nutzen? Aus eigener Erfahrung müssen wir dieses leider verneinen.

Die hohen Antriebskräfte mit Drehmomenten von derzeit aktuell bis 75 Newtonmetern beim Beschleunigen, aber auch die starken Kräfte beim Bremsen erfordern ein sehr hohes Maß an Stabilität bei der verbauten Hinterradnabe am Elektro-Fahrrad. Sonst drohen auf Dauer Beschädigungen, wie z.B. Flanschabrisse oder ein Verbiegen der Achse.

Die Shimano XT WH-M8120 verfügt nur über 2 Konuslager, die recht weit auseinanderliegen. Der linke Nabenflansch hat nur eine Stärke von rund 3 mm und ist zusätzlich noch ausgefräst. Shimano hat für diese Nabe ein neues Freilaufkörpersystem entwickelt. Der Freilaufkörper besteht aus Aluminium. Die Bauweise ist filigran.

Fazit: Es werden spezielle E-Bike Hinterradnaben von anderen Herstellern empfohlen, die z.B. 4-fach gelagert sind und deutlich stabiler konstruiert sind.

Erfahrungen und Empfehlungen aus dem Forum

In verschiedenen Foren wurden Erfahrungen und Empfehlungen zu Hinterrädern und Naben ausgetauscht. Hier einige Kernaussagen:

  • Von einer Shimano XT Nabe (FH-M 756) wurde aufgrund des Systemgewichts und der Beanspruchung abgeraten, da diese nicht mehr so stabil ist, wie z.B. eine alte LX Nabe.
  • Es wird empfohlen, eine DT350 Nabe zu kaufen, da man auch noch längere Zeit Ersatzteile wie Freiläufe bekommt.
  • Die DT Swiss 350 wird als Brotundbutter-Nabe beschrieben, die seit Jahren ohne Probleme läuft.
  • Die Andra 30 Felge scheint eine gute Wahl für ein solides Hinterlaufrad zu sein.

Es wurde auch erwähnt, dass spezielle Anforderungen (z.B. Nabe für Disc und Felge für Felgenbremse) eher nicht fertig zu kaufen sind, sondern extra zusammengestellt und gebaut werden müssen.

Trekking Schaltgruppen im Überblick

Während die Übersetzungen von Rennrädern und Mountainbikes während der Fahrt ausschließlich durch Kettenschaltungen angepasst werden, bilden Nabenschaltungen für Trekking- und Reiseräder eine echte Alternative. Dadurch sind mehr unterschiedliche Schaltsysteme auf diesem Markt zu finden, als dies bei den sportlicheren Geschwistern der Fall ist.

Kettenschaltung oder Getriebeschaltung?

Kettenschaltungen haben den Vorteil, dass sie leicht und effizient sind. Doch zugleich sind sie verhältnismäßig anfällig gegen Schmutz und nicht die verschleißärmste Möglichkeit, ein Rad anzutreiben. An Trekkingrädern sind daher oft Getriebeschaltungen zu finden. Bei diesen wird die Übersetzung durch ein im Inneren der Hinterradnabe oder ein direkt an die Kurbel angeschlossenes Getriebe angepasst.

Vor- und Nachteile von Kettenschaltungen:

  • + Hohe Effizienz
  • - Wartungsanfällig
  • + Geringes Gewicht
  • - Verschleiß hoch
  • + Preiswert
  • - Empfindlich gegen Verschmutzung

Vor und Nachteile von Getriebeschaltungen:

  • + Zuverlässig
  • - Relativ schwer
  • + Wartungsarm
  • - Weniger effizient als Kettenschaltungen
  • + Verschleißarm
  • - Relativ teuer
  • + Immer optimale Kettenlinie

Shimano Schaltgruppen für Trekkingräder

Das Angebot von Shimano ist zu großen Teilen dem Mountainbike Bereich entliehen und beispielsweise durch Kurbeln mit einer passenden Übersetzung an das Trekkingrad angepasst. So finden sich hier Teile der bekannten XT und Deore Gruppe wieder.

  • Shimano XT: Eine hohe Präzision und Zuverlässigkeit gepaart mit einem vernünftigen Preis machen sie zu einer Top Wahl für das Trekkingrad. Hier wird die Gruppe mit 3x10 Gängen angeboten.
  • Shimano LX: Etwas schwerer, dafür jedoch auch preiswerter, bietet sie ebenfalls 3x10 Gänge und einen Nabendynamo.
  • Shimano Deore: Sie bietet die gleichen Spezifikationen wie die teureren Gruppen: 3x10 Gänge und die Wahl zwischen V-Brakes und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Shimano Alivio: Sie bietet 3x9 Gänge, einen eigenen Nabendynamo und die Wahl zwischen hydraulischer Scheibenbremse und V-Brake.
  • Shimano Acera: Die preiswerteste Trekking Gruppe schaltet 3x9 Gänge. Auch hier hast du die Wahl zwischen V-Brake und Scheibenbremse und kannst optional einen gruppenspezifischen Nabendynamo bekommen.

Nabenschaltungen von Shimano

Shimano hat mit der Nexus eine Nabenschaltung auf den Markt gebracht, die für all diejenigen interessant sein dürfte, die auf die volle Funktionalität der Rohloff Nabe, ein breites Übersetzungsspektrum und gleichmäßige Abstufung zwischen den Gängen, zugunsten eines deutlich niedrigeren Preises verzichten können.

Die Alfine Nabe, das Herzstück der Gruppe, ist wahlweise mit 8 oder 11 Gängen erhältlich. In der 11-fach Variante beträgt die Übersetzungsbandbreite 409%, die 8-fach Alfine schaltet 307%.

Die Geschichte der Shimano Deore XT

Mit sechs Ritzeln auf der Kassette fängt die Geschichte der Shimano Deore XT an. 1982 ist das. Die Komponentengruppe aus Japan ist damals das Premiumequipment für Mountainbikes und bleibt es auch bis 1992, als Shimano ihr die Rennsport-orientierte XTR-Gruppe vorsetzt. Nach und nach steigt die Anzahl der Zahnringe auf der Kassette - stets begleitet von emotionalen Diskussionen über die Notwendigkeit dafür.

Während sich die Ritzel am Hinterrad also stetig vermehren, die Kettenblätter an der Kurbel ebenso reduziert und die Bremsen sich von einer Cantilever-Konstruktion zur Scheiben-Version entwickelt haben, ist die Gruppe immer ein Premiumprodukt geblieben, das letztlich sogar deutlich robuster als die filigran leichte Race-Gruppe ist. Sie ist damit sowas wie der Gold-Standard der Kettenschaltung.

Die Zuverlässigkeit und Funktion der hochwertigen Gruppe haben mit der Zeit immer mehr Freunde unter den Tourenfahrern gefunden. Und da sich manche Ansprüche zu Mountainbikern unterscheiden, hat Shimano der Mountainbike-XT (erkennbar am M in der Produktbezeichnung) eine Trekking-Version (mit T gekennzeichnet) zur Seite gestellt. Dazu gehören Ganganzeigen an den Schalthebeln zum Standard oder ein Nabendynamo und längere Bremshebel.

Fazit

Die Shimano XT-Gruppe bietet eine breite Palette an Optionen für Trekking- und Reiseräder. Während sie für E-Bikes möglicherweise nicht die stabilste Wahl ist, bleibt sie eine zuverlässige und vielseitige Option für viele andere Anwendungen.

Tabelle: Vergleich von Alu-Laufrädern

Laufrad Preis pro Paar (ca.) Gewicht pro Paar Material Felge/Speiche Max. Systemgewicht Testurteil
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy 600 Euro 2024,5 g Alu/Stahl Keine Angabe Gut
DT Swiss XM 1700 Spline 719 Euro 1890 g Alu/Stahl 120 kg Sehr gut
Mavic Crossmax XL S 29 750 Euro 1891 g Alu/Stahl 120 kg Gut
Newmen Evolution SL A.30 680 Euro 1802 g Alu/Stahl 125 kg Sehr gut
Race Face Aeffect R 600 Euro 1993,5 g Alu/Stahl Keine Beschränkung Sehr gut (Kauftipp)
Shimano Deore XT WH-M8120 430 Euro 2012 g Alu/Stahl Keine Angabe Gut
Spank 350 Vibrocore 699 Euro 2036 g Alu/Stahl Keine Angabe Gut
Veltec ETR Extradrei 549 Euro 1792 g Alu/Stahl Keine Angabe Sehr gut (Testsieger)

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