Es kann immer mal passieren, dass das Hinterrad Ihres Fahrrads eiert. Der Schaden sollte unbedingt behoben werden. Allerdings müssen Sie dafür nicht zwangsläufig in eine Werkstatt, sondern können das Problem selbst beheben. Wir erklären, wie das geht.
Mögliche Ursachen für ein eierndes Hinterrad
Wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen, muss dies nicht zwingend an einer "Acht" in der Felge liegen, sondern oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld. Aber keine Sorge, wahrscheinlich ist nichts kaputt. Das "Eiern" rührt durch eine Unwucht des Reifens her. Nicht, weil er fehlerhaft produziert wurde, sondern weil der Fahrradreifen nicht optimal auf der Felge sitzt.
Hier sind die häufigsten Ursachen, wenn das Fahrrad Hinterrad wackelt:
- Defekte oder beschädigte Nabe: Eine beschädigte oder defekte Nabe kann dazu führen, dass das Hinterrad wackelt. Ursachen können Stöße, Verschleiß oder Materialermüdung sein.
- Lockere oder gebrochene Achse: Eine lockere oder beschädigte Achse ist ein häufiger Grund, warum das Fahrrad Hinterrad wackelt.
- Unzentriertes oder beschädigtes Hinterrad: Ein nicht richtig zentriertes Rad führt ebenfalls dazu, dass das Hinterrad seitlich wackelt. Ursachen können ein Schlag, eine falsche Speichenspannung oder allgemeiner Verschleiß sein.
- Lose oder defekte Lager: Wenn die Lager des Hinterrads locker oder beschädigt sind, kann dies ein Wackeln verursachen. Typische Symptome sind knirschende Geräusche oder ein schwergängiges Drehen des Rades.
- Schnellspanner oder Achsmutter locker: Ein nicht fest angezogener Schnellspanner oder eine lockere Achsmutter kann ebenfalls zu Instabilität führen.
Wie man das Problem behebt
Abhängig von der Ursache gibt es verschiedene Lösungsansätze:
- Reifenmontagepaste verwenden: Sitzt der Pneu recht stramm auf der Felge, kann es sein, dass sich das Gummi durch den Reibungswiderstand nicht 100%ig um die Felge gelegt hat. Um das lästige "Eiern" zu beheben, sollten Sie zur Reifenmontage eine sogenannte Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit bzw. Montagefluid benutzen. Damit schmieren Sie die Reifenwulst ein und montieren dann den Fahrradreifen. Sie werden sehen, dass er nun sehr leicht auf die Felge rutscht. Beim Aufpumpen wird er selbständig seine richtige Position auf der Felge finden. Oft hört man dabei auch ein mehrfaches "Ploppen". Der Fahrradreifen sollte nun gleichmäßig anliegen und das "Eiern" der Vergangenheit angehören. Die Montageflüssigkeit am Reifen wird sich in kurzer Zeit verflüchtigen und nicht mehr zu sehen sein.
- Nabe ersetzen: Falls die Nabe beschädigt ist, muss sie durch eine neue ersetzt werden. Es ist ratsam, diese Reparatur in einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen.
- Achse austauschen: Falls die Achse gebrochen ist, muss sie ersetzt werden. Der Austausch sollte in einer Werkstatt erfolgen. Falls die Achse nur locker ist, kann sie mit einem Schraubenschlüssel nachgezogen werden.
- Hinterrad zentrieren: Mit einem Speichenschlüssel kann das Rad wieder richtig ausgerichtet werden. Falls eine Speiche gebrochen ist, sollte sie ersetzt werden, um eine gleichmäßige Spannung aufrechtzuerhalten. Alternativ hilft ein Radzentrierständer.
- Lager überprüfen und warten: Die Lager sollten überprüft und bei Bedarf nachgezogen oder ausgetauscht werden.
- Schnellspanner oder Achsmutter festziehen: Schnellspanner festziehen oder Achsmutter nachjustieren.
Zentrieren des Hinterrads
Das Eiern eines Rads wird auch Achter genannt. Es bezeichnet einen Seitenschlag, bei dem Ihr Fahrrad seitlich von der Spur abweicht, also von rechts nach links eiert. Bei einem intakten Rad sorgen die Speichen dafür, dass alles rund läuft. Denn die Spannung ist im Idealfall auf allen Speichen gleich. Eiert das Rad, liegt das daran, dass auf einzelnen Speichen die Spannung zu hoch oder zu niedrig ist und sie so ungleichmäßig an der Felge ziehen.
So gehen Sie beim Zentrieren Ihres Reifens vor:
- Der erste Schritt ist das Ausbauen Ihres Hinterrads, damit Sie es dann in den Zentrierständer einhängen können. Haben Sie keinen solchen Ständer, sollten Sie nicht das komplette Rad ausbauen, sondern nur Mantel und Schlauch entfernen. Das macht das Zentrieren einfacher.
- Lokalisieren Sie zunächst die Stelle, die dafür verantwortlich ist, dass Ihr Rad nicht mehr rund läuft. Für das Zentrieren der Felge ist die Spannung auf die entsprechenden Speichen gegenüber des Felgenschlags zu erhöhen.
- Setzen Sie den Nippelspanner an und starten Sie mit einer Vierteldrehung. Häufig reicht das schon aus. Bei größeren Schäden kann es nötig sein, dass Sie zusätzlich die Spannung auf die gegenüberliegenden Felgen verringern.
Sollte nach diesen Schritten das Rad immer noch eiern, war der Schaden zu groß. Als Richtwert können Sie sich daran orientieren, dass Seitenschläge von bis zu 1 cm Abweichung von der Mitte sich beheben lassen. Die Speichenspannung lässt sich nur bis zu einem gewissen Punkt verändern. Irgendwann kann es dazu kommen, dass die Spannung zu hoch ist und die Speichen reißen.
Was man vermeiden sollte
In diversen Fahrrad-Foren kursieren Haushaltstipps, anstatt eines Montagefluids einfach billig herzustellende Seifenlauge (etwas Spülmittel und Wasser) auf die Reifenwulst zu schmieren. Davon raten wir allerdings ab. Der Reifen flutscht zwar hiermit auch ganz leicht auf die Felge und die Unwucht ist damit in der Regel auch beseitigt, die Seifenlauge ergibt aber einen rutschigen Schmierfilm am Pneu und auf der Felge. Die Reifendecke kann sich auf der Felge drehen. Es droht unter Umständen ein Ventilabriss. Außerdem lässt ein schmieriger Film aus Seifenlauge die Felgenbremsen schlecht bzw. gar nicht greifen. Genauso schlecht ist der Haushaltstipp mit Babypuder. Der Puder erfüllt zwar seinen Zweck, lässt aber auf Dauer Reifen und Schlauch regelrecht zusammenkleben.
Vorbeugende Maßnahmen
Um Instabilität und Schäden an den Rädern zu vermeiden, sollte regelmäßige Wartung durchgeführt werden:
- Speichen alle 2 Monate auf Spannung überprüfen
- Radlager mindestens einmal pro Jahr reinigen und fetten
- Schnellspanner und Achsen vor jeder Fahrt auf festen Sitz kontrollieren
- Abgenutzte oder beschädigte Reifen rechtzeitig ersetzen
Gefahren eines wackelnden Hinterrads
Ein wackelndes Rad kann zu schweren Unfällen führen, wenn es nicht rechtzeitig repariert wird. Ein scheinbar kleines Problem kann sich verschlimmern und dazu führen, dass Speichen brechen oder die Achse beschädigt wird.
Empfehlung
Eine regelmäßige Wartung des Fahrrads hilft, solche Probleme zu vermeiden und die Sicherheit beim Fahren zu gewährleisten.
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