Geschwindigkeit im Fahrzeugschein Motorrad finden

Für eine sichere Fahrt müssen Fahrzeug und Reifen in Sachen Geschwindigkeit aufeinander abgestimmt sein. Oftmals möchten Kfz-Liebhaber ihren Wagen verschönern und neue Reifen aufziehen. Dabei sind jedoch neben anderen Werten auch der Geschwindigkeitsindex und der Tragfähigkeitsindex zu beachten. Werden beide Kennzahlen unterschätzt oder gar nicht beachtet, kann das im Zweifel zu hohen Bußgeldern führen. Schlimmstenfalls können die Polizei oder eine zuständige Behörde das Auto stilllegen lassen. Dies ist nicht nur kostenintensiv, sondern auch ärgerlich, wenn das Auto oder Motorrad regelmäßig genutzt wird.

Was besagt der Geschwindigkeitsindex?

Der Geschwindigkeitsindex gibt an, bis zu welcher Geschwindigkeit Reifen zugelassen sind. Die Angabe erfolgt dabei mithilfe von Buchstaben.

Wo findet man die Angaben im Fahrzeugschein?

Angegeben wird die Geschwindigkeitsklasse vom Reifen in Zulassungsbescheinigung Teil 1 (ehemals Fahrzeugschein). In der aktuellen Zulassungsbescheinigung ist die Reifenbezeichnung unter den Ziffern 15.1 und 15.2 zu sehen. Im alten Fahrzeugschein, der vor dem Jahr 2005 ausgegeben wurde, ist der Reifenindex unter den Ziffern 20 und 21 oder 22 und 23 vermerkt.

Weitere wichtige Angaben auf Reifen

Die erste Zahl gibt die Reifenbreite in Millimetern an. Für den Sommerreifen 205 55 R16 91Y bedeutet das eine Breite von 205 Millimetern. Die zweite Zahl steht für den Querschnitt des Rades, also für das Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent. Ein Reifenprofil von 55 Prozent entspricht einer Höhe von 123,75 Millimetern. Der Buchstabe der Reifendimension beschreibt die Bauweise des Reifens. “R” deutet auf eine radiale Bauart hin, da die Karkassen im rechten Winkel zur Radmitte verlaufen. Die Zahl nach dem Buchstaben gibt den Innendurchmesser in Zoll an. Für den Sommerreifens 205 55 R16 91Y ist das einen Durchmesser von 16 Zoll. Das entspricht auch der möglichen Felgengröße.

Steht hinter diesen Angaben noch eine Zahl, handelt es sich um den Tragfähigkeitsindex, auch Lastindex genannt. Je nachdem, welches maximale Gewicht der jeweilige Reifen tragen kann, variiert diese Zahl. Es handelt sich dabei um Normwerte, die durch Index-Tabellen im Internet entschlüsselt werden. 91 gibt ein zulässiges Höchstgewicht von 615 Kilogramm pro Reifen an.

Bei dem letzten Buchstaben der Reihe handelt es sich um den Geschwindigkeitsindex. Genau wie die Lastindex-Zahlen sind auch die Buchstaben definierte Normen. Wer die einzelnen Klassen betrachtet, dem fällt auf, dass diese nicht in alphabetischer Reihenfolge verlaufen. Zum Beispiel gibt der Geschwindigkeitsindex von Reifen mit H ein höheres Tempo an als Reifen mit T. Das liegt daran, dass die Tabelle ursprünglich aus England stammt. Als sie entstand, galten 180 Kilometer pro Stunde (entspricht dem Geschwindigkeitsindex S) als schnell. Als die Fahrzeuge schneller wurden, brauchte es neue Bezeichnungen: Der Buchstabe “H” steht daher für “High Speed”. Das bedeutet, dass der Reifen bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 210 Kilometer pro Stunde zugelassen ist.

Geschwindigkeitsindex und Verkehrssicherheit

Der Speedindex gibt nicht nur die zulässige Höchstgeschwindigkeit pro Reifen an. An ihm können sich Fahrer auch in puncto Sicherheit orientieren. Denn je höher der Index, desto besser ist der Halt auf der Straße und desto kürzer sind die Bremswege. Gleichzeitig nutzt sich von diesen Reifen das Profil schneller ab und sie haben im Winter weniger Grip.

Wozu dient der Tragfähigkeitsindex?

Der Tragfähigkeitsindex besagt, wie groß die maximal zulässige Last für Reifen ist. Vermerkt ist dieser auf der Flanke der Reifen.

Wichtige Informationen zum Speedindex

  • Der Geschwindigkeitsindex, auch Speedindex genannt, gibt an, welches maximale Tempo für einen Reifen zulässig ist.
  • Laut Geschwindigkeitsindex-Tabelle (auch Speed Index Tabelle genannt) existieren insgesamt 32 Geschwindigkeitsklassen.
  • Diese reichen von A bis Y.
  • Vor allem bei älteren Fahrzeugen findet sich der Speedindex ZR.
  • Dieser entspricht keiner aktuellen Norm.
  • Kennzeichnete er früher Räder, die für 240 Stundenkilometer und mehr ausgelegt waren, ersetzen diese Angabe heute V-, W- und Y-Reifen.

Anpassung des Geschwindigkeitsindex

In Deutschland ist es Pflicht, den Reifen-Geschwindigkeitsindex dem maximalen Tempo eines Fahrzeugs anzupassen. Liegt der Geschwindigkeitsindex des laut Fahrzeugschein zulässigen Reifens deutlich höher als das maximale Tempo des Autos oder des Motorrads, können Fahrer oft einen kleineren Index wählen. Für ein Auto, das höchstens 188 Kilometer pro Stunde fährt, ergibt sich daraus eine benötigte Radgeschwindigkeit von 196,38 Kilometer pro Stunde. Dies entspricht einem Reifen H (210 Kilometer pro Stunde). Wird laut Fahrzeugschein ein Reifen V (240 Kilometer pro Stunde) gefordert, darf der Fahrer somit auch einen Reifen H wählen.

Konsequenzen bei Unterschreitung des Geschwindigkeitsindex

Wichtig: Wer mit Reifen unterwegs ist, deren Geschwindigkeitsindex nicht für das betreffende Fahrzeug zugelassen ist, geht ein hohes und leichtsinniges Risiko ein. Im schlimmsten Fall löst sich unter hohem Tempo die Karkasse - gravierende Unfälle sind die Folge. Es drohen Bußgelder zwischen 50 und 90 Euro, sofern Höchstgeschwindigkeit und Räder nicht aufeinander abgestimmt sind. Einen Punkt in Flensburg gibt es obendrauf. Fahrer verlieren zudem die Betriebserlaubnis. Das Auto oder Motorrad wird unmittelbar stillgelegt. Wer durch die Wahl der falschen Reifen jemandem im Straßenverkehr gefährdet, für den verfällt der Versicherungsschutz. Um das Auto oder Motorrad wieder zuzulassen, prüft ein Sachverständiger, ob die korrekten Reifen montiert sind.

Sonderregelung für Winterreifen

Anders ist es bei Winterreifen und Ganzjahresreifen: Tragen Räder das M+S-Symbol, darf ihr Geschwindigkeitsindex unter dem maximalen Tempo des Autos liegen. Das maximal zulässige Tempo der Reifen muss durch eine Plakette an der Frontscheibe des Fahrzeugs gekennzeichnet sein. Wer gegen diese Regel verstößt, riskiert ein Bußgeld von fünf Euro.

Geschwindigkeitsindex bei Motorradreifen

Auch beim Motorrad müssen die Reifenspezifikationen in Hinblick auf Traglast und Geschwindigkeitsfreigabe eingehalten werden. Oftmals ist es aber so, dass viele Motorräder mit einem deutlich überdimensioniertem Speed-Index eingetragen und ausgeliefert werden.

  • Feld 15.1 und 15.2: Hier findet sich die eingetragene Reifengröße inkl. Geschwindigkeits-Kennung. Generell darf diese nicht unterschritten werden.
  • Feld T: Im Feld T findet sich die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs. Sollte diese zum Beispiel mit 245 km/h angegeben worden sein, so sind nur Reifen zulässig, die über diesem Wert liegen.

Neben dem Fahrzeugschein sind aber durchaus auch die COC-Papiere ausschlaggebend. So kann es vor allem bei Adventure-Bikes der Fall sein, dass in die COC-Papieren weitere zulässige Reifenoptionen mit einem geringerem Speed-Index eingetragen sind. Sollte dies der Fall sein, so dürfen auch die Reifen, die gemäß COC-Zulassung gelistet sind, ohne Bedenken legal gefahren werden.

Tabelle der Geschwindigkeitsindizes

Geschwindigkeitsindex Zulässige Höchstgeschwindigkeit (km/h)
A1 5
A2 10
A3 15
A4 20
A5 25
A6 30
A7 35
A8 40
B 50
C 60
D 65
E 70
F 80
G 90
J 100
K 110
L 120
M 130
N 140
P 150
Q 160
R 170
S 180
T 190
U 200
H 210
V 240
W 270
Y 300
(ZR) >240

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0