Fahrradhelme im Fokus: Studien zu Sicherheit und Verhalten

Bei einem schweren Sturz kann ein Fahrradhelm die Gesundheit oder gar das Leben retten. Deswegen vertrauen viele Radlerinnen und Radler dem Kopfschutz. Eine Helmpflicht wird in Deutschland zwar immer wieder diskutiert, bisher gibt es sie aber nicht. Das hat womöglich auch damit zu tun, dass Helme nicht nur positive Folgen haben.

Unter anderem könnten Autofahrer sich rücksichtsloser gegenüber Radlern mit Helm verhalten - weil sie diese besser geschützt wähnen. Außerdem fahren Radfahrer mit Kopfschutz möglicherweise riskanter als ohne. Risikokompensation heißt der entsprechende Fachbegriff.

Die Schutzwirkung von Fahrradhelmen

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rät zu einem Kopfschutz beim Radfahren. Das kann ein herkömmlicher Fahrradhelm sein, aber eine Alternative bietet der Kopf-Airbag. Bei einem Aufprall bläst sich der um den Hals getragene Kragen wie ein Vollintegralhelm auf und schützt den Kopf. Vorteil gegenüber dem Fahrradhelm ist der gleichzeitige Schutz des Nackens, der Halswirbelsäule, des Kiefers und des Gesichts.

„Jedes Frühjahr geht zum Start der Fahrradsaison die Anzahl der verletzten Fahrradfahrer in unseren Notaufnahmen in die Höhe. Oft ist der Kopf betroffen. Daher: Helm auf beim Radfahren!“, rät Prof. Dr. Paul Alfred Grützner, Präsident der DGOU und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Ein beträchtlicher Anteil der verunglückten Fahrradfahrenden erleiden schwere und tödliche Verletzungen im Kopfbereich. Durch das Tragen von Fahrradhelmen werden zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders schwer Verletzten vermieden. Dies legt eine Studie der HFC Human-Factors-Consult GmbH von 2017 dar, die im Auftrag der Verkehrsministerien Baden-Württemberg und Thüringen erstellt wurde.

„Im Falle eines Sturzes kann ein Helm dazu beitragen, eine schwere Kopfverletzung zu verhindern,“ sagt Prof. Dr. Michael J. Dass der Fahrradhelm wirksam schützt, zeigte 2014 eine umfangreiche Analyse realer Verkehrsunfälle von Radfahrenden der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Radfahrende mit Helm erlitten höchstens leichte Kopfverletzungen, schwere Kopfverletzungen waren nur bei Radfahrenden ohne Helm zu beobachten. Demnach erfolgte der Aufprall meist direkt oder schräg von vorne. Helmträger zeigten dabei seltener Kontaktstellen an Hinterkopf oder Schädeldecke; also Bereichen, die durch den Helm geschützt werden.

Von den 117 getöteten Fahrradfahrenden der SUD wies fast jeder mindestens eine Kopfverletzung auf; in über der Hälfte war ein Schädelhirntrauma todesursächlich. Die Lage der oberflächlichen Kopfverletzungen belegt, dass die Schläfenregion besonders häufig betroffen ist.

Hier zeigte sich ebenfalls, dass bei älteren Radfahrenden die Verletzungsschwere anstieg, sie häufiger stationär behandelt wurden und alle aufgrund schwerer Kopfverletzung verstarben. So machten Kopfverletzungen bei stationären Patientinnen und Patienten den größten Anteil aus. Bei acht Prozent wurden Schädel-Hirn-Traumata festgestellt. Der Anteil an Kopfverletzungen war für stationär Behandelte, die keinen Helm trugen, fast zehnmal häufiger.

Fahrradhelme werden aus Hartschaumstoff (EPS: expandierter Polystyrol) gegossen, der stoßarbsorbierende Eigenschaften aufweist. Der Schaumstoff wird aus Gründen der Verbindungsfestigkeit direkt in eine Schale aus Kunststoff expandiert („In-Mold-Verfahren“). Im Inneren von Qualitätsfahrradhelmen findet sich neben dem CE-Prüfzeichen und der Größenangabe (meist Kopfumfang in cm) auch das Herstellungsdatum des Helms (Monat bzw. Quartal, Jahr).

Hintergrund ist die Alterung des Hartschaums: Mit der Zeit dünstet er aus, wird porös, die Schutzfunktion lässt nach. Äußere Einwirkungen wie Witterung, Sonne und Schweiß beschleunigen dies. Darum sollten Radhelme nach etwa fünf Jahren Verwendung ersetzt und besser nicht gebraucht gekauft werden.

Kopf-Airbag als Alternative

Aktuell liegt die Helmtragequote über alle Altersgruppen hinweg bei durchschnittlich 18 Prozent. „Das ist zu wenig“, sagt Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention und Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Gründe, warum Menschen keinen Helm tragen, sind vielfältig. Manche finden den Helm unhandlich und umständlich. Andere halten ihn für wenig schick oder fürchten, ihre Frisur damit zu ruinieren.

Abhilfe könnte eine noch wenig bekannte Helmform bieten: der Kopf-Airbag. Er wird wie eine Art Halskrause um den Hals getragen. Bei einem Unfall, beispielsweise einem Zusammenprall mit einem PKW, wird der mit Sensoren versehene Airbag aufgeblasen. Er ähnelt dann einem Vollintegralhelm, welcher zusätzlich zum Kopf auch den Hals- und Unterkieferbereich fest umschließt.

Autoren der Stanford University bescheinigten dem Kopfairbag in einer Studie ein bis zu achtfach niedrigeres Risiko von Gehirnerschütterungen gegenüber einem Helm. „Kommt der Airbag bei einem Unfall zum Einsatz, dämmt er den Aufprall des Kopfes und stabilisiert die Halswirbelsäule, sodass sich die Gefahren eines Schädel-Hirn-Traumas und eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule reduzieren“, sagt Spering.

Der Kopf-Airbag wird vor der Fahrt um den Hals gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Über einen Druckknopf am Reißverschluss muss bei aufgeladenem Akku vor jeder Fahrradfahrt das Sicherheitssystem aktiviert werden.

„Viele kaufen sich teure E-Bikes und sparen dann an einem Kopfschutz. Ob Airbag oder Fahrradhelm - entscheidend ist, dass der Kopf beim Fahrradfahren geschützt wird“, sagt Fahrradunfallforscher und DGOU-Präventionsexperte PD Dr. Christian Juhra aus der Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster.

Gerade für E-Bike-Fahrer lohnt es sich, einen Kopfairbag in Erwägung zu ziehen. „Denn das regelmäßige Aufladen des Airbags über ein USB-Kabel, das von manchen als Nachteil empfunden wird, lässt sich ohne großen Mehraufwand mit dem Aufladen des E-Bikes verbinden. Auch bei diesem muss der Akku regelmäßig an die Steckdose, sodass beide Akkus in einem Arbeitsgang gefüllt werden können“, sagt Juhra.

Ältere Menschen entdecken zunehmend das E-Bike für sich, da sie mit geringerem Kraftaufwand mobil sein können. Doch gerade Senioren sind besonders gefährdet: Höhere Geschwindigkeiten bei gleichzeitigen körperlichen Einschränkungen führen nicht selten zu Unfällen mit schweren Verletzungen. Hier kann ein Helm oder Kopfairbag die Folgen mildern oder Verletzungen verhindern.

Mit gut geschütztem Kopf ist Fahrradfahren gerade für Senioren ein Zugewinn an Lebensqualität und verbessert die Gesundheit. Denn Fahrradfahren stärkt die Muskeln und unterstützt die Gelenkbeweglichkeit insbesondere von Knien.

Ein aktivierter Kopf-Airbag oder ein Fahrradhelm dämpfen die bei einem Unfall auf den Kopf einwirkenden Kräfte, das führt zu weniger schweren Kopfverletzungen. Zudem können tödliche Hirnverletzungen um 60 bis 70 Prozent reduziert werden.

Daten aus dem TraumaRegister DGU® (TR-DGU) zeigen: Bei den lebensgefährlich verletzten Fahrradfahrern ist das schwere Schädel-Hirn-Trauma die Hauptverletzung. Das TR-DGU erfasst im Durchschnitt jährlich circa 2.500 Radfahrer, die nach einem Unfall in einem Traumazentrum der Initiative TraumaNetzwerk DGU® intensivmedizinisch versorgt werden müssen - die meisten schweren Unfälle ereignen sich im Zeitraum von April bis September.

Psychologische Aspekte: Risikokompensation und Helmtrageverhalten

Forscher in Deutschland und Kanada haben nun eine interessante Studie vorgestellt, wonach ein Fahrradhelm auf dem Kopf nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln könnte, selbst wenn es um ganz andere Tätigkeiten als Radfahren geht.

Im Fachmagazin "Psychophysiology" berichtet ein Team um die Psychologin Barbara Schmidt von der Universität Jena von Experimenten mit 40 Probanden. Diese hatten an einem Computer ein Kartenglücksspiel gespielt, bei dem man sich zwischen einer risikoreichen und einer risikoärmeren Variante entscheiden musste.

Die Forschenden hatten der Hälfte der Probanden einen Fahrradhelm aufgesetzt - und zwar unter einem Vorwand: Der darauf montierte Eyetracker messe ihre Augenbewegungen während des Versuchs. Per Elektroenzephalografie (EEG) wurden außerdem die Hirnströme der Probanden während des Spiels gemessen.

Dabei zeigte sich, dass die Hirnaktivität, die das Abwägen während Entscheidungsprozessen kennzeichnet, bei Helmträgern weitaus weniger ausgeprägt war als bei den Probanden ohne Helm. Die Probanden in beiden Gruppen seien in ihrer Ängstlichkeit vergleichbar gewesen, so die Forscher. Daher sei der gefundene Effekt nicht auf einen generellen Gruppenunterschied zurückzuführen.

"Das bedeutet, dass der Helm die Entscheidungsfindung im Risikospiel eindeutig beeinflusst", so Forscherin Schmidt. Offensichtlich assoziierten die Probanden ein Gefühl der Sicherheit mit dem Tragen des Helms.

Gegen den Fahrradhelm spricht auch die sogenannte Risikokompensationshypothese (Risk Homeostasis Theory). Sie meint, dass ein erhöhtes Sicherheitsgefühl durch das Tragen eines Helms verursacht wird, was dazu führt, dass Radfahrende ein riskanteres Verhalten zeigen. In der Folge würde die Unfallgefahr steigen.

In einer systematischen Vergleichsuntersuchung, die 2018 von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Schweden, Finnland und Australien veröffentlicht wurde, sind 23 Studien zum Risikoverhalten in Verbindung mit dem Tragen eines Fahrradhelms analysiert worden. Es zeigt sich, dass bei 18 Studien die Risikokompensationshypothese nicht bestätigt wurde. Drei Studien lieferten gemischte Ergebnisse. Nur zwei Studien brachten Ergebnisse für die Risikokompensationshypothese.

Oft werden bei der Argumentation gegen das Tragen von Fahrradhelmen genau die beiden Studien herangezogen, die diese Hypothese bestätigen, obwohl sie nicht unumstritten sind. Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Barbara Schmidt von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena hat 2019 einen vergleichbaren Versuch durchgeführt: „Das Tragen des Fahrradhelms kann durchaus ein subtiles Gefühl der Sicherheit erzeugen und hat, wie ich in meiner Studie gezeigt habe, auch Einfluss auf Entscheidungsverhalten. In meiner Studie waren die Probanden allerdings im Labor und spielten ein Risiko-Spiel am Computer, weshalb ich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Straßenverkehr generalisieren würde", so die Wissenschaftlerin.

„Es gibt bisher keine empirischen Befunde dafür, dass das Tragen eines Fahrradhelms im Straßenverkehr zu riskanterem Verhalten führt. Was sich zeigt ist, dass Personen, die normalerweise einen Fahrradhelm tragen und dann plötzlich keinen, sich unsicherer fühlen. Deshalb ist mein Statement, dass ein Fahrradhelm im Straßenverkehr objektiv das Risiko von schweren Verletzungen reduziert und bisher nicht gezeigt werden konnte, dass man sich diesen Vorteil durch erhöhtes Risikoverhalten erkauft. Ich empfehle also das Tragen eines Helmes im Straßenverkehr", so Dr.

Die zweite Studie, welche die Risikokompensationshypothese bestätigen soll und auch von Dr. Walker durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit dem Überholabstand von Kraftfahrzeugen gegenüber Radfahrenden. Der Psychologe untersuchte 2006 die Überholmanöver von Autofahrenden, während er auf dem Fahrrad typische Pendlerstrecken zurücklegte. Mit einer Videokamera und einem Ultraschallmessgerät hielt er fest, dass Autos ihn im Durchschnitt gut fünf Zentimeter näher überholten, wenn er einen Helm trug. Das Tragen eines Helms wäre also gefährlicher.

Dieses Studienergebnis wurde in der angesprochenen Vergleichsuntersuchung in Zweifel gezogen, da Dr. Walker der einzige Proband war [siehe "Rosenthal-Effekt"] und die Versuchsstrecken sehr begrenzt waren (sie waren Teil seines Arbeitsweges). Die Risikokompensation wurde schließlich gar nicht gezielt untersucht, was zu einiger Kritik führte.

Entgegen dieser Ergebnisse stehen die Daten des „Radmessers“. Für die Untersuchung wurden 2018 in Berlin 100 Fahrräder mit speziellen Sensoren ausgerüstet. Insgesamt wurden 16.700 Überholvorgänge in Berlin gemessenen, wobei sehr unterschiedliche Strecken, Zeiten und Nutzungsverhalten einbezogen wurden. Das erschreckende Ergebnis war, dass in mehr als die Hälfte der Fälle, der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten oder sogar gefährlich unterschritten wurde. Für den Überholabstand machten Merkmale wie Geschlecht, Alter oder das Vorhandensein einer Warnweste laut Datenauswertung keinen Unterschied.

Argumente gegen eine Helmpflicht

Prof. Dr. Niemand bezweifelt, dass Fahrradhelme vor schweren Kopfverletzungen schützen können. Eine generelle Helmpflicht in Deutschland würde dennoch mehr schaden als nutzen, da gleichzeitig die Sozial- und Gesundheitsausgaben steigen würden. Zu diesem Schluss kommt der Leiter des Instituts für Verkehrswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Gernot Sieg, in einer aktuellen Studie.

"Selbstverständlich kann es aus Sicht eines einzelnen Radfahrers ratsam oder sinnvoll sein, einen Helm zu tragen", betont Gernot Sieg. Gernot Sieg hat in seine Untersuchung eine Reihe von Faktoren einberechnet - einerseits die Schutzwirkung eines Fahrradhelms. Die Überlegungen schließen aber auch weitere Effekte ein: Neben der Tatsache, dass viele Fahrradfahrer einen Helm als störend empfinden und das Fahrradfahren für diese Menschen seinen Reiz verlöre, würden andere potenzielle Radfahrer bei einer Helmpflicht ganz aufs Radfahren verzichten und beispielsweise auf ihr Auto umsteigen.

Damit würden gesundheitliche Vorteile zunichtegemacht, beispielsweise die positiven Auswirkungen des Radfahrens auf das Herz-Kreislauf-System. Außerdem würde die Umweltbelastung größer. In Zahlen: Auf der Nutzenseite stehen nach Gernot Siegs Rechnung rund 570 Millionen Euro, die in Deutschland bei Einführung einer Helmpflicht dadurch eingespart würden, dass es weniger schwere Kopfverletzungen und Unfalltote gäbe. Demgegenüber ergäben sich 473 Millionen Euro an Gesundheitskosten.

Diese Kosten entstünden dadurch, dass Helm-Gegner das Fahrrad stehen ließen und auf andere Verkehrsmittel umstiegen, unter anderem auf das Auto, was zu vermehrten Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen würde. Der Wissenschaftler errechnete, dass eine Helmpflicht zu einem Rückgang der Summe aller in Deutschland geradelten Kilometer um mindestens 4,5 Prozent führen würde - denkbar wäre nach Erfahrungen aus anderen Ländern sogar ein Rückgang um bis zu 20 Prozent.

Hinzu kämen beispielsweise Umweltkosten (11 Millionen Euro) und die Anschaffungskosten für die Helme (315 Millionen Euro).

Aktuelle Studien und Umfragen zur Helmnutzung

Fast zwei Drittel der Deutschen, die ein Fahrrad besitzen, haben auch einen Helm. Davon geben mehr als die Hälfte an, dass sie ihn grundsätzlich immer beim Fahrradfahren tragen. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Befragung der Expertenorganisation DEKRA und des Marktforschungsinstituts Ipsos.

Die Argumente der Befragten dafür, einen Helm zu haben, überraschen nicht. Es geht um die Sicherheit, den Schutz des Kopfes, die Vermeidung schwerer Verletzungen. Wer keinen Helm hat, gibt als Grund dafür in 33 Prozent der Fälle an, keinen zu brauchen. 11 Prozent finden, dass ein Helm nicht gut aussieht, ebenso viele Befragte sagen, sie würden nur Kurzstrecken oder überhaupt zu wenig Fahrrad fahren.

Dass der Helm unbequem ist, dass er drückt oder nicht passt, ist für 9 Prozent der Befragten, die keinen besitzen, der Grund dafür. 5 Prozent von ihnen haben überhaupt nicht über die Gründe nachgedacht, warum sie keinen Helm haben.

Unter den Helmbesitzern sagen 55 Prozent, dass Fahrradfahren ohne Kopfschutz für sie nicht in Frage kommt. 31 Prozent der Besitzer nutzen den Helm eher häufig, 12 Prozent eher selten und 2 Prozent nie.

Die Gruppe der Befragten, die den Helm zeitweise tragen (eher häufig oder eher selten), lässt bei kurzen Fahrten den Helm eher weg als auf längeren Strecken. In der Stadt wird er häufiger getragen als bei Fahrten in der Natur.

Der durchschnittliche Fahrradhelm ist vier Jahre alt, so das Ergebnis der Befragung. Mehr als zwei Drittel sind bis zu fünf Jahre alt, 3 Prozent sind älter als zehn Jahre. Allerdings kann ein Fünftel der Befragten gar nicht sagen, wie alt der eigene Helm ist.

Für die Online-Studie befragte Ipsos im Auftrag von DEKRA im Juli 2024 insgesamt 1.000 Fahrradbesitzerinnen und -besitzer.

Eine aktuelle Umfrage der Expertenorganisation Dekra und des Marktforschungsinstituts Ipsos hat ergeben, dass für Radfahrer Unbequemlichkeit des Helms und Eitelkeit Gründe sind, keinen zu besitzen.

Berlin, den 2. November 2024 - Eine neue Studie DEKRA zur Nutzung von Fahrradhelmen in Deutschland, durchgeführt von Ipsos, gibt einen Überblick über das Sicherheitsbewusstsein und wie verbreitet das Tragen von Helmen beim Radfahren ist und welche Gründe für oder gegen die Helm-Nutzung angeführt werden.

70 Prozent derjenigen, die ein Fahrrad besitzen, haben einen Helm. Von diesen tragen 58 Prozent den Kopfschutz bei jeder Fahrt. Die Argumente gegen das Tragen eines Helms sind vielschichtig. 11 Prozent der Befragten empfinden den Helm als unbequem. 10 Prozent geben als Begründung für das Nichttragen die eigene Eitelkeit und die Tatsache an, dass der Helm nicht gut aussehe. 35 Prozent geben an, dass sie ganz allgemein keinen Fahrradhelm brauchen und 6 Prozent haben darüber noch gar nicht nachgedacht, einen Helm zu tragen.

Die Studie wurde im Juli 2024 im Auftrag von DEKRA in Auftrag gegeben und von Ipsos durchgeführt.

Sieben von zehn Deutschen, die ein Fahrrad besitzen, haben auch einen Helm. Das hat eine aktuelle Befragung der Sachverständigenorganisation DEKRA und des Marktforschungsinstituts Ipsos ergeben. 58 % der Helmbesitzerinnen und -besitzer tragen den Kopfschutz bei jeder Fahrt, egal wie lang oder kurz. Beide Werte sind seit der letzten Befragung vor gut einem Jahr leicht gestiegen.

Die Argumente dagegen sind vielschichtiger. 14 Prozent derer, die keinen Helm besitzen, begründen das damit, dass sie nur Kurzstrecken oder insgesamt wenig Fahrrad fahren. 11 % finden den Helm unbequem, 10 % geben als Begründung die eigene Eitelkeit und die Tatsache an, dass der Helm nicht gut aussehe. 35 % sagen ganz allgemein, sie bräuchten keinen Fahrradhelm. 6 % derer, die keinen Helm besitzen, haben darüber gar nicht nachgedacht.

Unter den Helmbesitzern gibt es neben den 58 Prozent, die ihren Kopfschutz immer tragen, 28 Prozent, die ihn eher häufig tragen, und 11 Prozent, die ihn eher selten aufsetzen. Diese beiden Gruppen, die den Helm zeitweise tragen, lassen ihn eher bei kurzen Fahrten weg als auf längeren Strecken. In der Stadt wird der Helm häufiger getragen als bei Fahrten in der Natur.

Der durchschnittliche Fahrradhelm ist vier Jahre alt, so das Ergebnis der Befragung. Mehr als 70 % sind bis zu fünf Jahre alt, 2 % sind älter als zehn Jahre. Allerdings können 16 % der Befragten gar nicht sagen, wie alt ihr Helm ist.

Eine eindeutige Empfehlung, wann man einen Fahrradhelm ersetzen sollte, gibt Peter Rücker, Leiter der DEKRA-Unfallforschung: "Wenn ein Helm schon einmal in einen schweren Sturz oder einen Unfall verwickelt war, sollte man ihn nicht mehr tragen, sondern einen neuen anschaffen. Selbst wenn Beschädigungen minimal scheinen oder auch überhaupt kein Schaden äußerlich sichtbar ist, kann es sein, dass der Helm im nächsten Ernstfall keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Dieses Risiko sollte man auf keinen Fall eingehen."

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ergebnisse der DEKRA-Studie zur Helmnutzung zusammen:

Merkmal Prozentanteil
Fahrradbesitzer mit Helm 70%
Helmträger bei jeder Fahrt 58%
Gründe gegen Helmtragen: Kurzstrecken/wenig Fahren 14%
Gründe gegen Helmtragen: Unbequemlichkeit 11%
Gründe gegen Helmtragen: Eitelkeit/Aussehen 10%
Gründe gegen Helmtragen: Kein Bedarf 35%
Durchschnittliches Alter des Helms 4 Jahre

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