Die Geschichte des Hohenheimer Schlossradrennens

Das Hohenheimer Schlossradrennen ist ein traditionsreiches Ereignis, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Zum 25. Mal fand das Hohenheimer Schlossradrennen statt. Folker Baur ist seit der ersten Stunde als umtriebiger Chef-Organisator und Renndirektor dabei.

Die Anfänge und treibenden Kräfte

Reinhard Grauer, ein ehemaliger deutscher Spitzen-Amateurradfahrer, hatte Mitte der 1990er-Jahre die Idee eines Straßenrennens auf den Fildern. Er wandte sich an Folker Baur, den Vorsitzenden des TV Plieningen. Beide nutzten ihr Netzwerk im Sport und in der Wirtschaft. Sie fanden Mitstreiter in den Führungskräften der Universität Hohenheim, die die bis heute befahrene Strecke rund um Hörsäle und Rokoko-Schloss ermöglichten. Bereits bei der ersten Auflage im Jahr 1997 kamen rund 10.000 Zuschauer.

Baur sagt: „Natürlich hat uns in die Karten gespielt, dass es damals in Deutschland rund um den Tour de France-Sieger und Olympiasieger Jan Ullrich und das Team Telekom mehrere Jahre lang eine große Radsporteuphorie gab“.

Bemerkenswerte Teilnehmer und Ereignisse

Einige der Besten fanden den Weg auf die Filder. Darunter waren:

  • Erik Zabel (zwölffacher Etappensieger bei der Tour de France, zweimaliger Vize-Weltmeister)
  • Jens Voigt (zweimaliger Etappensieger der Tour de France, zweimaliger Gesamtsieger der Deutschland-Tour)
  • Bruno Risi (siebenmaliger Weltmeister sowie Olympia-Silbergewinner)
  • Danilo Hondo (Weltmeister und Etappensieger beim Giro d’Italia)

Ein großer Name des Radsports, den Folker Baur jahrelang auf seiner persönlichen Wunschliste hatte, blieb verwehrt: Marco Pantani, der 1998 die Tour de France gewann. Baur sagt: „Das war ein beeindruckender Bergfahrer; den hätte ich gerne bei uns gesehen“.

Das Problem? Die Finanzen machten das Ganze unrealistisch. „Die Tagesgage für so einen Superstar lag damals bei 50.000 Euro. Das hätten wir uns nicht leisten können, selbst wenn er Interesse gehabt hätte“, so Baur.

Der kurioseste Sieg

Jens Voigt gewann im Jahr 2009. Das Rennrad des Favoriten ging auf der Anreise aus Berlin verloren. Eine Stunde vor dem Startschuss stand er ohne Ausrüstung da. Baur erinnert sich: „Wir haben uns darauf bei einem Amateur, der im Rennen zuvor gestartet war, ein Rad geliehen, und die passenden Pedale haben wir in einem Fahrradgeschäft in Sielmingen organisiert.“ Das Ergebnis: Voigt gewann. „Das war ohnehin ein extrem sympathischer Zeitgenosse. Der hat sich 20 Minuten lang mit den Zuschauern am Bratwurststand eingereiht, bis er seine eigene Wurst hatte“, erzählt Baur.

Internationale Gäste

Neben den Schweizer Weltklasseprofis Bruno Risi und Kurt Betschart gab es ein Profiteam aus Prag, das regelmäßig nach Hohenheim kam. Baur sagt: „Die haben zu fünft in ihrem Teamauto direkt neben der Strecke übernachtet, und auf dem Dach waren ihre mehrere zehntausend Euro teuren Räder“.

Auch ein US-Amerikaner meldete sich spontan an, weil er in Stuttgart Urlaub machte - und der Deutsch-Namibianer Erik Hoffmann, der seinerzeit in Vaihingen wohnte, in Hohenheim studierte und 2008 beim Olympischen Straßenrennen in Peking den achten Rang belegte.

Die aktuelle Auflage

Bei der Jubiläumsausgabe erfolgte der Startschuss zum Eliterennen der Männer. Dabei waren unter anderen der Zweitplatzierte der „Race Days Stuttgart“, Wilhelm Buchmüller von der Equipe Stuttgart-Vaihingen, das Bundesliga-Team aus Kempten im Allgäu und der Titelverteidiger Daniel Bichlmann (Siegsdorf/Bayern), mit bislang zehn Starts auch einer der Rekordteilnehmer in Hohenheim. Daneben gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Hobbyrennen, Seniorenrennen, einer Oldtimer-Show, einer Spielstraße für Kinder, einem Fallschirm-Absprung von Weltmeister Klaus Renz sowie diversen Verpflegungsständen.

Jonas Schmeiser (RSV Kempten) wiederholte seinen Erfolg von vor sechs Jahren. Der TV Plieningen zog ein positives Fazit.

Zukunftsperspektiven

Folker Baur sagt: „Wenn ich mal nicht mehr dabei bin, wird es das Rennen schlicht nicht mehr geben“. Darin ist er sich mit seinen Vorstandskollegen des TV Plieningen einig. Trotz eines kürzlich erhaltenen künstlichen Kniegelenks fühlt sich der 74-jährige Macher topfit und hat noch „viel Spaß“ an der Organisationsarbeit. Baur sagt: „Wir haben jedes Jahr um die 100 freiwillige Helfer. Denen gebührt meine Anerkennung und mein ganz großer Dank“.

Weitere sportliche Ereignisse in Stuttgart

Für Anhänger des Straßenradsports ist einiges geboten: In Bad Dürrheim fanden die deutschen Meisterschaften statt, und die Tour de France startete. Auch beim Hohenheimer Schlossradrennen des TV Plieningen war Spitzensport mit Fahrerinnen und Fahrern aus Deutschland und dem Ausland geboten.

Das Spektakel begann mit den Hobbyfahrern, gefolgt von den Senioren. Sportlich hochklassig wurde es dann, als die U-19-Juniorinnen und die Elite der Frauen gemeinsam auf die Strecke gingen. Der Höhepunkt war das Rennen der Amateure und der Elite-Amateure der Männer. Gesucht wurde der Nachfolger von Vorjahressieger Jonas Schmeiser (RSV Kempten).

Das Sportjahr in Stuttgart hat viele Höhepunkte. Das Amt für Sport und Bewegung hat eine Auswahl als Bilddokumentation zusammengestellt. Interessierte können die Sporthighlights des Jahres so zu Hause oder unterwegs verfolgen. Auch ein Ausflug in die Sportgeschichte Stuttgarts lohnt sich.

Sportdokumentation

Die Filmberichterstattung der Sportjahre in Stuttgart begann 1961. Herbert Aupperle, der damalige Leiter des Sportamts, war der Gründungsvater und Regisseur. Bis 2010 wurden die wichtigsten Ereignisse und Veranstaltungen im Stuttgarter Sportgeschehen als Sportjahresfilm produziert. Diese bieten spannende Einblicke in das Sportgeschehen Stuttgarts. Die Sportjahresfilme von 1961 bis 2010 werden vom Stadtarchiv Stuttgart verwahrt und können nach voriger Bestellung im dortigen Lesesaal angesehen werden.

Sportgeschichte

Eine Zusammenfassung der Stuttgarter Sportgeschichte von 1950 bis heute liefert Informationen zu herausragenden Sportereignissen in Stuttgart.

Der TV Plieningen und sein Engagement

Die Macher des Plieninger Sporttages hatten keinen guten Draht zu Petrus: Der schickte im Wechsel mal Niesel- und dann wieder Dauerregen vom Himmel. Dennoch war der Sporttag, den der TV Plieningen veranstaltete, gut besucht. Die Hocketse wurde ins Innere der Halle verlegt. Am Versorgungsstand konnte man eine heiße Rote, eine Bratwurst, Gyros oder wilde Kartoffeln ordern. Die Sportarten Handball, Gesundheitssport, Tischtennis, Kugelstoßen, Turnen und Schwimmen im benachbarten Hallenbad wurden facettenreich in Szene gesetzt. Am Rande der Veranstaltung unterhielten sich die Chefs der beiden Vereine Folker Baur (TV Plieningen) und Frank Bauer (KV Plieningen) über das Sportgeschehen sowie die Sportentwicklung in der Filderregion. Folker hatte sogar den frischgebackenen U23-Europameister im Kugelstoßen, Lasse Schulz, zu dem Sportevent mitgebracht.

Bundesverdienstkreuz für Folker Baur

Das Land Baden-Württemberg würdigte das soziale Engagement des langjährigen Vorsitzenden des TV Plieningen mit dem Bundesverdienstkreuz.

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