Hoher Puls beim Radfahren: Ursachen und was du dagegen tun kannst

Ein hoher Puls beim Radfahren kann viele Ursachen haben. Es ist wichtig, die individuellen Faktoren zu berücksichtigen, um die Situation richtig einzuschätzen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

Ursachen für einen hohen Puls beim Radfahren

Es gibt verschiedene Gründe, warum der Puls beim Radfahren in die Höhe schnellen kann. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

1. Trainingsintensität

Wenn du zu intensiv trainierst, kann dein Puls schnell ansteigen. Um gegenzusteuern, solltest du dein Tempo so weit drosseln, bis du in der richtigen Herzfrequenzzone unterwegs bist.

2. Trainingszustand

Diese Ursache ist typisch für Laufanfänger. Der Körper ist noch nicht darauf getrimmt, möglichst viel Sauerstoff in die Muskeln zu transportieren, wenn er gebraucht wird. Weil das Herz nicht so effizient arbeitet, muss es öfter pumpen. Eventuell können dir auch Lauf-Geh-Intervalle helfen, um den richtigen Entwicklungsreiz zu setzen, aber deinen Puls trotzdem im niedrigen Intensitätsbereich zu halten.

3. Zusätzliches Gewicht

Hier liegen streng genommen zwei verschiedene Gründe vor.

4. Hitze

Deshalb muss dein Herz stärker pumpen, um es durch die Adern zu befördern. In gewissem Maße kannst du dem vorbeugen, indem du dich so anziehst, als ob es 10-20 Grad wärmer wäre. Meistens kommt die Hitze dann innerhalb der ersten 10-20 Minuten von ganz allein.

5. Dehydration

Das kann einerseits daran liegen, dass du im Vorfeld zu wenig getrunken hast oder dass du durch das Schwitzen viel Flüssigkeit verlierst. Die Dehydrierung kann deine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen oder Muskelkrämpfe verursachen. Um dem entgegenzuwirken, solltest du dich auch während eines Laufes gut mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgen. Man sagt: Pro Stunde solltest du ca.

6. Gesundheitliche Probleme

Das bedeutet, dass dein Puls (nicht nur gefühlt) immer gleich auf 180 geht, auch wenn sich die Einheit für dich gar nicht anstrengend anfühlt. Bevor du in Panik verfällst, solltest du genau mit exakten Messgeräten prüfen, ob bei dir persönlich ein erhöhter Belastungspuls beim Laufen vorliegt. Wenn an irgendeiner Stelle Defizite bestehen - seien es fehlende Fitness oder ein bedenklicher Gesundheitszustand - versucht dein Herz das auszugleichen, indem es vermehrt schlägt und Sauerstoff durch den Körper transportiert.

Individuelle Faktoren, die den Puls beeinflussen

Die Herzfrequenz wird von vielen Faktoren beeinflusst, so auch in entscheidendem Maße von genetischer Veranlagung. Weitere Faktoren sind:

  • Alter: Vielleicht hast du schon mal gehört oder bei dir selbst festgestellt, dass die Herzfrequenz im Laufe des Lebens sinkt. Wenn du Anfang 20 bist, kannst du dich vielleicht noch bis Puls 198 pushen. Das hängt einfach damit zusammen, dass unser Herz mit den Jahren altert und die Gefäße weniger elastisch sind.
  • Geschlecht: Dein Geschlecht kann ebenfalls einen Effekt haben. Das liegt daran, dass Frauen im Durchschnitt ein kleineres Herz haben und das fehlende Herzschlagvolumen durch eine höhere Herzfrequenz kompensiert werden muss. Außerdem ist bei Frauen mit natürlichem Zyklus in der Lutealphase die Körperkerntemperatur um ca. Auch hormonelle Verhütungsmittel scheinen einen vergleichbaren Effekt zu haben.
  • Lebensstil: Sportliche Aktivität und Fitness sind meist mit einer niedrigeren Herzfrequenz verbunden. Profisportler oder Menschen, die einfach sehr gut trainiert sind, haben häufig einen Ruhepuls um die 40. Diesem positiven Beispiel gegenüber stehen Nikotin, Koffein, Alkohol oder bestimmte Medikamente. Diese können allesamt deine Herzfrequenz durcheinanderbringen. Aber auch Stress oder Infekte schlagen sich nieder.

Messung und Interpretation des Pulses

Die beste Möglichkeit, den Puls einzuschätzen, ist es, ihn zuerst einmal zu messen, und zwar nicht mit einer Pulsuhr am Handgelenk. Mit einem optischen Pulsmesser für den Oberarm oder einem herkömmlichen EKG-genauen Brustgurt bekommst du zuverlässigere Daten. Alternativ kannst du auch einen FTP-Test durchführen oder eine professionelle Leistungsdiagnostik machen lassen. Hier ist es wichtig zu wissen, dass sowohl der Maximal- als auch der Belastungspuls beim Laufen sich von dem auf dem Rad oder beim Schwimmen unterscheidet. Du solltest die Werte also explizit beim Laufen ermitteln. Das Medium (Wasser) bzw. das Hilfsmittel (Fahrrad) nehmen dir im Vergleich zum Laufen also einen Teil der Arbeit ab. Somit ist der Belastungspuls beim Laufen in etwa 10 Schläge höher als auf dem Rad, der wiederum höher ist als beim Schwimmen.

Was tun bei einem hohen Puls?

Ein erhöhter Puls beim Laufen kann viele Ursachen haben, von zu intensiver Belastung bis zu äußeren Faktoren wie hohen Temperaturen und unzureichender Flüssigkeitszufuhr. Um den Puls zu senken, solltest du die Trainingsintensität anpassen und auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Bei gut trainierten Personen ist der Puls bei gleicher Belastung niedriger, da das Herzvolumen größer ist und somit mehr Blut auf einmal durch die Adern gepumpt wird.

Der Einfluss von E-Bikes auf die Herzfrequenz

Fahrräder mit einem Elektromotor, der bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h den Fahrer unterstützt (sog. Pedelecs -landläufig meist als E-Bike bezeichnet) sind in den letzten Jahren stark in Mode gekommen. In der Stadt wie am Berg ziehen junge und alte Menschen damit inzwischen überall ihre Runden. Doch werden dabei die Muskeln und das Herz-Kreislaufsystem ebenso gefordert wie beim herkömmlichen Radeln? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in einer Studie nachgegangen.

1250 E-Biker und 629 konventionelle Fahrradnutzer wurden dazu mit Aktivitätstrackern ausgestattet, um Zeit, Distanz und Herzfrequenz beim Radfahren über vier aufeinanderfolgende Wochen bei insgesamt am Ende fast 60.000 Fahrten zu messen. E-Biker waren im Schnitt 135 Minuten pro Woche unterwegs. Zwar erreichten weniger E-Biker als “Normalradler” dabei die von der WHO geforderte Belastungsintensität (mindestens 150 Minuten mit moderater Belastung). Dennoch war das bei immerhin knapp einem Viertel der Nutzer von E-Bikes der Fall.

Etwa ein Drittel der E-Bikefahrer hat Vorerkrankungen, etwa Bluthochdruck oder es liegt bereits ein Herzinfarkt vor. Eine Befragung ergab, dass sie häufiger als normale Radfahrer offenbar bereit sind, das Auto zugunsten des Rads stehen zu lassen. Viele werden erst durch das E-Bike (wieder) zum Radfahrer.

Herzgesundheit und Radfahren

Sowohl mit dem herkömmlichen Drahtesel als auch mit einem E-Bike tun Sie Ihrem Herz etwas Gutes. Regelmäßiger Ausdauersport gehört zu den besten Möglichkeiten, sich vor Herzerkrankungen zu schützen, den Blutdruck zu senken oder ein angeschlagenes, schwaches Herz zu stärken. So kann das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit durch Ausdauersport verlangsamt, zum Teil gestoppt und in Einzelfällen sogar zurückgebildet werden. Ein besonders schonendes Ausdauertraining ist Fahrradfahren.

Radfahren - egal ob auf dem normalen Fahrrad, dem E-Bike oder dem Fahrradergometer - fördert die Fitness: Es trainiert Herz und Lunge, verbessert die Ausdauer und kräftigt die Gesäß- und Beinmuskulatur. Zugleich ist Radfahren gelenkfreundlich: Da das meiste Körpergewicht auf dem Sattel lastet, werden Hüft- und Kniegelenke geschont. Die Tretbewegung fördert zudem die Versorgung der Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Auch unterstützt regelmäßiges Fahrradfahren ein gesundes Körpergewicht.

Empfehlungen für ein herzgesundes Radtraining

Die Deutsche Herzstiftung e.V. empfiehlt ein moderates Ausdauertraining von mindestens 30 Minuten, fünfmal pro Woche (insgesamt > 150 Minuten/Woche). Generell gilt aber: Jedes Mehr an Aktivität wirkt sich positiv auf Ihre Gesundheit aus! Nutzen Sie daher das Fahrrad für den Weg auf die Arbeit, radeln Sie zum Bäcker und nutzen Sie den Feierabend für eine kleine Fahrradtour - so erreichen Sie Ihr tägliches Sportpensum fast nebenbei.

Bewegungsmangel setzt im Körper viele zerstörerische Prozesse in Gang und schadet dem Herzen.

Übertraining als Ursache für hohen Ruhepuls

Seit einiger Zeit leide ich häufig unter erhöhtem Ruhepuls - ohne erkennbaren Grund. So lag der Pulswert nach einer 40-Kilometer-Tour eine Stunde nach der Heimkehr immer noch bei zirka 108 Schlägen pro Minute. Es dauerte weitere eineinhalb Stunden, bis er sich normalisiert hatte.

Das hört sich nach Übertraining an: Dazu gehören neben morgendlich erhöhtem Ruhepuls Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Trainingsunlust, was auf eine Beteiligung der Psyche hinweist. Dafür sprechen auch die Zweifel, im Urlaub Rad zu fahren. Ebenso typisch ist eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit, bei Ihnen spräche der Muskelfaserriss dafür.

Ursache für Übertraining ist ein Ungleichgewicht von Belastung und Erholung, wobei die Belastung entweder ein Zuviel an Intensität oder ein zu hoher Trainingsumfang sein kann. Doch auch andere Stressfaktoren, etwa Arbeit oder Familie, zählen zur Gesamtbelastung. Als Folge treten die genannten Symptome auf und die Leistungsfähigkeit sinkt.

Gönnen Sie sich auf jeden Fall so bald wie möglich eine richtige Pause - ohne schlechtes Gewissen! Kehren die Kräfte zurück, sollten Sie Ihren Trainingsplan kritisch überprüfen, die Form behutsam und ohne Druck wieder aufbauen und vor allem wieder Freude am Radsport zurückgewinnen.

Wann sollte man einen Arzt konsultieren?

Herzkranke sollten generell, bevor sie in die Pedale treten, ihr Herz von einem Kardiologen untersuchen lassen. „Der Arzt kann mit Hilfe eines Belastungselektrokardiogramms (Belastungs-EKG) die individuelle Belastbarkeit des Herzens sowie den passenden Trainingspuls ermitteln. Zudem kann er den Einfluss von Herzmedikamenten auf das Herz-Kreislauf-System und die körperliche Leistungsfähigkeit überprüfen“, sagt Professor Dr. med. „Für Menschen mit Herzkrankheiten ist es zudem empfehlenswert, mit einem Pulsmesser aufs Fahrrad zu steigen, um die Herzfrequenz im Blick zu behalten und so einer Überlastung des Herzens vorzubeugen.

Wer doch mal ohne Pulsmesser mit dem Fahrrad, dem E-Bike oder auf dem Fahrradergometer unterwegs ist, kann sich an folgendem Ratschlag orientieren: Radfahren ohne Keuchen. Ein beschleunigter und tiefer Atem ist beim Radfahren sowie bei anderen Sportarten normal. Beginnen Sie allerdings, auf dem Sattel zu keuchen und können sich nicht mehr unterhalten, ist das Training zu intensiv. Schalten Sie einen Gang runter. Eine gute Faustregel ist, die Intensität so zu wählen, dass Sie zwar ins Schwitzen kommen, sich aber noch unterhalten können.

Zusammenhang zwischen Pulsfrequenz und Herzschlagvolumen

Die Pulsfrequenz steigt abhängig vom Herzschlagvolumen unter Belastung mehr oder weniger an. Frauen haben geschlechtsspezifisch in der Regel kleinere Herzen, damit steigt unter identischer sportlicher Belastung die Pulsfrequenz stärker an als bei Männern. Wie bei den Motoren benötigen kleine Hubräume für die gleiche Leistung höhere Drehzahlen als hochvolumige Motoren.

Dazu kommt die Frage, in welchem Alter mit Leistungssport begonnen wurde, da das Herz sich in seiner Größe vor allem im jugendlichen Alter anpassen kann. Weiterhin spielt auch die Trainingsintensität eine Rolle. Durch wiederkehrende hohe Belastungen wie Intervalltraining oder regelmäßige Rennaktivität wird eine sogenannte Vagotonie erworben, die unter anderem zu einer Ruhe- und Belastungspulsabsenkung führt.

Auch bei kleinen Lungenvolumina erhöht sich unter Belastung die Pulsfrequenz, weil die Sauerstoffaufnahmefläche verringert ist und das Blut deshalb häufiger durch die Lungen fließen muss.

Allerdings können auch ein Herzklappenfehler oder eine Herzmuskelerkrankung Ursachen für einen hohen Puls sein. Deshalb ist eine ergänzende Ultraschalluntersuchung des Herzens sinnvoll.

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