Motorradtouren im Schwarzwald: Ein Paradies für Biker

Der Schwarzwald ist das größte und höchste Mittelgebirge Deutschlands und ein wahres Paradies für Motorradfahrer. Das Kurvenangebot ist traumhaft und bietet alle denkbaren Schräglagenerlebnisse. Dazu kommen atemberaubende Fernblicke und malerische Orte für Pausenstopps.

Touren-Tipps für unvergessliche Motorradabenteuer

Tour 1: Nordroute

Streckenlänge: 325 Kilometer; volle Tagestour.

Die Tour beginnt in Freiburg Richtung Offenburg/B 3. Fahren Sie über Gundelfingen bis Emmendingen. Biegen Sie dann rechts ab Richtung Mundingen/Landeck/Freiamt von der B 3. Über Landeck geht es zum Gemeindeverbund Freiamt und immer der Ausweisung „Schuttertal“ folgen bis an die T-Kreuzung nach der markanten Serpentine südlich von Schuttertal. Hier dann rechts nach Steinach. Die Strecke ist fast ein Geheimtipp, weil sie wenig befahren und dabei sehr gefällig und abwechslungsreich ist mit viel offener Landschaft zwischen kleinen Waldstücken. Die Straße munter im Links-Rechts plätschernd, eine ideale Warmfahrstrecke.

In Steinach am T links nach Zell und weiter nach Oberharmersbach. Dann folgt eine herrliche Bergstrecke hinein in den schwarzen Wald und steil hoch zum Löcherberg, bevor die Straße in genauso kühnen Schwüngen ins Tal abfällt, wo man auf die B 28 trifft und ihr rechts nach Bad Peterstal-Griesbach folgt. Anschließend führt die B 28 als erstklassige Bergstrecke mit gut ausgebauten Kehren hoch auf einen Bergkamm des Schwarzwalds, von dem man links auf die B 500 nach Baden-Baden abbiegt, der Schwarzwald-Höhenstraße. Wer nun einige Zeit ohne Abzweige genüsslich cruisen will, kann der Höhenstraße die nächsten 40 Kilometer folgen. Wer Lust auf ein herausforderndes Kurvensträßchen hat, nimmt schon nach drei Kilometern den Abzweig links nach Oppenau, das man - am Gleitschirmflugplatz mit toller Aussicht vorbei - auf einem sehr schmalen und wild geschwungenen Sträßchen im Tal erreicht. Dort rechts Richtung Allerheiligen auf ebenso herausfordernder, aber meist auf 60 km/h beschränkter Route (Klosterruine Allerheiligen siehe „Sehenswert“).

An der Kreuzung im Wald nach dem Kloster Richtung Schwarzwald-Hochstraße/B 500 und auf dieser links Richtung Baden-Baden für die nächsten 17 Kilometer. Dann am Abzweig „Forbach/Talsperre“ rechts bis zur B 462, auf der es rechts neun Kilometer weit durch das Murgtal Richtung Freudenstadt geht. Nach dem Ortsende von Huzenbach links Richtung B 294/Freudenstadt/Seewald/Schönegründ auf toller Bergstrecke in das nächste Tal zur B 294, auf der man links Richtung Pforzheim abbiegt. Bis nach der Ortsdurchfahrt von Besenfeld (nicht schon im Ort) rechts ein Abzweig nach Eisenbach/Göttelfingen/Hochdorf führt. Nach einem Kilometer noch vor Eisenbach erst links Hochdorf/Fünfbronn, dann rechts nach Hochdorf (kleines Sträßchen mit rubbeligem Belag). Tolle Abfahrt durch den Wald, dann unten rechts nach Seewald-Erzgrube.

Man passiert die Hageld-Talsperre und kommt von Erzgrube über Igelsberg nach Freudenstadt. In Freudenstadt der B 28 in Richtung Straßburg/Baden-Baden/Kniebis folgen. In Kniebis links in eleganten Schwüngen ins Tal nach Bad Rippoldsau. Im Ort an der Kirche Abzweig links „Freudenstadt/Zwieselberg“. Nach 14 Kilometern der nächsten genialen Bergstrecke könnte man leicht den Abzweig links nach Schömberg und Schinkenfeld verpassen, der landschaftlich sehr schön zur B 294 nach Schiltach führt. Hier muss man die Fachwerkhäuser am Marktplatz sehen, bevor es flott auf der B 294 nach Hausach geht. Dort links auf die B 33 „Villingen-Schwenningen“ und schon hinter Gutach rechts nach -Elzach. Es folgt eine sagenhafte Bergstrecke aus dem Tal heraus. Hinter Elzach trifft man auf die B 294, der man bis Waldkirch und Denzlingen folgt, um anschließend wieder Freiburg zu erreichen.

Tour 2: Die grüne Mitte

Streckenlänge: 280 Kilometer; volle Tagestour.

Freiburg auf dieser Tour mit viel Natur nach Osten auf der B 31 Richtung Donaueschingen verlassen; am „Autobahn“-Ende die Abfahrt Buchenbach/St. Märgen und gleich hinter Buchenbach den leicht zu übersehenden Abzweig „Thurner“ nach rechts. Schön kurvig und aussichtsreich geht es hoch zum Gasthaus Thurner, das direkt an der Kreuzung mit der B 500 liegt. Es geht links und gleich wieder links nach St. Märgen und St. Peter. Den Ort geradeaus passieren und Richtung Waldkirch über den Kandel-Gipfel. Abfahrt auf kleiner, enger Serpentinenstraße mit sehr schlechtem Fahrbahnzustand; an der B 294 vor Waldkirch links einfädeln in nördlicher Richtung mit Angabe „Elzach“.

Nach zwei Kilometern geht es schon hinter Siensbach rechts ab nach Simonswald und Furtwangen durch das Simonswälder Tal. Aus dem fahrtechnisch etwas langweiligen Tal heraus führt dann wieder eine veritable Bergstrecke mit gut ausgebauten, schnellen Kurven, die steil abfallend Furtwangen erreicht. Furtwangen auf der Umgehung umfahren („Alle Richtungen“) und an der B 500 links nach Triberg. Durch den Ort und an der T-Kreuzung die Entscheidung, ob man rechts durch das sehr bunte Ortszentrum tourt und auf der viel befahrenen und manchmal sehr langsamen B 33 nach Hornberg fährt, um das Zentrum der Uhrenindustrie zu passieren. Wer lieber Kurven möchte, der fährt am T links nach Schonach („Weltgrößte Kuckucksuhr“, siehe „Sehenswert“) und weiter wunderbar kurvig durch das Elztal Richtung Elzach.

An der T-Kreuzung in Oberprechtal rechts nach Hornberg, das man zum wiederholten Male auf sehr kehrenreicher Strecke unten im Tal erreicht. Ein kurzer Blick hoch zur steil über dem Ort liegenden Burg oder auf die vielen Kuckucksuhren, die es südlich der Stadt an der B 33 zu kaufen gibt, dann Weiterfahrt nach Schramberg und in der Stadt rechts nach St. Georgen. Dort zunächst links auf die B 33 und nach vier Kilometern rechts nach Vöhrenbach durch die Tallandschaft der Brigach (einem der Quellflüsse der Donau), die man auf einem winzigen Sträßchen zwischen Mooren, Wiesen und Wald langsam genießen sollte.

An der T-Kreuzung nicht nach Villingen-Schwenningen, sondern rechts auf gut ausgebauter schneller Kurvenstrecke über Vöhrenbach nach Neustadt-Titisee. Nachdem man dem klassischen Schwarzwald-Postkartenmotiv des Titisees im gleichnamigen Ort Referenz erwiesen hat, geht es in flotter Fahrt auf der eigentlich zu gut ausgebauten B 317 Richtung „Todtnau/Schauinsland“ zum Feldberg, einem weiteren Schwarzwald-Tourismusmagneten, dessen Gipfel man aber nur mittels Seilbahn oder zu Fuß erreichen kann. Da lockt vielleicht stärker die Weiterfahrt nach Todtnau, wo es eigentlich nur eine Entscheidung gibt: rechts abbiegen Richtung Kirchzarten, das man auf einer mit toller Bergstrecke gesegneten Route flott erreicht.

Noch mehr süchtig machende Kurven gibt es, wenn man den Abzweig links zum Schauinsland nimmt und schließlich nach unerreicht erlebnisreichen Schräglagentänzen Freiburg erreicht.

Tour 3: Südroute

Streckenlänge: 326 Kilometer; volle Tagestour.

Freiburg Richtung Neustadt-Titisee verlassen. Noch in der Stadt der Ausweisung „Todtnau/Schauinsland“ folgen. Die geniale Schauinsland-Bergstrecke ist allerdings am Wochenende gesperrt, und man muss alternativ über Kirchzarten Richtung Todtnau fahren, um über Notschrei zum Schauinsland zu kommen. Nach Passhöhe Schauinsland rechts Richtung Münstertal mit sagenhaftem, weitem Blick. Am Gasthaus Gießhübel (Aussichtsterrasse) scharf links zurück Richtung Münstertal abbiegen. Grandiose Abfahrt, dann links Richtung Schönau/Neuhof/Belchen. Man passiert Pausentipp Gasthof Bergfreude und wendet sich danach rechts Richtung Belchen (den Abzweig hoch zur Seilbahn passieren, er führt nur auf einen Parkplatz).

Nach Aitern auf der B 317 links Richtung Todtnau und schon nach 2,5 Kilometern rechts nach St. Blasien und durch Bernau mit seinen verschiedenen Gemeinden bis zum Abzweig zum Schluchsee. Dort links Schluchsee/Feldberg und direkt am See rechts Richtung Waldshut/Schluchsee auf der B 500. Den Ort Schluchsee passieren Richtung St. Blasien, aber am See-Ende links über Grafenhausen und Ühlingen nach Waldshut. Um den Witznau-Stausee zeigt der Südschwarzwald überzeugend, was Kurven sind. Waldshut erreicht man über die B 34, der man bis Albbruck folgt. Dort rechts nach Görwihl/Albtal durch eine der sehenswerten Tallandschaften des Südschwarzwalds bis St. Blasien.

Vor dem Ort links Richtung Todtmoos und dort links Richtung Bad Säckingen. Kurz nach Segeten rechts über Nieder-/Obergebisbach nach Wehr. Dort an der B 518 rechts halten und in das wunderschöne Wehratal nach Todtmoos einschwenken. Den Ort Richtung Todtnau verlassen und im Ortsteil Todtmoos-Weg links Richtung Zell. Mit Erreichen der B 317 rechts Richtung Schönau, doch nach sechs Kilometern noch vor dem Ort in Wembach links Richtung Badenweiler durch das kleine Wiesental. In Neuenweg könnte man Richtung Staufen die Tour etwas abkürzen und auf der herrlichen Kurvenstrecke bleiben - oder noch einen Schlenker nach Süden machen und links nach Tegernau fahren und dort rechts nach Badenweiler.

Eine tolle Kurvenstrecke ist der Lohn, vor allem ab dem Abzweig zum Kandertal sagenhaft eng und verwunden, so wie man sie in Deutschland kaum noch findet. In Badenweiler mit seinen Villen die entsprechenden 30-km/h-Zonen geduldig durchfahren und in Niederweiler rechts Richtung Schönau, was wieder auf eine unfassbar enge und kurvige Straße führt, die aber viele Schäden hat und vor der Scheitelhöhe des Waldparkplatzes Kreuzweg gar auf 30 km/h beschränkt ist. Am Gasthof Haldenhof links nach „Staufen/Münstertal“ auf wieder winziger und schlechter Straße. Ab Münstertal dann flott nach Staufen und der B 3 direkt nach Freiburg folgen.

Das Höllental: Ein Muss für jeden Motorradfahrer

Das Höllental ist ein tief eingeschnittenes, teilweise schluchtartiges Tal im Südschwarzwald. Es befindet sich im Naturpark Südschwarzwald, etwa 18 km südöstlich von Freiburg im Breisgau, zwischen Hinterzarten und Buchenbach-Himmelreich.

Die heutige herausragende Bedeutung des Höllentals für den Fernverkehr zum relativ niedrigen Hinterzartener Sattel (etwa 910 m) erhielt das Tal erst nach aufwändigen Verkehrsbauten. Mindestens ab dem 12. Jahrhundert führte die Falkensteige, ein von Zähringern erbauter Weg zwischen Freiburg im Breisgau und Donaueschingen, durch das damals noch Falkensteiner Tal genannte heutige Höllental. Der Weg wurde am Ausgang des Engpasses durch die von den Herren von Falkenstein erbaute Burg Falkenstein geschützt, später allerdings auch bedroht. Bereits 1691 hatte Leopold I. die Enge am heutigen Hirschsprung als die Höll bezeichnet, als er über die Verteidigung an den Schwarzwaldübergängen nachdachte.

Seit 1887 befährt die Höllentalbahn die Schlucht, anfangs mit Zahnradbetrieb. Die Steigung zwischen den ehemaligen Haltepunkten beträgt 1:18 oder, wie das Zugpersonal sagt: auf der Steilstrecke 55 Promille. Der Höhenunterschied zwischen den Bahnhöfen Himmelreich und Hinterzarten beträgt 441 m.

An der engsten Stelle des Höllentals befindet sich der Hirschsprung, ein Felsvorsprung mit einer Bronzestatue eines Hirsches. Der Legende nach soll ein Ritter von der Burg Falkenstein einen Hirsch gejagt haben, der in seiner Todesangst über die Schlucht sprang und entkam. Man kann es aus heutiger Sicht kaum nachvollziehen, schließlich ist die Schlucht an der Stelle 50 Meter breit. Doch langsam: Zu der Zeit als der Hirsch sprang, waren es gerade mal neun Meter. Erst viel, viel später wurde hier mit großem Aufwand ein größerer Durchbruch in den Fels gesprengt und so die Schlucht verbreitert.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Tipps

  • Klosterruine Allerheiligen: Ein historischer Ort mit Sonnenterrasse und Klosterhof.
  • Mummelsee: Ein idyllischer See an der Schwarzwald-Hochstraße B 500.
  • Baden-Baden: Ein weltbekannter Kurort mit Spielbank und Museen.
  • Schonach: Hier steht die "Erste weltgrößte Kuckucksuhr", die von innen zu besichtigen ist.
  • Titisee: Der größte Natursee des Schwarzwaldes mit zahlreichen touristischen Angeboten.
  • Todtnau: Deutschlands höchster Naturwasserfall stürzt hier 97 Meter ins Tal.
  • Schluchsee: Der größte See im Schwarzwald, ideal für Wassersport und Entspannung.

Wichtige Informationen für Motorradfahrer

  • Viele Strecken sind aus Sicherheitsgründen auf 70 oder gar 60 km/h beschränkt.
  • Die ehemalige Schauinsland-Bergstrecke hinter Freiburg-Günterstal zur Passhöhe ist an Samstagen, Sonn- und Feiertagen gesperrt für Motorräder. An Freitagen häufige Geschwindigkeitskontrollen.

Bikertreffs im Schwarzwald

  • Café Schülle (Häldeleweg 4, 77784 Oberharmersbach)
  • Imbiss-Kiosk am Löcherberg zwischen Oberharmersbach und Bad Peterstal
  • Die beiden Kioske an der Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre bei Forbach
  • Sonntagmorgen ist die Schluchsee-Staumauer Anlaufpunkt für viele Motorradfahrer (Parkplatz an der B500 Richtung St. Blasien gegenüber der Staumauer).
  • Sonntagmorgen ist auch in Todtnau Termin, und zwar für den Biker-Brunch in Andys Pfeffermühle (Lindenstraße 6, 79674 Todtnau).

Übernachtungstipps in Freiburg

  • Das Best Western Premier Hotel Victoria (Eisenbahnstraße 54, 79098 Freiburg) ist ein besonders umweltfreundliches Vier-Sterne-Hotel im Herzen von Freiburg.

Lesestoff für die Tourenplanung

  • Reiseführer Südlicher Schwarzwald von Cornelia Ziegler, Verlag Reise Know-How
  • Baedeker Allianz Reiseführer Schwarzwald
  • Tourentipps: „Schwarzwald: 10 Tagestouren für Motorradfahrer“, Highlights Verlag
  • MARCO-POLO-Karte 1:200 000 (Vogesen, Elsass, Schwarzwald), MairDuMont

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