Honda gehört heute zu den wertvollsten Marken weltweit. Der Unternehmensslogan „The Power of Dreams“ unterstreicht sehr gut, wie aus der Idee eines Visionärs innerhalb weniger Jahrzehnten einer der größten Industriekonzerne weltweit werden konnten. Doch alles fing irgendwann einmal ganz klein an.
In den Nachkriegsjahren montierte Honda zunächst kleine Hilfsmotoren in Fahrräder und machte in der „Stunde null“ das geschundene Land wieder mobil. Als findiger Unternehmer forschte er parallel an einem eigenen 50-ccm-Triebwerk und brachte unter Verwendung sämtlicher Ersparnisse 1947 schließlich das „A-Model“ auf den Markt. Von Jahr zu Jahr stellte Honda neue Produktionsrekorde auf.
- 1968 rollten 10 Millionen Zweiräder von den Bändern der Honda-Fabriken.
- 1971 schon 15 Millionen.
- Zwei Jahre später waren es bereits 20 Millionen Einheiten.
- 1978 konnte Honda auf eine Jahresproduktion von 30 Millionen Motorräder und Roller zurückblicken.
In Deutschland begann alles mit der Gründung der Honda Motor Trading am 2. Juni 1961 in Hamburg. Inzwischen liegen fünf Jahrzehnte einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte hinter uns. Auf mehreren Seiten stellen wir hier alle Honda Motorrad Modelle vor - von Anfang der 1950er Jahre bis in die vergangenen Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung.
Die frühen Jahre: 1950er und 1960er
Die japanische Honda Motor Co. wurde im Jahr 1948 von Soichiro Honda (1906-1991) gegründet. Stellten die Japaner zunächst nur Motoren für Fahrräder her, folgte 1949 der Bau des ersten Motorrads, das den Namen „Dream Typ D“ trug. Firmenchef Soichiro Honda vertrat bei der Produktion die Auffassung, dass der Kaufpreis für ein Motorrad akzeptabel bleiben müsse. Das wichtigste Kriterium war dabei die Qualität des Produkts.
Mit diesem Motto dauerte es nur einige Jahre, bis Honda zu den größten Herstellern in Japan aufstieg. Bis 1958 avancierte die japanische Firma sogar zum Marktführer seiner Branche. Ab 1959 trat Honda seinen Siegeszug auch ins Ausland an. 1961 gründeten die Japaner in Europa ihre erste Niederlassung. Dabei handelte es sich um die Honda Motor Trading Company, die ihren Sitz in Hamburg hatte. Außerdem setzten die Japaner zur Eroberung des US-Marktes an.
Zu den wichtigsten Modellen der 50er Jahre zählte die Honda Super Cub. Die Maschine brachte es auf eine Stückzahl von 21 Millionen Exemplaren. Bis in die heutige Zeit stellt die Super Cub damit das erfolgreichste Modell Hondas dar. Außerhalb Japans wurde sie in elf Ländern als Derivat produziert und diente anderen Motorradherstellern als Inspiration. Obwohl die Super Cub es lediglich auf 4 PS brachte, erzielte sie ein Höchsttempo von 70 Kilometern pro Stunde.
Ein weiterer Klassiker aus der Firma Honda war die 1964 produzierte CL72. Diese verfügte über zwei Zylinder und ein Vierganggetriebe. Die CL72 brachte es auf bis zu 67 PS und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 200 km/h. Bis heute gilt das Premierenmodell als großer Klassiker.
Motorradrevolution in den 1970ern
Wer in den 1960ern geboren wurde, konnte eine der großen Motorradrevolutionen selber miterleben. Zwei Jahrzehnte später schuf Honda bereits maßgebende und leistungsstarke Motorräder wie die überragende Honda CB 750 Four. Zu einer Zeit, als BMW-Boxer mit 40 PS als schwere Maschinen galten, war die Honda CB 750 mit ihrem Vierzylinder-Reihenmotor und 67 PS eine Unverschämtheit.
In ihrem Sog kam zum Beispiel auch Kawasaki mit der Z1 zu großen Erfolgen, der deutsche Motorradmarkt war innerhalb weniger Jahre völlig umgekrempelt, kleinere Marken verschwanden und die Japaner - allen voran Honda - dominierten den Markt. Für jüngere Semester ist es wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen, doch die CB 750 Four ist eine der wenigen Legenden in der Fahrzeugtechnik, die diese Bezeichnung wirklich verdient hat - nicht weil die die Welt verbessert hätte, aber weil ohne sie wahrscheinlich Motorräder anders aussehen würden.
Im Jahr 1975 startete schließlich die Epoche der Honda Gold Wing. Zu den technischen Ausstattungen der GL 1000 gehörten ein Vierzylinder-Boxermotor mit 79 PS, doppelte Scheibenbremsen, ein 5-Gang-Getriebe sowie eine Kardanwelle. Die Goldwing stieg rasch zu einem Tourenbike der Oberklasse auf.
Die 1980er: Innovation und Herausforderungen
Es folgte eine goldene Zeit für Honda, trotz einiger Rückschläge, zu denen man eigentlich auch die GL 1000 Goldwing zählen müsste. Einerseits war sie mit ihrem Vierzylinder-Boxermotor mit 82 PS, dem Kardanantrieb und einer fürstlichen Sitzposition ein herrliches Reisemotorrad, andererseits hatte sie mit bedenklichen Fahrwerksproblemen zu kämpfen. Sich aufschaukelnde und verwindende Motorräder konnte man zu dieser Zeit auf der Autobahn zwar häufiger beobachten, die Goldwing freilich machte damit Schlagzeilen - weil es infolgedessen auch Unfälle gab. Obwohl bereits 1974 vorgestellt, war sie wohl das erste Motorrad, bei dem erstmals Zweifel an der Gigantomanie im Motorradbau aufkamen.
Der heimliche Held vieler Motorradfahrer der 1980er war die Honda CX 500. Ihr quer eingebauter V2-Motor mit dem eigenwilligen 80-Grad-Zylinderwinkel, die neumodischen ComStar-Räder, das merkwürdig pummelige Design und der hohe Komfort ergaben eine komische Mélange, die später irgendjemand zu dem noch komischeren Spitznamen "Güllepumpe" inspirierte. Die CX 500 war mit 50 oder 27 PS, Kardanantrieb, Wasserkühlung und hoher Zuverlässigkeit eigentlich ein Vernunft-Motorrad, doch ihr schrulliges Auftreten führte dazu, dass viele dennoch ein inniges Verhältnis zu ihr aufbauten.
Dem "Original" folgten Modelle wie der Softchopper CX 500 C, die im 80-Jahre-Stil gestaltete CX 500 Euro, später eine Variante mit 650 Kubikzentimeter, die es sogar in einer ziemlich überkandidelten Turboversion gab. 1983 stieg Honda auf längs eingebaute V-Motoren um, das quereingebaute V ist heute ein Alleinstellungsmerkmal von Moto Guzzi, wo man allerdings "echte" V-Motoren mit 90-Grad-Zylinderwinkel baut und sich technisch höchst traditionsnah weiterentwickelt hat.
Honda im Motorrennsport
Der Name Honda ist auch eng mit dem Motorradrennsport verbunden. Die erste Teilnahme an einem bekannten Rennen fand 1959 auf Isle of Man im Rahmen der Tourist Trophy statt. Dabei ergatterten die Japaner mit Platz 6 ihren ersten Punkt. Den ersten Sieg für Honda erreichte der Australier Tom Phillis 1961 in Barcelona. In der 125er Klasse gelang es dem Rennfahrer außerdem, die erste Straßen-WM für die japanische Firma einzufahren. Dabei benutzte er die Modelle RC 143 und RC 144.
Schließlich stieg das Unternehmen zum weltweit größten Motorradhersteller auf. In der heutigen Zeit werden Modelle in sämtlichen Kategorien und Klassen angeboten.
Retro-Modelle der Gegenwart
Honda GB 750 S oder CB 750 RS und CL 750 :GB 350 S und CL 500 heißen die aktuellen Retro-Modelle bei Honda, und aus beiden könnten mit dem Hornet-Twin neue 750er werden. Schöne Aussichten - und MOTORRAD schaut, wie die Chancen dafür stehen.
Retro-Modelle sind weiterhin gefragt, aktuell insbesondere die hierzulande neu eingeführte Honda GB 350 S. Lebensgefühl, Vielseitigkeit und pures Fahrvergnügen. Es gab noch nie einen besseren Zeitpunkt, eine Honda zu fahren. Dabei dreht sich alles um den Motor. Vom klassischen Stil bis hin zur Neo Sports Café bietet unsere Produktpalette hervorragende Allrounder.
Als Retro-Naked-Bike im klassischen Stil der Honda GB 350 S könnte es künftig eine Honda GB 750 S geben. Als alternative Modell-Bezeichnung kommt Honda CB 750 RS infrage. Miyakubo Shinji vom japanischen Magazin Autoby hat einen entsprechenden Entwurf vorgelegt: mit rundlichem Stahlblech-Benzintank, abgesteppter Sitzbank, Stahlrohr-Chassis, 2 Federbeinen am Heck und Faltenbälgen an der Telegabel.
Ebenfalls von Miyakubo Shinji/Autoby stammt der Entwurf der virtuellen Honda CL 750 im Scrambler-Stil, hochskaliert auf Basis der Honda CL 500, mit hochgelegtem Auspuff samt gelochtem Hitzeschutzblech. In diesem Fall erscheint der Konzept-Transfer naheliegender und entsprechend einfacher, denn der 500er-Motor ist ebenfalls ein Reihenzweizylinder mit Wasserkühlung. Ob die CL 750 wie die CL 500 lediglich "Modern Classic" oder im Bereich Rahmen und Tank konsequenter "Retro" wäre, bleibt bis auf Weiteres in der spekulativen Unschärfe.
Bisher, bei den Modellen Honda CB 750 Hornet und Honda XL 750 Transalp, gelten für den Reihenzweizylinder-Motor diese Eckdaten: 755 Kubik, 270 Grad Hubzapfenversatz, eine obenliegende Nockenwelle (ohc), insgesamt 8 Ventile und maximal 92 PS (67,5 kW) bei 9.500/min sowie 75 Nm bei 7.250/min. Für etwaige Retro-Modelle könnte Honda die Spitzenleistung drosseln, beispielsweise auf 75 PS (55 kW) - und das dann als "optimierte Drehmomentabstimmung" verkaufen, wie im Marketing branchenüblich. So oder so stehen im Getriebe 6 Gänge zur Verfügung.
Die neue CL500 kommt so derb daher, wie es ihre lange Ahnenreihe erwarten lässt. Der kräftige, A2-konforme Zweizylindermotor verrichtet seinen Dienst in einem robusten und kompakten Chassis. Die Maschine lädt förmlich dazu ein, gefahren und nach eigenen Vorlieben gestaltet zu werden.
Das sind die Hauptmerkmale der neuen GB350S. Der A2-konforme, luftgekühlte Einzylindermotor läuft mit einem einzigartigen Takt und liefert einen markanten Sound. Dank niedriger Sitzhöhe, geringem Gewicht und niedrigem Schwerpunkt - sowie breiten Holmen - ist die Fahrt durch die Stadt oder auch die Wochenendtour mit Freunden das reinste Vergnügen.
Honda präsentierte im Rahmen der GB350S Customs Competition auf dem Wheels and Waves-Festival in Biarritz, Frankreich, eine bunte Mischung aus umgebauten, getunten und modifizierten Motorrädern. Der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, das Vorder- und Hinterrad (19 bzw. 17 Zoll) mit ihrer Laufruhe und der beruhigende Grip der breiten Radialreifen sorgen für ein kontrolliertes Fahrgefühl.
Zukünftige Modelle: Honda CB 1000 F SE Concept
Im Frühjahr 2025 präsentierte Honda das neue Retro-Modell CB 1000 F nach Vorbild der legendären Bol d’Or, und im Sommer folgt die SE-Variante mit Scheinwerferverkleidung im Café-Racer-Stil. Beide Retro-Varianten kommen wohl spätestens 2026 in den Handel.
Historisches Vorbild der neuen Honda CB 1000 F ist die Honda CB 900 F Bol d’Or (ab 1978), von den Formen bis hin zu den Farben (Silber und Blau). Und, Ehrensache: mit Reihenvierzylinder-Motor.
Der wesentliche Unterschied: Die Honda CB 1000 F SE bekommt eine klassische Scheinwerferverkleidung verpasst. So wie Kawasaki das bereits mit der Z 900 RS und der Z 900 RS Cafe vorexerziert hat. Technische Basis für die neuen Honda CB 1000 F und CB 1000 F SE ist offensichtlich die 2025 eingeführte Honda CB 1000 Hornet. Von ihr übernehmen beide Retro-Modelle das Fahrwerk, also den Stahl-Rahmen mitsamt Aluminium-Hinterradschwinge, Zentralfederbein und Upside-down-Telegabel sowie die Räder mitsamt Bremsen.
Den Motor übernehmen Honda CB 1000 F und CB 1000 F SE ebenfalls von der CB 1000 Hornet, also den wassergekühlten Reihenvierzylinder mit sportlichen Fireblade-Genen (Typ SC59). Von den über 150 PS Spitzenleistung der Hornet werden für die Retro-Modelle indes dem Vernehmen nach einige zurückgenommen, japanische Insider erwarten hier um 120 PS (Kawasaki Z 900 RS: 111 PS).
Weitere auffällige Ausstattungsdetails sind der Quickshifter, der Kühlerschutz und sogar heizbare Griffe. Auf die Vorstellung der Honda CB 1000 F und CB 1000 F SE, jeweils als Concept, dürften im Herbst 2025 die finalen Serien-Modelle folgen. Wohl spätestens im Frühjahr 2026 sind beide dann im Handel zu erwarten - auch in Europa und in Deutschland.
Tabelle: Technische Daten ausgewählter Honda Modelle
| Modell | Baujahr | Motor | Leistung | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Super Cub | 1958 | 50ccm | 4 PS | 70 km/h |
| CL72 | 1964 | Zweizylinder | 67 PS | 200 km/h |
| CB 750 Four | 1969 | Vierzylinder-Reihenmotor | 67 PS | |
| GL 1000 Gold Wing | 1975 | Vierzylinder-Boxermotor | 79 PS | |
| CX 500 | 1978 | V2-Motor | 50 PS |
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