Es gibt nur wenige Motorräder, die ab Werk fast alles können außer Online-Banking. Aber vielleicht lernt die Honda Deauville das auch noch.
Die Konzeption der Honda Deauville
Alles dran, alles drin - so bewarb sich die 1998 präsentierte Deauville. Die Ingenieure hatten ihre Vorgaben nahezu perfekt erfüllt.
Nämlich ein funktionelles, handliches, preiswertes Alltagsmotorrad für den sprichwörtlichen Weg zur Arbeit zu konstruieren, das besten Wetterschutz bietet, obendrein bedingungslos touren- tauglich ist, schon als Basismodell viel Stauraum offeriert und sich selbst auf langen Reisen freundlich zu seiner Besatzung verhält.
Das designermäßige Resultat aus derlei Vorgaben bezeichnet Honda als »Skulptur auf zwei Rädern«. Danke. Demjenigen, dem sich diese in Spanien bei Montesa gefertigte Deauville geschmacklich erschließt, bereitet die 650er viel Freude.
Fahrgefühl und Ergonomie
Beginnend schon am Arbeits-, pardon: Urlaubsplatz. Nichts stört, alles passt und sitzt dort, wo man es als Erstes sucht. Schalter und Griffe sind gut er- reich- und bedienbar, moderat gibt sich der Beinwinkel, der Tourenlenker kommt einem angenehm entgegen, die Sitzbank ist breit und komfortbetont, außerdem stufenförmig ausgeprägt, damit der Sozius dem Fahrer nicht ungewollt auf die Pelle rückt.
Motor und Leistung
Die Betätigung des E-Starters wird - im Bedarfsfall chokeunterstützt - mit gefälligem, dumpfem Brummeln aus der Zwei-in-eins-Anlage belohnt. Es ist der Schlag eines nominell 56 PS starken Herzens.
Der V2 mit 52 Grad Zylinderwinkel und 76 Grad Hubzapfenversatz vermittelt das pulsierende, rockige Gefühl eines echten 90-Grad-V-Twins. Baut durch seine Konstruktion jedoch wesentlich kompakter.
Vor 16 Jahren bereits in der NTV 650 verwendet, wurde der mit dem Ruf der Unzerstörbarkeit behaftete Antrieb nahezu ohne Änderung für die Deauville übernommen. Er erfuhr lediglich im Zuge der Anpassung an verschärfte Abgasnormen 2002 ein Update.
Zwei ungeregelte Kats plus ein Sekundärluftsystem sorgen nun für die Einhaltung der Schadstoff-Grenzwerte. Klingt zugeschnürt.
Ab 2000/min stampft der 250 Kilogramm schwere Mittelklassetourer los, erreicht seine Maximalleistung laut Honda bei rund 8000 und das maximale Drehmoment von 55 Nm bei 6300 Touren.
Die Leistungsabgabe erfolgt harmonisch über den gesamten Bereich. Unspektakulär. Fast könnte man das Triebwerk als massierend beschreiben.
Im Einklang mit dem, was die Optik ausstrahlt: Ruhe und Gelassenheit. Die 2002er-Wellnesskur hat die Laufkultur nochmals verbessert.
Leichtere Kolben und Kolbenbolzen sowie eine geänderte Schwungmasse garantieren noch sanftere Leistungsentfaltung und wirken vibrationsmindernd. Getriebe und Kupplung wurden im Hinblick auf Langstreckenbetrieb oder den harten Einsatz als Kurierkrad im Stadtgetümmel verstärkt.
Einsatz als moderner Packesel
Als diese Art moderner Packesel wird die Deauville nämlich in vielen europäischen Städten eingesetzt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Dreiventiler ist thermisch gesund, extrem robust, durch Kardanantrieb wartungsarm, und das Motorrad wegen der integrierten Staumöglichkeiten dafür geradezu prädestiniert.
19,5 Liter fasst der rechte Koffer, 24 der linke. Größere Kofferdeckel erweitern das Volumen auf 30,5 respektive 35 Liter. Mit dem ebenfalls als Zubehör erhältlichen 45-Liter-Topcase offeriert das Lasten- oder Urlaubstaxi stattliche 110,5 Liter Stauraum.
Bremsanlage
Um den Kurieren das innerstädtische Cruisen zu vereinfachen, hat Honda die Deauville mit einem Verbundbremssystem ausgestattet. Bei der Betätigung des Fußbremshebels wird gleichzeitig der mittlere Kolben des linken vorderen Dreikolben-Bremssattels aktiviert.
Das System, Single-CBS genannt, reicht im Stop-and-go-Verkehr völlig aus, um die Maschine nur übers Fuß- pedal abzubremsen. Effektive Verzögerung aus höheren Tempi wird erst möglich, wenn man über den Handbremshebel die Kraft der restlichen fünf Kolben der vorderen Bremssättel ins Spiel bringt.
Respektable 9,5 m/s2, das entspricht einem Bremsweg von 40,7 Metern aus 100 km/h, schafft die Deauville. Um solche Werte zu erreichen, muss der Fahrer ein sehr geübter Bremser sein, denn die Blockiergrenze des Vorderrads ist nicht leicht ertastbar.
Das Single-CBS bietet jedoch noch andere Vorteile. Versierte Piloten nutzen einen leichten Druck auf die Fußbremse, um der Maschine in engen Kehren einen zusätzlichen Lenk- impuls zu geben und so kleinere Radien zu realisieren. Zusätzlich entsteht durch die Bremswirkung auf beide Räder ein stabilisierender Effekt.
Fahrwerk und Komfort
Die Fahrwerksabstimmung ist straff ausgefallen. Bescheidene 115 Millimeter Federweg vorn und 120 hinten kümmern sich darum, Wirbelsäule und Organe vor Bodenwellen zu schützen und die Honda - immerhin beträgt das zulässige Gesamtgewicht 440 Kilogramm - auf Kurs zu halten.
Das klappt in nahezu allen Situationen prima. Der Komfort bleibt dabei nicht auf der Strecke. Einstellmöglichkeiten? Das Fahrzeugniveau hinten kann per Handrad an höheres Gewicht angepasst werden. That’s it.
Kein Schrauben-Dschungel, durch den man sich durchprobieren muss. Praktisch und äußerst funktionell. Wie der Rest des kleinen Fernweh- kuriers.
Für Kofferschlösser, Sitzbankent- riegelung und Verkleidungs-Staufach reicht der Zündschlüssel aus. Dieser ist Teil einer elektronischen Wegfahrsperre.
Die Leuchtweitenregulierung des Scheinwerfers wird easy per Stellrad in der Frontverkleidung erledigt. Ganz weit entfernt vom elektro- nischen Schickimicki in puncto Benzinanzeige ist der sehr gut erreich- und selbst mit dicken Handschuhen bedienbare Benzinhahn.
Verbrauch und Reichweite
Nach dem Umschalten auf Reserve sollte man spätestens nach 50 Kilometern die nächste Spritbar aufsuchen. Bis Nachschub gefordert wird, kann es jedoch dauern.
Bei gemächlichem Land- straßentempo laufen 4,1 Liter Normalbenzin durch die 36er-Gleichdruckvergaser und ermöglichen einen Aktionsradius von 463 Kilometern. Ganz anders, wenn man voll beladen und mit hohem Vollgas-Anteil auf der Autobahn unterwegs ist.
Dann reißt die 650er mit bis zu 8,8 Litern auf 100 Kilometer ein Finanzloch in die Börse. Rasen statt Reisen war jedoch nie die Maxime der Deauville.
Fahrleistungen
Trotzdem kann man mit dem Alltagsfreund recht zügig unterwegs sein. 6,0 Sekunden vergehen, bis 100 km/h erreicht sind. 12,3 sind es bis 140 km/h.
Keine Spitzenwerte, doch mit den gemes- senen, relativ bescheidenen 52 Pferden der Deauville braucht man sich auf der Landstraße, im Kurvengeschlängel oder bei Passfahrten hinter stärkeren Bikes nicht zu verstecken. Denn wie immer nutzt Leistung nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden kann.
Der Deauville-Pilot fühlt sich harmonisch in die Maschine integriert und sitzt fahraktiv, da lenkernah und für Tourerverhältnisse vorderradorientiert. Darüber hinaus ist es phänomenal, wie handlich der Fünf-Zentner-Brocken agiert.
Schräglagenwechsel und enge Kehren gehen spielerisch vonstatten. Hierfür zeichnen die gelungene Gewichtsverteilung, der breite Lenker und der schmale 160er-Hinterreifen verantwortlich.
In Verbindung mit dem straffen Fahrwerk brennt die Deauville recht zielgenau an der Ideallinie entlang. Trotz dieser Agilität liegt ein Hauch Phlegma über der Deauville.
Sowohl Einlenken als auch Beschleunigen wirken irgendwie leicht zeitverzögert, die Honda strahlt eine Art meditative Ruhe aus, die sie ihrem Fahrer auf jedem Meter vermittelt.
Es ist die schiere Unauffälligkeit verbunden mit kaum einer Schwäche, die die Deauville zu einem Partner für einen langen, beschaulichen Lebensweg prädestinieren. Und dass es so eine für 8140 Euro gibt, ist besonders erfreulich.
Weitere Informationen und Details
- Hauptständer serienmäßig
- Halterung für Bügelschloss unter der Sitzbank
- Sehr gut aufzubocken
- Hakiges Zündschloss
- Beim Ölnachfüllen kleckert der Schmierstoff auf den Auspuff
- Keine Einstellmöglichkeit des Kupplungshebels
Mit größeren Kofferdeckeln wächst die Breite auf 92 Zentimeter, das Heck ist damit breiter als der Lenker. Bis Frühjahr 2004 wurden rund 37000 Deauville in Europa verkauft, 9897 Exemplare davon nach Deutschland. Deauville-Freunde im Internet unter www.hondadeauville.de.
Neu 2004:
- Warnblinkanlage und Dauerlichtschaltung
- Höhere Batterieleistung
- Geänderte Fußrasten und modifizierter Schalthebel
MOTORRAD-Messungen - Honda Deauville
Fahrleistungen
- Höchstgeschwindigkeit*: 184 km/h
- Beschleunigung 0-100 km/h: 6,0 sek
- Beschleunigung 0-140 km/h: 12,3 sek
- Durchzug 60-100 km/h: 7,0 sek
- Durchzug 100-140 km/h: 8,5 sek
- Tachometerabweichung effektiv (Anzeige 50/100): 48/95 km/h
- Drehzahlmesserabweichung Anzeige roter Breich 8500/min effektiv 8400/min
Verbrauch im Test
- bei 100 km/h: 3,9 l/100 km
- bei 130 km/h: 5,6 l/100 km
- Landstraße: 4,1 l/100 km
- Theor. Reichweite: 463 km
- Kraftstoffart: Normal
Maße und Gewichte
- L/B/H: 2220/870/1240 mm
- Sitzhöhe: 820 mm
- Lenkerhöhe: 1050 mm
- Wendekreis: 5620 mm
- Gewicht vollgetankt: 250 kg
- Zuladung: 190 kg
- Radlastverteilung v/h: 43/57%
Fahrdynamik1 Bremsmessung
- Bremsweg aus 100 km/h: 40,7 Meter
- Mittlere Verzögerung: 9,5 m/s2
Bemerkungen: Gleich bleibend gute, sehr hohe Verzögerungswerte bei gleichzeitiger Betätigung beider Bremsen. Wenn man nur vorn bremst, sind sowohl Dosierbarkeit als auch Verzögerung nicht optimal. Wird lediglich hinten gebremst, bricht die Deauville leicht nach rechts aus.
Handling-Parcours I (schneller Slalom)
- Beste Rundenzeit: 22,9 sek
- vmax am Messpunkt: 84,6 km/h
Bemerkungen: Der breite Lenker und der schmale Hinterreifen sorgen für eine sehr gute Handlichkeit. Die Deauville passiert den Umkehrpunkt leichtfüßig mit guter Rückmeldung. Die mäßige Zeit resultiert aus der geringen Motorleistung.
Handling-Parcours II (langsamer Slalom)
- Beste Rundenzeit: 29,5 sek
- vmax am Messpunkt: 52,7 km/h
Bemerkungen: Der langsame Slalom wird bestimmt durch aufsetzende Teile wie Fußrasten, Auspuff sowie Brems- und Schalthebel. Aufgrund ihrer Handlichkeit könnte die Deauville wesentlich schneller sein.
Technische Daten - Honda Deauville
- Motor: Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-52-Grad-V-Motor, je eine oben liegende, kettengetriebene Nockenwelle, drei Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Gleichdruckvergaser, Ø 36 mm, ungeregelter Katalysator, SLS, Lichtmaschine 345 W, Batterie 12 V/11 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
- Bohrung x Hub: 79,0 x 66,0 mm
- Hubraum: 647 cm3
- Verdichtungsverhältnis: 9,2:1
- Nennleistung: 41 kW (56 PS) bei 7800/min
- Max. Drehmoment: 55 Nm bei 6300/min
- Schadstoffwerte (Homologation) in g/km: CO 3,785 / HC 0,690 / NOx 0,112
Fahrwerk
- Brückenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 41 mm, Eingelenk-Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein, direkt an- gelenkt, verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 296 mm, Dreikolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 276 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Verbundbremssystem.
- Alu-Gussräder: 3.50 x 17; 4.50 x 17
- Reifen: 120/70 ZR 17; 150/70 ZR 17
- Bereifung im Test: Michelin Macadam 90 X B
Maße und Gewichte
- Radstand: 1475 mm
- Lenkkopfwinkel: 62 Grad
- Nachlauf: 116 mm
- Federweg v/h: 115/120 mm
- zulässiges Gesamtgewicht: 440 kg
- Tankinhalt/Reserve: 19/2,5 Liter
Service-Daten
- Service-Intervalle: alle 6000 km
- Öl- und Filterwechsel: alle 12000 km
- Motoröl: SAE 10 W 40
- Telegabelöl: SAE 10
- Zündkerzen: NGK DPR 8EA-9, ND X24EPR-U9
- Leerlaufdrehzahl: 1200±100/min
- Reifenluftdruck solo (mit Sozius) vorn/hinten: 2,5/2,9 (2,5/2,9) bar
- Garantie: zwei Jahre
- Farben: Blau, Rot, Silber
- Preis: 8140 Euro
- Nebenkosten: zirka 170 Euro
Honda NT 650V Deauville vs. Honda NT700V Deauville
Der Honda NT 650V Deauville mit ihrem 4-Takt Motor und einem Hubraum von 680 Kubik steht die Honda NT700V Deauville mit ihrem 4-Takt Motor mit gleichem Hubraum gegenüber.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der NT 650V Deauville vorne eine Doppelscheibe Dreikolben-Zange und hinten eine Scheibe Zweikolben-Zange. Die NT700V Deauville vertraut vorne auf eine Doppelscheibe Dreikolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe Zweikolben-Zange verbaut.
Für Bodenkontakt sorgen auf der NT700V Deauville Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 150/70-17 hinten.
Der Radstand der Honda NT 650V Deauville misst 1.475 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 805 Millimeter. Die Honda NT700V Deauville ist von Radachse zu Radachse 1.476 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 805 Millimeter.
In den Tank der NT 650V Deauville passen 19,7 Liter Sprit. Bei der NT700V Deauville sind es ebenfalls 19,7 Liter Tankvolumen.
Der aktuelle Durchschnittspreis der Honda NT 650V Deauville beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 2.076 Euro und ist damit deutlich günstiger als der Preis der Honda NT700V Deauville mit 3.618 Euro im Durchschnitt.
Von der Honda NT 650V Deauville gibt es aktuell 8 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Honda NT700V Deauville sind derzeit 3 Modelle verfügbar.
Zusammenfassung und Fazit
Die bis 2012 verkaufte Deauville hat im Prinzip alles, was ein solider Tourer braucht: Platz für zwei, ein kultiviertes Triebwerk, guten Wetterschutz, Stauraum fürs Gepäck, ordentliche Reichweite, ein solides Fahrwerk, pflegeleichten Kardan. Mit 65 PS kann man gut leben, zu zweit ist etwas mehr Schaltarbeit gefragt.
Ein Motorrad, geradezu geschaffen, um auf ihm zu leben. Das sowohl im tiefsten Eifelnebel, als auch unter der Glutsonne Siziliens eine gute Figur macht.
Mit dem man ohne schlechtes Gewissen Bordsteine herunterfahren, Großmutti von der Kirche abholen oder Einkäufe erledigen kann.
Stärken:- Unkaputtbarer V2
- Koffer gibt's serienmäßig
- Tourer für kleines Geld
- Ziemlich bequem
- Kardanantrieb
- Langlebiges Triebwerk
- Großzügiges Platzangebot
- Guter Wetterschutz
- Ausgesprochen handlich
- Mit ABS erhältlich
- Soziusfreundlich
- Kultivierter Motor
- Integriertes Koffersystem
- Robuster Motor
- Serienmäßige Koffer
- Günstige Gebrauchtpreise
- Extrem zuverlässig
- Sehr vielseitig
- Verlangt kaum Pflege
- Prima Wetterschutz
- Pfiffiges Koffersystem
- Kräftiger Motor
- Sehr gute Bremsen mit ABS
- Bequemes, sicheres Fahrwerk
- Reaktionsarmer Kardan
- Top abgestimmtes Fahrwerk
- Unkaputtbare Technik
- Guter Wind- und Wetterschutz
Überzeugende Praxislösungen, außerordentlicher Alltagsnutzen. Sehr guter Sitzkomfort für Fahrer (bis 1,85, wer größer ist bekommt evtl. Probleme mit dem Kniewinkel) und Beifahrer. Der Motor startet sofort und nimmt sauber Gas an, dank Einspritzung ohne Choke Gefummel. Die Leistungsabgabe erfolgt vollkommen unaufgeregt.
Von 3000 bis 8500 Umdrehungen ist genug Leistung zum Touren und Cruisen da. Für sportliche Naturen ist die Leistungsentfaltung wohl zu gleichmäßig, es fehlt die Leistungsspitze, die einem die Arme lang zieht :-). Dafür ist der Verbrauch sehr sparsam. Mit 90 km/h kommt man in Richtung 4 L/100km, bei normaler Fahrweise reichen knapp 5 l/100 km.
Selbst wenn man es sportlich angehen lässt sollten 6 l/100 km reichen. Wer mit 5,4 Sek. Für mich ein Highlight ist das Gepäcksystem der Deauville. Zwei integrierte Koffer, die immer parat sind und die zusammen 55 Liter Stauraum bieten, mit großen Deckeln sogar 75 Liter.
Trotzdem bleiben die Spiegel der breiteste Teil der Maschine. Wo die durchpassen geht auch das Heck durch. Die Bremsen, sind auch nach heutigen Maßstäben immer noch gut, vor allem mit dem Combined ABS. Der Bremsweg liegt bei etwa 41 Meter aus 100.
Das Bremspedal verzögert nicht nur hinten, sondern bremst auch vorne etwas mit. Dadurch lassen sich nur mit dem Fuß schon gute Bremsleistungen erzielen, Für eine Vollbremsung benötigt man aber auf jeden Fall die volle Leistung der Doppelscheibenbremse vorn und den Handbremshebel!
Das Cockpit bietet alle Informationen (Tacho, Drehzahlmesser, Tankuhr, Wassertemperatur) die man braucht, ohne großen Digitalfirlefanz. Das Fahrwerk ist der Leistung jederzeit gewachsen. Der hintere Dämpfer ist mit einem sehr gut zugänglichen Handrad einfach verstellbar, die vordere Gabel ist straff genug.
Auch auf Passstraßen ist die Deauville nicht langsam, die Kurvenlage ist gut und die Rasten sind hoch genug um sie auch mal etwas sportlich zu bewegen. Sie ist nicht der Sprinter, aber oft holt man auf längeren Etappen die Supersportler wieder ein.
Über das Design kann man streiten. Ich finde die Seitenlinie sehr gelungen. Selbst der „Dreiecksauspuff“ stört da nicht. Einzig von hinten hätte man evtl. einiges überdenken sollen.
Ich bin vom "Großroller" umgestiegen auf Deauville und hatte bisher nie nennenswerte Probleme. Positiv: pflegeleicht, mit Hilfe des Handbuchs sind Wartungsarbeiten problemlos, Wetterschutz und Sitzposition hervorragend, Verbrauch etwa 4,0L, mit Sozius nie über 4,6L, recht günstige Verschleißteile (Bremsbeläge, Reifen), auch ohne Topcase reichlich Stauraum, Motor geeignet zum ruhigen "dahincruisen" aber auch für schnelle Manöver, sinnvolles Zubehör nachrüstbar.
Die Deauville ist nichts für Raser, ich kann sie allen anderen ruhigen Gewissens weiterempfehlen.
Test Honda NTV 650 Deauville :Sie war das Gegenteil von aufregend. Und das war ihre größte Tugend. Sie glänzte mit Komfort, Zuverlässigkeit und war die beste mechanische Freundin, die man sich vorstellen kann. Die neue Deauville soll noch besser sein.
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