Nichts definiert Treue und Zuverlässigkeit so sehr wie ein Honda Motorrad. Die Motoren gelten bei regelmäßiger Wartung als unzerstörbar, der Rest der Technik bleibt über Jahre meist auch sehr stabil. Verdankt wird dies der einwandfreien Verarbeitung bei Honda, Sorgfalt wird bei dem Hersteller aus Japan groß geschrieben. Die Modellpalette bietet ein breites Band an Fahrzeugen, wovon ein großer Teil als Motorräder für Einsteiger konzipiert wurde. Trotzdem bietet Honda auch richtig scharfe Eisen an.
Die Honda E-Clutch, die weltweit erste automatisierte Kupplung für Motorräder mit Schaltgetriebe, eröffnet Einsteigern wie Routiniers ein völlig neues Fahrerlebnis. Die innovative Technik ermöglicht Gangwechsel ebenso wie Anfahren und Anhalten, ohne dabei den Kupplungshebel zu betätigen.
Die Honda E-Clutch im Detail
Das E-Clutch-System ist auf der rechten Motorseite integriert und kombiniert Elemente von Quickshiftern, DCT-Doppelkupplungsgetriebe und halbautomatisch wie konventionell betätigten Kupplungen, um bislang unbekannten Bedienungskomfort anzubieten. Das kompakte System wiegt nur 2 Kilogramm und die praktischen Vorteile sollten aktuelle wie auch künftige Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen überzeugen, daran Gefallen zu finden.
Die Bedienung der E-Clutch ist genial einfach. Für jeden Gangwechsel muss lediglich der Fußschalthebel betätigt werden, wie bei der Verwendung eines Quickshifters. Dabei wird jeder Schaltvorgang sanft, schnell und sicher erledigt. Auch zum Anfahren oder Anhalten wird kein Kupplungshebel betätigt, einfaches Drehen am Gasgriff bzw. Bremsen bis zum Stillstand genügt. Weil die elektronisch gesteuerte Hydraulik funktioniert, sobald der Motor läuft, wird Losfahren aus dem Stand reibungslos bewältigt und gleichzeitig ein Abwürgen verhindert. Beim Anhalten funktioniert die E-Clutch ebenso problemfrei und kuppelt automatisch aus.
Auch bei E-Clutch-Maschinen verbaut Honda noch eine Kupplungsarmatur links am Lenker. Es bleibt dem Fahrer somit freigestellt, den Kupplungshebel wie gewohnt zu betätigen oder auch nicht. Wird die Kupplung oberhalb einer bestimmten Geschwindigkeit manuell betätigt, wird das System der E-Clutch nach weniger als einer Sekunde wieder aktiviert; bei niedrigeren Geschwindigkeiten nach 5 Sekunden.
Zu allen Vorteilen lässt sich bei der E-Clutch sogar das Bediengefühl einstellen, also jene Trittkraft, die für einen Gangwechsel auf den Schalthebel erforderlich ist. Dafür stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: HARD, MEDIUM und SOFT, die sogar unabhängig voneinander für das Hoch- und Herunterschalten bestimmt werden können.
Die E-Clutch steuert eine halbautomatische Kupplung über eine Aktuatoreinheit mit zwei Stellmotoren, die sich unter einer Abdeckung auf der rechten Motorseite befindet. Beim Ein- und Auskuppeln werden die Zündung und die Kraftstoffeinspritzung entsprechend mitgesteuert, was nahtlos sanfte, stoßfreie Schaltvorgänge ermöglicht. Mitberücksichtigt werden auch Parameter wie Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Drosselklappenstellung, die jeweilige Gangposition und der Input über den Fußschalthebel.
Das neue E-Kupplungssystem von Honda soll Fahrer in ganz Europa begeistern und ein Next-Level-Fahrerlebnis ermöglichen. Die E-Clutch ist ein weiteres Symbol dafür, dass der weltgrößte Motorradhersteller auch 75 Jahre nach der Gründung danach strebt, auf seiner reichen Geschichte technischer Innovationen aufzubauen.
Honda-Projektleiter Junya Ono: „Die Honda E-Clutch wurde entwickelt, um Motorradfahrern ein Erlebnis zu bieten, dass das Fahren noch unterhaltsamer und aufregender gestaltet. Es sorgt auch beim Fahren in der Stadt oder beim täglichen Pendeln für Sicherheit und Komfort.
Honda CB 650 R und CBR 650 R mit E-Clutch 2024
Das Vierzylinder-Mittelklasse-Duo von Honda gibt es optional die Automatik-Kupplung E-Clutch. MOTORRAD fuhr das neue System.Evolution statt Revolution lautet das Credo für die Modellpflege der beiden technisch eng miteinander verwandten Mittelklasse-Bikes Honda CBR 650 R und Honda CB 650 R. Wobei, so ein wenig Revolution prägt den Modelljahrgang 2024 dann doch.
Honda E-Clutch als neue Option
Supersportler und Naked Bike können optional mit der neuen Honda E-Clutch bestückt werden. Diese automatisierte Kupplungsbetätigung erlaubt Anfahren, Anhalten und Gangwechsel ohne Betätigen des Kupplungshebels. Stattdessen reicht einfaches Gasgeben bzw. Betätigen des Schalthebels. Der Kupplungshebel bleibt allerdings erhalten und kann weiter ganz normal genutzt werden. Wer den neuen Schaltkomfort wählt, muss 2 Kilogramm Mehrgewicht in Kauf nehmen.
Denn die Honda-E-Clutch in der CB 650 R und CBR 650 R funktioniert ganz hervorragend - und ganz einfach. Aufsitzen, Seitenständer einklappen, Zündung einschalten, Starterknopf drücken, bei laufendem Motor einen Gang einlegen und langsam das Gas öffnen. Und - hurra - die Honda fährt los! Bei zu schwungvoll gedrehtem Gasgriff sogar ungestüm, nach fünfminütiger Übung sanft und souverän. Abwürgen - unmöglich! Natürlich versuchten wir die Schwächen des Systems zu finden. Doch selbst das Anfahren im sechsten Gang nahm die E-Clutch ohne Murren hin. Schnelle Gangwechsel in tiefere Schräglage flutschen, lediglich bei indifferenter, oder zu schwacher Bedienung des Schalthebels, landeten wir einmal in einem sogenannten Zwischenleerlauf.
Funktionsweise der E-Clutch
Ein Druck-Sensor im Schaltgestänge erkennt, in welche Richtung der Gangwechsel erfolgen soll. Diese Information wird in die ECU (Steuergerät) geleitet und dort mit weiteren Informationen wie dem Drosselklappenöffnungswinkel, Motor- und Raddrehzahl und Gangstufe abgeglichen. Passt alles, wird die Kupplung nur so weit geöffnet, dass der vom Fahrerfuß eingebrachte Gangwechselwunsch durchgeführt werden kann. Zack, ist er nächste Gang eingelegt. Wird heruntergeschaltet, gleicht das System automatisch - wie bei einem Blipper - die Motordrehzahl an. Die Arbeitsweise der bei Schaltvorgängen nicht komplett geöffneten Kupplung nennt Honda "Half-Clutch". So werden die Schaltvorgänge weicher und angenehmer, was wir nach den Testfahrten nur bestätigen können.
Die Honda E-Clutch bietet nicht nur Wenig-Fahrern oder Einsteigern Vorteile. Auch im Soziusbetrieb dürfte damit das aneinander klatschen der Helme von Fahrer und Beifahrer bei ruckeligen Schaltvorgängen der Vergangenheit angehören. Abwürgen ist ebenfalls Schnee von gestern und sportliche Fahrer profitieren, da das System die Vorteile eines "Blippers" beinhaltet. Und das für faire 400 Euro Aufpreis.
Neuerungen und Preise für 2024
Um noch ein wenig sportlicher rüberzukommen, erhält die vollverkleidete Honda CBR 650 R eine neu gezeichnete Verkleidung, die in der Front von einem ebenfalls neuen Doppel-Scheinwerfer gekennzeichnet wird. Fahrer und Sozius platziert Honda auf einer neuen, kürzeren Sitzbank-Heck-Kombination. Die Sitzhöhe bleibt unverändert bei 810 Millimeter. Verfolger dürfen ein neues Rücklicht bewundern. Die komplette Lichttechnik wurde inzwischen auf LED-Technologie umgerüstet.
Der Fahrer blickt auf ein neu gestaltetes Cockpit, in dem ein 5-Zoll-TFT-Display die Hauptrolle spielt. Punkten soll die Anzeige mit besserer Ablesbarkeit und integrierter Connectivity. Explizit nennt Honda eine verbesserte Smartphone-Einbindung sowie eine einfachere Navigation. Als Steuerelement dient ein beleuchteter Vier-Wege-Schalter an der linken Lenkerarmatur. Wer entsprechend vernetzt ist, kann zudem die Sprachsteuerung nutzen.
Fahrwerk und Antrieb werden unverändert übernommen. Der 95 PS und 63 Nm starke Reihenvierzylinder-Motor ist weiterhin optional auch in einer 48-PS-Variante zu haben, die über reduzierte Ansaugquerschnitte und ein neues Steuergerät-Mapping realisiert wird.
Zu haben ist die aufgefrischte 2024er-CBR 650 R in den Farben "Grand Prix Red Tricolour" und "Matt Gunpowder Black Metallic". Die vollverkleidete 650er kostet im Modelljahr ab 9.800 Euro, mit der E-Clutch sind 10.200 Euro fällig.
Auch das Neo-Retro-Design der unverkleideten Honda CB 650 R zeigt sich zum Modelljahr 2024 aufgefrischt. Überarbeitet wurden Scheinwerfer, Kühlerverkleidung, Fahrer-/Soziussitz, Heckabschluss und Rücklicht. Auch hier kommt inzwischen durchweg LED-Technik zum Einsatz. Und auch hier bleibt die Sitzhöhe mit 810 Millimeter unverändert. Die Updates im Cockpit decken sich mit denen für die vollverkleidete CBR 650 R. Unverändert wie bei der supersportlichen Schwester bleibt der Vierzylinder-Antrieb.
Honda Retro-Modelle mit Halbautomatik
Es geht tierisch zu bei Honda und das schon seit den 50er Jahren. Zwar steht CUB, wie Hondas meistgebautes Fahrzeug (2017 wurde die 100 Millionen Stück Marke geknackt!) bei seiner Marktpremiere 1958 noch hieß für Cheap Urban Bike, aber Cub bezeichnet im Englischen auch ein frisch geborenes fleischfressendes Säugetier. Die tierischen Verbindungen setzten sich 1960 mit der Honda Monkey und 1967 mit der Honda Dax (zu deutsch Dackel) fort. Für 2023 wurde nach Monkey und SuperCub nun also auch der Dackel wiederbelebt.
Honda ST125 Dax
Die Honda ST125 Dax, wie der Dackel mit vollem Namen heißt, wurde 2022 vorgestellt und ist seit Kurzem erhältlich. Die Halbautomatik mit vier Fahrstufen ist für Motorradfahrer zunächst gewöhnungsbedürftig gibt es schließlich ein umgekehrtes Schaltschema und keine Kupplung, erschwerend kommt hinzu, dass die Dax im Gegensatz zum SuperCub ohne Ganganzeige auskommen muss.
Doch hunderte Millionen Käufer dieses Systems in Asien können nicht irren! Für Käufer, die vom Auto umsteigen ist der Einstieg und das Erlernen dieser Getriebebedienung sicherlich leichter, als das einer herkömmlichen Motorradgetriebes. Nicht ganz optimal ist die Ablesbarkeit des kleinen LC-Displays, das von der Monkey übernommen wurde, da hilft auch die verspielte Animation beim Betätigen der Zündung nicht. Auf die Darstellung eines Drehzahlmessers verzichtet Honda, die Geräuschentwicklung des kleinen Einzylinders ist somit der einzige Indikator für einen Schaltvorgang.
Die Sitzposition auf dem Dackel ist auch für größere Piloten erträglich, durch die lange Sitzbank hat man viel Bewegungsfreiheit auf dem Motorrad. Die Bereifung der 12 Zöller in den Dimensionen erlaubt Umlegen bis auf die Rasten, wie wir bei unserem Abstecher auf die Supermotostrecke herausgefunden haben.
Honda Monkey 125
Die ikonische Monkey war das erste klassische Modell der Familie, das Honda wieder zum Leben erweckt hat. Seit 2018 ist sie als 125er wieder im Programm, wodurch wir auch schon einige Testberichte zur Honda Monkey 125 online haben und ich den Absatz eher kurz halten werde. Als Fuhrparkfahrzeug von 2018-2020 hat sie sich im Herzen der 1000PS Redaktion einen Fixplatz erarbeitet. Es gibt wohl kaum ein zugänglicheres Motorrad am Markt. Für das Modelljahr 2022 spendierte Honda einen fünften Gang, der als Overdrive dazu ausgelegt ist, das Drehzahlniveau auf längeren Etappen zu senken.
Das Motorradgetriebe ermöglicht auch wunderbar erste Wheelieversuche, die mit der Monkey leicht eingeleitet (und wenn man es beherrscht auch gut kontrolliert) werden können.
Honda SuperCub C125
Der praktischste Teil des Trios und Nachfahre des legendären Honda Cubs der 50er Jahre, wurde von Honda für Europa 2019 wiederbelebt. Zunächst als Einsitzer ausgeführt, gibt es mittlerweile einen vollwertigen Soziussitz. Das Fahren zu zweit ist auf keinem anderen Retro-Achterl so würdig, wie am SuperCub. Fahrdynamisch punktet er insbesondere hinsichtlich der Stabilität, die ihm seine großen Räder verleihen. Der Grip mit den Asphaltschneidern in den Dimensionen, ist allerdings endlich. Insbesondere auf rutschigem Untergrund oder bei Regen sei ein gewisses Maß an Vorsicht angeraten.
Die Tachoeinheit besteht aus einem analogen Geschwindigkeitsmesser und einem kleinen Digital-Display, das prominent die Ganganzeige beherbergt. Ohne Spektakuläres zu bieten, stellt sie ihre 125er-Geschwister in dieser Kategorie in den Schatten. Ein Feature, das auch nicht viele A1-Bikes bieten, ist das Keyless-Go System. Der Schlüssel kann beim Abstellen vorm Cafe also lässig in der Tasche bleiben. Kontrovers: Der SuperCub bietet (nur) einen Hauptständer, wodurch das Abstellen vorm Cafe dann doch wieder etwas weniger lässig wird.
Schlau, schlau, Honda positioniert den Super Cub C125 in unseren Breiten nach wie vor als stylishes Schmuckstück, während er in Asien als ultimatives Arbeitsgerät und Lastesel verwendet wird. Der Alltagsnutzen ist durch den fehlenden Stauraum unter dem Sitz zwar nach wie vor eingeschränkt, nun kann man ihn aber problemlos im Zweimann-Betrieb nutzen - und das sogar richtig gut! Das Fahrwerk zeigt sich selbst bei massiver Überschreitung der zulässigen Zuladung erstaunlich robust, bleibt dabei aber komfortabel, der Motor zieht in Kombination mit dem Viergang-Halbautomatik-Getriebe agil an und die Bremsen verzögern Honda-typisch zuverlässig.
Zusammenfassung
Die Honda Motorradpalette bietet eine Vielzahl von Modellen mit Halbautomatik, von der innovativen E-Clutch Technologie in den CBR 650 R und CB 650 R Modellen bis hin zu den charmanten Retro-Modellen SuperCub, Monkey und Dax. Diese Modelle bieten Fahrspaß und Komfort für Fahrer aller Erfahrungsstufen.
Ob A1-Führerschein, Code 111 oder B196: Die zu überwindende Hürde um Freude an der Dax zu haben, ist gering. Die Halbautomatik ist zwar für Motorradfahrer ungewohnt, aber dennoch praktisch. Das kompakte Leichtgewicht findet überall seinen Platz und ist genügsam im Verbrauch!
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