Die Frage, welche Antriebstechnik die Power am besten auf das Hinterrad überträgt, ruft Uneinigkeit und Diskussionsbedarf bei vielen Motorradfahrern hervor.
Ob Kette, Kardan oder Zahnriemen - alle drei Antriebe haben ihre Befürworter. Dieser Ratgeber informiert Dich über die Geschichte, Funktionsweise und Vor- und Nachteile des Kardanantriebs und die gängigen Motorräder mit dieser Antriebsart.
Geschichte und Funktionsweise des Kardanantriebs
Von den für die Kraftübertragung zuständigen Kreuzgelenken erhielt die Kardanwelle und schließlich der Kardanantrieb seinen Namen.
Kreuzgelenke sind bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt, ihre Erfindung datiert weit vor der Automobil- oder Motorradgeschichte. Seinerzeit dienten sie als Aufhängung für Uhren oder Kompasse. 1898 fuhr wahrscheinlich das erste Auto mit einem Kardanantrieb, konstruiert und gefertigt von Louis Renault.
Neben der Kardanwelle, welche für die Übertragung des Drehmomentes verantwortlich ist, besteht der Kardanantrieb aus den Kegelzahnrädern, die sich an der Hinterachse und dem Getriebe befinden. Das Kegelradgetriebe lenkt die Drehbewegung von längs auf quer um und treibt damit das Hinterrad an.
Da das Hinterrad des Motorrads federn muss, muss die Welle zur Kraftübertragung mit den Kardangelenken ausgestattet werden. Das Kegelradgetriebe selbst besteht aus dem Kegelrad und dem von diesem angetriebenen Tellerrad.
Dank der Kegelzahnräder kommt es bei dieser Kraftübertragung zu einem leichten Verlust an Leistung.
Vor- und Nachteile des Kardanantriebs
Da der Kardanantrieb ein geschlossenes System darstellt, ist er weniger anfällig und sauberer als ein Ketten- oder Riemenantrieb. Er kann weder durch Staub, Regen oder Dreck verschmutzt werden. Damit bleibt auch die Schwinge und die Felge sauber. Er ist - im Vergleich zu den anderen Antriebsarten - außerordentlich pflegeleicht, wartungsarm. Du brauchst seine Einzelteile weder zu reinigen noch in Intervallen auszutauschen.
Motorräder mit Kardanantrieb sind in der Regel etwas teurer. Durch die Kegelräder tritt ein leichter Verlust an Leistung an Deiner Maschine ein. Außerdem bringt ein Kardanantrieb eine ganze Menge an Gewicht auf die Waage: Neun Kilogramm wiegt allein das Hinterachsgetriebe bei der BMW R 100 GS.
Da die Konstruktion eines solchen Antriebs wesentlich aufwändiger und teurer ist, kostet das Motorrad mit einem solchen Antrieb in der Regel etwas mehr. Wenn Du allerdings denkst, dass Du bei einem Motorrad mit Kettenantrieb sparen könntest, wirst Du Dich in der Regel irren. Auch wenn die Reparatur eines Kardanantriebs teurer ist, relativiert sich dieser Preis im Vergleich zur Anzahl der in dieser Zeit getauschten Kettensätze.
Bei einigen älteren Motorrädern mit Kardanantrieb kann es zu stärkeren Reaktionen bei einem Lastwechsel kommen: Wenn Du beschleunigst, richtet sich das Heck des Motorrades auf. Umgekehrt sackt das Heck ein, wenn Du abrupt vom Gas gehst.
Auch wenn der Kardanantrieb in Deinem Motorrad ein geschlossenes System darstellt, das fast so leise wie ein Riemenantrieb läuft und ebenso viel Power wie ein Kettenantrieb liefert, noch dazu nicht mit Öl kleckert und theoretisch ein ganzes Motorradleben lang haltbar sein kann, verträgt er doch ein wenig Pflege und Wartung. So solltest Du dem Endgetriebe gelegentlich frisches Öl spendieren, damit alle Teile reibungslos laufen können.
Viel mehr Wartung und Pflege braucht der Kardanantrieb nicht, trotzdem kann es vorkommen, dass die Welle oder das Kreuzgelenk bricht oder die Kegelräder ihren scharfen Biss verlieren.
Honda Modelle mit Kardanantrieb
Darunter befinden sich Motorräder wie die R- und K-Reihe von BMW, diverse Honda, Kawasaki, Moto Guzzi, Suzuki und Yamaha.
Beispiele für Honda Modelle mit Kardanantrieb:
- NT1100: Die NT1100 ist ein intelligenter, anspruchsvoller und durch und durch moderner Tourer.
- ST 1300 Pan European: Ein beliebtes Tourer-Modell mit Kardanantrieb.
- VT 1100 Shadow: Einige Versionen dieses Cruisers sind mit Kardanantrieb ausgestattet.
- VT 750C: Ebenfalls ein Cruiser, der in bestimmten Ausführungen mit Kardan erhältlich war.
Verschiedene Motorradtypen und der Kardanantrieb
Einige Chopper fahren mit Kardanantrieb. Der hohe Lenker, eine flache Vorderradgabel und nach vorne stehende Fußrasten sind nur drei Merkmale der klassischen Chopper-Motorräder. Was andere als unbequem empfinden, mögen die echten Chopper-Fans.
Cruiser-Fahrer stehen hingegen auf breite Lenker, große Kotflügel und auch breite Reifen. Für Fahrten abseits der Straße eignen sich besonders die Offroad-Motorräder. Sie sind geländetauglich. Offroad-Eigenschaften bringen auch die DualPurpose-Motorräder mit. Ihr besonderes Design, unter anderem mit einer hinteren Schwinge, zeichnet sie aus.
Motorräder, die keine Verkleidung haben, stark motorisiert sind und vor Kraft strotzen, fallen in die Kategorie der Naked Bikes und Streetfighter. Sie haben ein aggressives Aussehen.
Mit viel Leistung ausgestattet sind Sport-Motorräder. Hier steht das Bestreben im Vordergrund, möglichst schnell unterwegs zu sein. Es geht um eine optimale Beschleunigung auf zwei Rädern. Sportlich ambitioniert, aber bequem und auch für den Alltag geeignet, sind Sporttourer.
Allrounder können ebenfalls den Alltag meistern, sie bestechen durch Vielseitigkeit. Sie genügen auch den Anforderungen eines Touren- oder Sportmotorrades. Bei den Tourer-Motorrädern sind die Lenker etwas höher. Außerdem haben sie eine gute Verkleidung. Das trifft auf die Glides nicht immer zu, die aber dennoch etwas für echte Motorrad-Liebhaber sind.
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