Honda, der größte Motorradhersteller der Welt, hat eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hinter sich. Seit der Firmengründung im September 1948 hat Honda Fahrzeuge, Produkte und Dienstleistungen entwickelt und bereitgestellt, die den Bedürfnissen der Kunden in Ländern rund um den Globus gerecht werden. Dabei steht die Philosophie im Vordergrund, dass "Technologie dazu dienen soll, das Leben der Menschen einfacher und angenehmer zu gestalten".
Die Anfänge und der Aufstieg zum Weltmarktführer
Die Geschichte von Honda Motorrad begann 1949 mit der Produktion der Dream D-Type. Es folgte der Aufstieg zum weltgrößten Hersteller von motorgetriebenen Zweirädern, bei dem der Slogan "Erst der Mensch, dann die Maschine" stets im Vordergrund stand. Bereits 1963 ging in Belgien die erste ausländische Fertigungsstätte in Betrieb. Seither wurde die Produktion weltweit ausgeweitet, getreu dem Prinzip "Lokal in dem Land produzieren, in dem Nachfrage besteht".
Honda hat im September 2014 seine weltweite Motorrad-Produktion mit der Fertigstellung des 300-millionsten Bikes gekrönt. Dazu fand kürzlich am Produktionsstandort Kumamoto (Japan) eine große Feier statt.
Globale Expansion und Produktionsstandorte
Um die jährliche Produktionskapazität zu erreichen, ist Honda in 23 Ländern mit 37 Werken vertreten. Das Unternehmen beliefert Kunden weltweit über ein Netzwerk von rund 30.000 offiziellen Honda-Händlern.
Honda montiert heute in 33 Produktionsstätten in 22 Ländern Motorräder. Aktuell kommen aus dem Werk in Spanien die Varadero 125, Shadow 125, Transalp 650, FMX 650, Deauville und Varadero 1000. Italien liefert CBF 500 und 600, Hornet 600 sowie die Roller SH 125i, Dylan 125, Pantheon 125.
Wichtige Produktionsstätten im Überblick:
- Japan: Kumamoto (Hauptwerk)
- Belgien: Erste ausländische Fertigungsstätte (seit 1963)
- Spanien: Montesa (Trialmotorräder und Zulieferteile)
- Italien: Atessa (Motorräder mit mehr als 300 cm³ Hubraum)
- Indien: Honda HMSI (eines der wichtigsten Produktionszentren)
Indien als zentraler Produktionsstandort
Nicht in Japan, sondern in Indien lief am 21. Mai 2025 das 500-millionste Zweirad-Fahrzeug der Marke Honda vom Band. Und dabei handelte es sich nicht um ein Motorrad, sondern um einen günstigen Roller. Allein im Jahr 2024 produzierte der japanische Honda-Konzern in Indien 6,14 Millionen Zweiräder, verkaufte im Land 5,83 Millionen und liegt damit an zweiter Stelle knapp hinter der in Europa noch recht unbekannten Marke Hero (5,9 Millionen verkaufte Zweiräder).
Seitdem gibt Honda in Indien Vollgas und hat dort insgesamt 4 Werke errichtet. Eines davon in Vithalapur, nahe Ahmedabad, mit über 8 Millionen Einwohnern die siebtgrößte indische Stadt. An 3 Bändern entstehen hier Bestseller wie der 125er-Roller Activa. Alle 20 Sekunden spuckt das Montageband in Vitthalapur einen fertigen Honda Activa aus, der seinen Weg in die Showrooms der 6.565 indischen Stützpunkthändler findet. 7.700 Exemplare sind es täglich.
Honda investiert derzeit 94 Millionen Euro, um ein viertes Montageband in Vitthalapur zu schaffen und die Herstellungskapazität damit um 650.000 Einheiten jährlich zu erweitern. Damit ist wohl der entscheidende Schritt in Richtung Marktführung in Indien getan.
Honda HMSI (Honda Motorcycle & Scooter India) startete die Produktion in Indien im Jahr 2001. Seither wurden vor Ort über 70 Millionen Honda-Zweiräder hergestellt. Insgesamt werden die in Indien gefertigten Bikes oder auch Zulieferteile in 62 Länder exportiert.
Bedeutung des europäischen Entwicklungszentrums
Das europäische Entwicklungszentrum für Europa von HONDA ist aber hier in Deutschland, in Offenbach. Es ist Bestandteil der Honda-Philosophie, Modelle, die auf einem bestimmten Markt verkauft werden, wirklich in unmittelbarer Kundenähe zu produzieren und zu entwickeln.
Die Produktplanung in Offenbach gibt anhand der deutschen Kundenwünsche präzise Informationen an das Entwicklungszentrum beziehungsweise nach Japan weiter. Entsprechend diesen Angaben wird entwickelt.
Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Bei all dem Produktions-Gigantismus ist sich Honda seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und hat sich einen Ressourcen-schonenden Umgang auf die Fahne geschrieben. Selbsterklärtes Honda-Ziel ist die klimaneutrale Fertigung ab 2050.
Derzeit produziert das Honda-Werk in Vithalapur 54 Prozent der benötigten Energie über Windkraft und Solaranlagen. Energiesparende, spezielle Ventilatoren ersetzen die Klimaanlage, jegliche Beleuchtung im Werk ist LED, und das benötigte Wasser wird aufwendig wiederaufbereitet.
Die Honda Cub: Ein Meilenstein
Den Ruf bedingungsloser Zuverlässigkeit erwarb Honda sich nicht nur mit den über 120 Millionen Honda-Cub-Exemplaren, die in über 160 Länder der Erde verkauft wurden, sondern auch mit hochpreisigen Modellen wie der Africa Twin oder den NC-Modellen.
500 Millionen Zweiräder und die Zukunft
Bereits 1997 erreichte Honda kumuliert 100 Millionen Einheiten, 2008 waren es 200 Millionen, und 2014 fiel die Marke von 300 Millionen Einheiten. 2018 überschritt die Jahresproduktion erstmals die Marke von 20 Millionen Einheiten, und die kumulierte weltweite Produktion seit Firmengründung erreichte 2019 unglaubliche 400 Millionen. Basierend auf der zu erwartenden Nachfrage wird Honda die Rekordmarke von einer Milliarde produzierter Zweiräder aller Voraussicht nach im Jahr 2048 knacken.
Honda in Atessa: Eine detaillierte Betrachtung
Das Werk in Atessa wurde 1971 als I.A.P. industriale gegründet und 1981 vollständig von Honda übernommen. Heute ist das Werk in Atessa neben der 2008 in Betrieb genommenen Fabrik in Kumamoto die einzige Fertigungsstätte von Honda, in der Motorräder mit mehr als 300 cm³ Hubraum produziert werden.
In Atessa produzieren rund 700 Arbeiter im Einschichtbetrieb auf 44701 m² Hallenfläche neun Motorrad- und fünf Rollermodelle sowie zwei verschiedene Aggregatmotoren in je zwei Hubraumvarianten. Je nach Produkt schafft das Werk zwischen 10 und 50 Prozent der Wertschöpfung, der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2009 568,28 Millionen Euro. Etwa 63 Prozent der Produktion werden in Italien abgesetzt.
Der große Teile-Strom, der in Atessa zu Motorrädern verdichtet wird, speist sich aus vier Zuflüssen: aus der unmittelbaren Umgebung im Tal des Sangro, aus dem weiteren Umland, aus dem Honda-Werk in Kumamoto und aus der Vorproduktion im Werk selbst.
Die Bedeutung der Nähe zu den Kunden und die Anpassung an die lokalen Bedürfnisse sind zentrale Elemente der Honda-Philosophie.
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