Viele Motorradfahrer wünschen sich einen Tempomaten, besonders auf langen Strecken. Doch was kostet die Nachrüstung und welche Möglichkeiten gibt es? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Tempomat-Nachrüstung für Honda Motorräder.
Was ist ein Tempomat und warum ist er nützlich?
Ein Tempomat, auch Geschwindigkeitsregelanlage (GRA) genannt, ist ein System, das die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs automatisch hält, ohne dass der Fahrer das Gaspedal betätigen muss. Dies kann besonders auf langen, monotonen Strecken sehr komfortabel sein.
Vorteile eines Tempomaten:
- Entlastung der Handgelenke und Arme auf langen Fahrten
- Konstantere Geschwindigkeit, was zu einem entspannteren Fahrerlebnis führt
- Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, was Bußgelder vermeiden kann
Verschiedene Arten von Tempomaten für Motorräder
Es gibt verschiedene Arten von Tempomaten, die für Motorräder nachgerüstet werden können. Diese lassen sich grob in mechanische und elektronische Systeme unterteilen.
Mechanische Tempomaten: Kaoko Drosselklappenstabilisator
Der Kaoko Drosselklappenstabilisator ist ein mechanischer Steuermechanismus für die Drosselklappe. Er ermöglicht es dem Fahrer, die Drosselklappe in einer gewünschten Position zu fixieren. Das System besteht aus einem Reibrad, das in die Lenkerspitze integriert ist. Die Installation erfordert lediglich den Austausch der originalen Lenkerspitze.
Funktionsweise:
Aktivieren: Bei Betätigung des Gasgriffs kann die Reibungsmutter zwischen dem kleinen Finger und der Handfläche eingeklemmt werden. Dadurch wird die Mutter angezogen und es entsteht genügend Reibung, um die Drosselklappe in der gewünschten Position zu halten.
Lösen: Die Reibungsmutter wird wieder gelöst, sodass sich die Drosselklappe frei bewegen kann.
Sicherheit: Eine Blockierung ist nicht möglich, und die Bedienung erfolgt instinktiv.
Kosten: Der Kaoko Drosselklappenstabilisator ist eine kostengünstige Nachrüstlösung.
Elektronische Tempomaten: MCCruise
MCCruise ist ein elektronischer Tempomat, der wie ein serienmäßiger Tempomat funktioniert. Er überwacht die Geschwindigkeit und passt die Drosselklappe automatisch an, um die eingestellte Geschwindigkeit zu halten. Dieses System ist in Australien und Großbritannien erhältlich.
Funktionsweise: Das System besteht aus einem Servo mit eigenem Seilzug, einem Verteiler, einem Steuergerät und Knöpfen am Lenker. Es überwacht sich selbst und schaltet in bestimmten Situationen automatisch ab, z. B. bei Überschreitung einer bestimmten Geschwindigkeit oder bei häufigen Gangwechseln.
Vorteile:
- Präzise Geschwindigkeitsregelung
- Komfortable Bedienung
- Sicherheitsfunktionen
Nachteile:
- Höherer Preis
- Aufwendigerer Einbau
Kosten der Nachrüstung
Die Kosten für die Nachrüstung eines Tempomaten variieren je nach System und Einbauaufwand.
Kostenübersicht:
| System | Kosten (ungefähre Angaben) | Zusätzliche Kosten |
|---|---|---|
| Kaoko Drosselklappenstabilisator | 100 - 200 € | Einbau (optional) |
| MCCruise (für ältere Modelle) | 820 - 920 € | Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Einbau |
| MCCruise (für E-Gas Modelle) | ca. 650 € | Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Einbau |
| MCCruise (E-Gas Manual Shift /New slim Switch) | 566,06 € | 126,60 Euro Einfuhrzoll |
Einbau des Tempomaten
Der Einbau eines mechanischen Tempomaten wie dem Kaoko ist in der Regel einfach und schnell. Der Einbau eines elektronischen Tempomaten wie dem MCCruise ist aufwendiger und zeitintensiver. Eine detaillierte bebilderte Anleitung liegt bei. Der Einbau kann selbst durchgeführt werden, es ist aber empfehlenswert, ihn von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen.
Sicherheit und Legalität
Ein wichtiger Aspekt bei der Nachrüstung eines Tempomaten ist die Sicherheit. Das System sollte zuverlässig funktionieren und in Notfällen schnell deaktiviert werden können. In Deutschland sind Gasgriff-Feststeller, die die Drossel immer in der gleichen Position halten, nicht erlaubt. Bei einem Unfall kann es zu Problemen mit der Versicherung kommen, wenn ein solcher Feststeller aktiv ist.
Für elektronische Tempomaten ist es wichtig, dass sie über eine E-Nummer verfügen, die die elektromagnetische Verträglichkeit bestätigt. Eine Abnahme und Eintragung ist in der Regel nicht erforderlich, solange das System bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllt.
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