Die Wahl der richtigen Fahrradhose ist für jeden Radfahrer und jede Radfahrerin, egal ob Anfänger oder Profi, von großer Bedeutung. Eine gutsitzende Radhose verbessert nicht nur den Komfort, sondern kann auch die Leistung steigern und die Wahrscheinlichkeit von Schmerzen oder gar Verletzungen reduzieren.
Warum die richtige Fahrradhose wichtig ist
Eine Fahrradhose, egal ob für den Einsatz auf einem Rennrad, einem Mountain- oder Gravelbike oder auch für Genusstouren mit dem Touren- oder Trekkingbike muss grundsätzlich die folgenden Dinge zufriedenstellend für dich erledigen:
- Sie soll die Druckspitzen, die vom Sattel ausgehend auf deine Sitzknochen treffen, abmindern und so Schmerzen limitieren oder im besten Fall von vorneherein verhindern.
- Sie soll Reibung vermindern.
Durch die Tretbewegung beim Fahrradfahren entsteht zwischen Hose und Beinen Reibung. Diese wird mit überflüssig viel Stoff sowie ungünstig positionierten Nähten größer.
Arten von Fahrradhosen
Grundsätzlich unterscheidet man vor allem zwei Arten von Radhosen: die klassischen, eng anliegenden Rennradhosen mit eingenähtem Sitzpolster und lockerer sitzende Radhosen, die mit einer gepolsterten Innenhose getragen werden und aus dem Mountainbike-Bereich kommen. Beide Varianten gibt es in unterschiedlichen Dicken und Längen, Rennradhosen zudem mit und ohne Träger.
Enganliegende Radhosen (Bibshorts)
Wenn wir auf der Suche nach der perfekten Fahrradhose sind, müssen wir uns eigentlich am ehesten bei Radprofis umschauen. Schnell werden wir bemerken, dass sie, egal ob bei Straßen- oder Mountainbikerennen, in engen, sogenannten Bibshorts unterwegs sind. Diese liegen eng am Körper an, vermindern so Reibung zwischen Körper und Haut.
Wir raten zu Trägerhosen, sogenannten Bib-Shorts. Die Träger einer solchen Bib-Short gewährleisten, zusammen mit einem Schnitt, der für die jeweiligen Fahrer*innen perfekt passen sollte, dass das Sitzpolster an der richtigen Stelle bleibt.
Außerdem bietet eine hoch geschnittene Hose mit Trägern auch einen Schutz des Nieren- und Rückenbereichs gegen Zugluft und Kälte.
Übrigens, da wird mancher Hobbysportler gar nicht drüber nachdenken, bei den Profis spielt sogar die Aerodynamik bei der Bekleidung, und somit auch bei der Hose, eine wichtige Rolle. Wenn es wirklich auf jede Sekunde ankommt, fahren die weltbesten Athlet*innen sogar mit eng anliegenden Einteilern, Trikot und Fahrradhose sind also ein Bekleidungsstück.
Viele Fahrradhosen sind mit Sitzpolstern ausgestattet. Dabei handelt es sich um großflächige Schaumstoff- oder Gelpolster, die in die Hose eingenäht wurden und dir eine hohe Stoßdämpfung und Tragekomfort auf deiner Bike Tour versprechen.
Baggy-Style Hosen
Wer indes lässiger rüberkommen möchte und eher das Image des lockeren Bike-Freaks pflegen möchte, der greift meist zu einer Hose im Baggy-Style. Dies bedeutet indes nicht, dass der weite Stoff der Hose im Schritt wie verrückt hin und her reibt. Bitte nicht.
Eine Unterhose würde mit ihren Nähten oder verarbeitetem lockeren Stoff für unnötige Reibung sorgen. Das ergibt keinen Sinn. Vielmehr gibt es mittlerweile spezielle Radunterhosen, in die ein dünnes Polster eingearbeitet ist.
Der Vorteil der leger geschnittenen MTB Hosen ist besonders, dass sie sich hervorragend mit Protektoren kombinieren lassen. Einige Bikeshorts haben bereits eine herausnehmbare Innenhose mit integriertem Sitzpolster im Lieferumfang. Ansonsten lässt sich die MTB Hose auch mit einer herkömmlichen Radsport-Unterhose mit integriertem Sitzpolster kombinieren.
Weitere Arten
Fahrradhosen gibt es in verschiedenen Längen: ¾-Hosen, kurze Hosen und lange Hosen. Welche Länge man wählt, hängt ein wenig von der (gefühlten) Temperatur ab, bei der man Rad fährt.
- Die ¾-Fahrradhosen eignen sich am besten für die Zwischenjahreszeiten, wenn es zu kalt für kurze und zu warm für lange Hosen ist. Diese Fahrradhosen halten auch die Knie während der Fahrt schön warm.
- Kurze Radhosen, auch Bibshorts genannt, werden am besten an warmen Frühlings- und Sommertagen getragen. In Kombination mit Beinlingen können kurze Radhosen natürlich auch an kälteren Tagen getragen werden.
- Lange Fahrradhosen werden auch Bibtights genannt. Sie werden in der Regel bei Temperaturen unter 15 Grad getragen.
Passform und Komfort
Die Passform der Radhose ist entscheidend, da sie direkten Einfluss auf den Tragekomfort und die Effizienz beim Radfahren hat. Radhosen sollten eng am Körper anliegen, um ein Verrutschen zu vermeiden. Hierdurch wird das Risiko von Hautirritationen und Wundscheuern minimiert, und auch das Sitzpolster bleibt am besten an Ort und Stelle, wenn es eben durch die Enge der Hose nicht verrutschen kann.
Aber eng heißt nicht gleich unbequem. Eine gutsitzende Fahradhose passt wie eine zweite Haut, ohne dabei einzuengen, sie darf auf keinen Fall die Bewegungsfreiheit von Radler*innen einschränken. Wichtig ist auch, dass die Hosenbeine ausreichend lang sind. Dadurch wird der Sitz der Hose verbessert und der Wetterschutz optimiert. Dabei dürfen die Beinabschlüsse nicht zu straff sein, um eine gute Durchblutung zu gewährleisten.
Ob eine Hose passt oder nicht, dass kannst nur du ausprobieren. Um eine Anprobe kommst du also so gut wie nicht herum, beziehungsweise du solltest nicht darauf verzichten.
Viele Radhosen fallen größer oder kleiner aus. Du siehst dann sofort, welche Radhosengröße dir am besten passt.
Solltest du aber grundsätzlich mit der Passform einer Radhose zufrieden sein, und du fragst dich, ob du die etwas zu große oder lieber die etwas zu enge Radhose wählen sollst, dann würden wir zur etwas engeren raten.
Eine eng anliegende Radhose sitzt wie eine zweite Haut. Diese Hosen sind am aerodynamischsten. Wenn du eine Fahrradhose bevorzugst, die nicht so eng anliegt, aber trotzdem gut sitzt, kannst du dich für eine Hose mit anliegendem Schnitt entscheiden.
Sitzpolster (Chamois)
Das Sitzpolster, auch Chamois genannt, ist ein zentrales Element jeder Radhose und spielt eine entscheidende Rolle für den Komfort, besonders auf langen Fahrten. Ein gut angepasstes Sitzpolster sollte genau dort sitzen, wo es gebraucht wird, und sich an die Anatomie des Körpers anpassen. Es sollte sich nahtlos - wenngleich nicht ohne Nähte - in die Hose einfügen und während der Fahrt nicht verrutschen.
Es gibt verschiedene Arten von Sitzpolstern, die für unterschiedliche Einsatzbereiche und Fahrertypen entwickelt wurden. Bei der Auswahl des richtigen Sitzpolsters ist es wichtig, auf die Breite und Länge des Polsters zu achten, da diese Faktoren dafür sorgen, dass der Druck gleichmäßig auf die Sitzknochen verteilt wird.
Die Dicke der Polsterung in der Fahrradhose ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl der perfekten Radhose. Ein dickeres Polster bietet mehr Dämpfung, was auf längeren Fahrten oder bei rauem Gelände von Vorteil sein kann. Allerdings kann ein zu dickes Polster in einigen Fällen auch unangenehm sein und zu übermäßigem Schwitzen führen.
“Ein Sitzpolster”, sagt Dr. Kim Tofaute, “sollte zwischen wenigen Millimetern und einem Zentimeter dick sein.”
So findest du das richtige Sitzpolster
Es gibt verschiedene Arten von Polstern, die in Radhosen eingenäht werden und sich in Sachen Dicke, Dichte, Form usw. unterscheiden.
Grundsätzlich gilt bei der Wahl des Polsters nicht „je dicker/weicher, desto besser“. Vielmehr muss das Polster zum Sattel, zur Sitzposition (aufrecht vs. gebeugt) und auch zur eigenen Anatomie passen. Ein „one fits all“ gibt es leider wie so oft nicht. Ein gutes (=passendes) Sitzpolster scheuert nirgendwo, liegt eng an, polstert die richtigen Druckpunkte (je nach Sitzposition) und entlastet die Gesäßknochen spürbar. Außerdem ist es ergonomisch geformt und hat nur am Rand Nähte.
Sitzpolster für Damen und Herren
Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen Damen- und Herren-Fahrradhosen, die auf die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten abgestimmt sind. Damen-Radhosen sind in der Regel so gestaltet, dass sie der weiblichen Körperform besser entsprechen, mit einem breiteren Hüftbereich und einer schmaleren Taille.
Auch das Sitzpolster in Damen-Radhosen ist anders geformt, um den Druck besser auf die Sitzknochen zu verteilen und den spezifischen Bedürfnissen des weiblichen Körpers gerecht zu werden. Zumeist sind die Polster für Damen vorn etwas kürzer aber dicker, als die Herrenmodelle.
Das Becken einer Frau ist breiter. Heutzutage gibt es eine große Auswahl an Sitzpolstern auf dem Markt. Aber woher weißt du, welches Sitzpolster das richtige für dich ist?
Radhosen für Frauen haben oftmals keine Träger. Das liegt daran, dass es ohne sie leichter ist, unterwegs mal einen Boxenstopp einzulegen und es gibt auch kein Material, das an der Brust scheuern könnte. Die Sitzeinlagen bei Radlerhosen für Damen oft etwa kürzer und dafür breiter als bei Männermodellen.
Materialien und Technologie
Die meisten Radhosen bestehen aus Lycra. Lycra ist sehr dehnbar und daher ein bequemer Stoff zum Radfahren. Es gibt jedoch Qualitätsunterschiede. Teurere Radhosen nutzen sich zum Beispiel weniger schnell ab und sind häufiger wind- und wasserdicht als günstigere Modelle.
Bodymapping hat auch bei den Fahrradhosen Einzug gehalten, zumindest bei den teureren und sorgfältiger verarbeiteten Hosen. Bodymapping bedeutet, dass die Hosen an unterschiedlichen Bereichen wie Trägern, Gesäß, an der Seite und an den Beinen aus verschiedenen Materialien gefertigt werden, um den unterschiedlichen Anforderungen wie Schweißtransport, Luftdurchlässigkeit oder Abriebfestigkeit gerecht zu werden.
Tipps zur Pflege von Fahrradhosen
„Jeder Jeck ist anders“, sagen die Kölner, wir möchten indes dringend dazu raten, die Radhose des Öfteren zu wechseln und nach jedem Gebrauch zu reinigen, weil vor allem das Sitzpolster beim Gebrauch jede Menge Schweiß und Schmutz aufnimmt. Dies kann, wird die Hose nicht gereinigt, zu Sitzbeschwerden führen.
Auch auf längeren Touren empfehlen wir, immer zwei Hosen dabei zu haben, und dies nicht nur aus hygienischen Gründen. Ein anderes - wenngleich auch zum jeweiligen Fahrer oder der jeweiligen Fahrerin passendes - Sitzpolster variiert auch die Verteilung der Druckspitzen auf die Sitzhöcker.
Du solltest die Radhose deshalb nach jeder Ausfahrt mit lauwarmen Wasser auswaschen oder in die Waschmaschine geben.
Weitere Aspekte
Bei weiter geschnittenen Shorts stellt sich auf den ersten Blick die Frage, ob man eine Innenhose darunter ziehen sollte oder nicht. Schließlich werden viele der getesteten Hosen auch ohne Innenhose angeboten. Wer je mit Innenhose gefahren ist und das Plus an Komfort, das Innenhosen durch ihre Polsterung am Gesäß liefern, schätzen gelernt hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Auch wenn es beim ersten Mal tragen vielleicht etwas zwickt und zwackt.
Träger ja oder nein?
Für Männer sind Fahrradhosen mit Trägern sehr zu empfehlen. Sowohl die Radhose als auch das Sitzpolster bleiben dann an Ort und Stelle. Frauen haben in der Regel eine breitere Hüfte, sodass Fahrradhosen ohne Träger besser passen als bei Männern. Manche Frauen empfinden Hosenträger auch als unangenehm für ihre Brüste.
Ein weiterer Nachteil ist, dass man bei Trägerhosen einen großen Teil der Fahrradkleidung ausziehen muss, wenn man auf die Toilette geht.
Nicht zuletzt für längere Touren und Reisen mit dem Rad haben trägerlose Hosen aber auch so ihre Vorteile: Nicht nur, weil man so weniger „unnötigen“ Stoff am Körper und im Gepäck hat, sondern auch, weil man Bibshorts nicht mal eben schnell ausziehen kann, ohne sich vorher auch sämtlicher Oberbekleidung zu entledigen. Für Toilettenpausen insbesondere im Fall von Frauen nicht gerade ideal, zumal die sind je nach Gegend schon ohne Trägerhosen kompliziert genug sein können.
Chamois-Creme
Früher, als die Einsätze einer Fahrradhose noch aus Leder bestanden, musste man diese nach jeder Wäsche, ergo vor jedem neuen Gebrauch, mit Fett einreiben, damit das Leder wieder weich wurde. Heutzutage sind Sitzpolster aus verschieden dicken und festen Materialien gefertigt - das Obermaterial zumeist aus einem atmungsaktiven Stoff. Dennoch nutzen viele Radler*innen eine Chamois-Creme.
Erstens verhindert diese Reibung, zweitens kann sie, mit verschiedenen Stoffen versehen, die Durchblutung der Haut anregen. Was sich zuerst gut anhört, kann aber auch Probleme mit sich bringen. Cremes können zum Beispiel die Poren der Haut verstopfen, was zu Hautirritationen führen kann.
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