Die Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich auch als TÜV bekannt, ist für Motorradfahrer in Deutschland ein regelmäßiger Termin. Sie stellt sicher, dass keine verkehrsuntauglichen oder nicht vorschriftsgemäßen Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen. Doch was genau beinhaltet die HU, welche Fristen sind zu beachten, und welche Kosten entstehen dabei?
Was ist die Hauptuntersuchung (HU)?
Die Hauptuntersuchung Motorrad stellt sicher, dass keine verkehrsuntauglichen oder nicht vorschriftsgemäßen Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen. Früher hatte der TÜV das Monopol für diese Abnahme, daher ist die Rede vom „TÜV fällig“ geblieben. Heute dürfen auch DEKRA, GTÜ und KÜS diese Untersuchung durchführen.
Fristen für die Motorrad HU
Alle zwei Jahre ist die Motorrad Hauptuntersuchung vorgeschrieben - sogar neue Motorräder müssen im Gegensatz zu Autos schon nach zwei Jahren zur Prüfung. Wenn Sie in Deutschland ein neues Motorrad anmelden, ist die erste Hauptuntersuchung, umgangssprachlich HU oder TÜV genannt, nach 24 Monaten fällig. Im Unterschied zu einem neuen Pkw muss ein neues Motorrad also nicht erst nach drei Jahren das erste Mal zum TÜV, sondern schon nach zwei Jahren.
Neben dem Stempel im Fahrzeugschein gibt die TÜV-Plakette auf dem Kennzeichen Auskunft über die nächste Fälligkeit der HU. Die Farbe und Zahl in der Mitte geben Auskunft über das Jahr, die Zahl in der Senkrechten über den fälligen Monat. So ist selbst während der Fahrt zu erkennen, wann das Fahrzeug zum TÜV muss.
Ablauf der Hauptuntersuchung
Die Hauptuntersuchung des Motorrads dauert je nach Zustand der Maschine rund 30 Minuten. Am Prüfinstitut angekommen, heißt es ohne Termin oft: Warten. Profitipp: Wer Wartezeiten vermeiden möchte, sollte gegen Monatsende zur Prüfstelle fahren. Am Monatsanfang herrscht oft mehr Betrieb, da viele das volle HU Motorrad Intervall von 24 Monaten der Prüfplakette nutzen wollen. Wer spät im Monat zur Untersuchung fährt, spart sich dafür meist Wartezeit.
Abgasuntersuchung (AU)
Ist man an der Reihe, steht vor der Motorrad TÜV Prüfung zunächst die Abgasuntersuchung (AU) an. Ja, die Abgasuntersuchung Motorrad, kurz AU Motorrad oder AUK, ist seit 2006 verpflichtender Bestandteil der Hauptuntersuchung. Das heißt: Alle zwei Jahre wird bei der HU Motorrad auch das Abgasverhalten Ihrer Maschine auf den Prüfstand gestellt.
Die AU Motorrad ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der TÜV Vorbereitung Motorrad, kann aber auch separat in zertifizierten Werkstätten durchgeführt werden. Erfüllt Ihr Kraftrad folgende Merkmale, bringen Sie es regelmäßig zur Abgasuntersuchung: Motorrad-Hubraum von mehr als 50 ccm, Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h, Erstzulassung nach 1. Januar 1989.
Den Schnorchel des Prüfinstruments im Auspuff, darf der jeweilige Grenzwert der Motorrad Abgasnorm, nach der das Bike zugelassen ist, nicht überschritten werden. Dieser Punkt lässt sich vorab leider nicht prüfen - ist für ein normal laufendes Motorrad ohne Tuning im Ansaug- oder Abgasbereich aber normal auch kein Problem. Ergebnis: Bestanden.
Die eigentliche Prüfung
Jetzt beginnt die eigentliche Prüfung TÜV Motorrad. Zuerst führt der Sachverständige eine Motorrad TÜV Sichtprüfung durch. Wichtig: Die Fahrgestellnummer am Rahmen muss mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen - also den Fahrzeugschein / die Zulassungsbescheinigung Teil 1 unbedingt zur Motorradprüfung HU mitbringen.
Alle Modifikationen sollten eingetragen oder durch Papiere (ABE) belegbar sein. Es folgt die Prüfung des Fahrwerks zur HU, konkret ob Gabel und Federbein dicht sind und die Reifen den Vorgaben entsprechen: Die Reifengröße muss im Fahrzeugschein vermerkt und für das Modell freigegeben sein. Auch die Profiltiefe ist entscheidend - in Deutschland muss das Reifenprofil für die Motorrad HU mindestens 1,6 mm aufweisen - und der Reifen darf keine Risse oder andere Schäden haben. Sind die Reifen so abgefahren, dass sie nicht mehr die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen, kommt das Kraftrad nicht durch den TÜV.
Nächster Schritt: Bei der elektrischen Anlage ist das Motorrad Beleuchtung prüfen. Der TÜV kontrolliert alle Lichter am Motorrad. Auch müssen alle Kontrolllampen funktionieren, da häufig kleine Lichter wie Tachobeleuchtung und Kennzeichenbeleuchtung unauffällig ausfallen. Wenn Abblend- und Fernlicht korrekt eingestellt sind, die Hupe funktioniert und Scheinwerfer und Reflektoren intakt sind, geht es zur Lenkungsprüfung.
Die Lenkung muss leichtgängig sein und darf keine Rastpunkte haben - diese deuten auf ein verschlissenes Lenkkopflager hin. Als Nächstes wird der Notaus- oder Kill-Schalter geprüft, und in diesem Zuge auch der Seitenständerschalter. Ist der Seitenständer ausgeklappt und wird ein Gang eingelegt, muss der Motor sofort ausgehen. Eine Ausnahme bilden ältere Ducati- und Harley-Davidson-Modelle. Hier klappt der Seitenständer von alleine ein, somit ist kein Seitenständerschalter verbaut.
Anschließend ist die Bremsenprüfung Motorrad an der Reihe. Der Bremsenbelag sollte zur HU vorn und hinten ausreichend Materialstärke aufweisen und die Bremsscheiben müssen frei von Rissen und Riefen sein. In den Ausgleichsbehältern sollte genug Bremsflüssigkeit vorhanden sein, die klar und hell ist. Im Gegensatz zum Pkw wird die Bremsfunktion beim Motorrad im Fahrversuch getestet. Bei Modellen ohne ABS müssen die Räder bei etwa 30 km/h bis zur Blockiergrenze bremsen.
Hat alles funktioniert, entfernt der TÜV-Prüfer die alte Plakette, füllt die Papiere aus, klebt die neue Plakette auf und stempelt den Fahrzeugschein.
Kosten der Hauptuntersuchung
Die "normale" Hauptuntersuchung kostet im Durchschnitt 90 Euro, doch meist ist eine Kombination von HU und AU sinnvoll. Schließlich fällt beides in der Regel gleichzeitig an. Dabei ergeben sich Kosten von rund 150 Euro. Wer ein Motorrad besitzt, kommt mit rund 85 Euro deutlich günstiger weg.
Es gibt regionale Preisunterschiede und je größer und schwerer das Fahrzeug, desto teurer ist die HU. Lokale Preise zu vergleichen schadet allerdings nie, sollten sich mehrere Anbieter in Ihrer Nähe befinden.
Gebührenübersicht
Die Kosten für die Hauptuntersuchung eines Motorrads inklusive Abgasuntersuchung liegen je nach Prüfstelle und Bundesland zwischen rund 75 und 100 Euro. Ein Vergleich lohnt sich also. Wer noch einmal zum TÜV-Termin muss, um die Plakette im zweiten Anlauf abzuholen, sollte je nach Anbieter und Ort bis zu etwa 40 Euro für die Nachuntersuchung einkalkulieren.
Hier eine Tabelle mit den Gebühren für die Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) für Motorräder:
| Leistung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| HU Motorrad | 47,40 - 66,00 € |
| HU inkl. AU Motorrad | Ab 162,00 € |
| Nachuntersuchung | Bis zu 40 € |
Was passiert bei versäumter HU?
Es kann vorkommen, dass man die Motorradprüfung HU nicht pünktlich schafft. Kein Problem: In den ersten zwei Monaten hat das bei einer Polizeikontrolle oder bei der Prüfung selbst keine Konsequenzen. Danach erheben die Prüforganisationen einen Aufschlag von 20 % für eine vertiefte Hauptuntersuchung Motorrad.
Teurer wird die HU übrigens auch, wenn der Termin um mehr als zwei Monate überzogen wird. Wer von der Polizei mit abgelaufenem "TÜV" im Straßenverkehr erwischt wird, muss zusätzlich eine Strafe zahlen. Dem geschulten Blick der Ordnungshüter fällt der verpasste Termin sofort ins Auge, denn die Farbe der Plakette steht für das Jahr, die Zahl ganz oben für den Monat der Fälligkeit.
Der Bußgeldkatalog sieht hier 15 Euro ab zwei Monaten Überziehung, 25 ab vier Monaten und 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg bei mehr als acht Monaten als Bußgeld vor.
Fahren Sie Ihr Motorrad trotz abgelaufenem TÜV, besteht weiterhin Versicherungsschutz. Ihre Motorrad-Vollkasko übernimmt Kosten für Schäden an Ihrer eigenen Maschine jedoch unter Umständen nicht bzw. Die Motorradversicherung der Allianz schützt Sie, wenn Sie mit Ihrem Motorrad einen Unfall verursachen und dadurch Schäden bei Dritten entstehen - mit besonders hohen Versicherungssummen.
Tipps zur Vorbereitung auf die HU
Die Prüfungen vom TÜV am Motorrad sind nichts, wovor man Angst haben müsste. Tatsächlich muss nur jedes zehnte Fahrzeug zur TÜV Motorrad Nachprüfung - eine Quote, von der viele Autofahrer nur träumen können. Durch die kompakte Bauweise des Motorrads lassen sich viele Schritte bei einer HU Vorabprüfung Motorrad bequem zu Hause durchführen - eine TÜV Motorrad Checkliste hilft beim TÜV Motorrad bestehen. Wer ohne Sorgen zur Prüfstelle fahren möchte, kann die Motorrad HU Vorbereitung vorab in der Garage vornehmen und offensichtliche TÜV Motorrad Mängel beheben.
Checkliste zur Vorbereitung der HU
Hierauf schauen Prüforganisation wie TÜV und GTÜ nach eigenen Angaben bei Motorrädern:
- Haben Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil I/Ihren Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen griffbereit (z.B. Nachweis über Anbauten und Änderungen)
- Beleuchtung prüfen (Scheinwerfer, Blinker, Bremslicht, Kennzeichenbeleuchtung)
- Reifen prüfen (Profiltiefe, Beschädigungen, Reifengröße)
- Bremsen prüfen (Belagstärke, Bremsflüssigkeit)
- Fahrwerk prüfen (Gabel, Federbein)
- Lenkung prüfen (Leichtgängigkeit)
- Zustand des Motorrads prüfen (allgemeiner Zustand, Rost)
Umbauten und Sonderabnahmen
Umbauten am Rahmenheck Ihrer Maschine sind mit vorheriger Absprache und nachträglicher Begutachtung nach § 21 StVZO (Vollabnahme Motorrad) in der Regel erlaubt. Ein Vollgutachten nach § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist für Krafträder nur in Ausnahmefällen erforderlich. Wer beispielsweise ein Motorrad aus dem Nicht-EU-Ausland importiert und in Deutschland zulassen möchte, benötigt eine Vollabnahme. Erforderlich ist eine Vollabnahme auch, wenn Sie Ihre Maschine nach Stilllegung von mehr als sieben Jahren wieder zulassen möchten.
Aber: Auch hier haben die Prüforganisationen ein Wort mitzureden. Sie müssen das technisch veränderte Fahrzeug "abnehmen", schließlich können Änderungen aller Art Einfluss auf die Verkehrssicherheit und auf die Betriebserlaubnis haben. Es wird eine so genannte Änderungsabnahme durchgeführt. Die Preise variieren auch hier je nach Fahrzeugart, Bundesland und Prüforganisation zwischen 50 und 80 Euro.
Weitere wichtige Punkte
- Nein, Motorradtyp oder Motorrad-Führerscheinklasse sind für die Hauptuntersuchung unerheblich.
- Bei allen TÜV-pflichtigen Bikes erfolgt die HU alle 24 Monate.
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