Die Frage nach dem idealen Fahrradträger beschäftigt viele Radfahrer, die ihre Bikes sicher und komfortabel von A nach B transportieren möchten. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, wie die Art des Fahrzeugs, die Anzahl der zu transportierenden Fahrräder und die persönlichen Vorlieben.
Heckträger vs. Kupplungsträger vs. Dachträger
Es gibt verschiedene Systeme für den Fahrradtransport, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben:
- Kupplungsträger: Bieten meist das beste Verhältnis aus Komfort und Sicherheit.
- Heckträger: Geeignet für Autos mit Steilheck (Kombis, Vans, Kleinbusse).
- Dachträger: Universell einsetzbar, aber das Beladen ist oft mühsam und der Spritverbrauch steigt.
Die Nachteile der Dachträger sind offensichtlich: Die hohe Ladekante macht die Befestigung des Bikes zur Qual. Zudem schnellt durch den Aufbau der Spritverbrauch in die Höhe.
Heckträger im Detail
Für Autos mit Steilheck (meist Kombis, Vans und Kleinbusse) gibt es passende Heckklappensysteme, die den Kupplungskollegen kaum nachstehen und für diese Fahrzeugklasse sogar Vorteile bieten.
Vorteile von Heckträgern:
- Die Fahrräder müssen nicht so hoch gehoben werden und können leichter befestigt werden.
Nachteile von Heckträgern:
- Die Montage des Trägers an der Heckklappe ist für einen Einzelnen sehr schwierig.
- Mit montiertem Heckträger bleibt die Heckklappe auf Grund dessen Gewichts nicht mehr alleine offen.
Es gibt auch spezielle Heckträger für Fahrzeuge mit Flügeltüren, wie sie oft bei Mini-Vans und Bussen zu finden sind. Bei dieser Variante wird der Heckträger an nur einer Seite der Flügeltür befestigt. Klären Sie unbedingt vorab, ob die Tür für Zusatzlasten freigegeben ist! In den meisten Fällen sitzen die Bikes nicht vollständig mittig am Heck. Ansonsten ist diese Variante identisch mit klassischen Heckträgern.
Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradträgers achten sollten
Ob Lust oder Frust den Transport begleiten, entscheiden Kleinigkeiten. Achten Sie auf folgende Details:
- Umlaufende Klemmen: Verhindern, dass der Rahmen aus der Klaue rutscht.
- Mobile Greifarme: Abnehmbare Arme bringen beim Beladen Komfort.
- Fusspedal: Abkippen per Fußtritt: komfortabel und sicher.
- Steckerhalterung: Verhindert Stolperer und beschädigte Kabel oder Stecker.
Sicherheit geht vor
Günther Kahlert, Prüfingenieur für Fahrradträger beim TÜV Süd, rät: "Wenn Sie bei der Auswahl auf Sicherheit achten und alles vorschriftsmäßig montieren und benutzen, dann sind die heutigen Modelle sicher."
Heidi Atzler vom TÜV Süd ergänzt: "Der Träger muss natürlich zum Auto passen, und ich muss bei der Auswahl auf Sicherheit achten. Hier hilft das GS-Prüfzeichen oder eines vom TÜV Süd. " Außerdem beeinflussen alle Fahrradträger die gewohnten Fahreigenschaften des Autos, da sich durch den Aufbau Gewicht, Höhe, Schwerpunkt und Luftwiderstand ändern. Deshalb sollte nach der Montage eine kurze Probefahrt mit Lenk- und Bremstest durchgeführt werden. So entsteht ein Gefühl dafür, wie das Fahrzeug durch die zusätzliche Last reagiert.
Zudem sollte die Geschwindigkeit angepasst werden - ihre Empfehlung sind maximal 130 km/h.
Auch muss man die neuen Fahrzeugmaße im Kopf haben - beim Einparken oder Einfahren in Tiefgaragen zum Beispiel.
Wichtig: Gerade beim Transport von schweren Bikes muss das zulässige Gewicht genau geprüft werden, das steht in der Gebrauchsanweisung des Trägers. Die Werte sind abhängig von den Trag- und Stützlasten von Anhängerkupplung, Autodach und Heckklappe. Die Angaben finden sich in der Bedienungsanleitung des Autos.
Die Schloss-Systeme, mit denen Bikes auf dem Träger gesichert werden, sind laut Heidi Atzler nicht ausreichend diebstahlhemmende Vorrichtungen. Von daher die absolute Empfehlung: unbedingt ein geprüftes Seil-, Ketten- oder Bügelschloss zur Sicherung der Bikes verwenden.
Alternativen zum Heckträger
Neben den Kupplungs- und Heckträgern gibt es weitere Systeme, die einen Seitenblick lohnen. Wie bei der Bike-Wahl hängt auch der perfekte Träger von individuellen Gegebenheiten und Vorlieben ab.
Innenraumträger
Mit einem Träger für den Innenraum gewinnt aber auch diese Variante an Attraktivität: Der Träger verleiht den Bikes einen festen Platz und sicheren Stand, was die Beschädigungsgefahr minimiert und nervige Tetris-Spiele eliminiert. Das funktioniert aber nicht bei jedem Auto. Ein Kombi oder Mini-Van muss es schon sein. Zudem müssen die Vorderräder ausgebaut werden. Klarer Nachteil: Der Platz im Innenraum geht flöten. Stattdessen machen sich Schlamm und Dreck der Trails im Auto breit.
Besonderheiten bei Carbon-Rädern
Dirk Zedler, Geschäftsführer Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit: Ich rate davon ab, Carbon-Rahmen zu klemmen. Prinzipiell ist Carbon zwar nicht anfälliger als Alu, aber es können Risse entstehen, die zum Versagen des Rahmens führen. Da der Grat zwischen "sicher befestigt" und "überlastet" bei einer Klemmung sehr schmal ist, kommt es immer wieder zu Beschädigungen. Der beste Weg ist die Befestigung an der Sattelstütze - vorausgesetzt, sie ist nicht aus Carbon. Falls doch, hilft eine günstige Alu-Stütze für den Transport, die mindestens zehn Zentimeter im Rahmen versenkt wird.
Einzelne Heckträger-Modelle im Überblick
Hucke Bike
Es wurde erwähnt, dass ein Träger namens "Huckebike" verwendet wurde, die Firma stammte aus Österreich und ist meines Wissens mittlererweile (leider) pleite. Die Träger sind von weitem erkennbar: Schwarzes Alugestell mit knallrosa Trägeraufsätzen. Da durch das Gewicht und die Vibrationen immer die ganze Schoße ins Wackeln kam, habe ich die oberen Riemen (eingehängt in der Kofferraumklappe) durch arretierbare Ratschengurte ersetzt. Hat auch den Vorteil, dass die einmal erprobte Einstellung der Riemen beibehalten werden kann. Die unteren Abspanngurte sind noch die originalen "Kofferspanngurte" ohne Arretierung, nur mit einer gezahnten Rolle. Reicht aber trotzdem, das hält. Seitliche Fixierungen gibt’s bei uns keine, habe ich aber schon an anderen Exemplaren gesehen.
Uebler Primavelo
Ich habe mir den Uebler Primavelo für drei Räder gekauft und dafür etwa 280 Euro bezahlt. Es handelt sich um die schwarze Ausführung aus Stahl, wobei die Schienen für die Reifen aus Alu sind. Es handelt sich um einen Träger, der mittels zwei Klammern an der Heckklappe befestigt wird. Der Träger kann auf Dauer (zum Beispiel während des Urlaubs) am Fahrzeug bleiben, da man die Klappe trotzdem öffnen und schliessen kann. Das funktioniert allerdings nur ohne Räder.
Man muss den Träger zunächst selbst zusammenbauen, was angesichts einer sehr dürftigen Beschreibung schon recht anspruchsvoll ist. Man muss bei der Installation am Wagen schon sehr aufpassen, dass man sich keine Macken in den Lack zieht. Das Ding ist recht groß, kantig und unübersichtlich. Ganz besonders gilt dies für die Metallklammern, die oben in den Spalt zwischen Wagen und Klappe gesteckt werden. Bei mir war der "Restspalt" dann am Ende etwas zu schmal und ich musste etwas zaubern.
MFT Multi-cargo2 Family
Da mein Zafira über eine Anhängerkupplung verfügt, habe ich mich nach einem Fahrradträger für die AHK umgeschaut. Nach dem Studium von verschiedenen Tests habe ich mich für das Hecktragesystem "Multi-cargo2 Family" für zwei Fahrräder von mft entschlossen. Er ist absenkbar (beladen!) und erweiterbar für ein drittes und viertes Fahrrad. Der Träger passt wunderbar, ist gut zu bedienen und sicher.
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