Hund auf Motorrad und Roller transportieren: Was Sie wissen müssen

Motorradfahren ist für viele Menschen eine Leidenschaft, die ein Gefühl von Freiheit vermittelt. Wenn der Biker zusätzlich ein Hundeliebhaber ist, stellt sich die Frage, wie man beide Leidenschaften verbinden kann. Grundsätzlich ist es möglich, einen Hund auf einem Motorrad oder Roller mitzunehmen, jedoch sind dabei einige wichtige Punkte zu beachten.

Gesetzliche Grundlagen in Deutschland

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, einen Hund auf einem E-Roller mitzunehmen. Deinen treuen Begleiter kannst du also auf deinem Elektro-Flitzer mitfahren lassen, sodass ihr euch gemeinsam den Wind um die Nase wehen lassen und euren Ausflug genießen könnt. Der Gesetzgeber macht allerdings ein paar Vorgaben, die du unbedingt beachten solltest.

In Deutschland gilt der Hund als Ladung. Das bedeutet, dass der Hund so gesichert sein muss, dass er niemanden gefährdet und weder die Sicht noch das Gehör des Fahrers beeinträchtigt. Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.

Für einen nicht ausreichend gesicherten Hund droht ein Bußgeld. Verursachen Sie durch den nicht (ausreichend) gesicherten Hund einem Unfall, so erhöht sich das Bußgeld und es gibt Punkte in Flensburg. Kommt sogar eine Person zu Schaden oder wird dadurch etwas beschädigt, wird dies nicht von deiner Haftpflichtversicherung getragen. Du musst mit deinem Privatvermögen für den entstanden Schaden aufkommen, wenn dein ungesicherte Hund ausschlaggebend für den Unfall ist - und das kann teuer werden.

Eine wichtige Randnotiz: Kommt sogar eine Person zu Schaden oder wird dadurch etwas beschädigt, wird dies nicht von deiner Haftpflichtversicherung getragen. Du musst mit deinem Privatvermögen für den entstanden Schaden aufkommen, wenn dein ungesicherte Hund ausschlaggebend für den Unfall ist - und das kann teuer werden.

Spezialfall E-Scooter

Auch für E-Scooter gelten besondere Regeln. Die Mitnahme von Tieren ist auf dem E-Scooter nicht grundsätzlich untersagt, allerdings gilt es die gesetzlichen Vorschriften zu beachten. Dabei können unter anderem die Vorgaben zur Ladungssicherung von Bedeutung sein.

Laut Straßenverkehrs-Ordnung ist es nicht gestattet, ein Tier von einem Kraftfahrzeug aus zu führen. Dies schließt auch E-Scooter ein, weshalb bei einem Verstoß gegen diese Verkehrsregel gemäß Bußgeldkatalog ein Verwarngeld in Höhe 5 Euro droht.

Es ist nicht gestattet, einen E-Scooter mit einem Hundeanhänger auszustatten. Auch wenn entsprechende Anhänger vor allem im Internet zu erwerben sind, ist es demnach nicht erlaubt, diese am E-Scooter zu befestigen und damit am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen.

Vorbereitung und Gewöhnung des Hundes

Bevor es losgehen kann, muss der Hund an das Motorrad, die gewählte Transportart (Box, Rucksack etc.) und die Begleiterscheinungen wie Fahrgeräusche, Fahrtwind, Fahrbewegungen inklusive Fliehkräfte gewöhnt werden. Der Hund soll schließlich mit dem Motorradfahren Spaß, Vergnügen und eine angenehme Aktivität verbinden, damit das Fahren mit dem Motorrad für den Hund zu einem entspannten und stressfreien Erlebnis wird.

Es spielt dabei keine Rolle, ob Dein Hund nun in einem Tankrucksack oder Topcase transportiert werden soll. Lass Deinen Hund sich erst einmal in Ruhe mehrere Wochen an Tankrucksack, Topcase oder Hundebox gewöhnen. Dafür kannst Du das Mittel Deiner Wahl für den Transport beim Motorradfahren mit Deinem Hund mit in den Wohnraum nehmen und in den Hundealltag integrieren.

Ziel ist es, dass der Hund seine „Behausung“ kennenlernt, mit ihr warm wird und im optimalen Fall von selbst durch gutes Zureden und das Wundermittel Leckerlis, dort ablegt. Gebe Deinem Vierbeiner regelmäßig immer wieder Leckerchen in seiner neuen Behausung, damit er den Platz mit einem positiven Impuls verbindet.

Ein wenig Geduld musst Du aber noch haben. Denn dies ist nur die halbe Miete. Wir sind mit der Gewöhnung im Hinblick auf das gemeinsame Ausfahren mit dem Motorrad noch nicht am Ende. Denn nun muss die Box auf das Bike und der Hund noch an den ungewohnten Platz in der Höhe gewöhnt werden.

Zunächst erfolgt dies, ohne dass das Motorrad gestartet wird. Um auch dieses Erlebnis und erwünschte Verhalten Deines Hundes zu verstärken, gibt es wieder eine Portion Leckerlis. Gebe Deinem Hund auch bei diesem Gewöhnungsschritt ausreichend Zeit, sich an seinen Platz zu gewöhnen. Erst dann kann der Hund mit dem Motorradgeräusch in Verbindung mit dem Verweilen in der Box vertraut gemacht werden. Zunächst für einige Male im Leerlauf, dann erst sukzessive etwas mehr Gas geben, um die Drehzahl und damit das Motorgeräusch zu erhöhen.

Aber halt! Bevor Du Dich übermotiviert mit Deinem Hund auf das Motorrad schwingen und direkt zu einer Tagestour aufbrechen kannst, empfehlen wir Dir im Sinne Deines Vierbeiners, erst einmal nur einige Minuten bei langsamer Geschwindigkeit und ruhiger Fahrweise, die Gewöhnung Deines Hundes ans Motorradfahren fortzusetzen.

Da jeder Hund letztlich von Haus aus anders mit unbekannten Dingen umgeht, kann die Gewöhnung bei dem einen Hund rascher und problemloser laufen, als bei einem Artgenossen. Wie so oft kommt es also auch ein Stück weit auf Deinen Hund als Hundepersönlichkeit an, wie Du die Fahrtdauer in den nächsten Wochen nach und nach anpassen kannst. Aber auch hier gilt: Überfordere Deinen Hund nicht und gönne ihm Phasen zur Erholung.

Geeignete Transportmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hund auf einem Motorrad oder Roller zu transportieren:

  • Tankrucksack: Geeignet für kleine Hunde.
  • Topcase/Hundebox auf dem Gepäckträger: Bietet mehr Platz und Schutz.
  • Hunderucksack: Eine flexible Möglichkeit, besonders auf E-Rollern.
  • Motorrad mit Beiwagen: Eine komfortable Option für größere Hunde oder mehrere Tiere.

Bei der Auswahl der Transportmöglichkeit sollte auf Stabilität, Qualität und die Sicherheit des Hundes geachtet werden. Diverse Rucksäcke usw. würde ich persönlich nicht verwenden, auch wenn der Hund da reinpasst. Da ist einfach null Knautschzone oder Schutz. Der Biker selbst hat zumindest seine Schutzkleidung, Helm und diverse Protektoren.

Ausrüstung und Zubehör

Neben der Transportbox oder dem Rucksack gibt es weiteres Zubehör, das die Sicherheit und den Komfort des Hundes erhöht:

  • Hundebrille: Schützt die Augen vor Fahrtwind und Insekten.
  • Ohrenschutz: Verhindert, dass Wind und Geräusche in die Ohren gelangen.
  • Geschirr und Leine: Sichern den Hund zusätzlich.

Fahrweise anpassen

Denke zu jederzeit daran, dass Du eine wertvolle Fracht an Bord hast, wenn Du mit Deinem Hund gemeinsame Motorrad fährst. Fahr entsprechend angemessen, vermeiden ruckartige Spurwechsel, ruppiges Fahren, reduziere das Tempo vorausschauend und verzichtet darauf zu stark zu bremsen.

Halte Deinen Hund während der Fahrt (insofern er im Tankrucksack oder im Beiwagen befördert wird) gut im Auge. Fährt der Hund als Passagier auf dem Gepäckträger mit, dann sei bei den Pausen besonders achtsam. Denn fühlt der Hund sich unwohl, gestresst und verängstigt, kannst Du dies anhand seines Ausdrucksverhaltens wahrnehmen und angemessen darauf einwirken.

Pausen sind wichtig

Wenn Du mit Deinem Hund nach seiner Eingewöhnungszeit auf dem Motorrad unterwegs bist, solltest stets nach 1-2 Stunden Fahrt einen Stopp an geeigneter Stelle in Mutter Natur einlegen. Die Rast tut Deinem vierbeinigen Mitfahrer und Dir gut.

Plane regelmäßige Pausen für Fressen, Trinken und das Geschäft ein, damit die Bedürfnisse des Hundes erfüllt werden.

Rechtliche Aspekte im Ausland

Plant man eine Motorradreise mit Hund ins Ausland? Dann empfehlen wir Dir vor Reiseantritt die jeweiligen örtlichen Vorschriften zu prüfen. Denn diese können von Land zu Land und Region zu Region im europäischen und außereuropäischen Ausland in Bezug auf das Transportieren von Hunden auf dem Motorrad anders geregelt sein.

Stecke ferner unbedingt den EU-Heimtierpass für Deine Hunde ein, damit Du bei etwaigen Kontrollen den aktuellen Impfstatus Deines hündischen Begleiters vor Ort nachweisen kannst - denn so muss Dein Hund u.a. gegen Tollwut gemäß den EU-Bestimmungen geimpft sein.

Checke ferner die jeweils gültigen gesetzlichen Einreisebestimmungen und Vorschriften zum Führen des Hundes im öffentlichen Raum in den Ländern, wo Du Dich mit Deinem Hund aufhälst, ob es nun die Region Deines Reiseziels ist, oder Du Dich nur auf der Durchreise mit dem Motorrad und Vierbeiner befindest. So musst Du unbedingt die örtlichen Bestimmungen hinsichtlich einer möglichen Leinenpflicht, Maulkorbzwang und Hundeverbotszonen kennen.

Erkundige Dich ferner im Vorfeld einer Einreise, welche Rassen (Listenhunde) problemslos mit einreisen dürfen, für welche besondere Bestimmungen gelten und für welche Rassen ein Einfuhrverbot gilt.

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